Als dieselbe von Alyafte dem Konig in Lydien belagert ward/und dieser sie nun hoffte durch Hunger zu bezwingen/ gebrauchteDias die list/ daß er 2. mit fleiß wohl genehrte maulthiere in desfeindes läger gehen liesse/ wodurch selbiger auf die gedancken ge-riethe, sein vorhaben wäre vergeblich/ weil die Prienenser so garfür dergleichen Vieh genügsamen verrath an der Hand hatten.Die deswegen in die stadt gesandte Lydier führte Bias ferner zugrossen häuffen sandes, welche er oben mit körn überstreuet/stärckte sie dadurch Noch mehr rn ihrer muthmassung/und nahmendlich dem Alyatki vollends alle Hoffnung , da er für den an-gebotenen vergleich deme gantz srech entböte, er mochte hin-gehen und zwiebeln essen'/ das ist/ sein unbesonnenes vor-nehmen in belägerung Priene beweinen. Als hernach CyrusLydien in seinen gemalt gebracht, und nun auch die .Ionischenstädte angriffe, gäbe Blas denselben diesen vernünftigen rath/weilen es doch nicht möglich ihre freyheit gegen der Persischenmacht zu beschützen, so sollten sie gesamter Hand eine schiff-flottesammle»/ und mit selbiger die insul Sardinien in besitz neh-men / allwo sie aus allen zusammen eine Ionische Repudlickanrichten/ und ihre freyheit für allezeit beschützen konnten. Siefolgten zwar diesem rath nicht , sahen aber bey dem ausgang/wie fürtreflich derselbe gewesen; indem zwar die in Asien zu-rück gebliebene Ionier alle in kurtzer zeit unter das joch der Per-sier gebracht wurden , die Phocenser aber , welche sich alleinentschlossen , den sitz ihrer freyheit anderswo hinzulegen/ in demmittägigen Gallien / da sie Maßiliam und mehrere städte ge-dauet/ zu grosser macht und ansehen gekommen. Bey gelegen-heit der einnahm Priene durch die Persier geschahe es, was Va«lerius Maximus sagt , daß als die stadt Priene wäre belagertworden, und die einwohner mit ihren kostbarsten fachen sichvon bannen geinacht hätten, wäre allein Bias mit ledigen Hän-den davon gegangen , und als man ihn deswegen gefraaet,habe er geantwortet: er trage alle das seinige bey ssch.Ferner berichtet Diogenes Laertius von ihm, daß er 2000.verse geschrieben, von der art und weise, durch welche Jonienzur grösten glückseligkeit gelangen könnte; und daß er in den ar-men eines sohns ftiner tochter gestorben, als er einen seiner gu,ten freunde gerichtlich vertheidiget, und nach seiner gewohnheitmit allzuarosser Heftigkeit geredt hatte; jedoch hatte er nochdie Vergnügung/ da er schon in hinzügen war / zu vernehmen/daß seine rede gesieget und sein freund losgesprochen wäre.Es pflegte sonst auch Bias zu sagen, daß derjenige unglücklichwäre / welcher ein Unglück nicht ertragen könnte; ingleichen,daß der in einer gemüths-kranckheit läge, der unmögliche din-ge verlangte. Als er sich auf dem meer befand / und sahe/ daßbey entstandenem ungewitter die liederlichen leuthe bäteten/ sag-te er: schweigt nur stille, die götter möchten sonst mercken,daß ihr hier seyd. Herod. lib. I. Cic. de amic. c. 40. Val. Max.lib. IV. 1. & VII. 2. Flut. in Sympos. VII. Sap. Diog. La'ert. inThal. & Biante. Auson. in Ludo VIl. Sap. A. Gell. lib. V. c.11. Stob aus, &c. *
* Bias / ein söhn des Amythaonis und der Jdomenes.Durch Vermittelung seines bruders Melampodis bekam er diePere des Nelei tochter zur gemahliii/ mit welcher er den Talaumzeugte. ApoUodorus, lib. IX. §. II. 12.1;. Als die Argivischenweider rasend wurdewund aufdem selbe herum liessen/ so brach-te sie sein bruder Melampus wieder in ruhe; und er bekam auchfür sich einen theil von dem Archivischen Reiche. Pausawias, Co-rinth. 18. Seine übrigen kinder waren Leodocus/ Apollomus I.119. oder/wie er sonst genennet wirb,Lacodocus und Arejus/ Or pheus , Argonaut. 146. & ad eum Escbenbacb. 1. c. nebst dertochter Anaxibia/ die der Pelias heurathete. Apoüodoms ,üb. IX. §. 10.
* Biatowiez , (Valeutinus) ein Iesuite aus Litthauen/ an.16; 7. gebvhren , war ein geschickter Poete , und Professor hu-maniorum litterarum zu Wilna / und starb den 1;. jun. an.1678. im 41. jähre seines alters. Er hat / wiewol ohne vorge-setzten nahmen , viele poemata heraus gegeben. Alegambe.Witte, diar. biogr.
* Bibars, der dritte Sultan der ersten Mameluckischen Dy-nastie mit dem beynahmen Babariten, war ein sclav des Ala-cddin al Bundvkdar gewesen, weswegen ihn die meisten hisiv-rien-schreiber gemeiniglich Bundvkdar nennen. Man will ver-sichern/ als ob er das Haupt der wider Cotum seinen vorfahrnangesponnenen zusammen-schwörung gewesen/ und ihn selbstenin dem 698. jähr der Hegira / 1299. jähr nach Christi geburtums leben gebracht habe. Als Bibars für den rechtmäßigenSultan erkennet wurde / begab er sich naher Cairo , allwo inanihm die thor erofneie. Das folgende jähr erhielt er drey herr-liche siege über die Tartarn, welche die stadt Alep mit stürm er-obert/ und den grosten theil der einwohnern mit dem schwerdtumgebracht hatten. Zu gleicher zeit erkannte Bibars für Caliseinen nahmens Ahmed, dene die herumschweiffende Araber na-her Cairo ihm hergebracht hatten / und den sie für einen söhndes Califs Dhaher Billah , welcher in Arabien entflohen wäre/hielten. Es waren nun drey und ein halbes jähr, daß die Mu,fulmanner kern Oberhaupt ihrer religion gehabt hatten/ da Ah-med/ dein Bibars den nahmen Mostanser Billah gäbe, für denCalis erkannt wurde. Seit dieser zeit wurden die Califen ihrerweltlichen macht gäntzlich beraubet, und blieb ihnen nichts alsdas geistliche, also daß sie keine andre geschäffte hatten , als die-jenige / welche sich in denen religions-fachen eräugen konnten;
Histsr. Lexieon 11 . Theil.
dann weder Bibars noch seine Nachfolger wiesen ihnen einigesland an. Bibars führte seinen Calis/ von deme man in Caironicht viel Wesens machte / naher Damas, von wannen er ihnunter sicherm geleit naher Bagdet schickte , um ihn in den be-sitz seiner vor-eltern sitzes zu seyen. Da ihn aber die Tartarnangetroffen hatten/ brachten sie ihn ums leben, ehe er alldortenanlangen konnte. In dem 661. jähr der Hegira machte sich Bi.bars durch eine merckliche verrätherey von dem vesten schloß vonCrak meister. Zwey jähr hernach nahm er die stadt Cäsareamin Palästina den Francken mit gemalt hinweg. Die Tartarnnahmen ihme Damas hinweg , behielten sie aber nicht lang/dann er eroberte sie bald wieder. Das folgende jähr belagerteer Ptolemais oder St. Johann von Acre ohne solche erobern zukönnen / nahm aber die stadt und das veste schloß Safet oderSafette mit accord ein. Nachgehends gieng er in Armenien über / nähme die städte Sis und Ajas ein , und ruinirle dasgantze land des Armenischen Königs Haiton. Es kamen aberdie Tartarn diesem Fürsten zu hülst/ und nöthigten Bibars/ Ar menien ? und so gar Natolien zu verlassen. Worauf dieser überfeinen so schlimmen sortgang also ergrimmete / daß er nach sei-ner rückkehr in Egypten alle einwohner der stadt Cara / so ergäntzlich zu gründ richtete/ durchs schwerdt umbringen ließ. Indem 666. jähr der Hegira nahm er die stadt Jafa, und kurtzhernach Antiochiam ein / allwo er die schönsten kirchen zu gründrichtete, und die meisten einwohner gefangen wegführte. Indem jähr 667. nähme er den Tartarn Alep hinweg, und liessesehr wenig einwohner darinn bey leben. In dem jähr 668. orisser Ptolemais zum zweyten mal vergeblich an ; verheerete aberdas land gäntzlich. Er nahm durch accord das schloß vonMaßiat ein/ woraus er die Tempel-Herren verjagte; eroberte diestadt Accaron/ und das schloß von Curdes; und als er allda dieankunft der von den Francken um hülff angeruffenen Tartarnvernähme, kehrte er sich gegen Alep, gienqe von bannen inEgypten / kehrte wiedrum in Syrien zurück, und thäte allediese fcldzüg in dem einigen 670. jähr der Hegira / 1271. jährnach Christi geburt. Das folgende jähr nöthigte er die Tartarn,die belägerung der vesten stadt Bira in Mesopotamien aufzuhe-ben/ und kehrte nachgehends wiedrum in Egypten zurück. Indem jähr 67;. fiel er zum zweyten mal in das Armenische landSis/ welches er gäntzlich ausplünderte und verheerete. Nach-dem er von diesem feldzug naher Damas zurückgekehret wäre,vernahm er in dem iahr 674. daß die Tartarn die stadt Biranochmalen belagerten/ rückte derowegen gegen ihnen an; da eraber zu Catifa angelangt wäre, berichtete man ihn, daß siesich zurück gezogen hätten. Er nahm derohalben seinen wegwiedrum in Egypten ; und schickte in gleichem jähr eine armeein Nubien , welche nicht eher zurück kehrte, bis sie das landgäntzlich verheeret, ausgeplündert und alles, was widerstandthat, ums leben gebracht hatte. In dem jähr 679. führte Bi-bars einen andern krieg in Natolien mit den Tartarn, allwoman sich zu beyden feiten zu verschiedenen malen schlüge; da ersich aber zu schwach befände, begab er sich in die stadt Emestsa, allwo er gestorben. Als kurtz vor seinem tod der mondgantz verfinstert wurde, sagten die sternseher vorher, solches be-deute den tod eines Fürsten. Weilen nun der Sultan die voll-bringung dieser Wahrsagung von sich abwenden wollte, bat ereinen Fürsten des Iacobitischen Hauses,Malek al Caher genannt,zu gast , und ließ ihn in dem gastmahl vergifteten wein trincken;um aber allen verdacht zu benehmen, wollte Bibars nach ihmeaus gleichem becher < den man mit anderm wein anfüllte, trin-cken ; es blieb aber noch genug gift darinnen, daß er sich selb-sten vergiftete; starben also diese zwey Fürsten miteinander nachdiesem unglücklichen gastmahl. Andre haben den tod des Bi-bars einer rothen rühr zugeschrieben, welche er, als er den flußEuphratem duechgewattet, um sich mit den Tartarn zu schlagen,erholet habe. Er regierte 17. jähr und etliche monat. D’Her-belot, bibl. Orient.
* Btbars II. dieses nahmens, der zwölfte Sultan der erstenMameluckischen Dynastie in Egypten, regierte nur eilf monat,in einer der dreyen zwischen-zeiten der regierung des Malek alNasser, eines sohns des Kelaoun, in dem 709. jähr der Hegi ra , 1 ;c-9. jähr nach Christi geburt. Er legte selbsten die regie-rung ab, und wurde nachgehends aus beseht des Nasser crwür.get. D’Herbelot, bibl. Orient.
Btbauc, (Wilhelm) General der Carthäuser, war vonThielt , einer stadt in Flandern , gebürtig, und hatte ein treflichesgedächtnis. Als er Professor Literarum elegantiorum zu Gentwar, schlug das weiter in seinen lehr-saal, und beschädigte vielvon seinen zuhörern, da er so gleich ein gelübde that, ein Car-thäuser zu werden. Dieses ersüllete er um das jähr 1900. wur-de an. 1921. General von seinem orden, und starb den 24. jul.an. 1998. Er soll Orationes, Conciones Capitulares, &c. hin-terlassen haben. Petrejus, in not. ad chron. Dorlandi & inbibl. Carth. Cborier &c.
Bibel, Biblia . Durch diesen nahmen wird die gantze hei-lige Schrift verstanden. Man theilet sie in das Alte und NeueTestament. Jenes begreift die vor Christi geburt geschriebenebücher, und sind dieseldigen die 9. bücher Mosis. Das ersteenthält die geschichte von erschaffuug der weit, von der sündfluth,und von den Patriarchen, bis aus den tod Josephs. Das an-dere handelt vornemlich von Most, von dem ausgang der kin-der Israel aus Egypten, wie sie das gesetz bekommen, und die
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