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gay g a z
hernach an. 155s. zn Grossen-Bottwar, allwo er an. r?;y. den27. ftbr. geworben. Fischlini memor. Theol. Würtemb. IT»0-ftrs vermischte Würtembergische observationen.
Gaymann, eine Freyhcrrliche familie in Ober-Oesterreich,welche die güther Gallspach und Trateneck besitzet. Conrad be-schenckte an. 1209. das berühmte kloster St. Florian» mit rei-chen stsslungen. Heinrich hatte schon an. 1300. das schloß Gall spach in besitz, und dessen nachkommen sollen auch die Herr-schafft Roßitz in Unter-Oesterreich erhalten MbcNT^Ivynnnwar an. i?oz. Oder-Comtur des St. Jörgen - ordens zuMühlstadt . Kanser Maxiinilianus machte ihn nachgehends zumReichs- Fürsten und Groß-Hochineister des gedachten ordens,war ihm auch so gewogen, daß er ihn zum Execuwre seinesan. 1519. verfertigten testaments zuerst »nit ernannte. JohannPaul starb an. 164z.; dessen ältester söhn gleiches nahmenshat Johann Ernst und Johann Paul gczcuget. Spe». hüt. in-fjgn. Bucetiv. stemmat. P. III. Wurmbrand, collect. bist. gen.
Gaza , (Theodorus von') ein gelehrter Griech, »var zu Thes-salvnich gebohren, und begab sich in Italien , als die stadt Con-stantinopel von den Türcken erobert »vurde. Der Cardinal Bessarion nahm sich seiner an, ui»d brachte ihin ein geistlich Be-neficium in Calabrien zuwege. Er erlernte in gar kurtzer zeitdie Lateinische spräche, »vurde auch darinnen eben so »vohlgeübet, als in der Griechischen. Er hat verschiedene büchergeschrieben, und als er deren eins Sixto IV. offerirte, in Hoff-nung, ein grosses präsent davon zu tragen, solches aber nichtalso beschaffen fand, »vie er meynte, »varf er es aus Verdruß indie Tiber , und sagte im zorn, daß es ihm viel erträglicher >vä-re in seiner einöde in Calabrien zu bleiben, als nach Rom zukommen, woselbst den fettesten eseln auch das beste futter nichtanstünde. Er starb an. 1478. in dein gasten jähre seines al-ters. Er hat aus dem Griechischen in das Lateinische übersetztAristotelis Historiam Animalium; Theophrastum de Plands ;Hippocratis Aphorisinos ; in das Griechische übersetzte er Ciceironem de Senectute. Jovtus } elog. c. r6. Vojjius. Leo Aüatius.Spomianus.
Gaza , anjxtzo Gazeragenannt, eine stadt iin gelobten lan-de, im stamme Juda. Die »var sonst eine von den Herr-schaften der Philister, die von Juda erobert, von den Philisternaber nach Jephtä tode »viederum »veggenommen wurde. Sim-son trug die thore dieser stadt hinweg, wurde aber hernach, daihm die Philister seine äugen ausgestochen, dahin gebracht.Alexander M. nahm diesen ort ein, und nach ihm Judas Mac-cabäus. Die Heyden haben den Christen darinnen, auch zuden zeiten der Christlichen Kayser, grossen tort gethan, und ihrgötze, genannt Marnas , »var einer der berühmtesten in gantzOrient, ist aber von dem dasigen Bischoff Porphyrio zu denzciten Kaysers Arcadii an. 401. zerstöret »vordem Anietzo ge-höret sie einem absonderlichen Fürsten, der sie von dem Türki-schen Kanser zu lehen besitzet. Sie ist z»var klein, aber nochbis auf diesen tag eine in gantzem Palästina am besten bewohn-te siadt, ungeachtet sie von den Christen zu Zeiten der in demheiligen lande geführte» kriege öfters geplündert und zerstö-ret »vorden. Constantinus erzeigte sich gegen diesen ort so cznä-dig, daß er ihn wieder aufbauen, und mit einem Bischoffli-chen sitze zieren ließ. Die besten gebäude darinnen sind von un-ausgearbeiteten steinen gemacht, inwendig ge»völbet, und obengantz platt und eben; kein einiges ist sonderlich zierlich oderbequem gebauet, »vielvol verschiedene merckmahle vorhanden,baß der ort vor zeiten ein weit besser ansehen müsse gehabt ha-ben , gestalten unterschiedene schlechte dächer von schönen mar-mornen Pfeilern unterstützet werden, deren einige gantz schlecht,und andere künstlich aufgehauen sind. Noch andere aber sindin stücken zerbrochen , und dienen fast einer jeglichen bettel-hülte zur thür-sch»vellen. Die Cophtische Christen haben einekirche an diesen» orte, gleichwie auch die Griechen. Ausserhalbder stadt »ü»d unterschiedene schöne mit marmor ausgezierte Mo-scheen. Das castcll, welches die stadt beschützet, hat 4. thür-me auf jedweder ecke, und wird darinnen gute ordre gehal-ten. Nahe bey dem castell ist das Seraglio, oder das ziminerfür des Bassä weiber. judic. xvi. 1. Maccab. xi. & xm.Strabo, lib. XVI. Curtius, lib. IV. c. 6 . Seldenus , de Diis Sy-ris c. 1. synt· 2. p. 215. Ceüarii not. orb. ant. lib. III. c. iz.
Gaze 1 (Wilhelmus) Canonicus von Aire, und Prediger'der kirche St. Magdalenä zu Arras in seinem vattcrlande. Erhat verschiedenes in Französischer spräche geschrieben, als His-toire Eccltiiialtique du Pnls-bas; la Bibliotheque sacree desSaints, &c. Er starb zu Arras den 24. aug. an. l6or. im 58.jähre seines alters, und hat bruders-kinder hinterlassen,die sich alle durch schriften bekannt gemacht. Valerius Andreas ,bibliotheca Belgica.
Gazee, oder Gazey, (Ward, Angelin und Nicolaus) wa-ren brüder von einem gute» ehrlichen geschlechte aus derGrasschasst Artois. Der älteste, nahmens Allardus, »var einBenedicilner von kleiner statur , und sehr schwacher coinple-xion, von grossem nachsinnen und der Theologie mystic« er-geben , weshalden er auch Caßiani »verck sehr hoch hielte, undeinen Lommentarium darüber schrieb , welcher bey den Ge-lehrten apvrodation findet. So sch»vach als »eine leibes-con-stitulion war, so unterließ er doch nicht mit grossem e»fer dasseinige zu thun, bis er endlich im 00. jähre seines alters verstarb.
Histor. Lexicon 1 LL Theil.
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Angelin wurde im 17. jähre seines alters ein Jestnt, machte sichnnter selbigen durch seine Poemata, deren er verschiedene, zu-mal in geistlichen fachen, geschrieben, am meisten bekannt,bis er endlich an. iszo. in dem Jesuiter-Lollegio zu Lüttich ,in »velchein er Prsfectus der (lassen »var, verstarb. Nicolaus,der jüngste, gieng sehr jung unter die Franciscaner, bey wel-chen er sich durch seine predigten in gutes ansehen brachte. Erhat allerhand geistliche schriften edirt, und ist zu Lüttich ge-storben, woselbst er »venige zeit vor seinem bruder die Theologielehrte. Andreas , bibl. Belg.
Gazelle, Gouverneur von Syrien , war zuvor Fürst vonAvamea, und Landes-Hauptmann über den strich des landesum den berg Aman. Er, hielt es mit dem Sultan von Egy-pten, und wandte allen möglichen fleiß an, sich dem fernerneindruche der Türcken zu widersetzen. Als er aber sahe, daßTomumbay den Sultan in Egypten in verschiedenen schlach-ten überwunden, und daß er nichts ferners zu verhoffen, un-terwarf er sich dem siegenden Türckischen Kayser, welcher ihnzum Gouverneur in Syrien machte. Nach dem tode diesesTürckischen Kaysers revoltirte Gazelle, willens die Mammelu-cken »vieder empor zu bringen, bat auch zu dem ende denCayerbey, Gouverneur von Egypten, ihm beyzustehen; die-ser aber, an statt sein erbieten anzunehmen, ließ seine Gesand-ten hinrichten. Diesem ungeachtet ließ Gazelle den muthnicht sincken, lieferte mit den »venigen trouppen, die er zusam-men brachte, dem Bassa Farata ohnfern Damascus eineschlacht, und kam darinnen nach tapferer gegenwehr u»n sein
leben. Tbeatrum tragicum Regum, Principum, &c.
* Gazola, eine kleine stadt des Königreichs Fez, in derBarbarey , auf der küste der provintz Hea, neben dem einffussedes siuffes Tefethna, gegen mittag. Man hält dafür, diesesGazola sey das alte Tamusiga, eine kleine stadt ehedessen inMauritania Tingitana gelegen. Baudrand.
* Gazola, (Josephus) ein Aedieus, gebohren ;»» Verona an. 1661. legte Fch zu Padua neben der Medicin insonderheitauf die physicalische und mathematische »vissenschafften, undnahm allda an. i68Z. den gradum eines Magistri und Me-dicinas Doctoris an. Nach seiner »viederkunft zu Verona an.1686. stiftete er dte Academie degli Aletofili , deren vornehm-ste absicht ist, die Natur-lehre durch allerhand expenmentaund mathematische anmerckungen in bessere aufnähme zu brin-gen, und begleitete nicht lange darauf den Venetian^'chen Ab-gesandten, Jo. de Pesaro, nach Madrid , da er denn bey seinemdreyjährigen aufenthalt viele sonderbare euren verrichtete, undzugleich seine Entusialmos Medicos , Politicos y Astronomicosschrieb, vor deren zuschrift ihm die Königin Maria Anna nichtallein ein ansehnliches geschencke an diamanten verehrte, sondernauch verschaffte, daß er an. 1692. mit dem titul eines Leib-Medici von dem Kayser Leopoldo beehret wurde. Nach dichembesähe er auf seiner rückreise auch Franckreich, Genua , Tosta-na, ingleichen den Kirchen-Staat und Neapolis, und kaman. 1697. wieder nach Hause, da er seine ptaxin fortsetzte,und endlich den 14. ftbr. an. 1715. mit tode abgieng. Atissevdem obgedachten tractat hat man auch von ih»n : Ongine ,
Prescrvativo, e Rimedio del corrente Contagio pestilenzialedel Bue ; und il Mondo ingannato da fälst Medici ; Welchesletzte se»n bruder I. Baptist« Gazola, Advocat und Cammer-Fiftal zu Verona , nach seinem tode ans licht gestellet. Giomaiede Letterati d’ltaiia , tom. XXVII.
* Gazothus, (Augustinus ) war zu Trag», in Dalmatien aus einer ansehnlichen familie, welche noch heutiges tages un-ter dem »ahmen Caßiotha floriret, ums jähr 1260. gebohren.Er trat ziemlich jung in den Dominicaner-orden , studirte nach-aehends an. 1286. »vie Pius am glaubwürdigsten erzehlet, zuParis , und erivarb sich eine grosse geschicklichkeit im predigen,die er nach der,zeil in Italien und Sicilien öfters sehen las-sen. Weil er über diefts in staats-sachen nützlich zu gebrau-chen , nahm ihn der Cardinal von Trevigi, Nicolaus, welchenBonifacius VIII . als Eegatum a Latere nach Ungarn schickte,um die rechte des Caroli Roberti zur küliftigen Cron-folge zubesorgen, mit sich dahin, und machte ihn nach seiner erhebungauf den Päpstlichen stuhl, da er den nahinen Bcnedictus XEangenommen, an. 1504. zum Bischoff von Zagrab in Ungarn .Als hierauf der Cardinal Gentilis als Legat von Cleme»»te V.nach Ungarn kam, und die succeßions-affaire vollends zu ständebringen sollte, bediente er sich des Gazothi ebenfalls mit groftsem nutzen, dergestalt, da») ermeldter Carolns Robertus vonden Ungar» durch cinmüthigen schluß vor ihren König erkanntwurde. Nachdem also der endziveck solcherLegation nach wünscherhalten, begleitete Gazothus den Cardinal nach Vicnne aufsConcilium , und kehrte zwar nachgehends in sein Bißthum zu-rück , »vurde aber, »veil er dessen rechte zu vertheidigen suchte,und einige Grosse dadurch vor den köpf stieß, a»,f anhalten desKönigs von dar »veg, u»»d an. 1,17. von Johanne XXII.nach Luceria de' Pagani versetzt, wo er nach sechsjähriger löb-licher adininistration den z.aug. an. 132;. sein leben beschloß.Es hat selbiges der Bischoff Tomcus beschrieben, und Sig.Ferrarius in hist. prov. Hungar. dem druck mit überlassen.Ob aber die darinnen angeführte ziven otationes , deren ei-ne Gazothus bey dem antritt seines Bißthuins, die andereauf öffentlichem selbe zu den venaminletcn Ungarischen Rcichs-Stäl»ben an der Donau , wegen anuehmung des Caroli Ro-
N n n 2 berti,
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