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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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and von Francisco I. dem Könige Christian» II. in Dänemarckwider die Schweden zu hülste gesendet. Sein söhn Antoniuö,Herr von Gondrin , Pardaillan und Montespan , Ritter desKöniglichen ordens, Gouverneur und Seneschall von Albret,diente erstlich in Italien , wo er bey Pavia gefangen ward,hernach gegen die Hugenotten, befand sich bey der belagcrungvon Rochelle, und entsetzte Toulouse . Seine gemahlin, Pau-la , eine tochter und crbin Arnaldi von Espagne - Montespan , ge-bühr ihm Hectorem, der von Henrico II. an, bis zu den zeltenHenrici IV. in Teutschland, Piemonr, Dauphins und Guien-ne dienste gethan, den General der Hugenotten , Grafen vonCourfon , aus dem selbe geschlagen, an. i?8z. Ritter des or-dens vom heiligen Geiste worden , an. 1671. gestorben, und von

S ohanna, einer tochter und erbin Arnaldi, Barons von Anlin,ntonium Arnaldum verlassen. Dieser war Capitain von denGardes du Corps , oberster Marechal de Camp , General-Lieutenant von Guienne und Gouverneur von Agenois undCvndomois, that sich sonderlich in den kriegen gegen die Hu-genotten hervor, diente unter Henrico IV. in der Franche- Comte , commandiere in der Picardie, wo er bey Amiens ei-ne Haupt - wunde empfieng , ingleichen in Savoyen , ward zumMarquis von Montespan und Äntin , auch zum Ritter der Kö-niglichen orden gemacht, und starb an. 1624. Die linder, soer mit seiner andern gemahlin, Paula, einer schwester Rogerii,Hertzogs von Bellegarde , gezeuget, waren i.) Johannes An-toniüs, Marquis von Montespan , Hertzog von Beltegarde,Großmeister von der Königlichen Garde - stöbe, General-Lieu-tenant in Guienne, so an. 1687. gestorben, und von MariaAnna vonSt.Lari, aus dem hause Bellegarde , diean. 171;.r» dem 94. jähre ihres alters verschieden, keine Ander gelassen;2.I Rvgerius Hector; ;.) Cäsar Augustus , Marquis vonTermes , der bey dem Hertzog Gastone von Orleans Ober-Cammer - Herr gewesen, und mit Francisca du Faur de Tara-bel verschiedene kinder gezeuget, von denen eine tochter an N.Marquis von Gardaillac vermählet worden ; 4.) JohannesLudovicus, Marquis von Savignac, dessen einziger söhn, Lu-dovicus, Graf von Gondrin , sich mit Felicttas von Crustol-Monksalez vermählet; z.) Anna, ein Maltheser - Ritter; 6.)Ludovicus Henricus, Ertz- Bischofs von Sens , von dem einbesonderer artickul handelt. Rvgerius Hector , Marquis vonAnttn , zeugte mit Christian«, einer tochter Iohannis Zamet,Barons von Murat, und enckelin Jacobi von Gokh, Marquisvon Rouillac, und Helenä, einer schwester Iohannis Ludovi-ci, Hertzogs von Epernon , Rogerium, der unvermählt gestor-ben , N. der im kriege, Henricum, der im duell geblieben, undLudovicrlm Henricum , Marquis von Montespan und Antin,der an. 1702. gestorben, und ein gemahl der bekannten maitreflse Königs Ludovici XIV. gewesen. Sie hieß Francisca Anto-nio, war eine tochter Gabrielis von Rvchechouart, Hertzogsvon Mortemar, und starb an. 1707. Ihr söhn , LudovicusAntonius von Pardaillan, von Gondrin, Hertzog von Antin,Pair von Franckreich, Ritter der Königlichen orden , Marquisvon Montespan und Gondrin, Herr der Hertzogthümmer Eper­ non und Beüegarde, Vicomte von Murat, Gouverneur vonOrleans und Orleanois, General-Lieutenant der Königlichenarmeen und im Elsaß , Sundgau und Brißgau, Gouverneurvon Ambosse, Protector der Königlichen Academien, auch wcy-land Ober - Aufseher über die Königlichen gebäude, künste undmanufacturen in Franckreich, zeugte mit Iuliana Francifta,einer tochter Emanuelis von Crussol, Hertzogs von Use;, Ln-dovicum, von dem hernach; Ludovicum Mariam, der inkrieqs - diensten an. 1707. gestorben ; Balthasarem, Marquisvon Bellegarde , weicher an. 1719. gestorben, und von zwey ge-mahlinnen keine kinder gelassen, und Petrum, welcher erst Ca-nonicus zu Paris und Straßburq, hernach Abt von Moustier-Ramey , und von Lire, Mitglied der Französischen Academieund des Inscriprions, an. 1724. aber Bifchoff und Hertzog vonLangres worden. Ludovicus, Marquis von Gondrin, Briga-dier der Königlichen armeen, starb an. 1712. und verließ vonMaria Victoria Sophia, einer tochter Annä Julii, Hertzogsvon Noailles, die sich an. 1721. zum andern mal mit LudovicoAlexandro, Grafen von Toulouse, vermählt: 1. g LudovicumFranciscum, gebühren an. 1707. welchem sein groß - vatler dieDucke . Paine von Antin abgetreten, und der bey dessen lebenden titul eines Hertzogs von Epernon und Pairs von Franck-reich führt. Er bekam die anwartschafft auf das Gouverne-ment von Orleanois , und hat sich an. 1722. mit FranciscaGlllona, einer tochter Caroli Francisci, Hertzogs von Luxem­ burg und Pincy, vermählt ; 2.) Antomum Franciscum vonPardaillan, Marquis von Gondrin , gebühren an. 1709. jmn-

, hist. de S. Louis. E'avin , theatre de lhonneur. Dupleix .Daniel , tom. VI. Memoires de Caßelmiu , de Monluc. Olba-garai , hist.de Foix . Anselme , annales de la Cour & de Paristom. I. p. 9;. Etat de la France tom. III.

* Gondrin, (Ludovicus Henricus von) ein söhn AntoniiArnaldi, Marquis von Montespan , war an. 1620. gebohren ,und kam in seiner jugend nach Paris , «0 er die Theologie inder Sorbonne studirre. Sein vatter, Octavius von Bellegar-de , brachte es dahin , daß er ihn an. 1644. zum Coadjutor imErtz - Bißthum Sens ernennen durfte , worauf er an. 1646. dieErtz - Bsschöffliche würde selbst erhielt. Er vertheidigte die ge-walt des Pavsts bey allen gelegenheikcn mit grossem eifer, wo-mit er sich viel Verdruß erweckte, war auch einer von den Prahl-Hjstor. Ltxkou in. Theil.

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ten,welche an. 1654. das schreiben an den Papst Innocentium X.unterzeichneten, worinnen sie bekannten, daß die 5. propofitio,nen» welche der Papst verdammet hatte, in des Iansenii fchrif-ten würcklich enthalten wären. Die Jesuiten , die sich seinerVerordnung nicht unterwerffcn wollten, belegte er mit einem in-terdict, war auch nicht zu bewegen, daß er solches aufgehobenhätte, und starb an. 1674. in seiner Abtey zu Chaulmes. Erhatte viel verstand » und wußte wohl zu reden, war aber dabeysehr eitel, und mengte sich gar zu sehr in weltliche geschaffte.Man giebt ihm auch schuld, daß er anfangs der Iaissenistischenpartey zugethan gewesen, solche aber verlassen hätte, wie ervermerckt, daß der Hof derselben zuwider wäre. Hijhire duJanfinisme . Gourviüe , memoires tom. I. p. 201.

* Gonestus, (Petrus ) ein Arianer, gebürtig von Goniadraus Podlachien ; als er zu Wittenderq studiret, und nachgehendseinige reisen gethan , hielt er auf dem Synodo , welchen die Re-formirten an. 1 s$6. zu Secemin anstellten, eine rede. Er nann,te die Dreyfaltigkeit humani ceTebri tigmentum Wegen die-ses und anderer irrthümmer schrieb der bvuodus an Melänchtho-nem , welches schreiben er selbst nach Wittenberg überbringenmuffe. Er verwarf in einer weitläufigen schrifl , so an. 1558.auf dem Synodo zu Brzest verlesen wurde , die kinder - taufe , sohielt er auch nichts vom stände der weltlichen Obrigkeit, undtrug daher nur einen höltzernen degen an der feite. Ausser demhat er nichts geschrieben, als etwas wenigs an Laurentium Cre-fcovium wider die kinder - taufe, und wider die Rackauer. Lau-terbachii Polnischer Ariano - Socinianismus.

Gonet, (Ioh. Baptist«) ein Dominicaner, gebürtig vonBezters, war Doctor der Universität zu Bourdeaux, und lehrtedaselbst die Theologie, zog sich aber dadurch der Jesuiten haßüber den hals, weil er Älontaltii Litteras Provinciales von derUniversität Bourdeaux approbiren machte. Bey feinem alterwandte er sich wieder nach Beziers , und starb daselbst den 24.jan. an. lügt. Er hat Clypeum Theologia: Thomisticae ; Disser-tationem Theologicam de Probabilitate und Manuale Thomi-starum geschrieben. Joum. des Sav. an. lüüz. p. 164. Bayle.

* GONFALONIERE, also wird das Oberhaupt der Re.publick Lucca genennet, und heiffet aufTeutsch so viel als emPanier-Herr oder Fähndrich. Sein amt ist fast wie des Dogevon Venedig und Genua , währet aber nicht länger, alszwey monat, und trägt ihm weiter nichts ein, als die freye ta.sei. Seine kleidung ist ein sonderbares bareth, eine stoia undein rock von carmosin - fammet. Man nennet ihn zwar einenPrintzen, allein sein ordentliches prädicat ist Excellenz. Er hatzu seiner leib - wache 60. Schweitzer, und wird allemal Wechsels-weise aus einem von den drey theilen der stadt erwehlet. Werschon einmal Gonfaloniere gewesen ist, kan nicht eher von neuemwieder dazu gelangen, als bis 6. jähr uin sind.

GONFANON, ist eine sahne, welche in verschiedene stückezerschnitten, die herum hängen. Es rühret solches von demTeutschen alten Worte sahne her, und werden annoch heut zu tagedie alten Haupt - und kirchen-fahnen also benennet, welche durchdie Gonfalonieri geführet werden, wenn nemlich zu beschützungder kirchen und kirchen-güther eine armer aufzurichten. Inden Versammlungen des Königreichs Jerusalem wird gesetzet, daßder Cvnnetadle, und der Marschall, ein jedweder ein Gonka-non vor dem Könige, wenn selbiger in proceßion «usritte, führren sollte. Wiewol man auch die Haupt - sahne eines ReichSGonfanan zu nennen pfleget. Zu Flvrentz wurde das Haupt derRepublick Gonkalonier genennet; wie es denn auch noch heut zutage drey Gonkaloniers zu Siena giebt, deren ein jedweder in ei-nem der drey quartieren der stadt commandiret. Auch wird derHertzog von Parma Gonkalonier der Römischen kirche genennet.Mencrrn-rßtt lorigine des Armoiries. Vf'iwm op. herab Obrecbt.de vexillo Imperii. Becmanni not. dign. üb. VIII. c. 2. §.6.

Gongora , (Ludovicus) ein Geistlicher von Cordon«, warFrancisa de Argote und Eleonvrä von Gongora söhn. Wegensemer getichte war er bey seinen lands-leuthen sehr berühmt, undstarb den 2;. may an. tüzg. im zz. jähre fernes alters. Seineschriften sind in ein volumen in 4. unter dem titul : las Obrasde 0 . Luis de Gongora y Argote zusammen gebracht worden.Antonio , bibl.

* (t)ontppus, war ein Messenifcher jüngling , welcher indem lager der Lacedämonier diese nebst seinem cameraden Pa-normo nicht allein häßlich betrogen , sondern auch sehr beschä-diget. Dann diese beyde jünglinge waren schon öfters in derLacedämonier gebiethe gegangen, und hatten daselbst allerhandstreifereyen vorgenommen. Als nun die Lacedämonier beyStenyclerus in Messenien wider die Messenier zu selbe lagen,und ihrem kriegs - gebrauch nach im lager daS opfec und dasfest der Diofcurorum hielten , zogen diese gemeldete jünglingeeine weisse Westen und purpurne röcke an , setzten sich aufwess-se und schön geputzte Pferde, in einem solchen ornat, darin-nen man sonsten auch die Diolburos zu bilden pflegte, so gar,daß auch die Lacedämonier durch ihre gestalt betrogen wurden,und sie vor benannte götter hielten. Sie freueten sich derohal-ben sehr, weil sie eben in ihrem opfer waren , und nahmen die-se vermeynte götter in ihre garnison ein. Diese schönen götteraber führten sich nicht göttlich , sondern feindlich auf, rittenwiederum zu ihren lands-leuthen zurück, nachdem sie zuvor denfeinden eine jiemliche menge von ermordeten hinterlassen.

2 i z » Durch