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Barcepha/ siehe Moses Barcepha.
Barckan / siehe Baracan. ^
Barckschay / (Achatins) Fürst in Siebenbürgen , war ausdiesem lande gebürtig, und zwar von geringer ankunfft; wie denneinige melden, daß er anfangs des Fürsten Georg« Ragozy finden»heitzer gewesen, nachgehends aber durch sein lustiges und freyesWesen so empor gekommen sey, daß ihn Georgius Ragozy u zumGouverneur von Caramebes und Lugos, inqleichen zum Ober»Richter und Landes-Präsidenten in Siebenbürgen ernennet. Erward auch Gespan der gelpanschafft Hunyod, und des letztgedach»ten Fürsten vertrauter, welcher ihn als Gesandten an den Ali Bas»sa abschickte, und, wie man sagt, aufsein emralhen, den Unglück«tichen zug inPvhlenvornahm. Als Ragozy i! an. , die landes-regierung dem Francisco Redey abtrat, bald aber wieder seinenschloß änderte, wurde er von den Land-Ständen an jenen abgefer»tlgt, der ihn aber bey sich in arrest behielt, und es dahin brach,te, daß die Land-Stände sich vor ,hm demüthigten, und Redeyder landes-regierung abjagte. Nachgehends, da die Türcken denRagozy mit krieg überzogen, wurde Darckjchay nebst andern anden Groß,Vezier, der sich damals in dem; tage vorher erobertenplatze Jeno aushielt, abgesendet, und bewog denselben durch gros-se geschencke, daß er ihn zum Fürsten inSiebendürgen erklärte,wie-wol andre darvor halten, daß es ohne seine Veranlassung und be»schenckung geschehen. Gualdo schreibt, er den habe in geheim allesbeygetragen, daß dieerwehnte stadt Jeno in der Türcken gewaltgeralben.So viel ist gewiß,daß er den ihm anvertrauten städtenCa-ransebes und Lugos nicht so , wie er gesollt, vorgestanden, undalso dieselben mit leichter mühe von dem feinde überwältigt wvr»den. Hierauf rückte der Groß»Dezier weiter mit lhm in Sieben»bürgen, und nöthigte die auf dem land-tage zu Schesdurg ver»sammleten Stände, daß sie dem Barckschay den eyd der treue ab.legen musten. Don bannen zog er mit der Türckischen armee vordas schloß Vasarhely oder Neumarckt, und folgends vor das schloß■ Szomosch Wvar, welches George Banfy übergeben muste, da ersich denn mit des Fürsten Ragozy Abgeordneten zu Desch unter»redete, und verstellter weise vorgab , daß er ihm das Fürstenthumgern wieder überlassen wolle, wenn der Türckische Kayser damit zu-frieden wäre. Mein aufdem land-tage zu Neumarckt ruffte er al»le diejenigen, so dem Ragozy dienten, bey verlierunq ihrer güternach Hause, und schickte den allda ausgemachten tribut nach Con-stantinopel, womit man aber auf Türckjscher feite so übel zufrie-den war, daß man die Abgeordneten in die sieben thürme warff.Inzwischen da Ragozy, mildem es dieZecklerannoch hielten,denBarckschayischen Obristen Stephan Varadi erleget, und JohannKeminy sich auch wieder aus der Tartarischen gefangenschafft ein»gestellet hatte, hielt erzu Wiltenbacheinenlaud-tag, undavocir»te abermals die dem Ragozy anhienqen, allein dieser qieng ihmso zu leibe, daß er zu den Türcken nach Temeswar fliehen muste,welche ihn mit bezeuqung grosser höfflichkeit empfiengen, bald aberin gefängliche hasst nahmen. Doch so bald man erfuhr, daß derWoywode in der Wallachey zu dem Ragozy übergetreten, mithindessen wider den Barckschay angebrachte deschuldigung, als wenner mit dem Ragozy m gutem vernehmen stünde, ungegründetschien, faßte die Pforte den fthluß, ihn mit gewalt wieder einzu»setzen. Zu dem ende rückte Barckschay mit einer Türckischen armeeinSiebendürgen, eroberte an. i6;y das eiserne thor, und behieltin einer schlacht wider den Ragozy das seid, worauf Weissenburg und Dorneburg an ihn übergiengen. Ragozy, der sich unterdes-sen durch das dündniß mit den Woywoden in der Wallachey undMoldau verstärckt hakte, belagerte ihn an. 1660 m Hermanstadt,und setzte ihn in solche furcht, daß er sich erboth, ihm Hermanstadtund Deva einzuräumen, wenn er nur die Herrschafft Ormenyesnebst dem zugehörigen behalten solte. Ob nun gleich Ragozy die-sen Vorschlag annahm, so wollen doch die mttbelagerten Ständenicht darein willigen, sondern den Türckischen entsatz erwarten,auf dessen annäherung jener abzog, und bald hernach an einer inder schlacht bey Clausenburg empfangenen wunde den i7may an.rSSo sterben muste. Hierauf begab sich Barckschay mit den Tür»cken in Ober-Ungarn , und hatte das Unglück, abermals in arrestzukommen, weil er sich weigerte, dievestung Groß-Waradein inTürckische Hände zu übergeben, da er denn in währender belage»runq dieser stadt, die den 27 auq. an. 1660 erobert ward, in demTürckischen laqer nicht ohne lebens gefahr bleiben muste; dochnachdem die Stände in Siebenbürgen einen neuen tribut erlegthatten, wurde erwieder auf freyen fuß gestellet, und bald durch dieNachricht erfreuet, daß sein bruder Caspar die Zeckler aus dem selbegeschlagen. Eine andere Sievenbürgische landlchafft aber, dereneinwohner die Czusser heisseu, ruffte den ehmaliqen RagozyfchenGeneral Johann Kemeny aus Ober-Ungarn , der sich mitHeyducken einstellte, durch den vertriebenen Adel einen grossenanhanq bekam, und hes Barckschay obgedachten bruder, der wl»ber ihn ausgeschickt war, in dem dorffe Baza erschlug. Barck»fchay und Keminy hielten hierauf ausserhalb der vestung Gdrgöny«ine Unterredung mit einander, und wurden eins, daß sie dasjeni»(H gc,was die Stände auf dem land-taqe zu Legen schliessen würden,vor genehm halten wollen, da denn jener die Land-stände ihrerihm geleisteten pfiicht loßwhlte, und zugleich versprach, unterdessendie Türcken um keine hülffe anzusuchen. Auf diesem land-tage nunerwehlte man den Keminy zum Fürsten , und verjprach dem Barck-schay gewisse guter, welcher letztere dem scheine nach damit zufrie-den war, heimlich aber an den Türcken schrieb , um dem Keminy«ins zu versetzen; allein er wurde genöthigt, Görq'ony oder Geor-genstadt, Deva und Fvgaros dem neuen Fürsten zu übergeben,bein bruder Asidreas Barckfchav wurde endlich zu Görgdny ge-
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benckt, er selbst aber allda in verhafft genommen, vnd hernachdurch 2 abgeschickte, unter dem vorwand, als wenn sie ihn nachKvvar führen sollen, in einer carvffe abgeholt, die ihn unterwe-gens in dem dorffe Kepa den -2 man an. -665 umbringen liessen.Gualdo meldet, daß ihn die Stände in geheim, damit sie dessenvon den Türcken nicht zu entgelten hätten, zum tobe verurtheilt,oder dsch dem Kemmy erlaubt hätten, nach seinem gefasien mitihm umzugehen. Seine erste qemahlin starban. i66o,ivoraufeksich mit L>,egmunds Bauffv tvchter an. >66, verehsichte, welchenach jeinem tobe einen Edelmann heyrathete. Auf seinen müntzenstehet auf der einen feite : de proiundis clamavi ad te Domine,und auf der andern : llolnine, falva nos, perimus, Gualdo Prio'·rate vita di Leopoldo, Je Sim-etulms de bello Pannonico,
Barclay / (Alexander) ein Engelländifcher Weyh'BWoffin dem Dißchum Bath siebte unter der regierung Henric» V ni undEduard , VI, Etliche halten ihn für einen Schotliander, Pi'seusaber meldet, daß er in Engelland gebohren, und zwar in der Graf-schafft Devon, woselbst er zu 8. Maria d'Oter, Capellan gewesen.Er begab sich erstlich in den Benedictiner-Hernach in den Francif-caner-vrden, und nachdem er eine lange zeit Almosenierer bey demDischoff Thomas Cornitz gewesen, wurde er Weyh-Bischoff zuBath. Er ist an. 1552 gestorben, und hat sich durch unterschie-dene schrifften besannt gemacht, unter andern auch SebastianBrands ftuitiferam navem ins Englische übersetzt. Er ist von demGilberto Barclay, Bischoffzu Bath, welcher an. gestorben,unterschieden. Pitfius de icript, Angl, GcJjpm de Episc. ßathoo,
Barclay / (Wilhelm) ein berühmter Rechts-gelehrter, warzu Aderdeen in Schottland , aus einem vornehmen geschlechte ge-bvhren. Er stand zwar bey der Königin Maria in Schottland wohl, aber bey ihrem söhn und Nachfolger wolte ihm das glücknicht sonderlich scheinen, begab sich dervwegen an. j?7i nachFranckreich, und legte sich zu Bourges auf die rechts-gelehrsam-'kett, ob er gleich schon jähr alt war. Der Jesuit, EdmondHay, der sein anverwandter war, und bey dem Hertzoge von Lo-thringen gar wohl anstund, brachte es dahin, daß ihn der Hertzogzum vornehmsten Professor juris zu Pont ä Mousson und zu seinemHvf-Requeten-Meister machte. An. 1582 verheyratbete er sich inLothringen , und zeugte einen söhn Johannem, dessen hernachsoll gedacht.werden. Diesen wolten die Jesuiten wegen seines un-gemeinen in gen.,, tn ihre socielät ziehen, weil aber der vater durch-aus nicht drein willigen wolte, wurde er endlich gezwungen Lothrin-gen zu verlassen. Er begab sich dervwegen nach Londen zu demKönige Jacobo, bey welchem er eine anständige stelle und desol-dung erhalten können, wenn er sich zu der Engelländischen k,rchehätte bekennen wollen. Er gieng dervwegen an. 1604 wieder nachFranckreich, wurde Profetlor juris auf der Universität zu Angers ,und starb daselbst an. 1605, Er hat unterschiedene schrifften hin-terlassen , darunter die vornehmsten sind : de poteftate Papa* ; deregno & regali poteftate,adverlin monarchomachos; Ph.mas in.vict»doct. vir. Erythraus pin. Crajf ■ elog, Bayle,
Barclay / (Johannes) ein söhn Wilhelmi, wurde zu Pontä Mousson den »8 jan. an. 1582 gebohren. Er begleitete seinen Va-ter, der gedachter Massen um seinetwillen Lothringen verlassenmüssen, nach Engelland, nachdem er sich vorher in dem jähreseines alters durch einen commentammi übe,· i>eS Statli Theba-dabekannt gemacht. Er gab auch an. >6c>z ein lateinisches gedichteüber die krönung Jacobi heraus und den ersten theil von seinemEuphormione. wodurch er sich bey dem Könige Jacobo sehr beliebt,aemacht. Er gieng darauf mit seinem Vater wider nach Franck-reich, und blieb biß auf dessen tob zu Angers , reisete hernach nack»Paris, verheyrathete sich, und wandte sich wieder nach Londen .Er befand sich daselbst um das fahr i6.c6, zu welcher zeit er mitdem berühmten Peirescio bekannt wurde, schrieb auch allhier dieHistorie von der pulver-verratherey.An 16 >0 gab er die apo^gisrnEuphormionis heraus, und den tractat seines Vaters de potefta-te Pap*. An. >6l2 ließ erzu Paris ein buch drucken unter demtitul p>«as > in welchem er dem Cardinal Bellarmino antwortete,der seines Vaters tractat von der gewalt des Pabsts angegrif-fen hatte. Zwey jähr darauf erschien zu Londen , woselbst er sichdißhero aufgehalten hatte, sein icon animomm. Er verließ aberdiesen ort an. 1616, begab sich nach Paris , und von bannen nachRom , woselbst er einen tractat von den religions streitigkeitenherausgab: unter dem titul: paramesisad sectarios, Bellarmi-nus erzeigte ihm viel hdfflichkeit, ob gleich Barclajus wider ihngeschrieben hatte. Er starb endlich zu Rom den 12 auq. an. ,6ri,da eben zu selbiger zeit seine Argenis, in Franckreich durch hülffedes Peireseii gedruckt wurde. Im übrigen war er ein vortreff-licher Poet, und hat man von ihm ein voiumen reiner verse, soäus; büchern bestehet Er soll auch über bereits gedachte schriffteneines de beiio sacro, ober von eroberung der stadt Jerusalem durchdie Christen, ingleichen den ansang von der Historie von Europa hinterlassen haben. Vita Johannis Barclaji Impertal. mtssaeo bist.Erytbr. pin. ]. Bayle.
Barclay / (Robertus) ein Schottländer äus dem geschlechtder Darclayer , wurde in seiner lugend nach Paris geschickt, wo-selbst seiner mutier bruder dem Schottländischen coiiegio vorgesetztwar; dieses verursachte, daß er sich von der Reformirten religionzu der Catholischen wandte. Da solches sein vater David Bar-clay, der sich unterdessen zu den Quackern begeben, erfuhr, be-rieffer ihn nach Hause, und wolte ihn eben dazu bereden. Er wi-dersetzte sich zwar anfänglich, nachdem er aber in eine Versamm-lung der Quacker kam, wurde er fo gerührt, daß er alfodald ihreparthey annahm, und weil er in sprachen und allerhand wiffen-schafften wohl erfahren war, ward er der vornehmste Verfechter1 theil. Aa» dieser