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St. Gallen sich über die wähl eines neuen Abts nicht vertragenkonnten, sondern ein theil Ulrich von Guttingen, der andereHeinrich von Wartenberg erwehlten, entstund zwischen diesenbeyden hierüber ein krieg. Als nun der Bischoff von Costantzdessen von Wartenberg partey hielte, gieng der Graf vonMontfort und die Freyherren von Ramschwag, dessen von Gut-tingen helffer , für Bischoffzell, überstiegen die stadt bey nacht,plünderten sie aus und legten sie in die aschen. An. 1405.und wiederlim an. 1407. wurde sie von den Appellenzellern undSt. Gallern eingenommen. An. 1419. ist sie gar jämmerlichund mit grossem schaden abgebrannt. An. 1468. hat Bischoff
t artmann einen vertrag errichtet, zwischen dem Adel, denHor-Herren und der bürgerschafft, darinnen entscheiden undbegriffen ist, was ein jeder für recht und freyheiten haben solle.Die stadt erkennet zwar den Bischoff zu Costantz vor ihren Herrn,dessen Vogt auch den halben theil der in der stadt fallen-den bussen beziehet. Es hat aber die stadt ihren eigenen Rath,dessen Häupter sind zwey Alt-Räthe, deren einer Blut-Richterist. Wann ein neuer Bischoff die Huldigung von der bürger-
a : einnimmt, so muß er derselben zuvor auf ihre freyheitenren. Der nahnihaffteste freyheits-brief, den die stadt hat,ist ihro an. 1402. vom Bischoff Marquard gegeben worden.Die hohe Landes-Obrigkeil samt der mannschafft, gehöret de-nen Eydgcnoßischen im Thurgöw regierenden Orten, dahero sieauch Richter sind, wann zwischen dem Bischoff und der stadteinige streitigkeiten entstehen. Es sind an. 1713. über die be-füqnissen und rechte, sowol eines, als des andern theils, in-formationes und deductiones im druck ausgegeben worden.Stumpf, lib. V. p. 93. Simler. lib. II. p. 683. Plantin. abregep. 730. ALgid. Tschudy , chron. MSct. P. I. ad an. 1272. p.m. 408. & P. II. ad an. *
* Bischstein, oder Bischoffstein, Polnisch Bischtineck ,eine kleine stadt in Ermeland, indem Polnisch-Preussen, welcheUnter regierung des Hohemeisters Werner! von Orsel» 011.1325.nach Hennebergers meynung, soll seyn erbauet worden, wiewolThomas Treterus schreibet, daß solche von Hermanno von Pra-ga, Bischoffin Ermeland, sey erbauet worden, da doch diesererst an. 1338. daselbst Bischoff worden , wie Henneberger indem catalogo der Ermeländischen Bischöffe, p. 32. 132.434.berichtet. Hartknochs Alt-und Neu-Prenssen , II. 3. n. 12.
* Z)ifthstein, ein schloß in Hessen , an der Werra gelegen,es gehörte ehemals zu Braunschiveig , als Hertzog Albertus Magnus in dem Brabantischen krieg wider Land-und Marg-grafen Henricum Illustrem zu Thüringen und Meissen vonselbigem an. 1262. gefangen wurde, so muste er dieses schloßnebst vielen andern örtern zu seiner ranzionirung hingeben,welches hernach in der theilung zum land Hessen geschlagenwurde. Rnauth ad Schneiders defchreibung des alt. Sach-senlands, p. 37.
Bischweiler, ein schloß und städtgen in Nieder-Elsaß, einemeile von Hagenau , dem Rhein zu gelegen, ist dem Pfaltzgra-fen von Birckenftld eine zeitlang pfands-weise zuständig gewe-sen, an. 1699. aber von der Cron Schweden eingelöset, und demHertzogthum Zweybrücken wieder einverleibet worden.
Bifcia, (Lälius) ein Cardinal, gebohren zu Rom den 13.jun. an. 1373. Sein valter, Bernhardinus Biscia, war einervon den gelehrtesten Juristen seiner zeit, und er selbst machtegute progressen in der geist-und weltlichen Rechtsgelehrsamkeit.Er ward bey Elemente VIII. Paulo V. und Urbano VIII . so be-liebt t- daß sie ihn in verschiedenen geschäfften gebrauchten , undder letzte ihm an. 1626. den Cardinais-Hut gab. Übrigens liebteer die studien, hatte eine schöne bibliotheck, und diente den Ge-lehrten gerne. Ek starb den 19. Nvv. an. 1638. Erytbrai pin.111 .c. 33. Tbomaßn. elog.
* Biscia , oder delle Liscie , ( Bartholomäus de ) ein Do-minicamnaus Bologna , wurde an. 1378. von Elemente VII.zum Bischoff daselbst ernennet, als er aber dahin kam, undbesitz Nehmen wollte, von dem Ll-ro nicht angenommen, da-hero er mit dem blossen titul zufrieden seyn muste. Er hielt sichnach diesem in dem Convcnt zu Asti aus, wo erden 30. aug.an. 1409. verstarb. Er hat Cornrnenraria leu Postillas superEvangelia Matthaei & Lucs, & super Epistolas Canonicashinterlassen. Anton. Bumald. Minervas Bonon. Echard ,script. O. P. tom. I. p. 732.
Bisciola, (Johannes Gabriel) ein Jesuite, war der äl-tere bruder des gleich folgenden. Er machte einen auszug ausden annalibu8 Baronii, und starb zu Ferrara den 8. febr. an.1613.
Bisciola, (Lälius ) ein Jesuite, gebürtig von Moden«,war in den sprachen, Literis elegantioribus und der Theologiewohl erfahren. Nachdem er mit grossem applausu gelehrt,ward er zu bedienungen gezogen, und starb an. 1629. zu May-land in Hohem alter. Seine schriften sind: Hors subsecivs ;Observationes sacrse: Digresliones in Matthsum & Joannem;it. in Epist. Pauli ad Rom. Galat. & Hebr. &c. Alegambe,bibl. Miraus , de scr. siec. XVII.
Bisciotta, ist eine stadt in der Neapolitanischen provintzBaulicata.
* Visconti, (Paulus ) ein aus Sicilien gebürtiger Carme-liter, war ein Beicht - vatter des Papsts Nicolai V. und nach-gehends Ertz - Bischoff von Palermo . Er lebte in dem jähr
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1470. und machte einige theologische wercke bekannt. Lucius,biblioth. Carmel. Tritbem. de vir. illustr. ord. de McmtcCarmel. Poffevin. in appar. Alegr. parad. Carmel. RochusVirus, de Epiic. Sicil.
Bise, ein fluß in der alten Marck Brandenburg , welcherunweit Garleben aus einem see entspringet, und unterhalb See hausen in die Elbe fällt, wird auch sonsten die Uchte genennet.Die stadt Bißmarck ist daran gelegen.
Bisegli, lat. Vigiliae, eine stadt in der Neapolitanischenprovintz Bari, mit einem Bischoffthum unter Trani gehörig.Sie liegt längst dem meer hin, zwischen Trani , Molfekka,Bari , rc.
BISELLIUM, hieß zu Rom ein stuhl, der so weit war,daß zwey Personen daraus sitzen konnten. Er wurde aber nurdenjenigen, die sich um die Republick wohlverdient gemacht,durch em öffentliches decret auf dem rbeatro, koro und curiagesetzel, welchen sie auch, wenn sie erschienen, besassen, unddeswegen Biselliarii genennet wurden. Die gewohnheit schei.net mehr ausser Rom in den municipal - städten aufgekommenzu seyn, als in Rom selbst; wenigst hat man bisher nur inzweyen stein-schriften fern von Rom dessen Meldung gefunden,deren eine dem Val. Chimentellio zu dem gelehrten buch debonore Bifellii anlas gegeben ; der andern gedencket Ughellus.Jedoch sind auch noch andere muthmaffungen von der bedeu-tung des Worts Biscllium; als daß ein mann eine gewisse eh-ren-stelle zweymal besessen , quodbisin sella curuli vel insellahonoris federst , oder daß er zwey ehren-steüen auf einmal be-dienet rc. Jedoch bleibet man um so viel lieber bey der erstenerklärung, weil vermdg des Pisanischen steins der LargenniusChresimüs für diese ehre des Bifellii seiner stadt eine summegelbes bezahlet hat; welches sich auf die übrigen auslegungennicht so wohl schicket. Chimenteü. de honore Bifellii. DuFresite. *
* Bisento, ist ein flecken des Königreichs Neapolis, in Abruz-zo Ultra an dem fluß Salinv, ohngefehr zwey Meilen von derstadt Civita di Penna gelegen. Maty , Diction.
Biserta , eine grosse und veste stadt in dem AfricanischenKönigreich Tunis , liegt an dem Mittelländischen meer, zwi-schen Carthago und Tabarco, gegen Bastion de France, undwird vor der Alten Utica gehalten. Heutiges tages ist sie ein auf.enthalt der see-räuber. Job. de Leon. Alarmol. lib. VI. C.7.&C.
* Biserta Vecchia, oder Rasamilara, ist ein an dem Uferdes Königreichs Tunis in der Äarbarey zwischen Biserta undTabarco gelegener und sehr wenig bevölckerter flecken, obschoner einen ziemlich guten haft» hat. Man haltet ihn für die alteHyppon Diarrhytos , eine stadt des eigentliche» Africä. Maty,Diction.
* Bishop, (Wilhelmus ) ein 8oeius des Collegii Lincoll-nienüs zu Oxford , von Warwick, aus einem adelichen ge-schlecht gebürtig, wandte sich nachgehends zur Catholischen re-ligion, worauf er Doctor in der Sorbonne zu Paris , und Bi-schoff zu Chalcedon worden. Er starb an. 1624. den 13. aprilim 71. jähre seines alters, und ließ in Englischer spräche Re-formationem Catholici reformati &c. Wood.
BiffZNanS, lat. Besidis , Desidis, Bisidianum, Bifinia-num, eine volckreiche stadt in der Neapolitanischen provintzCalabria cirra, mit dem titul eines Fürstenthums und Biß-thums , welches letztere unmittelbar dem Päpstlichen stuhl bin«terworffen. Sie hat ein schloß, und liegt auf einem Hügel, andessen fusse der fluß Cotili vorbey gehet, und sich auch daselbstin den Crato ergiesset. Ehemals lag sie in dem lande der Bru-tiorum, und gedencket ihrer Livius.
* Bismeo, Birmeo, ist ein flecken der Barbarey an demUser des Königreichs Algier , ohngefehr zehrn meilen von derstadt dieses nahmens gegen abend gelegen. Man haltet diesestadt für die alte Vabar, eine stadt Mauritanis Cssarienlis.M‘<ty , Dictionnaire .
Bisnagar, ein Königreich in Asien , aufder halb-insul vonIndien dtffeil des Ganges , soll fünf andere Königreiche untersich begreiffen, die von demselben dependiren. Es liegt zwischenMalabar, Decan und Golcvnda, und bringt saphirc, ame-thysten nebst andern kostbaren steinen hervor. Den nahmen hates von der Haupt-stadt Bisnagar, auch Chandegri genannt,welche auf einem berge nebst einem vesten schloß erbauet.
Bisnow, ist der nähme einer secte unter den Banianen inIndien . Ihren abgott nennen sie Ram Ram, und eignen ihmeine frau zu. Ihre götzen behängen sie mit güldenen ketten,perlen und allerhand steinen. In ihren Pagoden singen sie ihrenötzen zu ehren, wobey sie tantzcn, und auf trommeln, pftissen,upfernen decken und andern instrumenten spielen. Ihrem ab-gott geben sie keine Statthalter zu, wie die secte Samarath thut,sondern glauben, daß er alles allein verrichte. Sie leben vonkräutern, ftld-ftüchten, frischer butter und milch. Ihr bestesgertcht ist von eingesaltzenen citronen mit ingwer, knoblauchund senf-körnern. Übrigens treiben sie meistentheils Handlung,welche sie wohl verstehen. Ihre weiber bleiben beständig imwittwen-stande. Mandelslo reife-befchreibung.
Biffario, (Matthäus ) ei» Rechtsgelehrter, war gebür-tig aus einer adelichen familie zu Vicenza im Venetia »
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