die Handlung unterbrochen hatten , wurden sie von den Portu-giesen , Engelländern , Holländern, Dänen und Schweden aus dem lande vertrieben. Die Portugiesen waren vor zeitenmeister von St. Georgio della Mina, allein anjetzo gehöret die-ser ort , nebst dem Fort-SJlaflstu , Aßine und Cormentin, denHolländern. Die Engelländer besitzen Cabo Carso, und Enia«cham , ein neu-erdautes schloß; die Dänen aber Friednchs-burg und Christianburg. Der König von Preussen hatte sonstGroß - Friedrichsburg. Der erdboden ist fruchtbar, aber dieHitze unerträglich. Die vornehmsten dinge, welche dieses landhervor bringet, sind baumwolle, reis, zucker - röhre, gold ,elephanten, Pfauen , äffen und helfenbein. Guinea begreiftdrey theile in sich, welche sind das eigentliche sogenannte Gui-nea , Malagetta, und das Königreich Venin. Das ersteretheil hält in sich die gold - küste; das andere die küste von Mala-guette; das dritte die zahn-küste. ViUaud de BeOefond, relationvon Guinea . MormoHi Africa. Bosmann, volage de Guinee. *
Ouinea Nova , sind gewisse landschafften gegen das östlichetheil von Ost-Indien zu , wovon aber noch nicht gantzlich kundist, ob es eine insul oder ein vestes land von Temi Australi sey.Dieses stück landes wird durch eine kleine meer-enge von demlandePapous abgesondert, welches eine insul ist gegen das östlichetheil von Ceram und Gilolo zu , und sich bis an den er-sten und fünften grad lacicudlniL jenseit des ABquatoris er-strecket.
(Buirteo, eine kleine ftadt in der Picardie, in dem Pai's re-conquis, welche zwey Meilen von der see, und^eben so weitvon Calais , auf einem morastigen boden liegt. Die führt dentitnl einer Grafschafft. Die Grafen von Guines sollen einenDänischen Herrn, nahmens Siegfried , zum stamm-vatter ha-ben , welcher mit den Normännern in Franckrcich gekommen,und daselbst bey der Abtey St. Berlin die gegend, wo heut zutage die Grafschafft Guines ist, eingenommen, auch ein korterbauet haben soll. Andere aber sagen, daß, als Wilhelm,Graf von Ponthieu , das land Boulonnois, Guines und St.Paul dem Grafen Arnulpho von Flandern abgenommen, habedieser letztere die Normänner zu hülffe gerussen, und da seydurch Siegfridum, welcher des Königs von Dänemarck an-verwandter gewesen, das land Guines wiederum erobert wor-den , so ihm nachmals Arnulphus zu lehn gereichet, dabeyaber eine seiner köchter, nahmens Elstrudem, zur gemahlt» ge-geben. Siegfridi söhn war Adolphus, erster Graf von Gui-nes , so um dasjahr 996. lebte. Dessen söhn war Radulph,der Eustachlum zeugte. Dieser hinterließ, nach Buceltni be-richt , drey söhne, als Ramelinum, von welchem die familievon Crequi hcrstammen soll , worinn aber andere scribentennicht mit einstimmen; Wilhelmum , Herrn in Bournonville,der ein stamm-vatter der Fürsten von Bournonville worden,(siehe Bournonville,) und Balduinnm l. dessen söhn Manaf-ses Rodertus genennet wurde, weil Robertus Frifon, Grafvon Flandern , sein pathe war. Er lebte um das iahr 1120.und hinterließ nur eine einzige lochter, Stbyllen, so an Hein-rich , Herrn von Bourbourg , vermählet worden, aus welcherehe nur eine einzige tochtcr entsprossen, so aber ohne erben ver-starb. Es folgte also Manaßi seine schwester Gisla von Guinesin selbiger Grafschafft. Diese war an Wenemart, Burggra-fen zu Gent, verehlrchet, und hinterließ Arnulvhum 1 . deran. 1169. in Engelland starb. Selbiger hatte nebst andern Fin-dern Balduinum II. von dem Arnulphus II. Graf von Gui-nes , Herr von Ardres und Bourbourg . Er ließ nebst andernkindern Balduinum lll. von dem Arnulphus lll. Dieferwurde von Graf Wilhelmen von Holland, fo damals Römi-scher König war ,, gefangen, und weil er grosse Unkostenmachen muste, genöthiget, seine Grafschafft Guines an. 1282.dem Könige Philippo lll. genannt dem kühnen, zu verkauf-fen. Seine söhne waren Balduinus, von dem sofort, undEnguerandus V. Graf von Couci, von welchem die anderelinie der Grafen von Couci fortgesetzt wurde. Balduinus vonGuines, Herr von Bourbourg und Ardres, suchte zwar dievon seinem vatter verkaufte lande durch einen proccß wider zuerlangen , so ihm aber durch einen ausspruch des Parlementsan. 128;. abgesprochen wurden. Er hinterließ nur zwey töch-ter, deren die jüngere, Bianca, ohnverehlicht verstarb ; die älte-re , Johanna von Guines, war an Iohannem von Brienne II.Grafen von Eu, verehlichet, der an. 129;. die Grafschafft Gui-nes wieder erhielt. Sein söhn war Radulphus von Brienne,Graf von Eu und Guines , Connetable von Franckrcich, wel-cher in dem an. 1344· bey dem beylager Hertzogs Philippi vonOrleans zu Paris gehaltenen turnier umkam. Sein söhn warRadulphus, gleichfalls Connetable von Franckrcich , demaber wegen begangenen lasters beleidigter Majestät an. 1,91.der köpf abgeschlagen, und hierauf die Grafschafft Guineszur Crone Franckrcich gezogen ward. Der König Johannestrat feldige Grafschafft durch den an. 136°. zu Äretigni ge-schlossenen tractat dem Könige Eduardo lll. von Engellandab; allein König Carolus VI. brachte selbige wieder an dieCrone Frankreich . Du ebene, hist. de Guin. Chopinu', de do-xnan. Üb. lll. c. 12. H. 20. Du Puy, droits duRoi.
* Auiiret, (Nicolaus ) ein Prämonstratenser -Ganonious,und Doetor Theologie, von Nancy gebürtig, ward ein Mönchan. iü,6. in der Aötey von St. Maria du Pont-a-Mousson.Er lehrte die Theologie, und war Prior zu Longwic und zu
HjstOk. Leseicon IU. Theil.
Belleval; da Petrus Thienville sein amt aufgab , ward er an.1653· Abt zu St. Maria ; sein grosser verstand und frömmig-keit machten ihn nach und nach zum General-Vicario seiner Con-gregation. Er bediente diesen posten viele jähre lang mit er-vauung, und behauptete mit grosser hertzhafftigkeit die rechteseiner Congregation, welche Colbert der General des ordensaufdas heftigste angegriffen hatte; während seinem streite ließer verschiedene schriften zum besten seiner fache ausgehen. An.i68z. gab er das leben Philippä von Geldern, der gemahlt»Renatt II. Hertzogs von Lothringen und Bar, und Königsvon Sicilten , heraus, und an. 16,0. m 4. die Historie derAebte von St. Maria, unter dem titul: RamuKmlus &c. FivetSucceffio Abbat. Regulär. S. Mari*. Er starb den 2;. ja»,an. 1696.
Guinomandus, sonst Guyemann, des Königs Childe-rici I. getreuer Rath , welcher desselben elend mit grossemMißvergnügen ansehen muste, als ihn seine Unterthanen an. 493.wegen einiger exccsse verjagten. Damit er aber selbigem wiederauf den thron verhelffen mochte, trat er zum schein in Gillonsoder Aegidii dienste, welchen man an Childerici statt erhoben,und gab ihm heftige anschlüge, welche ihn bey den Franzosensehr verhaßt machten. NachmalS schickte er dem Könige diehelfte eines goldstückes zu, welches sie, als sie von einanderschieden, getheilt hatten, und rteth ihm seine vorige stelle wiedereinzunehmen, so auch glücklich von statten gieng. Wiewol derP. Gabriel Daniel in seiner hiitoire de France p. I. diss. 2. die-ses gantze werck, was von Childerici absetzung gesagt wird, voreine fabei hält. Gregor. Turon. üb. II. Aimoinw. Sigebertus·Guagumus. Siehe auch Childericus.
(ßuintherus, (Johannes) ein berühmter Teutscher Me,dicus , wurde zu Andernach im Ertz-Sttft Cöln an. 1487. vonarmen eitern gebvhren , daß er auch anfänglich sein brodt erbet-teln muste. Er legte den ansang stincr studien in seinem vat»terlande , und kam von dar nach Utrecht und Deventer, endlichaber nach Marpurg. Von dar wurde er zum Rector nach Gos lar beruffen, und hernach Professor der Griechischen spräche zuLöven. Hierauf gieng er in Franckrcich, allwo er durch Ver-mittelung des Cardinals Bellay Goctor Medicin ;? und bey demKönige Francisco I. Leib - Medicu» wurde. Es nöthigten ihnüber die innerlichen kriege Franckrcich zu verlassen; da er dennanfänglich nach Metz , und nachmals nach Straßburg gieng,allwo er auch anfangs lehrte, hernach in den Rath gezogen,und von dem Kayfer Ferdinands geadelt wurde, bis er daftlbstden 4. octobr. an. rm- im vier und achtzigsten jähre seines al.ters starb. Er ließ unterschiedliche Übersetzungen alter scriben-ten hinter sich, als des Galeni, Oribasii, Pauli /Egineta?, &c.nicht weniger auch unterschiedliche tractate: de Medicina vete-ri & nova; de Balneis; de Peile; &c. Thuanus, üb. LIX.Calaminm , in vita Guintheri. Adanti vit. Media. Freberitheatr. p. 1269. Teißer, elog. tom. I. p. 451.
Guionie, (Bernhard de Ia) siehe Gutdonis.
(Suipuscoa, eine kleine Spanische landschafft, gehörte vorzeiten zu Navarra , anjetzo aber zu Bifcaya, welche westwärtsdaran stösset, gleichwie Alava gegen süden, und das Aquita-nische meer gegen norden nebst Navarra und einem theil vonFranckrcich, wovon sie durch den siuß Bidassoa abgesondertwird. Das land ist wohl bewohnt, und hat unterschiedlicheschöne städkc in sich, unter welchen Tolosa , St. Sebastian,Fontarabia rc. die vornehmsten sind. Buudrand. Schauplatz,-es kriegs in Spanien .
(Zuiscard, eine alte adeliche familie in Franckrcich. Die-sen nahmen haben die Herren de la Coste , de la Bourlie, deIa Laurie, rc. ihrem hause gegeben , welches eines der ältestenund vornehmsten der provintz Quercy ist, und zwar dieses ausder Ursache, weil einer^von ihren vorfahren den vornahmenGuiscardus geführet. Sie rechnen ihr gefchlecht von 500. jäh-ren her, von tvelcher zeit an auch ihre habende güther beydemgeschlechte gewesen. Bernhard von Guiscard ist der erste, vondem sich die genealogie anhebt, welcher ein Ritter genennetwird, dessen dritter söhn, Bertrand von Guiscard, vamoifeau,oder edler Herr in den alten schriften, genannt, ließ einen söhn,nahmens Guillard von Guiscard , von welchem man eine be-sondere schrist in den archiven findet, daß, als er zum Rittergefchlagen worden, er einen andern , Petrus de Ia Tour ge-nannt , welcher allem ansehen nach unter ihm gedicnet, da erbald sterben wollen , gleicher gestalt zum Ritter geschlagen, wel-ches denn König Philippus Valelius bestätiget , auch befohlen,daß des de Ia Tour nachkommen alle rechte des Adels geniessensollten. Eben dieser Bertrand diente an. izzq. nebst vier Rit-tern unter Petro von Marmando, Seneschall von Perigord,in den kriegen von Gascogne. Man kan aber nicht vor gewißsagen, ob'er verheurathet gewesen und kinder gehabt. Bern-hard von Guiscard IV. Herr de Ia Coste und de Ia Laurie, 11 a»moiseau, henrathete den 28. april an. 131$. Helis von Monkai-gu, Bernhardt von Montaiqu, Herrn von Montcuc tochter underbin. Sein schloß de Ia Coste wurde für eine ziemliche vestunggehalten, dahero Galois de Ia Baume,Herr von Valfin, welcherdamals den krieg in Languedoc führte, und zu Cahors war,jhm die aufsicht und Capitainfchafft darüber ließ, damit er ihnin Königs Caroli V. diensten behalten möchte. Er gab ihm aucbzu besserer sicherheit dicfes stlilosses sechs küraßirer und zwölffufi-knechte zu, welches er sonder zweifel wohl defendiret, indem er
L t l l ; daselbst