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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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berti, gehalten hat, mit dem concept übereinstimme, oder ander verlohrnen stelle andere substituiret worden, bleibet zu wei-terer Untersuchung ausgesetzt. Ecbard , bibl. Domin. tom. I.

p.

Oazzuolo > eine in dem Hertzogthum Mantua , an dem flußSeriola la Pubega, gelegener ort. Die Spanier haben ihnehemals fortificirt; allein an. 1690. hat ihn der Hertzog vonMantua , Carolus IV. vermöge gewisser tractaten, aller vestungs-wcrcker wieder berauben lassen. Schaupl. des kriegs inItal.p. 50;.

Geannabius, oder, wie ihn andere schreiben, Al Iannabi,war ein berühmter Arabischer Historie»« , welcher in dem XVI.Leoulo florirt hat. Sein eigentlicher nähme, mit welchem seingefchlecht nach gebrauch der Araber zu erkennen gegeben wird,heißt: Abu Mochammed Mostapha , Ebnol Sajed, Chasan ,Alchosaini, Albaschemi, Alcoraschi; er wird aber gemeiniglichmit dem titul Algeannabi belegt,und also von den Gelehrten an-gezogen,weil vermuthlich er oder seine vor-eltern aus Geannabagebürtig waren , welches ein städtlein in Persien nicht weit vonSchinis und Schires, an einem meer-busen gelegen war, undvon Caramita, einem daselbst gebohrnen, und deswegen aufgleiche weise genannten Geannabi zerstöret worden. Er hat einhistorisches werck bis auf st. Heg. 997- d. i. st. C. 1989. gesühret,darum er auch vermeldet , wie er st. Heg. 96;. oder st. C. i$?6.eine wallfahrt nach Mecca und Medina zu dem grabe Maho-mcts verrichtet habe; viel Gelehrte haben sich dieser arbeit mitnutzen bedienet, wie dann daraus auch deutlich wider die MeistenHistorieos erwiesen worden, daß Abulfeda st. Heg. 710. undnicht an. 7;6. zum Fürsten von Hama gemacht worden, undseine regierung bis zu ende seines lebens, so st. Heg. 7;;. erfol-get, über 22. zahr gewähret habe, nicht aber nur;. jähr, wieauch droben nach anleitung vieler scribenten in dem artickulAbelpheda fälschlich ist vermeldet worden. Pocock. in Abulfär.Golius , in Alfragan. Prideaux, Life of Mahom. J. Gagnier,pr*f. in Abulf. histor. *

Geber, ist einer von denberühmtesten Chymicis, welcher,wie einige wollen, ioo. jähr nach dem Mahomet, und also zuende des VII. steouli gelebet. Er war von geburt und religionein Grieche. Man sagt, er habe die Christliche religion verlastsen , um die Türckische anzunehmen, andere aber sagen , ersey zu S-wilien in Spanien von Arabischen eitern gebohrenworden. Leo stfrieanns , ( wo er von den Lbymicis, die ingrosser anzahl sich in der stadt Fez befinden, handelt ,) saget,daß er vor den vornehmsten unter ihnen gehalten, und gleich-sam von ihm eine besondere secte gemacht werde. Einige wol-len ihn auch zum erfinder der Algebra machen. Er hat in Ara-bischer spräche geschrieben , und ist , wie es der Chymicorumstylus mit sich dringet, voller allegorien. Cardanus , de subtilst.Linden, bibl. Med. Vojßus , de Mathem. c. ) Borrich. con-spectu Chym. §. 18.

* Gebericus, oder Geberich, ein König der Gothen, Ara-rici ober Aorici Nachfolger, an der zahl der dreißigste, war auseiner der ältesten und angesehensten Gothischen familien entspros-sen. Sein vatter hieß Hildericus, sein groß-vatker Ovida, undsein urälter-vatter Cnivida. Er hielt den frieden, so fein vattermit den Römern gemacht, beständig; führte aber mit dem Kö-nige der Vandalen, Visumaro, blutige kriege, und schlug ihnendlich in einem treffen aufs Haupt, durch welche Niederlage ersoll anlas gegeben haben, daß sich die Vandalen mit des Kayserserlaubnis nach Pannonien gewendet. Jo. Magnus , bist. Goth.Sueon. VI. 21. Jemandes, Getic. 22. Pott BMINUS TeutscheReichs-Historie, k. II. üb. III. §. 6.p. 6)8. Masco», geschichteder Teutschen VI. 28.

* Gebhardi, (Brandanus Henricus ) ein Lutherischer Theo-logus, war zu Braunschweig , woselbst sein vatter AndreasPrediger gewesen, den 16. nov. an. 1657. gebohren. Nachdemer in seinem 9. iahre eine grosse lebens-gefahr, da ihn nemlichein betrunckener baner mit dem pferde überjaget, und beson-ders an dem köpf sehr übel zugerichtet, glücklich überstanden;legte er sich mit besondern eifer auf die studien, und begabsich an. 1676. auf die Universität zu Jena , da er denn vorandern Velthemium und Bechmannum gehöret, drey jähredarauf aber nach Hamburg , woselbst er des berühmten Hol-steinischen Cantzlers I. A. Kielmann von Kielmannseck söhnein Hnmanioribus zu unterrichten bekam, und sich hiernächstbey dem gelehrten Esra Edzardi noch ferner in den Orientali­ schen sprachen übte. Hierauf wurde er an. 1686. krof. Ging».Orient, zu Greyphswalde, und nahm deswegen an. 1689.den titul eines Magistri Philofophi* an, bekam auch ferner an.1701. eine extraord. und an. 1702, eine ordinariam Profef-sionem Theolog!*, da er denn sogleich hernach Doctor, an.170$. aber des Königlichen Consistorii Assessor, und endlichnach Joh. Friderici Meyeri absterben auch General-Superin-tendent in Pommern und Rügen wurde ; wiewol er dieses letz-te amt nur so lange bekleidet, als die gedachten länder unterKöniglicher Dänischer herrschafft gestanden. Er starb den i.dcc. dn.^729. im 7). jähre seines alters, und hinterließ ei-nen schonen Lommentarium oder einleitung in die 12. kleinenPropheten ; Vindicias 100. locorum N. T.' contra Rabbi lsaacB n Abraham; Commentarium in Zephaniam contra stbar-banelem &c. Comment, in Epistolam Jud* ; Usum Cabal* in

h P ^ Plta Oenefeo« ; Vindicias quorundam loconimHebr*i Textus contra Paulum Pezronium; Vindicias quom?dam locorum Paust a Peterfenio adRegnum millen. trasto,philologischen dissertalionen, wovonanchunterschledliche wegen ihrer vortreflichkeit in Holland wiederaufgeleget worden, Sein leben ist bey der vvrbemeldten einletztung m die 12. klemm Propheten cd.. 17)7. anzutreffen

«nd Ertz-Bischoff von Coln, warGrasWliyeim Truchsessen von Waldpurg söhn, von Johan-na .Gräfin von Furstenberg. Er wurde, nachdem der Cbu -fürst <salentrnus von Coln freywillig abgedanckt, an. 107dessen stelle erwehlet. Allein er verliebte sich in eine schönGräfin von Mannsfeld,nahmens Agnes, und vermählte sich mitihr an. 15 82. in geheim , gieng auch damit um , wie er die lu-therische religion in dem Ertz-Strft Cöln einführen möchte, weiler durch der Lutheraner Vermittelung das Ertz-Stift zu behal-ten gedachte ; das Capitul aber brachte es bey dem PäpstlichenHofe dahin, daß er abgesetzt, und an dessen stelle Printz Ernstaus Bayern welcher bereits Bischvff zu Freysingen, Hildes­ heim und Luttich war, postulirt wurde. Ob er nun wol durchVermittelung Pfaltzgraf Joh. Casimirs sich zu mainteniren ge-dachte, Bonn nebst andern vestungen wohl besetzt hielte, auch

seine Vermählung zu Bonn solennster vollzog, wurde er dochdurch hulffe der Spanier und Bayern genöthiget, sein Chur -furstenthum zu verlassen, zumal da Bonn an. 1584. durch em-porung der besatzuna, welche so gar ihren Commendanten, desGedhardi bruder, Carln Truchsessen samt übrigen vornehmstenBefehlshabern gefangen genommen, in des feinds Hände ge.liefert ward, und seine übrige trouppen unter den Grafen mHohenlohe und Neüenar gleich darauf bey Burg an der Mgäntzlich geschlagen und zerstreuet wurden. Er verfügte sichhierauf mit seiner gemahlin in Holland , allwo er endlich an.1Ü01. ohne erben verstarb. Man sagt, daß ihm, da er nochCanonicus zu Cöln gewesen, und den der Ertz-Hertzogin Annavon Oesterreich zu Antwerpen gesetzten triumph-bogen genaubetrachtet, das Chur-Cölnische wapen davon auf seinen Hutgefallen sey, welches er vor eine Vorbedeutung seiner künftigenChurfürstlichen würde ausgeleget. Man giebt auch vor, daßseiner gemahlin Agnes prophezeyet worden, sie würde ihren ge-mahl um land und leuthe bringen. Mich. ah ißit , de belt»Colon. & in bist. sui temp. Tkuanus, lib. LXXVI. Mersm ,de Archiep. Colon. Bro-weri arm. Trev. lib. XXII. Psamtertbist. pac. Westphal. p. 11. Beckendorf. bist. Luther. Strada. *

Oebhardus, Ertz-Bischoff zu Saltzburg, an. 1060. warein gebohrner Graf von Helffenstein, und hielt es bey den da.maligen streitigkeiten , zwischen dem Kayser und dem Papst, mitdiesem letztem , erhielte auch wegen seines eifers an. 1062. vonAlexandro II. den titul eines Legat! nati Sedis Apostolic*, derhernach bey allen seinen Nachfolgern geblieben. Er stiftete an.107;. das Bißthum Gurck, war ein grosser eiferer wider dirPriester-ehe, und baute wider den Kaystr drey veste schlösset zuSaltzburg, Friesach und Werffen, wurde aber von dem KayserHenrico lV. an. 1078. verjagt, und an seine stelle Bertholdus,eln Graf von Moßburg, gesetzt, der sich auch 9. jähr dabey erhal.ten hat. Nachdem aber der Lertzog Welph in Bayern die was.fen wider den Kayser ergriffen, 'wurde GebharduS an. i°8?.wieder eingesetzt; er starb aber gleich im folgenden jähre. Metz.ger. bist. Salisb. lib. III. c. 27. scqq. Dückers Saltzd. ehren,p. 88. Staat von Saltzburg, p. 80.

Gebhardus, (Janus) Professor der Historie und Griechi.scheu spräche zu Gröningen , ward zu Schwartzhorn, einem städt-lein in der Ober-Pfaltz, allwo sein vatter Prediger war, den 8.febr. an. 1592. gebohren. An. 1605. wurde er in das P*dago.gium nach Heidelberg gethan, und daselbst an. 1612. unter dieAlumnos Collegii Sapienti* aufgenommen. AIs aber Heidel­ berg von den Spanischen soldaten viel leiden musie, retiririe ersich nebst andern nach Marpurg, wurde von dar an den Land-grafen zz> Cassel recommendirt, welcher ihm in dem CollegioNobilitatis die vornehmste stelle Latin* Lingu* gab. Indem ersich aber allda nicht sicher genug zu seyn dünckte, wandle er sichnach Bückeburg , und hielt sich bey Melchiore Goldasto, dama,liqem Holstein-Schauenburgischen Rath, auf. An. 1622. wand-te er sich nach Rostock , weiser aber kein geld von haus erhaltenkonnte, nahm er bey dem Mecklenburgischen Hof-Rath zu Gu-strau, Ottone Preen, condition an, und informirte bessenIohn2. jähr. An. 1625. wurde er von dem berühmten Johann Lcyr-te nach Upsal zu einer Profession berliffen, kam aber daselbst alsein ausländer und fremder religivns-verwandter in keine bestach-tung, welches ihn veranlaßte, nach Holland zu gehm. Well esihm aber auch daselbst nicht glücken wollte, kehrte er zurück nachRostock , und las daselbst privatim , bis er an. 1627. zum mo-fessore Eloquenti* ernennet, und von dem Hertzoge JohanneAlberto confirmirt wurde; wiewol man ihn nichts destowenigecwegen der religion wieder verwarf. Hierauf wendete er sich deni2. may an.1628. nach Gröningen,allwo er endlich an Udvoni»Emmii stelle Professor der Historie und Griechischen spräche wur«de, aber bald hernach den ;. oct. an. 16)2. starb, e^eine schrit-ten sind : Crepundia in Catullum, Tibullum, Propertium ; anti*quarum Lectionum Libri duo ; Exilium, live duo Libn tat·minum; Oratio in Victoriam Gustav! Adolphi; Spicilegium mCorn. Nepotem. Vita Pros. Groning. Frehtri theatr. Wttten.

vit - PhiIos · 'St. Geb.