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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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nach dem tode Caroli Crassi zum Könige erwchlet hatten. Deni;. julii an. 92z. crönte er auch Raoni oder Rudolphum, Her-tzog von Burgund , zu St. Medard de Soissons , und starb deniz. dec. des nemlichen jahrs. In der bibliotheca Patrum ha-ben wir noch etliche synodal-verorbnungen, so er heraus gegeben.

Sammartbani Gallia Christiana, tom. I. p. 624.

* Gautier, oder Gualterus von Tcrouanne, wurde alsogeheissen, dieweil er Lanomcus und hernach Archidiaconus inDieser kirche gewesen; der Pater Sirmondus gab an. 1615. einentractat von ihm, neben dem leben des Papsts Leonis IX. heraus,so die geschichte und das leben des Märtyrers Carls von Däne-marck begreift, welcher Graf von Flandern gewesen, den zu-nahmen Bonus hatte, und an. H27. zu Brügge in der kircheSt. Donatiani umgebracht worden.

* Gautier von Coventre oder Coventry , von einer stadt diesesnahmens in Engelland also genennet, floriere in dem i*.jiahrhunderr, ungefehr »man. 1226. Er war ein Mönch ausdem Benedictiner-orden , und hak eine chronick über die Bri-tannischen geschichte verfertigt, wie auch eine andere über dieAngel - Sächsische fachen, und endlich Annales Anglic. nebstandern geringern historischen wercken. Vid. Baiaum & pafium,de script. Angl. Simlerum , biblioth. Geiner. Voßium, de Hist .Lat. lib. II. c. ;8-

In dem nemlichen s®culo florirten auch, Gautier, ein Mino-riter - Mönch, Bischofs von Poitiers (welcher eine LummamTheologicam über das buch des Magistri sententiarum undConstitutiones synodales von an. 1280. und 1284. geschrieben)ferner Gautier Cornu,Bischoffzu Paris, und Gautter d'Exe-ter, ein Prediger-Mönch, welcher das leben Guidonis Grafenvon Warwich aufgesetzet hat. Ungefehr an. 1301. und endlichGautter Mapes, ein Engelländifcher Archidiaconus zu Ox­ ford . Du Pin , bibl. des aut. eccl. du XIII. siede &c.

* Gautier von Winterburn, ein Engelländer und Cardinal,von Salisbury gebürtig. Er liebte, von seiner jüngsten jugendan die Ticht-kunst und die freyen künste; da er sich aber nachder Hand in den Dominicaner-orden begeben, änderte er seineNeigung, und wiedmete seinen gantzen fleiß der Theologieallein, und wurde so geschickt darinn, daß Edward I. ihnzu seinem Beicht - vatter angenommen. An. 1290. erwehltenihn seine Ocdcns-brüder zum Provincialen in seinem orden indem gantzen Königreiche; seit dem machte ihn der Papst Be-nedictus XI. in dem mertz an. 1304. zum Cardinal. NachBenedicti tode fand Gautier sich bey der erwehlung ClementisV. und da er wieder nach Franckreich kehren wollte, um derPäpstlichen crönung beyzuwohnen, welche zu Lyon vorgenom-men worden, starb er aufder reise zu Genua den 2;. sept. an.i*o<;. Sein leichnarn ward nach der Hand gen Londen gebracht.Übrigens hat dieser Cardinal verschiedenes geschrieben , als.z. e.Summam Theologiae; Quaestiones Theologicas; Exhortatio-nem ad Clerum Angliae &c. Onupbrius. Sixtus Senenßs.Themas Walßngbam. S. Antonin. Echard , icript. ord. Praed.tom. I.

* Gautier von Disse, ein Carmeliter - Mönch, von Disse,einem dorfe in der Grafschafft Norfolk, gebürtig, eines gemei-nen bauren söhn; da er eine tust zu den wissenschafften bey sichfühlcte, begab er sich in das Carmeliter-kloster zu Norwich ,und nahm den orden an. Zu seiner zeit ward er aufder Uni-versität zu Cambridge zum Doctor creirt, und kam nach Paris ,von dannen er eine reife nach Rom that, und sich viele freundedaselbst machete; seine bekanntschafften führeten ihn zu den Päp-sten selbst, und machten, daß er von Urbano VI. und Bonifacio IX. in verschiedenen wichtigen Legationen gebraucht wurde.Neben dem wurde er für einen treflichen Prediger gehalten, undverfertigte verschiedene wercke,predigten, Gommentarios über denMagistrum sententiarum , einen tractat von dem schisinate derWiclefiten rc. Man sagt, er sey an. 1404. gestorben. Tüthemius ,de script. eccl. Lucii bibl. Carm. Alegre , in paradiso Carmel.Pitßus, de script. Angl. Sixtus Senenßs. Baiaus, &c.

Gautiers, lat. Gualterani. Diesen nahmen gab man gewe-sen in der Normandie zusammen rottirten bauren, welche demKönige von Franckreich, Henrico III. eine weile ziemlich viel zuschaffen machten. Man nennete sie also, weil ihre empörungsich an. 1587. in einem flecken, welcher Chapelle-Gautier hieß,durch Veranlassung einer frau, der man gewalt angethan, ange-fangen hatte. Zuerst griffen nur an dem jetztgedachten orte undin den nächstgelegenen dörfern, endlich aber nach deren erempelin der gantzen umliegenden gegend die einwohner zu den Waffen,und zwar mit dem Vorsatz, sich von den drangfalen, so sie beydesvon den kriegö-leuthen, und von den einnehmern der Königli-chen gefälle ausstehen musten, mit gewalt zu befreyen. Ihrerwaren zum wenigsten 16000. mann , welche auf ein zeichen , sosie mit der sturm-glockc gaben, einander zu hülffe kamen. Ihrevornehmsten örter waren Bernay, Vimoutier und la Chapelle.Anfänglich hatten sie keine andere Oberhäupter, als ihre Pfarr-herren, und die ansehnlichsten aus ihren gemeinen, welche mitZuziehung etlicher alten soldaten ihnen die kriegs-exercitia wie,sen, ingleichen wie man sich verschantzen und andere gute an-stalten wider einen feind machen mufte. Hernach aber liessensie zu ihrem ungluck geschehen, daß etliche vom Adel sich zuihren Hauptleuthew auswarfen, welche sie allgemach difponir-1 m, daß sie sich zu den Ligtsten schlugen, und an. 1589. im

damals sooo. mann starck waren, nut seinen weit schwäLtrouppen entgegen, fand zwar anfangs tapfern SSdrung aber doch endlich durch, und brachte sie in die «2Hierauf entstund em grausames metzeln unter ihnen, und,uden Dörfern Plerresite und Villers wurden deren beyverbrannt, theils aber mit dem schwerdt oder mit schieß äewekrgetodtet. In dem dorfCommeaux ergaben sich i 2 ^a f Leretion, und nebst denselben 2?. Edelleuthe. Die letztern mustnsich ranzwmren, die andern aber wurden nach ihren hL »zurück geschickt, bis auf ,00. welche der Hertzog als fchantz-ara-der bey sich behielt. Darauf marschirte dieser wider?i?obgedachte Haupt-orter der Gautiers, nemlich la Chavelle.Vimoutier und Bernay; da denn diejenigen, so sich darinnenbefanden, nach einer schlechten gegenwehr, entweder aetödiekoder zerstreuet, oder mit einem eyde angehalten wurden, dWaffen niederzulegen, und ihrem Hauswesen ins künftiqe abiu.warten. Auf diese, art blieb von dieser faetion, welche nochgrosse Unordnung hatte verursachen können, fast nicht das avrmgste merckmahl mehr übrig. Thua». hist. üb. XCV. Mniray, hist. de France tom. III. p. 776,

Gautruche, ( Petrus ) gebohren zu Orleans an. 16°-trat an. 1624. in den Jesuiter - orden, welchem er <7 jabrlang eiferig gebienet hat. Sein bestes werck ist die HistoirePoetique. Er hat sich in die controversien gcmischet, und den-noch wenig rühm durch die schriften dieser art erworben Erstarb zu Caen den xo. may iösr. feines alters 79. jähr, nach-dem er über ;o. jähr lang die Philosophie, Theologie und bstMalhematic in besagter stadt gelehret hatte. Huetius faqt vonihm, er sey zu den schul-bedienringen so vollkommen tüchtig ge, twesen, daß er sonst keine andere tüchtigkeit mehr gehabt habe. '

Suppl. de Paris .

Gauverus, (Johannes) ein Carmelit aus Teutschland, lebteum das jähr 1440. Er hat über Thomä de Aquino SenteniM.über den Lxodurn und Loncordantiam Fvangeliorum geschrie-ben. Trithemius , de script. eccl. Lucii bibl. Carmelit.

* (Bay«, (Ludvvicus von) Herr zu Treville , Hauptmannbey dem regiment von Champagne, hat einige wercke überkriegs-fachen geschrieben. An. 1677. ließ er eines ausgehen,so er I'Art de la Guerre genennet , und an. 1692. zu Paris wieder aufgelegt worden; weiter hat man folgende tractate vonihm. 1.) Traite des Armes, des Machines de Guerre, de»Enseignes&c. 2.) Les (Deremonies nuptiales de toutes les Na-tions. ;.) Histoire Genealogique & Chronologique des Dau-phins du Viennois. 4.) Les 8- Barons ou Fieses de lAbbayede Saint Corneil de Compiegne &c. Bibliotheque du Ricbtiet,de an. 1728.

*Gayant, (Ludov.) ein berühmter, ja vielleicht der besteAnatomicus seiner zeit, war von Clermont in der Picardie gebür-tig. Er ward an. 1666. in die Academie der wissenschafften aus-genommen , und verrichtete seine öffentliche zergliederungen mitungemeinem lob und zulauf. Der berühmte Pecquet hat ihmzum theil die entdeckung des ductiis thoracici zu dancken. DerKönig ernannte ihn zum Lhirurgo seiner armem, wie er dannauch in diesem amte den 19. oct. an. 167;. zu Mastricht verstor-ben ist. Sein söhn, ein Dr. Medicin®, ist Königlicher Leib»

Aktzt. Supplement de Paris .

Gaylan, ein Mohrischer Capitain, ließ an den kovseinesPortugiesen, den er in einer fchlacht gefangen, einen köpf einesverstorbenen veste machen, mit dem bedeuten, daß er solchen solange tragen sollte, bis er durch die seinigen würde ranzionirtseyn; die seinigen aber halfen ihm aus diesem elenden zustande,so bald sie es erfahren. De Menezes , hist. de Portugal .

* Gayling , (Johann ) erster Evangelischer Prediger imHertzogthumWürtemberg, aus dem darinn liegenden marckt-flecken Jlsfeld gebürtig. Er studirte anfangs zu Erfurt , hernachzu Wittenberg , allwo er schon an. 1518. mit Luthers bekanntworden, laut einem von diesem an ihn geschriebenen briefe.Um das jähr 1520. ist er wieder in sein vatterland zurück ge-kommen , und hat die Lutherische lehre zu predigen angefan-gen. Als nun dieses ausgekommen, wurde ihm von der da-maligen Königlichen regierung in Würtemberg nicht nur einstillschweigen auferlegt, sondern auch unter bcdrohungschangs das land zu räumen befohlen. Hierauf wurde er erst.lich von dem vertriebenen Hertzog Ulrich, welcher sich damalszu Solothurn in der Schweiß aufhielte, als Hof-Prediger,und da sich derselbe zu Landgraf Philipp in Hessen begab,von dem Churfürsten Ludwig nach Heidelberg , folgends, nachverfliessung einiger jähre, von Marggrafen GeorgJog Anfpachberuffen. Indessen ist er an. 1525. nebst andern SchwabuchcaTheologis, bey der Verfertigung des sogenannten 8yngramma-tis Suevici zu Schwäbisch - Hall gewesen. Von Anivachkamer nach Feuchtwangen , und predigte eine zeitlang daselbst.Nach diesem gieng er wieder in sein vatterland zurück, undstund der kirche zu Weinsperq 17. jähr vor, worauf er wegendes Interims, welches er nicht annehmen wollte, adcrma»aus dem lande vertreeben worden, und nach Lowenstcm ge-wichen ist. Hertzog Christoph berief ihn aber bald wieker,und machte ihn anfänglich zum Stadt-Pfarrer zu Bellsiun »