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Carolus Emanuel, Hertzoq von Savoym, gedachte die stadtGenf zu überrumpeln; d'AIdigny, sein General- Lieutenant disseit des gebürges und Gouverneur von Savoyen, brachteihn auf diese gedancken, und Bernoliere oder Brunaulien be-förderte selbige. Der erstere suchte 1200. mann aus, um seinbestem den i r. dec. an. 1602. auszuführen, brachte selbige andie stadt-mauren , ließ leitern von besonderer structur anlegen,und ?oo. bewafnete männer darauf steigen, welches morgensfrüh um 2. uhr geschahe. Bernoliere überfiel die schild-wache,nöthigte ihr die parole ab, brachte hernach selbige um, undstellete fich an deren platz, machte es auch mit dem, der dieronde hielte, also, ließ aber den jungen , welcher die laternetrug, aus unbedacht davon , welcher an dem Corps de gardeund in der stadt lermen machte, daß die bürgcr zusammen ka-men, die Sa'voyer verjagten, und deren gegen s°o. nieder-machten. Wie denn noch alle jähre deshalden ein banck-festehalten wird, so fie le jour de l’Escalade nennen, worbeh einesonders lieb gesungen wird, so die vornehmsten umständedieser begcbenhcit in sich hält. An. 1670. den 17. jan. desnacbts ist die brücke über die Rhone samt den daran gebau-ten Häusern meistens abgebrannt und viel Personen erbärmlicherweise um das leben gekommen. JacobuS Golhofredus hatdie Historie selbiger stadt beschrieben, woraus Jacob Spon vornemlich die seinige genommen. An. 1707. wurde hier den Lu-theranern der öffentliche gottesdienst verstattet. Casar, üb. VI.de B. G. Guicbenon , hiit. de Savoye. Hiltoires de Jac. Spon.$c Gregorio Leti . Simkr. üb. II. p. 642. edit. noviff. Plantin*
Genfer-see , wird von der stadt, so daran lieget, also qe,nennet. Sonsten heißt er auch der Lausanner-see, und aufLa-teinisch Lacus Lemanus . Von diesem see ist eine alte fabel ,daß die Rhone mitten hindurch fliesse, und fich doch mit demsee-wasser nicht vermische. Es ist selbiger sehr reich von fi-schen , zumal an forellen, davon einige von 50. Pfunden ge-funden werden, wie denn auch die fischerey eine von den vor-nehmsten einkünften des Staats ist. Im Winter, weil dersee nicht zufrieret, wird viel fcder-wildpret darauf geschossen.Der Hertzog von Savoyen hat an diesem see nur eine meilevon der stadt das fort Belle-Rive, welches doch wider den tra-ctat von St. Julien ist, in welchem der Hertzog versprochen,kein lager, vestung und qarnisvn zu halten, als zum wenigsten4. Meilen von Genf . Es hält selbiger sowol als die Berner ei-nige galeeren darauf. Wie dann in strafft des zwischen Savoyenund Bern an. i;ü4. zu Laufanne, wegen dem M's de Vaud ge-schlossenen Vertrags, eine durch die mitte dieses fers gezogene lt-nte die grentz-scheidung zwischen beyder partcyen territoriummachet. Die länge dieses wie ein halber mond sich herum krüm«wenden fces, ist von dem einfluß der Rhone bis zu deren aus-ßuß y. gute Teutsche meilen. Es liegen daran viel schöne städ-te, flecken und dörfer, als auf der Bernerischen feite nachGenf , Versoi dem König in Franckreich zuständig, Copet,Rolle, Morges, Lausanne , Lutry , Cuilly, Vevai, la Tour,Chillon , ViUeneuve; auf der Savoyifchen feite aber St. Gin-goult, Blonay , Evian, Ripaille, Thonon , Moire, Messe-rie, Hermance , Belle-Rive, rc. Bey Genf siehet man 2. ausdem see herfür ragende, oben etwas ausgeründetc felsen, wel-che man Pierre dieicon (Letra oder Ära Neptuni ) nennet, aufwelchen vor altem die Heydnifche Genfer dem abgott Neptunogeopfert haben, wie dann die fifcher an diesem ort mit ihrem ne-- tze eine priesterliche schlacht-axt (Securis'i und ein opfer-oder zer-leg-messer ( 8 ecespita) heraus gezogen haben. Sonst ist noch zumercken, daß die durchlauffende Rhone 4. kleine meilen vonGens, zwischen dem fort de 1 'Ecluse und Mont-Credo sich überdie höchsten felsen hinunter stürtzet, und ein stück wegs fast garunter die erde verlieret; dahero die passagirer, so auf der Rho ne von Genf nach Lyon wollen, sich zu Seissel unter dem was-ser-fall, wo dieser fluß gleichsam wieder gebohren wird, em-barquiren müssen. Certonis Geneva restituta. Spon , descript.de la ville de Geneve. *
* (Beng<x, (Girolamo) ein von Urbino gebürtiger und indem XVlflkculo berühmter mahler, hatte unter Petro Perugi-no gelernet, und sich zu Rom , Floren« und in andern Italiä-nischen städten vielen rühm erworben. Franciscus Maria, Her-tzog von Urbino , bediente sich seiner zu verschiedenen wercken, daer dann jewcilen erwiesen, daß er ein so verständiger baumei,ster als etn grosser mahler sey. Er starb an. 1 z z 1. in seinem 7 s.jähre, und hinterließ einen söhn mit nahmen Bartholomäus,wie auch einen tochtermann Joh. Baptist. Santo Marino, bey-de gute mahler. Vaj'ari, vies des Peintres. t'eibie*.
Gengenbach , eine kleine Reichs-stadt in der Mordenau ge,gen dem Rhein , eine meile über Offendurg an der Kintzing.An. i5;2. wurde der ort von den Schweden weggenommen.Das merckwürdigste darinn ist die Abtey und Benedicliner-klo-ster Gengenbach , in der Straßburgischen Diceces gelegen, des,sen Abt ein unmittelbarer Stand des Reichs und Schwäbischen Kreises ist; wie er denn die Reqenspurgische Reichs-adschiedevon an. i6i;. 1641. und 1654. unterschrleben. Einige wollen,PirminiuS , ein Bischoff von Straßdurg, habe an. 742. dasfioster erbauet, andere aber, daß um das jähr 740. ein mächti-ger Hertzog im Elsaß , nahmens Ruthard , den ersten gründgelegt, worauf an. 84?. Luitfried, Graf von Habfpurg, einmchrers gesetzet. Unter den Aedten hat einer Bertholdus an.«78. von dem Kayser Rudolph das privilcgium erlanget,
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daß kein Unterthan des klosters an ein hohes Reichs-Gericht ap-pelliren kan. Die Fürsten von Fürstenberg sind Schutz-Herrenüber das kloster, und Graf Wilhelm von Fürstenberg hat an.1546. in dem Schmalkaldischen kriege den Abt Friedrich vonKeppenbach deswegen gefangen gehalten , weil' derselbe auSseinem kloster ein Gollegüim weltlicher Canonicorum zu machenam Römischen Hofe angcfnchet hatte. Cmßm , ann. Suev. P.III. üb. IX. c. 20. Pfeffingtr , ad Vitriarium üb. I. tit. i;. Bu»celin. Germ. sacr. P. I.
* Genghiscan , der söhn emes CanS der Mogolen, Pisoucaenannt, ward zu Diloun im jähr der Hegira 549. und Chri«i,n?4. gebohren. Sein vatter ward von einem Chinesischen Könige weggenommen und entführet, und an eisen geschlagen.Endlich entwischte er aus der gefangenjchafft, starb aber balddarauf, mittlerweile er auf raache wider die Chinefer bedachtwar. Genghtscan war damals nur i z. jähr alt. Bald ent,spann sich eine fast allgemeine Verschwörung in dem Reichewider ihn, worinncn seine benachbarten und Unterthanen ein-gemischet waren, deswegen mnste er sich zu Avenk-Ungkhan demTartar-Chan fluchten, welcher ein Printz war aus dem Hauseoder stamme Kerit, und ein Christ soll gewesen seyn, undvielleicht derjenige, welchen man gemeiniglich den PriesterJohannem heisset. Genghiscan wurde anfangs sehr wohlempfangen, und war dem Avenk-Ungkhan, sowol in seinenkriegen, die er mit seinen nachbarn zu führen hatte, als auchwider den bruder Ungkhans seldsten, welchen er von dem throngestossen hatte, sehr nützlich. Er setzete also den Avenk-Ungkhanveste, und vermählte sich mit seiner tochter Oisungin. Dessenohngeachtet obschon Ungkhan ihm so verpflichtet war, suchteer doch Genghiscans verderben. Genghiscan entflöhe aber die-sen Nachstellungen, und da Avmk-Ungkhan ihn verfolgete, undzu dem ende auch seinen söhn mit einer zweyten armee dem Gen.ghiscan nachfchickete, wendete sich der fliehende mit seinem volck,und schlug beyde auf das Haupt. Die geschlagenen flohen zuTabanek, dem Könige der Tartarn, dieser aber ließ Avenk,Ungkhan umbringen. Sein söhn Schocoun hat sich in das landCacshgar geflüchtet, und verlohr daselbst ebenfalls sein leben.Nach diesen geschichtcn sammelte sich Genghiscan eine starckearmee, hatte beständigen krieg bey 22. jähren, und stiftete sichein grosses Reich, und erhielte trefliche siege über die Mogo-len und Tartarn, von welchen er alle stämme sich unter-würfig machte. Er überwältigte auch die Printzen deS Cara-cathaifchen, und Muhammed genannt Khouarezm-Schab, denKönig über das Karismeische, das Transoxianistche, tas Kho-varemische und das Chvrasanische, dem er alle seine Reicheweggenommen, nachdem er ihn und seine söhne in verschiede-nen grossen schlachten überwunden, und endlich gar auf dasHaupt geschlagen hatte. Er machte sich auch Tangut unter-würfig , welches eine aufruhr wider ihn angesponnen hatte, undgriff nach der Hand China an. Endlich da er sich nun dasaüergröste Reich, so in der weit gewesen, aufgerichtet, starb erim jähr der Hegira 624. das ist, an. Christi 1226. und hinterließseinen söhn Octai zum Nachfolger in den Königreichen der Mo,golen und Zaqathay, von Transoxane, von Tulican, von Cho,rafan, von Persien und Indien . Bathou der söhn Giouqio,ihr ältester bruder, welcher vor feinem vatter gestorben, befaßdas land Alan , Rous und Bulgar, über dem Cafpischen mecr,folgete der tapferfeit seines groß-vattcrs, und eroberte verschie-dene provintzen. Seine Nachfolger gaben gewaltige Königeab, bis Tamerlan sich ihres Reiches bemächtigt, wie auch derFürstenthümmcr der kinder Ägathai. Mangöucan, der söhnTulican, und sein bruder Coblaican, bemächtigten sich deSlandes, so den Nachkömmlingen Octai gehöret, und bekriegtendie Chincser. Der letzte dieser zweyen wurde an. Christi 1280.zum Kayser in China ausgeruffen, und seit der zeit hat dieserstamm den Chinesern Kayser gegeben. Aber die ordnung in dernachfolge ward nicht mehr unter den Mogolen in acht genom-men , bann sie nahmen ihre Ober-Herren bald aus dem stam-me Octai, bald aus dem Coblaitischen, und auch zuweilen ausdem geschlechte Ortic-Bouga. Hulacu, der söhn Tust und brn-der Coblai, folgete seinem vatter in dem Königreiche Chorasanund Pesia, und nahm einen theil von Afien ein. Sein söhnAbacas , ein Christlicher Printz, folgte ihm: er ward aber vonseinem bruder Amede Nicoudor, welcher der Mahometani«schen religion zugethan gewesen, heimlich vergiftet, doch ge-noß Amede seines gottlosen srreichcs, welchen er an. irgo.an dem bruder ausgeübet, nicht lange; die Unterthanen empör-ten sich wider ihn, steckten ihn ins gefangnis, und brachten ihnzum lohne seines brudcr-mordes darinn um. Argoun, welchernach dem tobe Amede oder Ameths auf den thron gekommen,ward wiederum und zwar durch einen Juden vergiftet, Ghend-giatou, sei» bruder und nacbfolger, wurde auch von seinem vel-ter Bacdu meuchel-inörderischer weise abgethan , und dieser be-hauptete auch das Reich, dessen er sich geivaltthätiqer weise un-terzogen hatte, nicht länger als 4. monat. Phazan, der söhnArgoun, ward für den rechtmäßigen Kayser gehalten: dieserwar der Christlichen religion zugethan, und bekriegte die Ma-hometaner; er machte sich von Syrien meister, und drangbis in Egyvten hinein, seine armee aber gieng zu gründe; des'sen ohngeachtet führte er den krieg wider den Sultan fort, abermit wenig glücke. Er starb an. izof. da er zuvor die Maho-Mkanische religion angenommen hatte. Mahomed Ehodabende
Slatz-