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Eben dieser Matthiolus sagt von Guilandino, daß er in Si-rillen und zu Rom in solcher arinuth gewesen , daß er genöthi-get worden, wurtzeln zu sammeln, und seidige zu verkauffen.Er starb endlich an. i;8y. und vermachte seine bücher der Re-publick Venedig . Er hat verschiedenes geschrieben, als: Com-mentarium in Plinium tle Papyro ; de Stirpibus Epistolas quin-que ; Apologi® adversus Matthiolum librum primum. Thua-k«x, lib. XCVI. Adami , vit. Medicorum. Linden bibi. Med.jeijjitr , elog. tom. II.
Guilford , die haupt-stadt in der Grafschafft Surrey , inWokmg-hundred gelegen , welche zwey glieder in das Unter-Haus abschicket. Sie liegt sehr lustig am flusse Wye, und hatdrey volckreiche kirchspiele in sich. Die Sächsische Könige hat-ten hierselbst ein Königlich schloß, zu deren zeiten dieser ort ei-nen weit grösser» umfang hatte. Man siehet noch bis dato beydem flusse die rudera von einem grossen rastest. An. lüüo.Lr«nennte König Carolus II. Elisabetham, Burggrafin von Ki-melmacky in Irrland, zur Gräfin von diesem orte auf ihre le-bens-zeit. An. 1672. wurde der titul eines Grafen von Guil-ford von eben demfelbigen Könige Iohanni Maitland, demletzten Hertzoge von Lauthcrdale rn Irrland, gegeben. Nach-gehends wurde der letzt-verstorbene Lord Francis North vongedachtem Könige zum Baron Guilford ernennet. Dieser ortliegt dreißig weilen von Londen . (Siehe North.) CamdeniBritann. Hermannida Britann.
Gurlielmini, ( Dominicus ) war zu Bononien an. 1659.gebvhren. In seinem 22. jähre gab er ein Scbediasma deFlamma volante heraus, und ward das jähr drauf Philosophi® und Medicin ® Doctor. Hernach wurde er Incisor bey den Ana-tomien , legte sich aber zugleich auf die Astronomie, und ließein neues Systema der cometen drucken. An. r686.wurde ihm dlegeneral-odcr-aufsichl der fliessenden waffer im Bononischen gebie-the anvertrauet, und das folgende jähr erhielt er eine stelle inder Bononischen Academia Physica experimental! des Grafen Marsigll ; worauf er auch in die Gesellschafften zu Paris , Lon den und Berlin , und in das Collegium Natur® Curiosorumkommen. An. 1689. wurde ihm die Prosestio Matheseos zu Bo-nvnien anvertrauet, und zugleich aufgetragen, die Verfertigungeines Calendarii Astrologico-Medici jU besorge». All. 1690.machte er eine neue erfindung bekannt, wie man die bewegungder fliessenden wasser ausmessen tonnte, und lbekam bey denstreiligkeilen wegen des flusses Reno gelegenheit, seine besonde-re geschicklichkeit zu zeigen, worauf an. 1694. eine ProsestioHydrometri® zu Bonoiilen aufgerichtet, und demselben gege-ben worden ; wie sich dann auch öfters andere Fürsten und Re-publicken seiner hulffe bey richtung und leitung der lauffendenWasser bedienten. An. 1698. bekam er die Professionem Ma-theseos zu Pabua, dabey er zugleich den titul eines Professoriszu Bononien, und die befoldung wegen des Calendarii Astrolo-gici behielt. Die an. 1702. erhaltene Professio Medica zuPa,bua, veranlaßte tbn, auf Verbesserung der Medicin und Physic zu dencken, davon er auch verschiedenes geschrieben, aber diebeyden grösten wercke, von den fiebern und von der methode zucunren , nicht können zu stande bringen; Massen ihn der todden -2. j ul. an. 1710. in dem fünf und fünfzigsten jähre seinesAlters, hinweg raffte. Kurtz vor seinem tobe hat ihm nochPapst Clemens XI. die stelle eines Ehrcn-Cämmcrlings nebsteiner lährlicheu befoldung von iooo. scudi antragen lassen.Seine schriflen sind : visiert. de Cometarum Natura & Ortu ;Observatio Solaris Eclipsis an. 1684· ; Aquarum FluentiumMensura nova methodo inquisita; Epistol® du® Hydrostatic®;de Sanguinis Natura & Constitutione ; pro Theorica Medicaadversus Empiricam Sectam Prxlectio ; de Salibus ; de Idea-rum Vitiis , Correctione & Usu ad inquirendam MorborumNaturam ; de Principio Sulphureo ; Bestelltem de dotte dal-leFigure de’ Sali. BÜchek-Snal.
Guilielmius, (Janus) war an. ,999. zu Lübeck geboh-ren, und als er seine studia auf verschiedenen Teutschen Aca-demien wohl gesühnt, that er mit etlichen vom Adel eine reisein Franckrcich. Anfänglich hielt er sich zu Paris auf, von dargieng er nach Bourges , um Cujacium zu hören, starb aber da-selbst an. 1584. an einem hitzigen sieber, welches er sich durcheinen trunck soll zugezogen haben, da er in grosser Hitze und hef-tigem durst eine ohngefehr vor sich gefundene kannc wein ohneabsetzen austranck, als er noch nicht dreißig jähr alt war, undwurde von Thuano nebst andern Gelehrten sehr bcdauret. Erhat verschiedene schriften hinterlassen, als: Fibrös Verosmu-1 um ; Assertionem adv. Sigonii Consolationem ; Qu®stionesPlautinas ; er hatte auch den Ciceronem Mit vielen manufcriptenconferirct, wie bey Iacobi Gronovii und anderer ausgaben sol-cher wercke zu sehen. Thuanus, üb. LXXX. Adami vit. Phi-losoph. Lotichn bibl. Poet. lib. IV. p. 115. Teßer , elog.10m. 11 . p. 7. Scaligerana. *
Guillard, (Claudius ) Präsident des Parlcments zu Pa ris , war Johannis Gnillard, eines Edelmanns aus Pottou,söhn. Der author der Historie vom Gastinois giebt vor, daßdie aus dieser familie von dem heiligen Huberto herstammenwollen, und daß sie durch dessen interceßion die macht haben,dieienigen, so mit de, raserey befallen sind, zu heilen. DieserGnillard war ein so treflicher Advocat, daß er an. 1482. zum Par-lemeuts-Rath, und nachmals zum Requetenmelster erwch etwurde. Er that den Königen Carvlo VIII. und Ludovlco XII.
Histor. Lcxicen lll. Theil.
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e dienste, baß er auch von diesem letztem an. 1908. zumdenken,bes Parlements erwehlet wurde, worbey er sichwohl aufzuführen wußte. An. 15,4. danckte er ab, weil er dieverkaustung, der amter nicht dillichte, und begab sich auf einesseiner lust-haiiser, worauf er auch wenige zeit hernach starb. Erhinterließ zwey söhne, Andream, Königlichen Staats-Rath,und Ludwig, Bischoff von Tournay und nachmals vonChar-tres. Diejer war ein Pralat von grossen Verdiensten, bewieseinen grossen eifer vor die kirche, und starb an. 1565.; An-dreas aber hinterließ einen andern gleiches nahmens , AndreamGuillard, Königlichen Rath und ersten Präsidenten des Parle-ments von Bretagne , welcher nach eröfnung des Concilii zuTrident als Ämbaffabor nach Rom geschickt wurde. Sein bru-der, Ludwig Guillard, war Bischoff zu Chartres nach seinemvetter Ludwig, schrieb einen tractal de Principiis Fidel , undstarb an. 1572. Morinus, bist. du Gastin. Blancnura , hüt. desPresidens des Parlemens. Sainte - Maithe.
* Guillebaud, (Petrus ) ein Cistercienser-Mönch, war zuAngouleme den 21. febr. an. 158s. gebvhren, erhielt auchdaselbst ein Canonicat, trat aber nachhero an. 1619. zu Paris in den orden der Fcuillans, da er denn den nahmen Petrivon St. Romuald überkam, unter welchem er auch am be.kannlesten ist. Er brachte die zeit meistens in der einsamkeitund in Verfertigung unterschiedlicher historischer schriflen zu,womit er jedoch keine sonderliche ehre eingeleget, und starb zuParis den 29. mertz an. 1667. Man hat von ihm: HortumEpitaphiorum selectorum, ou Jardin d’Epitaphes choifis;Tresor Chronologique & Historique , VVN ansang der wellbis an. 1647. welcher aus drey folianten bestehet; Ephemeri-des ou Journal Chronologique & Historique pour tous les joursde l’annee; Histori ® Francorum, seu Chronici AdemariEngolismenlis Epitomen , mit einigen zusätzen und noten; in-gleichen Chronicon seu Continuationem Chronici Ademari,bis auf das jähr 1652. welche beyde letzte schriften von demErtz - Bischoff zu Paris , I. F. de Gondy, sehr scharf cen-sirt und verdammt worden; da hingegen daö Parlement sichdes Verfassers angenommen, und die gedachte censur wieder-um aufgehoben. Car. Jof. Morotü Ciltercium restoresceng,pag. 100.
(Zuillemette, aus Böhmen , war das Haupt einer heßli«chen secte, die in dem XIII. s®culo in Italien entstund. Siewußte durch eine äusserlich angenommene devotion vor der wettihre fache wohl zu spielen, daß sie nicht allein unter einem grosssen scheine der Heiligkeit starb, sondern auch noch einige zeitnach ihrem tode als eine heilige verehret wurde. Sie starbaber an. 1282. und wurde auf den kirch-hof zu St. Peter inMayland begraben. Sechs monat darnach wurde sie m daskloster Caravalle gebracht, aüwo man ihr auch ei» gradmahlaufgerichtet, wovon man noch die relrquien siehet. Ihr festwurde dreymal im jähre bey ihrem gradmahl gehalten, ein-mal am tage St. Bartholomai, als an welchem sie gestorben;zum andern mal an dem tage, da ihr leichnam nach Caravallegebracht worden, und das dritte mal an dem Pfingst-tage. Al-lein nach ihrem tode sollen ihre grobe heucheley und unterm scheinder frömmigkeit verübte schandlhaten erst an den tag gekommenseyn. Sie war nebst ihrem buhler, Andrea Seremlta, nachMayland gekommen, da sie denn, ihrem vorgeben nach, umdie Göttliche strafe abzuwenden, einen neuen gottesdlenst ange-sangen, welcher darinnen bestanden, baß bey dunckler naa-l an«sänglich nur die Wittwen , hernach auch die verehlichteii Weibs-bilder in einer unterirdischen hole, so vor der stadl Maylandgelegen, und zu diesem ende nebst dem darzu gehörigen platzeerkauft, auch mit einem gebäude versehen war, zusanmren ka-men , ihrer vermeynten andacht zu pflegen, worzu auch vortag junge leuthe mit gelassen wurden. Allen, die siaz y.erzuverstunden, wurde die platte geschoren, und weil bey ihrer Ver-sammlung allerhand Üppigkeit getrieben wurde, funden sich im-mer mehr leuthe darzu. Bey ihren ver,aminlungen trat eineweids-person auf im Priesterlichen schmucke, trat zu dem altare,der in der höle war, that ein gebät, wendete sich nachmals zudem gesamten Haussen, und nefdarbey aus: gehet zuiammen,verstecket das licht, da denn ein jedweder die, so ihm am näch-sten gesessen , ergriffen, und nach seinem gefallen mit ihr umge-gangen. Einsten aber ist ein reicher kaufmann, nahmens Ale-xander de Coppa, seiner frau, als sie des nachts aus ihrembethe gestiegen, nachgegangen, und hat sich unter verstelltemHabit in der versammlung zu ihr gesellet, auch ihr einen ring ab,gezogen, nachmals ein herrliches gastmahl angestellet, und die-jenigen zuvörderst, deren weiber er bey der versammlung gese-hen , hierzu mit erbäten; als nun nach der Mahlzeit allerhandlustbarkeiten getrieben wurden, hat er gleichsam im spielgeboten, daß ein jeder seiner frau die Haube von dem köpfereissen sollte, worzu er den ansang gemacht. Als man sie nunmit geschornen platten fände, hat er die gantze fache entdecket,welche denn sofort an den Richter gebracht worden, welcher denAndream nebst seinem anhange bey dem köpfe nehmen und ver-brennen ließ, wie denn auch der Guillemette leichnam auöge-graben und an. izoo. verbrannt wurde. Den männern aberwurde frey gegeben, ihre weiber nach gefallen abzustrafen , wiesolches die scriptores referiren, wiewol andere noch an einemund d«n andern zweifeln wollen. Trißanus Catcbus, bist. Me-diol. lib. XVIII. ad an. 1200. Ripamontiut, bist. MedioJan.
£111» lib. 1.