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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Binsdorff, ein Österreichisches städtlein in Unter - Stcyer-marck, in der Hemchafft Hohenberg.

" Binse , ein stecken in Ungarn , am fluß Sebesso. Er hat einschloß, welches der berühmte Mönch , George Martinusius,Bischoff zu Waradein, und nachmals Cardinal, allda hat er-bauen lassen.

* Brnsfeld, ( Petrus ) gebürtig von Luxemburg , lebte indem jähr 1600. studirte zu Rom , und ließ sich allda zumvo-Aore HieoloZi« machen. Nachgehends kehrte er in Nieder-land wiederum zurück , wurde zum Canonico von Trier undGroß-Vieario des Ertz-Bischoffen gemacht. Er machte ein En-chyridion Theologiat pastoralis und andre wercke des ipris Ca-nonici bekannt: Commentarium in tit. Decret. de injuriis &damno dato ; Comment, ad tit. de Simonia ; Commentaria intit. Cod. de Maleficis & Mathematicis, &c. Valerius An­ dreas , bibl. Belg.

Biobio, oder Liophio, ein ffuß in Süd-America, im Kö-nigreich Chili, entspringet aus dem gebürge Andes, und ergiessetsich in das Sud-meer, nahe bey der stadt Conception , der insulAviquirina gegen über.

Biörneburg, Bernsburg, eine stadt in Nord-Finnland,an dem stuß Cumo, wo derselbe in den Bothnischen meer-bustnfallt. Sie ist schlecht bewohnt. Die einwohner haben gute Nah-rung von den lachst», welche sie häufig dörren und in gantzSchweden verführen.

*Biörnö, eine kleine stadt und guter Hafen in Süd-Finn­ land , in Schweden , am eingange des Finnländischen meer-bu-sens, z. Schwedische Meilen von Abo. Univerfai-Lexicon.

Biörnklau, (Matthias Milonius von ) gebürtig von Aros,war anfänglich Professor Eloguentiae zu Upsal,und Protocvll-8e-eretaricis. An. 1648. ward er Legations - 8eeretarius bey denWcstphälifthen sriedens - tractaten, bald darauf erhielt erdie stelle eines Hof-Raths, und den Adelstand unter dem nah-men Biörnklau. Endlich ward er Präsident im HertzogthumBremen, und nach dem Westphälischen frieden als Abgesand-ter an den Kayserlichen und Französischen Hof geschickt. Letztensstarb er an. 1671. als Königlicher Schwedischer Cantzler undReichs-Rath. Er hat Tabulas in Hugonis Grotii opus de J. B.& Pacis geschrieben, so an. 1688. in fol. vermehret herausgegeben worden. Scbejseri Suecia liter. cum Molleri hypom.W>tte, diar. biograph. pufend. Teutsche kriegs-gesthlchte.

Bion, ein Griechischer Poet, so hirten-lieder geschrieben,war von Smvrna gebürtig, und lebte zu den zeiten PtolemäiPhilometoris, Olymp. CL. i. U. C. 574. A. M. }8° A. C. 180.Ec brachte seine meiste zeit in Sicilien, oder im Neavolitani-schen zu, und starb an beygebrachtem gift, wie sein discipulMoschus angemercket, welcher auch bezeuget, daß Bion einunvergleichlicher Poet gewesen, und die wenigen verse, sovon ihm noch vorhanden, stossen dieses urtheil nicht um. DieIdyliia des Bionis und Moschi sind vielmals ediret worden, dochdie beste edition davon ist diejenige, so Air. de Longue Pierre miteiner Übersetzung in Französische verse und mit anmerckungenan. 1686. zu Paris heraus gegeben. Moschus, in epitaphioßi-onis. Vie de Bion , so Mr. De Longue Pierre seiner editlVNvorgesetzt. Acta Erudit. Lips. sect. 2. tom. I. suppl. Baylel

Bion , zugcnannt Borysthenites, weil er von Borysthenesin Scythien gebürtig war, war ein Philosophus von grossemverstände, aber von schlechter religion. Er florirte ungefehr inder CXX. Olymp. U. C. 4;4. A. M. 5684. A. C. ;oo. und warbey Antigono, dem Könige in Maccdonien, wohl gelitten. Ergestand selbst, daß er ein söhn eines freygelassenen knechts, derseine schuld-leuthe betrogen, und einer hure sey. So lange alser ein zuhörer Crates war, zeigte er immer eine grosse verach.tling gegen die Platonische Philosophie, bekannte sich hernachvöllig zu der stete der Cynicorum ; folgends hielt er sich zuTheodoro, der von dem Atheismo profeßion machte, und end-lich wurde er ein anhänger des Theophrasti, so das Haupt derAristotelischen stete war. Er war hochmüthig, ließ sich in ver-schiedenen ftädten sehen, und zu Rhodus von einem Haussenboots-knechte, die sich aufsein begehren als philosophische schülerangekleidet hatten, nach dem schau-platz begleiten. Er wargeschickt, sinnreiche und kurtzweilige reden vorzubringen , derenman noch verschiedene bey dem Cicerone und Diögene Laer-tio aufgezeichnet findet, als z. e. da er sahe, daß sich die leuthe,wenn es ihnen unglücklich gienge, die haare ausrauften, sagteer: Ob denn der kahle kopfdie schmeryen weniger em-pfände? Ferner gehören zu feinen schertz-und spott- reden diefolgende: Der weg in die andere weit inüste gar eben seyn, dennman gienge auf demselben mit zugemachten äugen. Bey denleich-ceremonien verwunderte er sich, daß man die leuthe verbren-ne , als wenn sie nichts fühlten, und doch über sie weinete,als wenn sie eine empfindung hätten. Von Alcibiadisliederlichen leben sagte er: in seiner juaend habe er die frauenihrer mäniicr», und in seinem erwachsenen alter die männerihrer frauen beraubet. Ja er schonete auch der religion nicht.Von den Danaiden, die nach der heydnischen Mythologie inden unterirdischen örtern zur strafe waffer in zerlöcherten krügentragen müssen, meynete er, man, könnte sie besser strafen,wenn man sie in gantzen und unzerlöcherten gefässen das Was-ser tragen liesse. Derjenige Gott, der die kinder wegen der übel-thaten der eitern strafe, sey wie ein artzt, der dem söhn oder demHistor. Lexicon II. Theil.

enckel das medicament vor den krancken vatter eingebe, wiewolbereits Plutarchus in seinem buch de sera Numinis vindicta die-se falsche vcrgleichung mit allem fleissc widerleget hat. Seneca hatin seinem buch de beneficiis L.iy.einen andern sophistischen schlußdesBions widerleget: Er sagte,ausGOttes allgemeiner herrschasstüber alle dinge siöisen zwey gantz unterschiedene sätze, erstlich daßalle diebe kirchen-räubcr wäre», und denn zum andern, daß keindieb ein kirchen - räubcr wäre. Das erste meynte er folgender ge-stalt zu beweisen: Alle die, welche GOtt zugehörige fachen stah-len , waren kirchen-räuber, nun stählen alle diebe GOtt zuge-hörige fachen, denn ihm gehöre alles, folglich wären alle diebekirchen-räuber. Das andere hingegen auf diese art: Wennrnan eine fache, die GOtt zugehöre, von einem orte an den an-dern bringe, der ebenfalls GOtt zugehöre, begehe man keinenkirchen - raub; nun thäten diß die diebe, daß sie von einem ortedie heiligen fachen brächten an einen andern, der ebenfalls GOttrugehöre, denn alle dinge gehörten ja ihm, und also begiengendiejenigen, welche die tempel bcstählen, keinen kirchen-raub, wor-aus man den verfall der Philosophie selbiger zeit, und sonderlichunsers Bions, genugsam abnehmen kan. Zuweilen ist ihm auchein gut Wort in mund kommen. Den geitz hat er /amgi^raxtvrasier* xrtxitts genennet, welches mit des Apostels Worten: dergeitz ist eine wurtzel alles Übels, gantz übereinkommt; und Plu-tarchus erzehlct, daß er seine schüler gelehret, sie sollten als-denn glauben, daß sie in der Übung der lügend weit gekom-men, wenn sie mit eben der ruhe des gemüths diejenigen,die sie schändeten, anhören würden, mit der 6e andere zu hö-ren pflegten, die gutes von ihnen sagten. Zuletzt begab er

S nach Chalcis , fiel daselbst in eine kranckheit, in welcher eran seine bosheit gedachte, suchte auch allenthalben durchabergläubische dinge hülffe, muste aber doch, nachdem er vielerlitten, daran sterben. Manchmal wird auch dieser Bion mitdem Bias fälschlich confundiret. Diog. Lam. üb. IV. fest. 4 6.Cicert , Tuscul. 9. Plutarch . Bayle.

Bion, ist der nähme 10. berühmter männer, derer bey denAlten gedacht wird. i.) Bion,so zu zeiten Pherecydes von Scy-wos gelebet, ursprünglich aus Proconnesus. 2.) Einer vonSyracusa , so eine Rethoric geschrieben. ;.) Der Philosophus,dessen zuvor gedacht. 4.) Einer von der stete Democriti, ein Ma-thematicus zu Abdera. Dieser hat am ersten gesagt, daß es ge-wisse länder gäbe, darinnen der tag und die nacht 6. monatwährte.;.) Einer von Solos, welcher von Aethiopien geschrie-ben. 6.) Ein Redner, welcher 9. bücher, so er nach den Mu-sen nennete, verfertiget. 7.) Ein Lyrischer Poet. 8.) Ein bild-hauer von Mileto . 9.) Ein tragödien-schreiber aus der zahl der-jenigen,so man Tarsianos nennt. 10.) Ein bildhauer von ChioS .

Phavorin. Clem. Aiexand. Plutarch . Diogen. Laert. Meur-ßus, in bibl. Grate. Pfarduin. in catal. script. a Plinio alleg. &c.

* Biondi, (Joh. Francistus) ein Dalmatier,war zu Lezinaan dem Golfo dl Venezia an. 1572. aus einer adelichen, dabey. aber ziemlich armen familie gebühren. Nachdem er in Huma-nioribus und in der Rechtsgelehrfamkeit einen sattsamen gründgeleget, verfügte er sich nach Venedig , und wurde nicht al-lein von der dasigen Republick mit ihrem Ambassador Soranzo,als dessen 8eeretarius nach Franckreich geschickt, sondern auchnachhero zu unterschiedlichen andern sehr wichtigen affairen ge-braucht. Weil man aber feine bemühungen nicht also belohnte,wie er nach seinen gedancken verdienet hatte, gieng er mit demEnglischen Gesandten, Henrico Wvttvn, nach Engelland , woer, wie man nicht unbillich dafür hält, sich zu der Reformir-ten religion bekannte, und von dem Könige Iacobo I. eine pen-sion von 200. pfund sterlings bekam. Nach diesem heuratheteer eine schwester des Engelländischen LeibMedioi, TheodorMayerne Turquet, wodurch er einige güther in Franckreich er-hielt , brachte es auch folgends durch feine geschicklichkeit im ne-gociren an. 1615. aufder zu Grenoble gehaltenen Versammlungder Reformirten so weit, daß sich dieselbe vor den Printzen vonConde erklärte,und ließ sich endlich zu Aubonne in der Schweitzbey seinem schwager Th. Mayerne nieder, woselbst er auch an.1644. mit tobe abgieng. Seine schritten sind: I/lftoria delleguerre civili dInghilterra tra le due Cafe di Lancastro ed Jorc,doppo lanno 1577. all anno 1509. in drey quark-bänden, nebsteinigen romanen unter dem titul: 1 'Eromena ; La Donzella de-sterrada; und II Coralbo. Glorie degli incogniti. Niceron,mem. tom. XXXVII.

Biorgor, siehe Beorgor.

Biorno, ein König in Schweden , ließ bey Carolo M. umfromme und gelehrte leuthe anhalten, die in seinem Reiche dasEvangelium predigen könnten. Der Kaystr ließ auch ums jähr81;. Herbertum, und viel andere Priester, dahin reisen. Als sichnun der Christliche glaube glücklich ausbreitete, schickte er nocheinmal an Carolum M. und bat sich mehr Geistliche aus. Alleinder Kaystr war eben gestorben, dahero die Abgesandten vonLudovico Pio , Ansgarium, einen Mönch von Corbey, bekamen,welcher an. 8r6. in Schweden geprcdiget, und hernach Bischoffzu Hainburg wordm. Eginhard . Baron -BIOTHANATI, ein Griechisches Wort, bedeutet diejeni-gen,so eines gewaltsamen todes gestorben, und werden insonder-heit die 7.söhne desSymphorosi, welche an.iro.unterAdriano diemärtyrer-crone erlanget, damit belegt. Ruinar· i act» fincera & c.

Bipp, Castellum Pipini, ist ein Bernerischcs berg-schloß,dorf und Landvogtey, im Buchsgöw, zwischen Solothuen und

C r Olren