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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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mschen gebieth. Die aus diesem geschlecht hatten das recht *wenn der neue Bisthoffzu Vicenza seinen einzug in die stadl hielt,ihn bis an seinen pallast zu begleiten. Sie giengen in prächtigerkleidung zu fuß vor dem Bischofs her, und es folgten ihnen ihrebedienten. Der älteste führte das Pferd des neuen Bischoffs amzügel. Marzari , hift. di Vicenza.

* Bissaux, ( les ) ist eine insu! Africä in der Negren land ,welche ziemlich groß, und an dem nfer des Oceans liegt; es isthier ein König, welcher dem Biafarifchen König unterwvrffenist. Es sind baseldsten acht Gubernatoren, welche unter glei-chem König stehen; sie nennen sich ebenfalls Könige, und besi-tzen eine grosse anzahl umliegende infuln, welche man die in-suln der Lissaur und Bisagos nennet» und saget man, essollen sich um das gestad des Negrenlands von dem Rothenvorgebürg an bis an den fiuß Sierre -Liorme wohl bey ;oo. be-finden , obwolen sie nicht in allen neuen charten dieses landsaufgezeichnet seyen. Sanson . Baudrand.

* Bisselius, (Johannes) ein Jesuite, war zu Babenhausen in Schwaben an. i6oi. gebohren, lehrte eine zeitlang die Poe-sie , Rhetoric, Ethic und Theologiam Polemicam , worauf erzu Amderg um das jähr 1677. zn hohem alter mit lod ab-gieng. Unter feinen vielen poetischen und andern schriften sinddie vornehmsten: Icaria ; Oelici« aeitatis ; Argonauticon. Ame-ricanum; de Pestiferis Peccatorum mortalium Fructibus; II-luitrium ab orbe condito Ruinarum decades IV. Palsstin« to-pothesia &c. Alegambe.

Bißina, Bießing, Bißin, ein adeliches und Freyherr-liches geschlecht am Rhein , in Böhmen und in dem Fürsten -Ihum Anhalt, welches seinen Ursprung aus Meiffen haben soll.Beckmann setzet Hansen von Bißing, auf Sägenstadt in demamte Meisten, der noch zu ausgange des XV. feculi gelebet,zum anderen. Von dessen söhnen sind merckwürdig: 1.) Cor-nelius , welcher sein geschlecht in Meiffen sortgepftantzet, undvon dessen nachkommenschaffl sich einige in dem Anhältischevniedergelassen, 2.) Heinrich, ein stamm-vatter der Baronenvon Bißing in Böhmen und am Rheine . Balbinus macht infeiner von dieser familie verfertigten tabelle von zwey drüdern,Zbinco und Heinrichen Biessen von Bießin, mn das jähri;;;. den anfanq. Von des erstem nachkommen ward HansFriedrich, Kayserlichcr Oberster, und des Reichs-Hof-Kerichtszu Rotweil Vice - Richter, an. 1044. in den Baronen-stand er-hoben. Er residirte zu Schramberg , 4. Meilen von Rotweilgelegen, und zeugte mit einer von Nippenburg vier töchter undso viel söhne. Der älteste, Ferdinand Carl, war an. 1676.als Marggräsiicher Badisther Hofmeister aufder reise; die dreyjüngern aber studrrten zu Parma . Obqedachter Heinrich war. Vice-Richter in Böhmen , und hatte gleichfalls vier söhne, vonwelchen der älteste, nahmens Johann Wentzel, Ober-Muntzmei-ster in jetzt-erwehntem Königreiche Böhmen gewesen, lind miterben gesegnet worden, welche glückfeligkeit auch seine dreybrüder erlebt haben. Von ihnen stammte her Hans Ulrich,Freyherr von Bißing, Kaystrs Ferdinandi II. Oberster, wel-cher Carl Ernsten und Johann Heinrichen nachgelassen ; jenerlebte noch an. 170;. wiewol ohne erden; dieser aber comman-dirte als Kayserlicher Oberster an. 170z. bey Amberg die infan-tcrie, und hatte zwey lichter, wie auch einen söhn am leben.An. i686.war einer, nahmens Wentzel, Königlicher Hof-Rich-ler in Böhmen . Leckmanns Anhält, hist. lib. VII. p. 202.JSalbmi tab. ftemmat. P. 111 .

* Bißipat, (Georgius) mit dem beynahmen der Grieche,entßohe nach eroderung der stadt Constantinopel durch Maho-met II. in dem jähr 14;;. aus Griechenland in Franckreich;wüste sich in die gunst Königs Ludovici XI. sehr wohl einzu-schmeicheln, und heurathete in Beauvaisis eine reiche erbin, Mar-garetha von Foir genannt, welche ihn zum Herrn von Hana-ches, Blicours und Mazis machte. Nachgehends hatte erdas commando über zwey Französische schiffe, welche in diegrüne insul, eine der Philippinischen , um von dorten zur ge-imidheir des Königs dienliche Mittel abzuholen, geschickt wur-den. Guillet , hüt. de Mahomet II.

Bißmarck, eine adeliche familie, welche zu des KaysersCaroli AI. zelten aus Böhmen in die alte Marck Branden­ burg gekomnien, und daselbst das schloß und stäbtgen Bißmarckund Korgstall erbauet, das letztere aber an. 1562. gegen Cre-vesee vertauschet hat. Claus war an. 1148. Hanptmann indem Ertz-Stiste Magdeburg und in der alten Marck. Dessensöhn besaß eben diese charge, und ward zugleich Hof-Marschallbey Ottone, Marggrasen zu Brandenburg . Ludolph, so sichum das jähr 1460. in dem kriege hervor gethan , wird in demstislungs-briefe des klosters zum H. Geist in Stendal an. 1469.von dem Churfürstenzu Brandenburg, Friderico, als zeugeangeführet. Joachim, Görge und Jvbst befanden sich an. 1;; 0.in der belagerung der stadt Magdeburg . Nach ansang des XVIII.feculi war Augustus von Bißmarck zu Bißmarck , Preußischerund Chur-Brandenburgischer Land-Rath, Christoph Friedrichaber Preußischer General-Major. Enzelts Altmärck. chron.Angelt Märck. chron. Spangenbergs Adel-spiegel, k. II.

. * Bissus, (Franciftus) ein von Palermo in Sicilien gebür-tiger vortrefiicher Aledicus und Philosophua, dessen rühm ingantz Italien erschollen ist. Seine medicinische wissenschafftist jo hoch geschähet worden, daß wann man noch auf denheutigen tag in Sicilien einen Medicu/n rühmen will, manHtstvr. Lextcon II. Theil.

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von chme sagt: Er seye ein anderer Bissus. An. i;8o.legte ihm Marcus Antonius Colonna, Vice-König in Sicilien 'den titul des ersten Medici von Sicilien zu; Phillppus II. Kö-nig m Spanien , bestätigte ihm diesen titul durch offene briefein dem jähr rzgi. und Bissus hielt in dieser qualität semen öf-fentlichen einzug zu Palermo den 29. nov. an. i$8«. da ermit gröstem pracht von dem Magistrat und den vornehm-sten vom Adel durch die straffen von Palermo zu pferd be-gleitet ward. Er behielt diese hohe würde mit grösten ehrenbis an seinen zn Palermo den 20. jcnner an. i;?8. sich zuge-tragenen tob. Er hatte auch die Humaniora, die wohlreden-heit und die ticht-kunst wohl studiret. Er last in der Acade-mie zu Palermo sehr oft in gebundener und ungebundener rede,verfaßte stücke mit allgemeinem beyfall ab , und hat arich einecomödie verfertiget, welche in dem carnaval an. 157;. auf Un-kosten und defehl des Magistrats von Palermo ist vorgestelletworden. Übrigens hat er nichts als einige Lateinische briefeüber medicinische Materien geschrieben. Mangeti bibl. script.Medic.

* Bisterfelv, ein Gräsiiches geschlecht, so aus derDetmol-dischen neben-linie herstammet, und Jodvcum Hermannum zuseinem stiftcr hat. Dieser war den 9. febr. an. 162;. gcdoh-ren, und starb den 6. julii an. 1678. Er hat mit feiner ge-mahlin, Elisabeth Julian«, Grafens Johannis von Sayn undWitgenstein tochter, nachfolgende kiuder verlassen, als: i.)Julianam Elisabeth, gebohren den 1;. jun. an. i6;6. welchean. 1673. an Christophorum Christianum» Grafen zu Lemm-gen-Westerburg, vermählet worden. 2.) Sophiam Charlot-tam, gebohren an. i6;8. eine gemnhlin des Herrn von Pas-sau. ;.) Mariam Christinam, gebohren im sept. an. iü6z.

4. ) Rudolphum Ferdinandum, heutigen Grafen zu Bistrrfeld,welcher den 17. mertz an. 1671. gebohren, und Julianam So-phiam, Gräfin von Kunowitz, zur gemahlin hat. Elisa-betham Charlottam, gebohren den 21. mark. an. 167z. dieden 2z. octob. an. 1694. Henricum Aldertum, Grafen von Sayn und Witgenstein, zum gemahl bekommen. 6.) So-phiam Julianam, gebohren den 6. dec. an. 1676. und 7.)Justinam Herminam, gebohren den 20. martii an. 1679.

BISTONES, diese waren ein berühmtes volck in Thracien,welches seinen Ursprung von einem alten Heiden Bistone hatte,welcher von etlichen für den söhn Martis , von andern für densöhn Ciconis gehalten wird. Sie schössen gewiß mit Pfeilen,waren auch gar grausam, dahero wann die Poeten einen gargrausamen tyrannen beschreiben wollen, solchen Bistomunrnennen. Ihre vornehmste stadt hieß Bistonia. Owrf. lib. I. dePontoeleg. 4. Stefßanus, de urbib. Tacitus , ann. III. 58· Scbo.Haft. Apoüon. Tzetzes ad Lycophr. v. 418.

Bistric;, eine stadt und Grafschafft in Ober-Ungarn , amstutz Gran, nut welcher König Labislauü Posthumus den ver.sechter der Ungarischen frevheit Johannem Hunniadem an.1456. beschencker , dessen söhn Matthias die stadt mit maurenund thürnen »imgeben lassen.

Biftritz, sonst Nösen, siehe Nösen.

Bistritz , vor zeiten ein Cistercienscr-klostcr, im Königreich Böhmen , so im Hußiten -kriege ruiniret worden.

Bistritz , oder wistcitz, ein kleiner stutz in Sclavonien, fälltoberhalb Verovitiza in die Dran. Szent-Tvam misc. dec. III.pag. 44 -

* Bisuntio, (Steph. de) ein Französischer Dominicaner-Mönch von seiner geburls-stadt Besancon zugenannl, war angelehrsamkeit, gotresfurcht, beredtsamkeit und wegen genauerbeobachtung seiner orderis-reguln berühmt. An. 1232. paßirteer vor den besten Prediger mit zu Paris . An. 1291. ward erauf dem zn St. Denis IN der Isle de France angestellten Or-dens-Convent zum General gedachter provintz erwchlt, und indem darauf folgenden jähre zum Ordens.General gemacht. Erstarb zu Lucca den 22. nov. an. 1294. Seine schriften sind:Poltilfe in Ecclesialten & Apocalyptin ; Liber de Auctoritati.bus Sanctorum & Philosophorum; Alphabetura navrationum;Liter« encyclic«. EcbarU , script. 0 . P. tom. 1 . p. 268. seq.

'Bitburg , eine stadt im Hertzogthum Luxemburg, an denTrierischen grentzen, zwischen Vtanden und Kylburg .

Bitetto, eine schlecht bewohnte stadt in der Neapolitani'scheu provintz Bari , zwischen Bari und Bitonto . Das alldabefindliche Bißthum gehört unter Bari , und begreift weiternichts, als was in der ringmauer liegt.

Bitherthal, ist ein langes, wohl besetztes und volckreicheSthal im Veltlin, welches seinen nahmen von dem dardurchstiessenden waffer Bitho empfangen. Es erstreckt sich von Mor-beqno, gegen mittag /! zwischen hohen geburgen hinein bis andie Venetianischen grentzen. Es liegen sechs gemeinden darin-nen , als Albaredo, Sacco, Rajura, Bema, Pedesina undGerola mit ihren nachbarschäfftlein und neben-dörfern. Manfindet keine Weinreben darinnen, sondern die einwohner erneh-ren sich von der vieh-zucht und tuch-fabriguen. Es hat eineqattung sehr harten stein, daraus man mörser zu machen pflegt.Verschiedene nahmhaffte gcschlechter wohnen in diesem thal,als die Filipponi, Bonini, Ginnoni, Amici, Fontani,Ruf«foni, Foppi, Mazzi rc. L«/^.-Hhset. iib.xn. pag. 134- *

. D » Bitho,