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»teti Heiligen gearbeitet, und ein anderer wird für eucharbeiten. Er starb in dem jähr 1520. tu dem kloster der heil.Dreyfaltigkeit zu Rom , atlwo sein leichnam begraben liegt.
Le Chevalier 1’Hermite-Souliers, hist. de la Noblesse de Tou-
rame.
* Littet, (Johannes) ein Edelmann von Angers , wardProfessor Juris zu Angers an. 1460. Carvlus VIII. König inFranckreich, hielte so viel von stiller gcschicklichkeit, daß er ihnals seinen Ainbassadorn naher Venedig schickte. An. 1486.ward er zum Maire von Angers erwehlet, und den 27. jtmiides folgenden jahres ward seine behausung beliebet,um in dersel-ben das bcylager des M. de Bvurbvn, Connctable von Franck-reich, mit der Madame de Vendomc zu halten. Carvlus VIII.that ihm selbst an. 1490. die ehre an, mit ihm zu mittag zuspeisen. Als er an. 1491. in des Königs geschafften naher Toursgegangen war, starb er allda den 18. may besagten jahrs. DerCantzler von Franckreich, samt seiner gemahlin, und viele vor-nehme vom Adel fanden sich bey seiner begräbnis gegenwärtig.
Memoires manuscrits.
Binewitz, siehe Apianus (Petrus )
* Binga, ist die Haupt-stadt eines Königreichs gleiches nah-mens , welche in Japon an dem mittäglichen ufer der insul Ni-phon, der insul Chikock gegen über gelegen ist. Maty , Diction.
Bingen, tat. Binga, oder Bingium, eine alte Chur - Mayn-
! zische stadt, so dem Tacito, Ammiano, Ausonio und andernchon bekandt gewesen, und von den folgenden scribenten Pinguiagenennet worden. Sie liegt gar lustig, 4. weilen unter Mayntzam Rhein , wo die Nahe hinein fällt, und soll vormals aufDer andern feite der Nahe gelegen haben, von den Normannenaber an. 88?. zerstöret worden seyn. Pfaltzqraf Rupertus, denman hernach canonisirt, hat diesen ort berühmt gernacht, indemseinvatter auf dem berge bey Binge und der Nahe, einschloßund stadt, und in der nähe herum feine übrigen güther gehabt.St. Hildegard , die an. 1180. gestorben, hat das leben diesesheiligen Ruperti beschrieben,und nahe bey Bingen auf dem bergeüber dem wasser Nahe das iungfrauen-kloster St-Ruprechtsbergan. 1148. gestiftet. An. i?oi. oder 2. ist sie von dem Kayser Al-berto I. belagert worden, an welchen sie Chur - Mayntz nebstandern örtern in demfriedens-schluß überlassen muste. An.i;;<>.und i;?i. empörten sich die bürger wider den Rath, und an.1486. wider ihre Herrschafst, das Dom-Capitul zu Mayntz. Zuende des XIV. seculi ließ der Ertz-Bischoff Conradus ?6. bürgerallhier,so es mit den Waldensern hielten, verbrennen. An. 140;.und 1490. hat sie durch brand, wie auch durch oftmalige be-jagerung und eroberung in dem ?o. jährigen und Französi-schen kriege viel erlitten. Einen büchstir - schuß unter der stadtstehet auf einer kleinen insul in dem Rhein der beruffene mäuse-rhurm, und ist auf einem felfen, aus grossen und vesten stei-nen erbauet. Trithemius sagt, daß er zu einer warte für das vat-' terland sey erbauet worden. Andere mcvnen , daß er von demErtz-Bischoff Wiüigis aufgeführet sey, und von dem mausenober rauben den nahmen bekommen, nicht aber, weil den Ertz-Bischoff Hattonem Il.die mäuse daselbst gefressen hätten,welchesScrrarins als eine fabel widerleget. Nicht weit von diesem thurmist im Rhein ein gefährlicher felsichter ort, so das Bingerloch ge-nennet wird. Es ist auch nahe bey Bingen der Druselbrunn,davon man vorgiebt, als wenn Drufus sich daselbst zu rode ge-fallen habe; wiewol sonst behauptet wird, daß er zu Wlßba-den gestorben sey. Trithem. chron. Hirsaug. Serrarius, in Mo-junt. Zeileri topogr. Sanson. in disquisit. geogr. Briet. &c.
* Bingen, ein dorf, welches lvegen der streitigkeit des Fürst-lichen Hauses Hohenzollern Sigmaringen mit denen von Horn-stem bekannt ist; diese haben auf etliche 90. güther darinn, je-nes aber nur 9. dererselben. ,Die onera bekommen von jenen dieadelichen, von diesen die Fürsten , das Fürstliche Haus aberhat allein die hohe Malefitz - Forst-und Geleits-Obrigkeit, undsoll sich, nach der Ritterschafft angeben, an. 1623. der besteurungaller Unterthanen darinne angemaßt haben, welches recht dieRitterschafft prätendirt hat. Hierüber entstund ein streit, wel-cher an. 1681. den 10. jun. und 1682. den 9. dec. dahin beyge-legt wurde, daß die streitige steuer in 2. gleiche theile vertheiltwerden sollte. Die Ritterschafft aber beschwerte sich, als wenndas Fürstliche Haus demselben nicht folge geleistet hätte, erhieltauch vom Kayser an. 1687. ein refcript, daß das Fürstliche Hausder verglichenen theilung gemäß verfahren sollte. Dieses aberbot das gantze dorf dem Schwäbischen kreise nebst dem steuer-rechte zu seinem contingent an, welches es auch an. 1690. an-
? genommen, und die Ritterschafft hat bis dato nichts erhaltenmitten. Bürgermeister. t thes. Jur. Equestr. II. p. l6r. cod.dipl. Equestr. p. 81. CÜttigö Reichs-Ärchiv, ?. spee. cont. 2.p. 458. Scbwederi theatr. controv. illust. IV. 14. ?. tom. II.p. 222.
Bingenheim , ein Heßifches auf einem sehr fruchtbarenHoden gelegenes amt, schloß und flecken, dessen bezirck dieFuldische Marck von alters her genennet worden. Das Fürst-liche schloß daselbst ist mit einem breiten wasser - graben, Zug-brücken,Zwingern und mauern wohl verwahrt. An. i6?4. wurdees von den Crabaten erobert, und alles darinnen niedergemacht.In dem flecken werden jährlich bey dcmRathhause unter der lin-de ?. Fürstliche cent - geeichte gehalten, bey welchen die in derFuldischen Marck begüterten Gcist-und Weltlichen ihre streitig-reiten entscheiden lassen. An. 16$«. bekam Landgraf Wilhelm
Christoph dieses amt zur appanage, und ward tnsgemetn derLandgraf von Bingenheim genennt, als er aber an. 1681. ohnemännliche erben verstorben, nahm sein druder Frrdericus, ge-gen erlegung 100000. thlr. an das Haus Hessen-Darmstadt, be-sitz davon, winckelm. beschr. Hess. k. II. c. 4. Huo-a. hist.P. V.
* Bingham, ist ein flecken Engcllands in der GrafschafflNottingham , welches das Haupt-ort seines Cantons ist. D.cu
Ang'ois.
Lini, (Severinus) oder Diniuo, Doctor Theolog*, warvon Radnelraidt , einem kleinen flecken in dem lande Julich , ge-bürtig. Er docirte lange zeit die Theologie zu Cvln, woselbst erbey unserer lieben Frauen, hierauf bey dem St. Gereon, undendlich bey dem hohm Stift Lanonicus wurde. An. 1606. gaber zu Cöln die Loneilia tu IV. tomis heraus, welche aber weniggeachtet werden, weil er in der Critic schlecht erfahren ge-wesen, und oft geändert hat, was er nicht verstanden. Da-her er von usserio contaminawr Conciliorum in antiquit. Bri-tan. genannt wird. Polsevm. inappar. Andr. bibl.
* Binkes, oder Binckes, (Jacobus) war ein berühmterkriegs-held zur sec, welcher sieben kriegs-schiff der Herren Gene-ral-Staaten commandirte. Er machte sich insonderheit in de-nen in den jähren 1676. und 1677. wider Franckreich geführtenkriegen berühmt. In dem jähr 1676. wurde er mit 7. schiffenin Americam wider die Franzosen geschickt, langte den 4.may bey dem mund des flusses Cajana an,und nahm den feindeneine vestung auf einer den nahmen des flusses tragenden insulhinweg. Auf gleiche weise verfuhr er mit der insul von St. Mar-tin , und eroberte annoch einige Französische schiffe. AIs mannun von diesen erobcrunqen in Franckreich bericht bekam, schick-te man den Admiral d'Estree um die verlohrnen Plätze wiedrumeinzunehmen. AIs er nun daftlbst angelanget war, befändesich Binkes mit seiner flotte vor der insul Tabago. Die anzahlder schiffen dieser zweyen Admiralen war bey nahem gleich,die Französischen aber waren sehr viel siärcker und grösser, undwaren wohl fünfmal mehr soldaten darauf; die Holländerhatten nicht mehr als 824. die Französischen aber 4060.mann; diese letztere hatten 426. die Holländer aber nicht mehrals 296. canonen. Der angriff war sehr hitzig, und wehretensich Binkes und die seinigen sehr tapfer. Zu end des treffenswurden aufder Holländischen feitenkriegs-schiff, zwey muni-tions-schiffe, ein brand-schiff und ein iagd verbrannt; auf feitender Franzosen wurden ?. kriegs-schiff, unter denen auch dasAdmiralsschiff war, verbrannt, zwey andre erobert und zweysehr beschädiget, und ein brand-schiff von der Holländischen ar-tillerie in stucken zerschossen. Der Admiral d'Estrsc liesse feitdieser zeit die schantz von Tabago bestürmen, er wurde aber mitgrosser tapferkeit zurück getrieben, und verlohr dabey sehr vielvolcks. Da er nun sahe, daß ihm sein streich fehl geschlagenhatte, wurde er in Franckreich zurück zu kehren genöthiget. Erkam aber ;u end des 1676. jahrs mit einer zahlreichern flottewieder zurück, und machte sich von der veste von Tabago Mei-ster. Diese eroberung hatte er einem unglücklichen zufall zuverdancken; dann es fiel eine bombe in das sich darinn befind,liche pulver-magazin, und sprengte solches mit der gantzcn besa-tzung in die luft. Binkes äffe dazumalen mit seinen Offici-rern in einem oberhalb dem Magazin stehenden saal zu tisch, undverlohr also zu gröstem leidwesen aller feiner lands-leutbcn,denen die allberctts abgelegte proben seiner tapferkeit in ' daskünftige weit grössere versprachen , sein leben. L. van denBosch, Leven en Daden der Dorrl. Zeehelden.
Binnighaim, Binniken , eine stadt int besten theil desWürtemberger-landes im Zabergaw, nicht weit von dem Necknzwischen Lauffen und Maulbrunn gelegen. Anfänglich hat eSfeine eigene Herren gehabt, welche davon den nahmen geführet.Nachgchends haben die Hntzoge von Würtemberg , der Chur-fürst von Mayntz, welcher noch Schutzherr darüber ist, die ade-lichen gefchlechter Gemmingm, Sachfenheim, Licbenstcin undNeidperg theil daran bekommen. Diese letztem haben ein ganer-ben-haus daselbst, pflegen auch ihre ganerben-täge allda zu hal-ten. Crus paralip. p. 59. Merian.
* Binnius , ( Hmricus ) ein Professor Institutionum & Cri-minalium zu Helmstädt , war in Barum, einem dorfc bey Lich-tenberg, an. 1610. den 10. nov. gebohven, und starb an. 166;.den 2. May. Er schrieb : de Statu Regionum Germania : & Re-gimine Principutn , Helmstädt 1658. 1661. in 4W; de Mor-ris causa Donatione; de Testamentis; de Juribus Majesta-tis circa profana , ib. i6?i. in 4to ; de Succeslionibus ab in-testato; de Renunciationibus succeffionum; de Locatione-Conductione , Emphyteusi; de Legatis ; de Delictis Publicis,Helmstädt i6??.de rurto; de Jurisdictione; de NecessariaDefenstone; de varii generis Homicidiis; de Jure Patrona-tüs &c. Freberi theatr. Hendretcb.
B«ns, (Anna de ) eine jungftau von Antwerpen , wollte ausNebe zu den studiis sich nicht verheurathcn,und ließ sich angelegenseyn , ander frauenzimmcr zu unterrichten. Sie schrieb in ih-rer Muttersprache verse, welche Eloi Euchar oder Houcharvon Gent in Lateinische verse übersetzet, und unter dem tittilApologia Ann<e Binsia: adversus ha:rcticos vertu elegiaco red-dita, an. 1 ■529. zu Antwerpen drucken lassen. Sie starb umsjahk 1540. Mir*us, de script. sec. XVI. AttUr. bibl. Strer/. &c.