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her Constantinopel zu gehen, und von dar eine reise in Levan te zu machen. Er kam nach zweyen jähren wieder zurück,und gab die beschreibung seiner reise in den druck, welche insFranzösische und in das Holländische ist übersetzet worden.. Ca-rolus l. ernennete ihn damals zu seinem Eanuner - Juncker,und den 21. inertz an. 1639. ward er zum Ritter gcsthlagen.Er begleitete hierauf den König bey Iorck und EdgehiU , inwelcher schlacht er für die Königliche famstie solle sorg getra-gen haben. Er wartete eine zeillang dem König zu Oxford auf> und begab sich hernach gen Londen , allwo er vor das un-tere Haus beruffen, tind lnn die ursach, warum er dem Koniganhicnge, befraget worden. Da er aber in /einer Verantwor-tung gezeiget, daß er nichts anders gethan hatte, als was jeinamt eines Cammer-Junckers von ihm erforderte, ward er wie-derum entlassen. Als des Königs fachen in abgang geriethen,schickte er sich in die damaligen Unruhen, jedoch ohne sich der-selben theilhafftig zu machen. An. 1631. war er einer vondenen zwanzig zu adschaffung des mißbrauchs der gesehen er-nannten Deputirtcn; und zu eben dieser zeit war er von dermennung , daß die zehenden nicht mehr sollten bezahlet wer-den, und trug an , daß kein Geistlicher mehr dann hun-dert Pfund sterling jährlich beziehen sollte. An. 1654. starbfein älterer bruder der Ritter Thomas-Pope Blount , von wel-chem er dann die Herrschafft Tittenhanger samt vielen schöneneinkünften ererbte. An. 165z. ward er zu einem Committee ge-zogen , welches zu besserer einrichtung der Handlung und derschiff-fahrt angeordnet war. An. 1661. war er Ober-Richterder Grafschafft Hertford, und starb den 9. vctobr. an. 1682. sei-nes alters 8°. jähr weniger vier monat. Englischer Bayie.
* Blount, (Thomas-Pope) der ältere söhn des vorherge-henden, war gebühren zu Upper-Holloway in Middleftr den 12.fept. an. 1649. Er ward bey fernes vatters ledzeicen schon zumBaronet gemacht den 27. jenner an. 1679. Er war m fünfverschiedenen Parlementecn ein glted des untern Hauses. An.1693. gab er zu Londen seine Hiitoriam naturalem aus. Seinvornehmstes werck war seine Censura celebriorum authorum,live Tractatus, in quo varia virorum doctorum de clariilimiscujusque saeculi scriptoribus judicia traduntur. Unde facil-limo negotio lector dignoscere qucat, quid in fingulis qui-busque istorura authorum maxime memorabile sit, & quo-nam in pretio apud eruditos semper habiti sint. Omnia inctudiol'orum gratiam collegit, & in ordinem digeffit fecun-dum seriem temporis, quo ipli authores fioruerunt, Thomas-Pope Blount, Anglo-Britannus Baronettus, Londini 1690. infol. Übrigens hat er auch ausgegeben in Englischer sprach:Essays on several subjects. Er starb zu Tittenhanger in Hert-fordshire den 30. junii 1697. und hinterließ den Ritter Tho-mas-Pope Blount seinen erben, nebst noch vielen andern kin-dern. Englischer Bayie.
* Blount, (Carolus) der jüngere söhn des Ritters Hein-rich Blount, war gebohren zu Upper-Holloway in Middlescxden 27. april an. 1654. und ward sehr sorgfältig auferzogen,wie er dann auch vermittelst seiner unvergleichlichen gaaben undeines unbeschreiblichen fleisses es in der gelehrsamkeit sehr weitgebracht hat, welches die von ihm an das licht gegebene schuf-ten klärlich darthun. Die titul seiner schriften sind folgende:Anitna mundi, Londini 1679. in 8vo ; Great is the Dianaof the Ephesians, or the original of Idolatry , together withthe politik inilitution of the gentiles facrifices , London 1680. in 8V0; Eine Engltfche Übersetzung der zwey ersten bü-chcrn Philostraki, betreffend das leben Avollonii Tyanäi; januascientiarum , Londini 1684. in 8vo ; Er hatte auch guten «N-theil an dem zu Londen an. 1693. in 8V0 gedruckten buch,dessen titul ist : The Oracles of reason ; In diesem letzten buch,welches aus XVI. verschiedenen abhandlungen bestehet, hat erin der XI. abhandlung untersuchet, ob es nicht erlaubet seye,zwo schwestcrn nach einander zu heurathen. Es war diesesdem Blount keine gleichgültige Materie, dann er hatte sichvorgenomnten seine schwagerin zu heurathen , welche auf ihrerfeite sich auch nicht starck darwidcr setzte, wann er nur die ein-willigung der Geistlichen dazu echalten könnte. Blount trugalso den eafum dem, Ertz-Bischoff von Canterbury und vielenandern gelehrten mannern vor, welche aber alle wider einesolche Heurath schlössen. Seine schwägerin solches sehende,begab sich von Londen hinweg, um seinen Verfolgungen zu ent-gehen. Blount geriethe hierüber in eine gattung von raserey,besuchte seine geliebte an dem ort, da sie sich aufhielt, undtrachtete sie auf alle weise zu dieser Heurath zu bereden.Da er aber nichts ausrichten konnte, gäbe er sich selbst einenpistolen-schuß. Er lebte zwar noch einige tage hernach, innertwelchen er von niemand nichts annehmen wollte, als von cherHand seiner geliebten schwägerin, siarb aber hernach in demaugstmonat des jahrs 1693. Seiner Übersetzung der zwey er-sten bücher des Philostrati fügte er verschiedene anmerckungenbey, die er aus den papieren des Baron Herbert von Cher-bury soll genommen haben, und darinnen er von der religionund der heil. Schrift auf eine spöttische und ärgerliche wei-se geschrieben, deswegen auch der verkauf dieses buchs an.*693. verboten worden. Histoire des ouvrages des iavans,XXlil ßa ^ e ' ^ ict ' on · Englischer Bayie. Niceron , tom.
Bludentz, siehe pludentz.
Bludowsky, eine alte adeliche, nunmehro Freyherrlichefamilie in Mähren , welche sich auch in Schlesien ausgebreitet,und das in dem Fürstenthum Teschen gelegene schloß und Rit-tcr-guth Bludowitz, als einen stamm - sitz inne hat. Gegenausgang des XVl. feculi besaß selbiges Andreas von Blu-dowsky und Bludowitz, Fürstl. Teschnischer Rath und Lands-Hauptmann. George Friedrich, Baron von Bludowsky inMähren , vermählte sich an. rüg?, mit Johanna «Ltdonia,Gräfin Colonna von Felß. Lucä Schles chron. p. ,788.
Blücher , ein adeliches Haus, welches Micrälius unter dieälteste in Pommern , und zugleich unter die so genannteschloß-gesessene dastlbst in beyden regierungen zehlt. Zuerstführt er Hermannen an, und meldet, daß dessen schon an.1293. in alten briefe» ' gedacht werde. Hans Blücher warzu den zelten Hertzvgs Bvgislai X. in ansehen, und Hermannkaufte hierauf das schloß Plato nebst den dazu gehörigenauthern Wedingen von der Osten ab. An. 17,8. war Chri-stian Georg Blücher Königl. Preußischer Hof - und Cainmer-Gcrichts - wie auch auch Alt-Märckischer Criminal-und Land-Gerichts-Rath. Es mag diese familie vor alten zeiten in deinHolsteinischen floriret haben, und von dar in Pommern gekom-men seyn, Massen Ulrich von Blücher von an. 1236. bis 1283.Hermann von an. 1291. bis 1309. und Wipcrt vvn an. 1336. bis1367. das Bißthum Ratzeburg besessen. Micralü Pvmmerl.lib. VI.
Blum, Blom, eine uralte adeliche und nunmehro Frey-herrliche familie in dem Hertzogthum Holstein, welche vor al-ters in dem Brannfchwetgischen ihren sitz gehabt, ums jähr1400. aber in Holstein gekommen, nachdem Dietrich Blumein regiment reuter in Holstein geführet, und daselbst aus dermit einer von Rantzow getroffenen ehe einige erben erzielet. Vondessen nachkommen ist Hans Blome Herr zu Seehedvrs, nebstseinem bruder Henrichen , Hauptmann zu Gottorp , rc. an.1300. in dem Ditmarschischen kriege geblieben. Als an. 1380.Friedrich 11 . König in Dänemarck, und Hertzvg Adolph inHolstein einen erb-vertrag unter sich aufrichteten, war aufjener feiten Hans Blum, Herr zu Scehedorf, Rath und Haupt,mann zu Hadersleben , auf dieser aber Dietrich, Herr zt« Hern-storff als Rath. An. 1640. war Otto Holstein - GottorplscherLand-Rath, Hans aber Ober-Land-Jagermeister. Wolf undChristoph waren an. 1698. Königl. Dänische geheime Räthe,und Ritter von Dancbroge. Owenus lebte noch an. ,706. alsKayscrlicher Statthalter in dem lande Hadeln. Weingartenmeldet, George Heinrich, Freyherr von Blum, sey an. 1666.Königlicher Böhmischer Appellations-Rath worden, nachdemer vorhero Kayserlicher Resident an dem Chur-Sächsischen Hofegewesen; ob er aber aus dieser familie gewesen, kan man nichtsagen. Es floriret auch eine adeliche familie Blum in der stadtFranckfurt am Mayn, so von obstehender unterschieden. An-gen Holst. ehr. P. I. p. 36. Lehmanns jetzt - herrsch. Europa ,P. III. in app. p. 386. weing. Fürstensp. P. I. p. 373.
t Diese familie hat sich allezeit Blome geschrieben. HansBlome war Königlicher Rath und Amtmann zu Hadersieben.Dietrich Fürstlicher Rath und Amtmann zu Tundern. An.1640. war Otto Blome, Herr auf Neuenhof rc. und nachihm Hans Blome von Seedorf Fürstlicher Holsteinischer Jä-germeister , nachgehends aber Conferentz-Rath und Amtmann,starb zu Kiel den 16. febr. 1722. Heinrich Blome, Ritter desElephanten-ordens, war Königlicher geheimer Rath und Gou-verneur von Rendsburg an. 1638. Dessen söhne Wolf, HerraufHagen rc. und Christoph, Herr aufFarve, lebten an. 1726.noch , und waren beyde Königliche Dänische geheime Räthe,und Ritter vom Danedrog-orden. Manuscr. Man findet auchan. 1721. Otto Blome, Königlicher Dänischer Ober - Hofmei-ster. Hühners fuppl.
*Blum, (Christoph Jacob) war ?u Hildesheim an. 1634.den r2. may gebohren, woselbst er von an. rügi. nachdem ervorhero zu Rostock , Jena und Leipzig studiret, das predig-amtverwaltet, und zwey jähr darauf die vocation nach Braun schweig als Pailor der Archen Catharina angenommen. Erstarb an. 1712. den 29. vctobr. und ließ ein BraunschweigifchesPrediger-gedächtnis; Diatriben de Eruditis Lipsiae natis , &fcriptis Claris; Comparationem Augusti, & Augusti Wilhel-mi, Ducum Brunfuicensium & Luneburgenfium ; Leichen-pre-digten auf Hochfürstliche Personen; Bericht von jubel-festen de-rer , welche 30. jähr in der ehe gelebet. Gurric. vita=.
* Blum, (Jacobus) ein Doctor Juris und SpeyerischerCammer-Gerichts-Advocat, schrieb Proceifum Cameralem di-casterii, quod eil Spirae, ex Ordinationibus Cameralibus, Re-ceifibus Imperii & prsecipuis rerum Cameralium scriptoribuspropositum , Frf. ad Mcenum 1644. in 4. und vermehrter, ib.1 666 . Chiliadem Sententiarum Cameralium, ib. 1667. und1676, in 4. Formular - buch, ibid. 1 666 . und 1672. in 4.Urtheil-buch; Gemeine bescheid und Confulta Camera;. Erhat auch das concept der Cammer-Gerichts-ordnung von an.1613. verbessert heraus gegeben, Speyer 1663.in fol. Hemireicb.
Blumberg, eine kleine stadt in Ober - Elfaß, 4. weilenvon Bafel, so nebst 3. umliegenden dörfern eine Herrschafftausmachet, gehörte sonsten den Herren von Pollweil, ist aberhernach durch Heurath an die Grafen von Fugger gekommen.
Zeiler. topogr. Als.
Blumberg, eine stadt nebst einem schloß und amte in der