dorff soll seyn gestiftet worden. Die einkünfte davon sind denCatholischen und Evangelischen gemein , vermöge des execu-tions-recesses des Westphälischen friedens , in welchem messeman zugleich versehen , daß der Stadt-Rath halb aus Catholi-schen und halb aus Lutheranern bestehen soll. Über die Haupt-kirche zu St. Martini hat vor diesem der Abt des klosters Eber-bach im Ringau das Jus Patronatus gehabt, welches ihm aberder Rath an. 15 64. abgekauft. Diese stadt soll von den bibern,welche sich ehemals häufig bey den allda befindlichen sumpfenaufgehalten, den nahmen bekommen haben, wie sie dann der-gleichen thiere noch jetzo beständig in ihrem wapen führet: da-hero diejenige sich durch die unkennbarkeit der biber-gestalt in ei-nigen ihren vorgekommenen Biberachischen wapen müssen ha-ben betrügen lassen, welche vorgeben, Maximilianus hatte anstatt des bibers einen löwen darein gesetzet. Die Wahrheit ist,daß schon der vatter Maximitiani, Kayser Fridericus III. eineänderung in dieser stadt wapen gemacht hat, welches aber le-diglich darin» bestanden , daß er selbiger an statt des vorhin ineiner weissen feldung geführten blauen bibers mit rothen klauenund gefchrot samt einer rothen cron, für das künftige in einemblauen seid einen gantz goldenen biber mit dergleichen güldenencron zu führen erlaubet hat. Einige geben, wiewol ohne diegeringste Wahrscheinlichkeit, vor , daß sie bereits an. 7? 6.ein dorf gewesen, und unter Friderico II. zu einer stadt ge-macht worden. Dieses ist gewiß, daß sie von dem grossen In.terregno an eine unmittelbare Reichs-stadt gewesen, wie mansie denn in allen Schwäbischen bunds-vereinigungen und al-liantzen der städte antrift. An. i$i 6. kam in dem Salmans-weilerischen Hofe ein feuer aus, welches fast die halbe stadtin die asche legte. An. 16;2. wurde sie von den Kayserlichenvergebens belagert, aber an. 16;;. mit accord erobert, woraufsie an. 1634, an die Schweden übergieng, welche sie nach derNiederlage bey Nördlingen wiederum räumten. An. 1646. »rü-ste sie sich an die Franzosen ergeben - welche sie den Schweden überliessen, die sie bis auf den Westphälischen frieden besassen.In dem Spanischen succeßions-kriege nahin sie der Churfürstvon Bayern ein , muste sie aber nach der schlacht bey Hochstädt verlassen, worauf sie an. 1707. die Franzosen bey der nachtüberstiegen, und eine grosse brandschatzung forderten , unge-achtet sie vorhero schon 118000. gülden bezahlet hatte. Knip-scbild. de Jur. Civ. lib. III. c. 4. Crußus , annal. Suev. P. I.p. ?o8. P. III. lib. X. p. S81. Europ. Herold , P. I. p. 759.Datt. de pace publ. lib. II. c. ;. Merian. topogr. Suev. *
* Biberach , oder Marck-Biberach, ein kleiner ort im Bam-bergischen , welcher dem Bischoff zu Würtzburg gehöret.
Biberbach , eine Herrschafft nebst einem schlösse in Schwa ben an der Schnutter, 2. meilen von Augspurg gelegen. Siehatte vor diesem eigene Herren, und kam nach deren in demXIII. feeulo erfolgten männlichen abgange an die Marschallevon Calentin, von denen sich eine linke Marschalle von Biber bach zu nennen pflegte. Nachgehends gelangte sie an die Grafenvon Pappenheim , und endlich an die Grafen Fugger. Zeiler.
top. Suev. Lazius , de migr. p. 451. scq.
Biberstein , ist 1.) ein städtgen in dem Meißnischen kreise;2. ) ein schloß nebst einer Herrschafft in Kärndten;,;.) ein amtjn der Wetterau , welches dem Äbte von Fulda gehöret.
Biberstein , ein schloß und flecken, lincker Hand an der Aar ,eine stundwegs unter Ärau gelegen , war vor zeiten ein stamm-haus der Grafen und nachgehends der Freyherren von Biber stein , kam aber hernach an die Grafen von Habspurg, auswelchen GrafJohann , Herr zu Laussenburg und Rapperswyl,obiges schloß und flecken, samt dem hos Rohr jenseits der Aaren,dem bruder Rudolph von Bütickon, St. Iohanniter-ordensRltter, zu Handen des ordens, an. im. um 450. marcksilberZürich -gewicht, verkauffet hat. An. 1149. ward dieser Herrvon Bütickon zusamt denen beyden Häusern Klingnau und Bi berstein in Zürich zum burger angenommen. Hernach hat an.1454. Hans Arnold Sägesser, Commenthur zu Biberstein , vonder stadt Arau die Herrschafft Königsstein noch darzu er-kauft. Es blieb also m den Händen des ordens bis an. 1515.da der Commenrhur Johannes von Hattstein, mit bewilligungder VII. alten Eydgenoßischen Orten, als Kastvögten, der stadtBern . die veste Biberstein samt dem flecken, und der HerrschafftKönigsstein, wie auch allen davon abhängenden, sowol als eini-gen andern güthern und gerechtigkeiten um 418». gülden in goldzu kauffen gegeben. Von welcher zeit an die stadt Bern ernenOber-Vogt in das schloß setzet. Es begreift diese Ober-vogteyzwey kirch-spiel. An. i; 87 . ist das schloß durchs feuer verzeh-ret , aber bald wieder aufgebauet worden, stumpf, üb. VII.p. 241. 6 . publ. *
Biberftein, ein ehemals berühmtes Freyherrliches ge-schlecht, welchein in der Nieder-Lausitz die Grafschafften Beß-kow,Storkow,Sora «,Forst und Triebet,in Böhmen aber Fried-land und andere güther zugestanden. Ihr eigentlicher Ursprungwar aus der Schweitz , als woselbst ihr stamm-schloß Biberstein ,unweit Arau gelegen, und heut zu tage dem Canton Bern zu-ständig ist. Sie hat aber daselbst ehemals den Gräflichen titulgeführet; wie denn an. y; 8 . Heinrich , Graf von Biberstein ,auf dem thurnier zu Magdeburg gewesen. Nachgehends, da ge-dachtes schloß an die Grafen von Habspurg verkauffet worden,hat sich Bolco oder Boleslaus, Graf von Biberstein , an. 1228.m Teutschland gewendet, und in Schlesien die Herrschafft Fried-
land an sich gebracht. Dessen nachkommen führten nur denFreyherrlichen titul, und breiteten sich in unterschiedliche linienaus, davon die zu Beskau, die zu Forst und die zu Gorau inder Nieder - Laußnitz die berühmtesten gewesen, bis sie endlichalle an. 1667. mit Ferdinando II. zu Forst abgegangen. Eshat sich diese familie vor alten zeiten auch in Polen ausgebreitet,allwo sie noch heut zu tage in unterschiedenen lmien floriret , dieaber den geschlechts-nahmen fahren lassen, und sich von ihrenRitter-sitzen benennet. Sonsten sind diese Herren von Biberstein mit dem adelichen geschlechte der Marschalle von Biberstein inkeiner verwandtschafft gestanden. Siehe Marschalle. StumpfSchweitzer-chrvN. p. 514. Bucel. stemmat. P. IV. p. 34. PetriBcckteri hist. Howorr. P. II. Spen. theatr. nobil. P. IV. Hart-knochs Preußische Historie.
Bibiena , ein flecken in Piemont, welchen einige vor der Al-ten sonnn Bibii halten; andere aber meynen, daß selbiges Ca,stel-Fiori oder Paisana in eben diesem lande um den Po sey.
Bibienna, (Bernhard von) d'Unce oder de Divitio, Car-dinal und Bischoff zu Cvutance in der Normandie . Einige hal-ten dafür, er sey aus dem geschlccht der Tallali, welche ursprüng-lich von Arezzo und sich zu Bibienna niedergelassen hatten;doch aus den briefen Leonis X. kan man sehen, daß er aus einerschlechten familie gebohren worden. Als er 9. oder 10. jähr altwar, gieng er nach Florentz daselbst zu studiren, und wurdevon Laurentio de Medicis in sein Haus, und folglich zu seinemSecretario, aufgenommen. Er trug ihm auch hernach die auf.ficht über seinen söhn, den Cardinal Johanncm de Medicis auf,der noch sehrmng war, bey welchem er sich dergestalt beliebtmachte, daß er ihm, da er unter dem nahmen Leonis X. denPäpstlichen thron bestiegen , an. 1514. den Cardinals-Hul mitdem titul St. Mariä in Porticu ertheilte. Er brauchte ihn auchin unterschiedenen geschäfften, schickte ihr, als Legaten zu derarmee wider den Hertzoq von Urbino , an Maximilianum undnoch andere örter. Endlich gieng er an. 1518. als Legat nachFranckreich, eine creutz-fahrt wider den Türckcn zu verkündi-gen , wurde auch von Francisco I. sehr wohl aufgenommen, wiedenn derselbe willens soll gewesen seyn, 40000. mann zu diesemkrieg zu geben und selbst zu commandiren, wenn nicht der Papstund Cardinal de Medicis durch ihre heimliche anschlüge widerFranckreich es selbst verhindert hätten. Bernhard schrleb dero-halben scharfe briefe an den Röinischen Hof, weswegen manihm, als er gantz gesund aus Franckreich zurück gekommen, ineyern gift soll beygebracht haben, davon er den 9. nov. an. 15 20.gestorben. t Der König in Franckreich bezeugte ein sonderbaresmitleiden über feinen tod, wie er ihn denn sehr werth gehalten,und ihm das Bischoffthum Cvutance gegeben hatte. Er hat ei-nige fachen in versen geschrieben , und sonderlich eine comödie,Lalandra genannt, welche im Vatican gespielet, und sehr ge-ruhmet worden. Seine baase hatte er dein berühmten Raphael d'Urbino versprochen, weil sich aber dieser einen Cardinals-Huteinbildete, kam es nicht zur vollziehnng. Petrus de Bibiennawar sein bruder, und starb als Päpstlicher Nuntius zu Venedig .Bembus , in ep. lib. VII. X. XIII. & XVI. & in hiit. Gute.ciard. lib. XI. & XII. Jovius , in elog. c. Gnrimbert. lib. I.c. 4. Ughellus , ltal. sacra. Sammartb. Gall. Chr. Ln RöchePozai , nomencl. Cardin. Aubery. Ciacon. Vasari . Viclnrtl.
* Biblia , oder Billig, war ein eheweib des RömischenGenerals Duellii, welcher zu Rom wegen einem zur see erhal-tenen sieg triumphirte. Als sie ihr mann beklagend befragte,warum sie ihm nicht gesagt hätte, daß er einen nicht wohlrie,chenden atheni hätte ? antwortete sie ihme; sie habe vermeynt,alle Mannsbilder seyen mit gleicher unkommlichkeit behaftet.Plutarchus erzehlet ein gleiches von der ehefrau Hieronis vonSyracusa , in feinem tractat, de Utiütate ex adverfis capienda.
Bibliander, (Theodvrus) war an. 1509. zu Bischoffzell na-he bey St. Gallen in der Schweitz gebohren, und wurde anZwinglii stelle Prokellor Theologie in Zürich . Er hat noch sehrjung an. i;;2. angefangen, mit höchster Verwunderung feinerzuhorern, den Propheten Jesajas erklären, wie er denn über,all mit ungemeinem fleiß studirt und profitirt hat; also daß Bul-lingerus selbsten 4;. tomos aus dessen Lectionibus eigenhändigaufgezeichnet und geschrieben hat. Wegen strengen studirensund meditirens bekam er nicht nur ein blödes gesicht, sonderner ward etwas wunderlich und unangenehm im Umgang und infeinem thun. Daher er den Doctor Martyr nicht allein tn seinenLectionibus angezäpfet, sondern gar auf einen zweykampf ausge-fordert, auch dessen würcklich, an dem bestimnkten ort, mit ei-ner helmparthen erwartet hat. Da er aber unterschiedene son-derbare meynungen , und wie Henricus Alting berichtet, diemeynung Erasmt von der gnaden-wahl behaupten wollte, er«liessen ihn die Herren von Zürich an. i;6o. seines amts, jedochmit vorbehält eines jährlichm gnaden-gelds,unter dem vorwand,daß, weilen er sehr alt wäre, er sich alters halben als ein Eme-ritus zur ruhe begeben könnte; wiewolen er in der that nochnicht 60. jähre erreichet hatte. Doch starb er wenige zeit her-nach zu Zürich , nemlich an. 1504. den 24. sept. Er hat sehrviel gedruckte und ungedruckte sscbriften hinterlassen. Unterjenen sind die vornehmsten seine Übersetzung des Alcorans, dasleben Mahomets und seiner Nachfolger, eine apologie hier-über , welche man zustimmen an. 154z. in folio gedruckt; fer-ner Evangeliea Historia, &c. una cutn vita Johannis & Mar-ci Evangeliftarum ; Expositio Vaticinii de restitutione Is-raelis ; de instauranda Urbe Jerusalem & Templo , terraque
divi«