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habe einen »»ächten söhn, nahmens ©imOttern, gehabt, wel-chem er das Decanat zu Lincolne zugewendet, vonsten hat erdie von seinem Vorfahr erbaute kirche eingeweyhct, und diePratbendarios, deren ein und zwanzig gewesen,, bis auf zweyund vierzig vermehret, auch mit ansehnlichen guthern aus sei-nen eigenen Mitteln versehen. Er starb den io. jan. an. nrr.an dem schlage, als er neben dem Könige Herritte, und mitdemselben in einem gespräche begriffen war. Godrmm. de Prae-sut. Angl. P. T. p. 34°·
Blois , eine schöne volckreiche stadt in der kleinen landschafftBlaisois, zwischen Orleans und Tours, an einem Hügel, undin einer sehr fruchtbaren gegend gelegen. Gregorius Turoncn-fis, Aigolfus, Aimoniüs und andere gedencken ihrer unterdem nahmen Blefum, Bieste , und Callrum Blestenste. Sie hatein Bißthum, Präsidial, Baillage und den litul einer Graf-schafft , welche sich diß und jenseits der Loire gegen Sologneauf eine, und gegen Chateaudun auf der andern feite erstreckt.Es ist daselbst ein prächtiges Königliches schloß , welches mit ei-nem lust-und thicr-garten versehen, und nahe bey der stadt fin-det man sieget - erde, alte wasser-leitungen, und die überblci-bungen von einer Orchestra. An diesem orte haben vormals dieKönige ihre linder auferziehen lassen, und öfters selbst Hof ge-halten. Henricus III. hielt allhier zwey Versammlungen derStände des Königreichs, nemlich an. 1576. da der krieg wi-der die Hugenotten beschlossen, und an. 1388. da der Hertzog von Gmse nebst jeinem bruder, dein Cardinal, umgebrachtwurde. Unter den einwohnern sind vortrefliche künstler , wel-ches unter andern die berühmten uhrcn, so man allda verferti-get , zeigen. Die ersten Grafen von Blois waren aus dem ge-schlecht Hugonis Capeti, des Urhebers der Könige von demdritten stamm : denn Theodebertus, Graf von Matrie, dervierte groß - vatter Hugonis Capeti , hatte drey söhne, davonder andere, nahmens Wilhelmus, Graf zu Blois , ums jähr834. ermordet ward, Eudonem hinterlassend, welcher an. 863.ohne nachkommen gestorben. Robertus I. aber, der jüngerebruder Wilhelmi, Grafen von Blois , zeugte Robertum II.genannt den tapfern, und den andern Maccabäum, suc-cedirte seinem vetter Eudoni, welcher den 23. jul. an. 867. seinleben endigte, und von Adelheide, einer tochter des KaysersLudovici PH , Eudonem und Robertum III. gecrönte Königevon Franckreich, nach sich ließ. Robertus zeugte Hugonem M.der em vatter Hugonis Capeti ward, und Theobaldo I. zuge-nannt dem alten, verschiedene ländereyen einräumte, welcherauch Graf von Blois, und ein vatter Eudonis I. worden, vonwelchem und ihren nachkommen unter dem titul Champagne mit mehrerm wird gedacht werden. Hier ist nur zu mercken,daß Theobaldus IV. zugenannt der grosse, Graf von Cham-pagne , rc. mit Mathildis von Kärndten, unter andern Theo-baldnm, mit dem zunahmen den guten, gezcuget, welcherGraf von Blois und Chartreswurde. Ums jähr 1132. oder33. wurde erSeneschall von Franckreich, und that Ludovicodem jüngern, und Philippo Augusto gute dienste. An. 1138.eroberte er das schloß Ambosse, belagerte an. n6i. Vendome,und als er endlich dem letztern von diesen Königen nach Palä-stina gefolget, starb er daselbst in der belagerung Acre, ums jähriiyi. An. 1164. hatte er sich mit Adelheid, einer tochter Ludo-vici des jünger», vermählet, welche ihm verschiedene kinderzur weit gebracht, darunter Theobaldus und Henricus in derlugend, und Philivpus ohne erben gestorben, Ludovicus aberihm fuccediret. Die töchter waren 1.) Marqaretha, welcheerstlich an Hugonem von Oisi, Herrn von Montmiral, rc. her-nach an Ottonein, Grafen von Burgund , und zum drittenmal an Henricum, Herrn von Avesnes, vermählt worden.2.) Elisabeth von Blois, Gräfin von Chartres , war anfangseine gemahlin Sulpitii III. Herrn von Ambosse, und hernachIohannis von Oisi, Herrn von Montmiral rc. 3.) Adelheid,so an. 1211. Aebtißin zu Fontevraulr gewesen. Ludovicus,Grafvon Blois und Chartres , war ein großmüthiger und eifrigerHerr, und wurde durch die predigt Falconis, Pfarrers zuNeuilli, bewogen, eine reise in Orient zu thun. Er qienq de-rohalben zu Venedig zu schiffe, befand sich bey der belagerungZara, Constantinopel, rc. und ward durch die Bulgaren ineiner schlacht nahe bey Adrianopel , den 14. april an. 1203.erleget. Er vermählte sich mit Catharina von Clermont, derältesten tochter und erbin Rudolvhi I. Grafen von Clermontin Beauvaisis, Connetable von Franckreich, und hinterließ zuseinem Nachfolger Theobaldum den lungern , Grafen vonBlois, Chartres und Clermont, welcher ums jähr 1213.ohne kinder von seinen beyden gemahlinnen starb, und suc-cedirte seine base, Maria von Avesnes, Gräfin zu Blois ,welche an. 1241. verstarb, und unter andern kindern vonHugone von Chatillon, Grafen von St. Paul, rc. auch Jo-hannem l. Grafen von Blois, nach sich ließ, der sich an. 1234.rnit Adelheid von Bretagne, einer tochter Iohannis I. Lertzogsvon Bretagne , vermählte, welche ihm eine einige tochter ge-bohren , Iohannam, Gräfin von Blois , die aber den 29. ian.an. 1291. gestorben, und keine kinder mit ihrem gemäht, Pe-tro von Franckreich, einem söhn Königs Ludovici 8. verlassen.Derohalben succedirtc ihr Hugo von Chatillon, ihr vetter,ein söhn Gmdonis II. Grafen von St.Paul, und starb an. 1307.von seiner gemahlin, Beatrix von Flandern, einer tochter Gui-donis von Dampierre, Grafen von Flandern , Guibvucm I.
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Grafen von Blois, und Iohannem von Chatillon, hinterlas-sende. Guido I. starb an. 1342. und ließ von Margarclha vonValois, einer tochter Caroli von Franckreich, Grafen von Va-lois, nach sich Ludovicum I. welcher ihm folgte, Carolum,Hertzog von Bretagne , der in der schlacht bey Ävray an. 1364.blieb, und Marram, eine gemahlin Rudolphi, Hertzogs vonLothringen , und hernach Friderici, Grafen von Linanges.Ludovicus I. Graf von Blois, welcher wegen seiner tavferkeitsehr berühmt war, blieb an. 1346. in der schlacht ben Crcci,und hinterließ von Johanna von Hennegau, einer tochter Jo-hannts , Herrn von Beaumont , Ludovicum II. der an. 1372.sowol als Johannes II. an. 1384. und Guido 11 . von Charil-lon, auch Graf von Blois, an. 1397. ohne erben starb.Dieser letztere verkaufte an. 1391. die Grafschafft Blois Lu-dovico von Franckreich, Hertzoge von Orleans , einem vat-ter Caroli, und groß - vatter Ludovici XII. unter welchem dieseGrafschafft an die Crone gekommen, und unter Henrico II. alsdem erben der Königin Claudia, seiner mutter, einer tochterLudovici XII. und gemahlin Francisci I. vollkommen damitvereiniget worden. Clerc , defcr. du pai's Blais. Du Chene ,hist. de Chatillon. Moijj'ant , & Pitbou , hist. des Comt. deChamp.
Blois , ein Cardinal; siehe Wilhelmus von Champagne odervon Blois , genannt Blanchemains, und Petrus von Blois .
Blois , (Gerhard) ein Bsschoff, siehe Gerhard.
Blo is , (Ludovicus von) war ein söhn Adriani, Herrn vonJuvigni, entsprossen aus dem hause Blois de Chatillon. Erwurde an. 1306. auf dem in dem Bißthum Lüttich gelegenenschlösse Don-Etienne gebohren, und bis in sein 14. jähr mit deinnachmaligen Kayser Carolo V. erzogen. Hierauf studirte er zuLöven, trat aber nachgehends zu Liesse im Hennegau in denBenedictiner - orden, und wurde daselbst an. 1330. Abt. DasErtz - Bißthum Cambray, welches ihm Carolus V. anbot,schlug er aus, und sorgte nur vor die reformation seines klo-sters, wie er denn neue statuta machte, welche Paulus 111 .an. 1343. approbirte. Er starb an. i;66. und hinterließ unter-schiedliche geistliche tractate, welche öfters ausgelegt worden.Antonius Winghius , AbtzuLiesse, hat seiner edition an.163 3.das leben des Autoris beygefügt. Du ebene, mais. de Chatillon.Svpert. in Ath. Belg. Andr. bibl. Summarth. Gall. tom. IV.Hendreich , &c.
* Blok, (Daniel) gebohren zu Stettin in Pommern an.1380. gab bey zeiten zu erkennen, wie sehr er zu der Mahlereygeneigt wäre, und ward deswegen gen Dantzig zu JacobScherer, einem vortrcflichen mahler, gethan. Er legte sich son-derlich auf Portraits zu mahlen, und brachte es sehr weit indiesem stücke. Er muste für Gustavum Adolvhum, König inSchweden , das gantze Haus der Hertzogcn von Mecklenburgmahlen. In der zeit, da er bey Hof war, vcrl ohr er in einerseuers - brunst an. 1631. alle seine haabe, und kennte mit gros-ser mühe sein leben retten. Er starb zu Rostock in dein 8°. jährseines alters. Groß allgem. Holl. Lericon.
* Blok , (Bemamin) ein söhn des vorhergehenden , mustewol fcHUT seinen brüdern Einanuel und Adolphs sich aufdas mahlen legen, weilen sein vatter durch qcmcldles Unglückgantz erarmet war. Fridericus Adolphus, Hertzog von Meck-lenburg, griff dieser familie unter die arme, uud'erzeigtc sendcr«lich dem Benjamin viel gnade. Das erste prob - stück, so Ben-jamin Blok verfertigte, war das mit der fcdcr verfertigtebildnis gedachten Hertzogs, den es von dem Haupt bis auf diefüsse vorstellte. Dieses stück ward von jedermann mit Verwun-derung betrachtet. Kurtz hernach mahlte er mit färben diebildnisse des gantzen Sächsischen Hauses. Von silbigcr zeit anmahlete zt verschiedene schöne stücke und allar-blattcn , welcheihm einen grossen rühm erwarben. An. 1639. gteng er inItalien , und besähe die vornehmste dasige cabinets von gcmähl-den, und brachte einige jähre zu Vcnedjg , Florentz und Rom zu, da er dann die bildnisse vieler vornehmer Personen mäh-lere, unter welchen sich arich der berühmte Pater ArbanasiusKircherus fände. Er kehrte endlich wieder nach Teulschland,und verheurathcte sich an. 1664. mit Anna (satharina Fifchc-rin, einer tochter Thomas Fischers eines berühmten Nürnbcr-gischen mahlers. Houbruk.n, tom. 11. Groß allgem. Holl.Leptcon.
* Blok, (Jacob Reugcrs) ein so vortrefficher mahler, daßRubens ihm zu Ter-Goude eine bcsuchung abstattete, und ihmdas lob ertheilte, er hätte noch keinen mahler gesunden unterallen, die er kenncke, der ihm in der Perspcctive und Archi-tectur so nahe käme. Blok hatte in seiner lugend Italien be-suchet , und sich zu Rom mit »»gemeinem siciß in feiner kunstgeübct. Der rühm, den er sich sonderlich in der Architecturerworben, erweckte bey dem König in Polen die begicrdc ihnbey sich zu sehen, und in seinen dienstcn zu haben. Er wardvon diesem König in der that fcbr gclicbct und geachtet, aberdie Hof - leuthe beneideten ihn eben deswegen , und suchten ihinHändel anzurichten. Er erhielt also von den, König wiede-rum seinen abschied, und kehrte in sein valtcrland zurück,allwo er gelegenheit fand die Mathcmatic zu erlernen von demObersten Pcrsival, welcher bey Fridcrico Henrico, Printzcn vonNassau - Oranien, in grosser gunst stunde. Er trat hernachjn dienste bey dem Ertz - Hertzog Leopold, welcher sich sehr gnä-dig