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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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ra in der stadt Eu gemacht hatte , verfügte er sich in dem jähr1700. auf Paris , um alldort seine studien m end zu bringen.Während feinem Cutsu Philosophico erlernte er in dem Kö-niglichen collegio unterschiedliche mathematische wissenschaff-ten, besuchte nachgehends das medicivische Collegium unb dasTheatrum von St. (Jörne sehr fleißig; seine grolle Neigung aberwar, in dem Königlichen garten die von dem berühmten Profes-sore Botanic. Herrn Tournefort , über die pflantzen gemachteauslegungen und bcnennung anzuhören, von dem er auch inknrtzem mehr als andere seine Mitschüler hoch gehalten und ge-liebet wurde. Er that darauf eine reise durch gantz Picardie,Normandie und Isle de France , um neue kräuter zu suchen;und bcmühete sich dergestalten, daß er in Picardie allein überhundert und zwanzig pflantzen fande , die nicht in dem-nigl. garten, und so gar gantz unbekannt waren. Er entdecktein Franckreich unterschiedliche gattungen, welche man nur al-lein in America zu finden vermeynte. Er wurde in die Aca-demie der wissenfchafflen als ein Eleve des Herrn Reneaumeaufgenommen. Von seiner arbeit hat man nicht über eine ei-nige schrift gesehen, darinnen er in ansehung einiger gattungpflantzen die geschlechte, darunter sie Mr. Tournefort geietzt hat-te , veränderte. Man will versichern, er habe ein neues werckvon den pflantzen zu schreiben vorgehabt. Er fügte der Theo­ ria ; auch die kraxln bey, und machte aus den pflantzen me-dicamenten , welcher würckungen ihn in der provintz zu einemberühmten Ärtzt gemacht haben. Er wurde in dem jähr 1708.zu Rheims zum Doctor gemacht, und wollte dafür zu Paris ,allwo er schon sehr wohl bekannt, und von den berühmte-sten mannern dieser Facultät hoch gehalten wurde, disputiren,als ihn ein starckes fieber und engbrünstigkeit angriff, wovoner den 13. april an. 1713. in dem 31. jähr seines alters starbe.FontemFe, hilf. du renouvellement de lAcademie des Sciences.

Blondus, (Flavius) ein berühmter Hiitoricus, gebohrenan. 1388. zu Forli in Romagna . Er hat das Secretariat vonPapst Eugenio IV. erhalten, und dasselbe unter den folgendenPäpsten fortgeführet, bis auf Pii II. zelten, unter dessen regie-rung er den 4. tun. an. 1463. verstorben. In seiner Historie, die.von an. 400. bis 1440. gehet, hat er sich mehr bemühet, vieledinge zusammen zu suchen, als zu untersuchen, ob dasselbeauch so würcklich geschehen. Unterdessen hat er sonderlich beyden Römischen alterthümmern seine verdienst«. Seine übrigewercke, so zwar mit fleiß verfertiget, aber nach der damaligenschreib-arl schmecken, sind : Roma triumphans ; Roma instau-rata; Italia illustrata ; Hist. Rom. decades III. l:"ö de Ori-gine & geitis Venetorum. Leander Alberti berichtet, daß erfünf gelehrte söhne gehabt. Viel geld hat er nicht erworben ,was er aber gehabt, hat er unter feine töchter getheilet, damitsie sich verheurathcn könnten , seinen söhnen hat er nichts als ih-re gelehrsamkeit und gute erziehung hinterlassen. Einige behaup-ten, man müsse ihn Blondum Flavium nennen, welche beydenahmen an sich selbst einerley bedeuten. Jovius, in elog. c. 14.Tritbem. & Bellatm. de scriptor. Merula , lib. X. hilf. VBlu-ter anut. Geßierus. PoJJevinus. Mir aus. VoJJius. Freherus. Hen -dreicb. Bayle. f£c.

* Blondus , (Michael Angelus ) ein Medicus , schrieb dePartibus ictu sectis citissime sanandis ; de Origine luis Vene-res deque ligni Indici ancipiti proprietate, Venedig 1342. in8. ist auch in Cesneri Opp. Chirug. befindlich ; de Ventis& navigatione , ib. in 4. de Canibus & venatione, RvNl1344. in 4. de Diebus decretoriis & crisi 3 Physiognomiam ,ib. eod. de Maculis Corporis , ib. eod. in 4. de Viro illustri& iniquo sermones duos, ib. eod. in 8. Dialogum de Ani.ma, ib. 1343. in 4. de Memoria , Venedig 134S. in 8* Spe-culum Juventutis; Dialogum de Invidia; .de Adfectibus seumorbis infantium & puerorum , ibid. 1339. in 8. Compen-dium de Medicamentis ; Epitomen Hippocratis ; de Origini-bus rerum ; de Sepulchris antiquis ; de Patientia &c. Hentlreich.

* Blondy , (Richardus) der u. Bischofs zu Erester, wur-de an. 1243. darzu erwehlet. Er liebte die gemächlichkeit, undließ alles durch seine Minister tractiren, die aber solche gewalt-nis brauchten , und verschiedene schriften für sich ausfertigten,mittelst deren sie sich nach dessen rode an dem Bißthum zu be-reichern , suchten. Allein der betrug wurde entdeckt, und siemusten öffentliche kirchen-busse thun. Er starb an. 1237.

Godrrin. de Prassul. Angi. P. I. p. 460.

Blonitsa , ein kleiner fluß in dem Schlesischen FürstenthumOppeln , welcher sich anderthalb weilen unter Oppeln mit derOder vermischet.

Blonde, Blonicz, eine stadt in Groß - Polen in der Woy-wodschasst Rava, 4. meilen von Warschau . Sie ist groß undwohl bewohnt, die Häuser aber sind nur von holtz.

Bloreheath, ist eine gegend nicht weit von Draiton, inder Englischen provintz Shropshire , welche durch eine an. 1459.zwischen der Porckischen partey unter dem Lord Audley , undder Lancastrischen unter dem Grafen von Valisbury, zum Nach-theil der letztem , vorgegangenen schlacht berühmt worden.

The compleat biß. nf Engl. vol. I. p. 41g.

Blostus, (Ludovicus) siehe Blots.

* Blosius , (Sebast.) ein Medicin* Doctor und Professorzu Tübingen , aus Ulm gebürtig, hat zu ausgang des XVI.und zu ansang des XVII. saxuli floriret , und nebst verschie-

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denen Disputationibus Medicis , als t de Phrenitide ; de Ali-mentis & esculentis; de Feste; de Anatomia ; de Ossibus&c. Iac. Schegkii Prxlectiones in artem parvam Galeni,heraus gegeben. Hendreicb.

* Bloßius 1 (Cajus) ein Philosophus von Cumis aus Cam-panien, Antipatri von Tarsen lehrjünger, war ein so vertrauterfreund Tiberii Gracchi, daß er demselben alles zu gefallenthat, was er nur verlangte. Ja als man ihn deswegen :^chGracchi tobe befragte, antwortete er: Wenn ihm dieier 1 asCapitolium anzustecken befohlen hätte, würde er solches auchgethan haben. Man zog ihn zwar damals nicht zur strafe,nachdem er aber kurtz darauf zu Aristonico nach Anen gieng,und dieser in seinem kriege wider die Romer unglücklich war,wurde er auch niedergehauen, ober, wie andere schreiben, hater sich selbst aus Verzweifelung um das leben gebracht. Cicero ,de Amicit. n.

Blotius, (Hugo) lehrte erstlich die Rechte zu Straßburg ,gieng darauf nach Wien , und ward der erste, welcher den ti.tul eines Kayscrlichen Bibliothecarii gefuhret, nachdem er an.1373. die ober-aufsicht über die Kayserliche bibliotheck bekom.men. Er starb in solchem amt an. 1608. und hatte darinnenzum Nachfolger Sebastianum Tengnagel. Stürmn epist. schol.Lambet comm. de biblioth. Ctes. lib. 1 . *

* Blount, ein altes adeliches geschlecht, welches von N. leBlount, Herrn von Guisnes in der Normandie herstammet.Seine zween söhne, Robertus und wilhelmus, kamen mitWilhelmo dem Eroberer naher Engeüand. Robertus warDux manuum militarium oder General von der reuterey, undward von Wilhelmo dem Eroberer zum Baron von Jrworthin Suffolck gemacht, wilhelmus 1 s Blount war Generalvon dem fuß-volck. Gilbertus, der söhn Robert« und seinerb , stiftete zu Jrworth ein kloster, welches ohngefehr 300. pf.sterling einkommen hatte. Die linie der Baronen von Jrworthendete sich unter der regierung Königs Henrici III. «n der Per-son Wilhelmi, welcher feiner ehren beraubet worden. Es sindnoch andere linien von Blount, welche heutiges tages noch be-stehen in den Personen Eduard« Blount, Baronnet von Mawlyin Shropshire , und Harry-Pope Blount,Baronnet von Titten-hanger in Hertfordshire rc. rc. rc.

* Blount, oder Slondus, (Johannes) einer der gelehr-testen Engelländern in dem XIII. fec. studirte anfänglich zuOxford , und zog hernach gen Paris , allivo er den gradumDoctoris Theologis annahm ; nach seiner zurückkunft in En-aelland ward er zum Professore Theologie zu Oxford gemacht.Er versähe diese stelle mit gröstem rühm verschiedene fahre lang,und ward endlich zum Canonico und Cantzler der Dom-kirche zuPorck erivehlet. Kaum war diese wähl geschehen, so warder wegen seiner grossen gelehrtheit und frömmigkeit zu demErtz-Bißthum von Canterbury erhaben , aus welchem anlaSer an. 1232. nach Rom reifete. Allein der Papst verwarf sei-ne »vahl und ward Edmundus Rich, ein Canonicus von Sa-lisbury, an seine statt ernennet. Äaleus sagt, es seye vielleichtBlondus allzu gelehrt gewesen oder allzu fromm nach denabsichten des Römischen stuhls. Robertus Bradn aber behaup-tet , es habe der Papst diese wähl zernichtet, meilen Blonduswegen seiner erhöhnng zu besagter Ertz-Bischöfflichen «vürde,dem Bischoff von Winchester tausend marck filber verehret hät-te. Leland sagt, es habe Blondus nach seiner rückkunft inEngelland den ihm zugestossenen Verdruß mit ungemeinem fleißin dem studiren zu vertreiben gesuchet. Matchaus Parisienlisversichert, daß in der gantzen weit ihm zu seiner zeit an ge-lehrtheit niemand zu vergleichen gewesen sey. Er starb an.1248. unter der regierung Königs Henrici III/ Er soll ge-schrieben haben Summarium sacras Facultatis ; Disceptatio-nes scholasticas ; und verschiedene Commentarios Über die H.Schrift. Englischer Bayle.

* Blount, (Thomas) ein gelehrter Engelländer des XVII.fec. war gebohren zu Bordesley in Worcestershire . Sein vat-ter war Miles Blount von Orleton in Herefordshire , der voneiner iüngern linie obgedachtcn edlen geschlcchtes herstammete.Obwolen er nicht den Vortheil genossen, auf einer Universität zustudiren, so hat er es doch durch seinen unermüdcten fleiß in derLitteratur fehr hoch gebracht. Da unter der regierung KönigsEaroli II. einige gefährliche anschläge der Papisten an dentag kamen, ward er als ein eifriger Papist in solchen schre-cken gesetzet, daß er eine lähmung der gliedern bekäme, wieer solches selbst in einem den 28. apr. an. 1679. geschriebenenbrief an den berühmten Wood berichtet, und dabey gemeldethat, daß er von solcher zeit an alle bücher beyseits gelegt habe,ausgenommen die geistliche und andachts-bücher. Er starb den26. dec. eben dieses «ahrs, in dem 6t. jähr seines alters. Er hatverschiedenes geschrieben, als: Academia Eloquentias ; Glosso-graphis ; Fragmenta antiquitatis ; &c. Englischer Bayte.

* Blount , (Heinrich) der dritte söhn des Ritters Thomas- Pope Blount von Tittenhanger in der Grafschafft Hertford,ward gebohren zu Tittenhanger den 13. decembr. an. 1S02. Eheer sein vierzchendes fahr erreichet hatte, fand er sich schon indem stand, in das Collegium Trinitatis zu Oxford aufgenom-men zu werden. Nachdem er den gradum Baccalaurei er-langet hatte, studirte er die Jura Munic palia in Grap's-Jnn.An. 1634. den 7. way stieg er zu Venedig zu schiffe, um na-