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Grafen von DioiS und ValentinoiS gemacht wurde; Adelheid,des Königs Hugonls Capeei gemahlin. Wilhelmus IV. derunverzagte genannt, konnte sich anfänglich, Hugonis Capeckund Roberti partey zu ergreiffen, nicht bequemen, obgleich dereine fei» fchwager, der andere aber fein vetter war. Endlichaccommodirte er sich, und fchlug Gottfried, genannt Grisego-nelle, Grafen von Anjou, und gieng endlich nach feines vattersexempel in das klvsier St. Marent, worinnen er an. 991 . starb.Sein söhn war Wilhelmus V. zugenannt der grosse. DerKönig Robertus, die Könige von Spanien , Navarra und Da-nemarck, ingleichen der Kayfer Heinrich hielten gar viel aufihm. Er that alle jähr eine wallfahrt nach Rom oder nach St.Jacob in Gallicien. Er stiftete die Abtey Maillezais, fo nach-mals eine Zeitlang ein Bißthum in dem untern Poitou gewefen,gieng auch in selbiges kloster, und starb den 3 1. jan. an. 1030.Seine söhne waren, Wilhelmus VI. der ihm folgte, aber balddaraufstard; Eudo, Graf von Gafcogne, welcher nach seinesältern bruders tobe das land in besitz nehmen wollte; kam abervor Mauze, einem schlösse, so in dem lande Aunis gelegen, den17. mertz an. 1039. um; und Thibaldus, der iung starb.Wilhelmus VI. hatte von seiner gemahlin, Agnes von Bour-gogne, Petrum , genannt Wilhclmum VII. ; Gutdonem ;Gottfridum , genannt Wilhclmum VIII. ; und Agnes, Kay-sers Henrici III. andere gemahlin. Wilhelmus VI. genannt derdicke, führte krieg mit Gottfried Marteln, Grafen von Anjou,welcher sich mit feines vatters dritter gemahlin Agnes vermählet,und starb an. 1037. ohne kinder. Sein bruder Petrus , genanntWilhelmus VII. folgte ihm, starb aber an. 1038. an der ro-then rühr in der belagerung von Saumur ohne erben. GuidoGottfried, genannt Wilhelmus VIII. folgte ihm. Er leistetedem Könige Henrico I. in Franckreich hülste,. half auch dieSaracenen in Spanien schlagen , that verschiedene stiftungen,und starb an. 1086. im septemdr. auf dem schlöffe Chize. Seineerste gemahlin war Audeberti Grafen von Perigord tochter, vonwelcher er sich wegen naher verwandtfchafft schied, und sich mitMartha vermählte, die er aber ebenfalls von sich ließ, ob ergleich eine tochter von ihr hatte, welche an Alphonsum VI.Könige von Castilien , vermählet war. Er verheuralhete sichzum dritten mal mit Aldearde, Roberti von Franckreich, Her-tzogs von Bourgogne tochter, und zeugte mrt ihr WilhclmumIX. von dem sofort; Hugonem den Grafen, und Agnes, Pe-tri Sanctii, Königs von Aragonien , gemahlin. Wilhel»mus IX. regierte gar lange, stund dem Könige Alphonso ausAragonien wider die Mohren bey , und starb endlich den 10.febr. an. 1127. Seine söhne waren, Wilhelmus X. von demsofort; Raimundus von Poitiers ; Henricus, Prior zu Cluny ,nebst fünf töchtern. Wilhelmus X. bekam feiner Mutter wegendie Graflchafft Toulouse , wicwol er auch darüber viel Händelhatte. Er hielt des Papsts Petri Leonis partey wider Jnnocen«tium ll. und starb auf einer reise nach Compostell an. 1137.Seine söhne waren Wilhelm der beherzte, welcher aber vordem vatter starb. Richard, genannt Löwenhertz, Graf vonPoitierS , welcher ohne kinder starb ; Gottfried hinterließ einensöhn Artus, Grafen von Bretagne . Dieser wurde von seinesvatters schwester söhn, Johanne ohne land, seiner güther be-raubet und getödtct. Dieferhalben wurden Johanni durch einenausspruch des Parlements zu Paris alle güther, fo er in Franck-reich besaß, genommen, und Guienne zu des Königs PhilippiAugusti Zeiten der Crone einverleibt. Ludovicus IX. trat zwaran. 1259. den Engelländern ein stück von Aquitanien unter demnahmen des Hertzogthums Guienne ab; allein König Philippder schöne zog es wieder zu sich. Jedoch wurde es ihnen wiederabgetreten, bis sie unter Carolo VI. gäntzlich daraus vertriebenwurden. König Ludovicus XI. gab an. 1469. Guienne seinembruder Carolo zur apanage. Allein , als selbiger an. 1471. oh-ne erben verstarb , wurde es zum letzten mal der Crone Franck-reich einverleibet. Lurbaus , in onomast. de illustr. vir. Aquit.Job. Besly, geneal. des Ducs de Guienne. Du Cbine. Sainte-Martbe. Jußel. Catel.
(Buiffrey, C Guigo), Herr von BouttiereS, ein Edelmannaus Dauphine, und berühmter General. Er that zu KönigsLudovici XII. Zeiten unter dem Ritter Bayard seinen ersten selb»zug in Italien , als er noch nicht 15. jähr alt war, hielt sich abergleich anfänglich wohl. Nachmals diente er in allen Italiäni-schen kriegen , wurde auch in der schlacht vor Pavia gefangen.Er defendirte Marseille wider den Kayfer Carolum V. und thatan. 1544. viel zu der victorie bey Cerisoles, allwo er die avant-aarde commandirte. Ein jähr darnach commandirte er 36.schiffe von der flotte» welche König FrancifcuS I. wider die En-gelländer schickte. Aus dieser familie sind auch viele andere vor,nehme leuthe entsprossen. ( BeUajus. Brantöme. Tbuanus, lib. I.Cborier, bist. de Dauphine.
(Duignard, (Johann) von Chartres gebürtig , ein Jesuitund Istmestor in der Theologie tn dem Collegio von Clcrmont,ein abgesagter feind von allen Protestanten, welches ihm aberden tob brachte. Denn als man die papiere des Johannis Cha-stell aufsuchte, nachdem er die Hand an den König Heinrich I V.gelegt hatte, fand man unter andern auch eine fthrift von un-serm Guignard, darinnen unter andern höchst - verfänglichendingen, der tod König Heinrichs III. den er von dem Jacodiner-Mönch Element erlitten, gebillichet, und daß ei» gleiches andem Bearner, wie er ihn nennete, vorzunehmen sey, mit allen
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kräfften gerathen ward. Die that des Chastels war allzu straf-bar und allzu neu, und also ward unser Jesuit verdammt, daßer vor der Haupt-pforte der kirche zu Paris >m blossen Hemde, mitdem stricke um den hals, und einer brennenden kertze in derHand GOtt lind den König auf den knieen Um Vergebung bitten,und darauf ä la Greve an einen besondern galgen gehenckt, undwenn er verschieden, mit samt dem galgen verbrannt werdensolle. Zu dem ersten, nemlich zu der abditte, war er nicht zubringen, dem ohngcachtet wurde das übrige von dem urtheilan ihm vollzogen/ Zu Rom hat man ihn unter die Märtyrerseines ordens gesetzt, welches aber ohne genehmhaltung des vr-denö von etlichen privat-personen soll geschehen seyn. ihuanus.
il dezeray. Serres , Dupleix &c. Bayle,
Guigo, siehe Guido.
Guigo-Andre, von Bourgogne , siehe Bourgogne .
Guigo Dauphin, siehe Dauphine.
Guiieno oder Giliceo, (Jvh. Martinez) Cardinal undErtz-Btschvff von Toledo , war von Villagarcia aus Castilien ,ein söhn eines armen bauers-manns, Johann Martinez Gm-jeno genannt. Er verwechselte nachmals seinen nahmen, undnennte sich Siliceo oder du Bois , so alles einerley. Er fiengan die Grammatic zu Lerena, einem kleinen städtlein vhnfernVillagarcia gelegen, zu erlernen, da er denn alle sonnabendnach Hause gieng , um. vor die gantze woche drodt zu holen.Man sagt auch, baß er in seinem dorfe das küster - amt verse-hen , weil seine eitern nicht so viel gehabt, daß sie ihn erhaltenkönnen. Er fand aber nachmals Mittel nach Sevilien zu kom-men , allwo er die Philosophie trieb , und von dar nach Rom zu gehen vor hatte. Er machte sich dannenherv auf den weg,als er aber durch Valencia reisete, mufte er sich auf ansucheneines vom Adel, der ihm seine kinder in die informatiozz gab,daselbst einige zeit aufhalten. Er machte an diesem orte ge-naue freundschafft mit einem gewissen ordens-bruder, der ihmden rath gab, lieber nach Paris , als nach Rom zu gehen, wel-chem er auch mit gutem Vortheil nachkam. Denn ausser dem,baß er daselbst zulängliche Mittel zu subsistiren fand, wurdeer zum Magister gemacht, und nahm in der Theologie wohlzu. Als er ivieber zurück in Spanien kam, wurde er ProfessorPhilosophie zu Salamanca und Theologal zu Coria, auchendlich bey des Kaysers Caroli V. jungem Printzen Philippozum Insormaror ernennet. Darneben war er des obbemeldtenPrintzen Allmosen-Pfleger und Beicht-vatter, welcher thm dasBißthum zu Carlhagena zuwege brachte, und ihn an. 1543.nach Badatoz schickte, um daselbst seine braut, die Mariam,Jnfantin aus Portugall, anzunehmen. Eben dieser Jufantober Philippus II. machte ihn hernach zum Ertz-Bisthoff vonToledo . Er that nachgehends an seine kirche grosse präsente,und stiftete daselbst zwey Häuser, eines vor vierzig iungc knaden,so zu dem gottesdienst in der forcht GOttcs sollten erzogen wer,den , und das andere vbr eben so viel arme mägdlein. Pau lus IV. machte ihn an. 1333. zum Cardinal, er starb aber den;i. mertz an. 1337· als er fast achtzig jähr alt war. Er hatnebst einigen philosophischen schriften, als über etliche bücherdes Aristokelis, item Arichmerica Iheoretica & Practica , aucheine Erklärung über das Parei noster und über das Ave Mariaund andere fachen geschrieben. Die von seiner familie Habengleichfalls diesen nahmen Siliceo angenommen. Sein bruderLorentz verheuralhete sich in das Haus Caravajal, und nahmzur ehe Franciscam , Frau von Mediana-Suerte, starb aberohne erben. Er hatte auch zwey schwestern, deren die ältesteeinen söhn hinterließ , der Ganonieus von Toledo und Abt vonSt. Leocadia war. Aubery , bist. des Cardin. A»to»ius tbibl. Hisp.
* Guijon, (Jacobus) ein gelehrter Franzose, war zuSaulieu tn der kleinen landschafft Aux an. 1542. gebohren, gabeinen Parlements-Advocaten zu Dijon ab, und starb daselbstan. 1623. Er war besonders ein guter Poet in seiner Mutter-sprache , davon seine hinterlassene gettchte, und vornemlich dieÜbersetzung des Dionysii Periegera: zeugen. Diese letztere hatdieses besondere, daß da er seinem original von wort zu Wortdarinnen gefolget,er doch hierinn weder wider dieReim-kunst ver-stossen, noch auch sonst die dergleichen art von Übersetzungen eige.ne fehler angenommen. Mr. de la Mare, ein Parlements-Rathzu Dizon, hat an. 1638. zu Paris seine gesamte wercke in druckgegeben, und denselben eine Nachricht von dem leben des verfastfers vorgesetzet. Buiüet , jugemens tom. VIII.
.Guilandinus, (Melchior ) ein Medicus, gebohren zuKönigsberg in Preussen, studirte in seinem vatterlanbe , undweil er sich in den studien wohl umgesehen, auch vornemlich sichauf die erkanntnis natürlicher dinge und wissenfchafft der kräu-ter gelegt hatte, gieng er nach Venedig , reisete mit einem kauf-mann daselbst, nahmens Marinus Cabullus, durch Grlcche».land, Asien und Äfricam , kam endlich in Indien , war aberauf seiner ruckreife so unglücklich , daß er unter die see-räubersiel, und von denselbige» auf die galeeren geschmiedet wurde.Er machte sich aber, dieses sein nngluck wohl zu nutze, indem erviel darben von kräutern und medicamenten erlernete. Als erwieder tn freyheit gesetzt wurde, gieng er nach Padua , brachtedaselbst den Hortum Medicum zu stände, und wurde zum Pro-fessore Medicin^ bestellet. Mit Matthiolv konnte er sichnicht vertragen, wie denn bryde wider einander schrieben.
. Eben
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