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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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b r n

* Binbutg, ist eine kleine stadt UltonienS m dem mitternach-tigen Jrrlanda in der Grafschafft Tyrone, an dem ufer von Ar-magh, sechs nreilen von Dungannon gegen mittag gelegen.

Dictiern. Angl.

Binche , Link oder Lins, lat. Rinchium, eine stadt inder Grafschafft Hennegau, an einem arm des fluffes Haine,z.stunden von Mons in einem fruchtbaren lande, darinnen es vielwildpret und sehr gesunde tust giebct, deswegen auch die Kö-nigin von Ungarn, Maria, Kayscrs Caroli V. schwcster, einenschönen pallast daselbst hat bauen lassen, welchen die Franzo-sen an. 1554. zerstörten. Man bauete ihn folgends wieder auf,und gab ihm den nahmen Mariemont. An. 1667. wurde dieserort den Franzosen in dem Aachischen frieden überlassen, wel-che ihn verbessert, und mit einigen bevestigungen versehen. An.1673. aber ist er in dem Niemägischen stieben den Spaniernwieder überlassen worden. Sonsten befindet fich allhier ein Ca-nonicat-Stift, so an. 1409. nebst 8. cörpern berühmter Hei-ligen hieher aus Lobe verleget worden. Zeit. topogr.

* Binchius, (Johannes) ein Prediger zu Herforden imXVII. saeculo, schrieb Catechisinum Psalmodictim , Franck-surt 1657. M4to; JEsus-Schatz, ib.;8. in 8vo ; Lom-penciium Evangelii, Lübeck 1639. in 4w ; 8pecimen mellisiciiTheologici, Rinteln 1647. M8vo; Mellisicium Theologicunrper omnes Theologise locos, in 2. vol. Frqnckfurt 1652. in4to, i6;8. Amsterdam iööo. 1665. Göttliche Buß-pofaune, in170. predigten, Giessen 1661. Freude über alle steude, in 18.predigten, Leipzig in 4to; Fest-Predigten, ib. 1652. in 4to;Explicationem cap. IX. ad Kom. Giessen 1600. in 4to; Be-richt von nothwendiger kirchen-buß, ib. und Franckfurt 1668.in 12. Abgenöthigteentdeckung wider Warendorp, ibid. 166;.

Hendreicb.

Bindauff, Bintoff, ein altes Sächsisches geschlecht, wel-ches heut zu tage in dem Chur -kreise zu Niemeck und Rietzschernseinen sitz hat. Ob der stamm-valter desselben derjenige Rittergewesen, welcher dem Meißnischen Marggrafen, Friderico Ad-morse , kurtz vor der schiacht bey Lucca , die wapen seiner pro-vintzien aufgebunden , (davon man noch einige alte verse inden Meißnischen chronicken findet,) lässet man an seinen ortgestellt seyn. Burchard, Thomas und Glories, Georgii vonBindauff söhne, wurden an. 1303. mit einem freyen sattelhofund 6. Hufen landes zu Klein-Mlcknütz beliehen. Von demersten stammte George her, der um das jähr 1614. Chur-Säch-stscher Stallmeister gewesen. Dessen bruder, Adolph, hinter-ließ i.i Gcorgium, der als Chur-Sächsischer General, an.l 6 ;i.in der schlacht bey Lützen geblieben; 2.) Johannem Rudolphum,Kayserl. Obrist-Lieutenant. George, so gleichfalls von dem ob-erwehnten Burchard abstammet, war zu ansang des XVII. ik-culi Chur - Sächsischer Ober-Forstmeister. Eben diese char-ge besaß Christoph Adolph, dessen söhn, Hans Rudolph, an.1701. als Chnr-Vächsifcher Grenadier-Hauptmann, verstorben,und George Rudolphen nach sich gelassen. Beckmanns Anh.hist. lib. VII.

* Binder, (Christoph) gebohren an. i;iy> in demWür-tembergifchen städtlein Grezingen, studirte 9. jähr zu Tübingen ,und erlangte daselbst den gradum Magistern. Darauf ward eranfänglich Diaconus zu Göpvingen, hernach an. i; 4 z. Pfarrerzu Denckendorff, an. 154?. Prediger in Stuttgard, in dem fol-genden jähr Pfarrer in seinem geburts-ort, an. 1 z z 7. Stadt-Pfarrer zu Nürtingen , und dann endlich an. i;6$. General-Superintendent und Abt des danials mit Fürstl. Alumnis be-setzten klosters Adelberg , in welchem amt er bis an seinen todgeblieben. Sonsten wurde er auch zu allerley anderwartigenwichtigen geschafften gebraucht, und an. 1562. nach Reichen­ weiher , hernach mit Jac. Andreä nach Jena und Weimar inVict. Strigelii Handel; ferner an. 1571. mit eben diesem Theo-log« nach Mömpelgard zur kirchen-visitation, und Untersuchungder lehre des aüdasigen Predigers Dan. Tossani; und dann end-lich an. 1 z 94. mit Eberhard Bidembach auf den Reichs-tag nachRegenspurg zu beylegung einiger theologischen zwistigkciten ab-geschickt. Er starb den;i. oct. 1596. und hinterließ nebst ei-ner tochter, welche an den ebenfalls berühmten TbeologumWilhelmum Holder verheurather worden, zwey söhne, de-ren der einte, nahmens Georg, einen söhn zeugte, von wel-chem folgender artickul zu lesen.

* Binder, (Christoph) ein groß-sohn des vorhergehenden,wurde an. 1 zu Roswelden gebohren, allwo sein vatter Pfar-rer wäre. Nachdem er seine studien zu end gebracht, ward eran. i6ol. Diaconus zu Canstadt, darauf nach verfiieffung eini-ger jähren Svecial - Superintendent und Prediger zu Stutt-gard, ferner an. 1610. Consistvrial-Rath und Hof-Prediger,an. 1612. Doctor Theologise, und dann endlich an. 1614. Abtzu Maulbrunn, General-Superintendent und Landfchassts-Ästeffor, bey weicher stelle er auch an. 1616. den 3. jun. früh-

e gestorben, veine vornehmste schrist ist ein tractat deilogia icholastica, Tübingen 1614. in 4t0. Ausser diesemhat man von ihm: Traft, de Caufis Pestis; Sophistam Poly-cephalon ; Theses de ßonis Ecclesia?, eommque legitimo ulu;de Usuris; Not;e in cap. IX. Danielis; und einige Teutsche,theils Homiletische , theils streit - schriften. Siehe ferner vondiesen zweyen Theologis , Caroli memorabilia eccl. tom. I.lib. I. t'reberi theatr. Part. I. fest. III. Fiscblin. memorisiTheol. Würtemb. P. I. & II.

Histor. Lexican II. Theil.

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* Binder, (Friedrich von) Kayserlicher Reichs-Hof-RathAugspurgischer Lonkession ; war zu Colmar in Oder-Elsaß an.1646. den 1;. oct gebohren. Nachdem er den gründ seiner stu»dien in seiner vatter-stadt geleget, begab er sich nach Straßburg ,und dssputirte pro gradn de Jure Albergari* , gieng darauf na-her Speyer , die Kayserliche Cammer-Gerichtö r Praxin zu be-greiffen, worauf er zu Landau , Straßburg und Franckfurt amMayn das Syndicat verwalket. Hierauf wurde er zum würck-lichen Reichs-Hof-Rath ernennet, auch als Kayserlicher Sub-Delegatus gebrauchet, das Chur - Pfältzische succeßions - ge-schafft zu Franckfurt am Mayn abzuthun, worüber er etliche jährgearbeitet, und es endlich, wie auch andre wichtige Verrichtungen,rühmlich ausgeführet. Er starb zu Wien an. 1709. den 17. zun.

* Binderin, (Catharina) diese ward wegen ihrer wunder-samen aufführung und weissagerischen geistes von vielen voreine prophetin gehalten, indem sie ihrem vorgeben nach 7. jährohne speis und tranck gelebet, auch dabey sprachlos gewesen,und an. i?8z. die spräche wieder erlanget hat; es ist aber die-ser ihr betrug und ersonnenes Wesen durch die zu dieser facheverordneten Lommissarses entdecket worden. Histor. Apollon .

Schreyeria in append. p. <; 1.

Bindon, auf alt-Sächsifch Beandum, ist der nähme einerstadt in der Englischen provini; Dorsetshire, nahe bey dem flußFroom, allwo sich ehemals ein kloster befand. An. 614. sollin dieser gegend (andre sagen, es sty bey Vampton, an denarentzen von Devonshire und Somersetshire geschehen) derWest-Sächfische König Kinegilf die Brttannier in einer bluti,gen schlacht überwunden haben. Vor einer geraumen zeit wardieser ort ein sitz des Lords Marney, welcher selbigen mit sei-ner gemahlin, einer tochter des Ritters Rogerii Newborough,bekam. Eine descendentin von demselben brachte den besitz da-von an das Haus Howard , in welcher familie einige dem Vice-Gräflichen und den Gräflichen titul daher geführt haben. Dennder Lord Thomas Howard, Thomä, Hertzogs von Norfolk,andrer söhn, heurathete Elisabeth, die andere tochter Johan-nis, Lords Marney, und ward deswegen von der KöniginElisabeth den iz. jan. an. i;s9. zum Vice- Grasen Howardvon Bindon gemacht. Er starb an. i;8r. und ließ in solcherwürde zum Nachfolger seinen söhn Henricum, welchem, weiler keinen leibes-crben hinterließ, sein bruder Thomas darinnennachfolgte. Allein auch dieser starb an. 1619. ohne kinder;dannenhero der titul von Bindon mit ihm ausgieng. An.1705. den ;o. dec. machte die Königin Anna, Henricum Ho-ward , Lord Waiden, Henrici Howards, Grafen von Suf-folk, ältesten söhn, und eine zeit lang devutirten Graf-Mar-schall von Engeüand , zum Grafen von Bindon und Frey-herr» von Chesterford. Dieser succedirte an. 1709. seinem vat-ter in der würde eines Grafen von Suffolk , und heurathetei.) Penelopen, eine tochter Henrici, Grafen von Thomond,mit welcher er gezeugt Henricum, Lord Waiden, Jacobum,Thomam und Arthurum, ingleichen eine tochter Saram Hen-'riettam; 2.) Henriettam Somerset, eine tochter Henrici, Her-tzogs von Beaufort, und eine wittwe Henrici Lords Obnan,welcher des oberwehnten Grafen von Thomand ältester söhn

war. Heyiyn's help to English hystory, p. 27. Peerage of En~giand , P. I. p. 192.

* Bindrim, (Joh. Georg) ein Professor Theologise zu Ro­ stock, 'aus Mecklenburg gebürtig, studirte an. 1665. zu Rostock ,wurde an. 1669. Magister , an. 1673. Professor Theologie,und starb an. 170;. Er hat de Voce Hosianna ; de Sione Evan-gelica ; de Excommunicatione Judasis usitata , Jena 1670.de Chafacteribus Mestiae; de Prophetis illorumque ordine,Rostock 1677. geschrieben. Hendrekb. MecklenburgischesGelehrt. imcon f cent. I. p. 5.

Binet, (Stephanus) ein Jesuit von Dijon , kam zu denvornehmsten ämtern seines ordens, welche er bey 40. jähr langin Champagne, Lyon und Rouen verwaltete. Er starb zuParis , woselbst er Rector im Collegio von Clermonr war, den4. jul. an. 16^9. im 71. jähre seines alters. Man hat vonihm in Französischer spräche die leben der Heiligen, und ver-schiedene geistliche fachen , wie auch ein buch Essais des mer-veilles de laNature, welches er unter dem nahmen FranqoisRene, der auch so viel als Lisnatus oder Binet bedeutet , her-aus gab. AUgambe, bibl. S. J. Sorel , bibl. Franq. Hendrekb .

* Binet, (Franciscus) erster General der Minder-brüdern,war ein Benedtctiner in dem kloster von Marmoutier , nalMnachgehends den orden Francisci de Paula an, allwo er in dem39. jähr seines alters die probe ablegte. Er schrieb die regulseines ordens, als Secretarius des H. Francisci de Paula,welcher ihn naher Rom sandte, um dessen gutheissen zu erlangen.Er wohnte dem in dem jähr 1508. zu Rom gehaltenen Capitulnach absterben St. Francisci bey , und wurde zum General»des ordens erwehlet. Er schlug anfänglich diese würbe aus,wurde aber durch den Cardinal Senogal, Präsidenten des Ca-pituls, und den Papst Julium III. solche anzunehmen genökhi»get; und nachdem er General-Procurator des ordens gewesen,wurde er zum Generaln ernannt. Also verwaltete er die zweyvornehmsten ämter seines ordens ohngefehr zwanzig jähr lang,als eine rechtschaffene ordens-person und würdiger jünger desH.Francisci. Er hielt auch um dessen tanonisirung so eifrig achdaß der Cardinal Siinoneta, als er sei» inständiges anftichenwahrnahm, zu ihm sagte, Pater General , ihr habt für ei-

C a nett