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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Grafschafft Lippe, dem Grafen von der Lippe zuständig. Zei-

ler. topogr. Westph.

* Blumberg, oder Florimont, eine Reichs-Grafschafft inItalien , im Bolognesischen gebiethe, dem ehemaligen Kayser-jichen Ambassador zu Venedig , Fürsten Ercolani, gehörig,zu dessen grinsten sie auch an. 1699. zu einem Reichs-Fursten-thum erhoben worden.

* Blumberg, (Christian Gotthelf) ein Lutherischer Theo-loge , war zu Ophausen im Querfurtischen, allwo damalssein valter Pastor war, den 24. febr. an. 1664. gebohren.Den ersten gründ seiner studien legte er auf der schule zuSchneeberg , brachte sodann auch einige jähre auf der Für-sien-schule zu Meissen zu, und gieng an. 1680. auf die Uni-versität zu Leipzig , da er sich in Philosophicis Alberli, Cypria-ni, und Fellen, im Rabbinischen und den Orientalischen spra-chen aber des zum Christenthum bekehrten Juden Frid. Alb.Christiani, und in der Theologie Scherzen, Möbii, Olearii undCarpzvvii unterricht bediente. Er nahm auch mittlerweile dengrad tun eines Magistri an , und disputirte folgends als Prai-fe , begab sich aber hierauf nach Jena , woselbst er insonder-heit des berühmten Sagittarii Umgang genoß, und ward an.1688. Chur -Sachsischer Feld-Prediger, in welcher qualität eran. 1689. der belagerung von Mayntz beygewohnet. Nach die-sem wurde er an. 1691. Pfarrer zu Bernsbach im Annabergi-schen , an. 1694. aber Diaconus zu St. Jacob in Chemnitz ,ferner an. 1698. Pastor zu Radeberg , in welchem jähr er auchzu Wittenberg die würde eines Doctoris Theologia ; erlangte,und endlich an. 1700. Pastor und Superintendent in Zwickau .Sein tod erfolgte den 8. jan. an. 17;;. Er besaß nicht nureine gute wissenschafft in verschiedenen gelehrten und Orienta-lischen sprachen, sondern hatte sich auch eine grosse fertigkeit,das Französische und Italiänische zu reden, zuwege gebracht.Seine schritten sind: Monumentum Drusi Moguntiaa obvium,welches hernach in Teutscher spräche vermehrter heraus gekom-men , unter dem titul: Neronis Claudii Drusi ehren-grab oderder eichel-stein; Suspiria Johannea ; Exercitium Anti-Bossue-tium de mysterio in Corona Papali; Mysterium in Corona Pa-pali ens reale ; Veritas mysterii tiarae Pontif. R.. inscripti;Fundamenta linguae Coptica;; Confutatio orthodoxa hypo-theseos Majoristicse fidem in ipso justiiicationis actu practi-cam esse; Veritis fidei justificantis , vel Anti-Sincerus evan-gelicus ; Abbildung des Kalands, u. a. m. Neue zeit. vongelehrt, fach. 17z;.

Blumdergerin, (Barbara) gebürtig aus einem guten ge-schlechte zu Regenspurg. Man hat von ihr lange zeit geglau-bet, als wenn sie eine maitresse Caroli V. gewesen wäre, undvon ihm den berühmten Don Juan de Austria gezeuget hat-te ; Strada aber will behauptendaß man dieses nur unterdem volcke ausgebracht, indem vielmehr eine grosse Prinzes-sin unter ihrem nahmen verborgen gewesen. Doch will mannicht zweifeln, daß der Kayser sich ihrer bedient habe, da er inRegenspurg einsmals gantz betrübt gewesen, und sie zu ihm ge-schickt worden, ihn durch ihr singen zu vergnügen. Don Juanhielt sie beständig vor seine mutier, recommcndirte sie auch dcs-halben dem Könige Philippo II. aufs beste, welcher, die Weltin diesem wahn zu bestärcken, die Blumbergerin an. 1578.da Don Juan gestorben war, nach Spanien kommen, undsehr wohl halten ließ., Hernach schickte man sie nach Mazote indas Königliche kloster St. Cvpriani, von dar sie sich nach 4. jäh-ren , der guten luft wegen, nach Lareda begab, und daselbststarb. Wie einige vorgeben, soll sie eine wittwe gewesen seyn,als sie mit dem Kavser bekannt worden, und bereits einen söhn,-nahmens Pyramus Conrad, gehabt haben, welchen Don Juanvor seinen leiblichen bruder gehalten, und auf dem tod-beltedem Könige in Spanien recommendiret. Man sagt, es habederselbe unter dem Hertzoge von Parma dienste gethan. Stra-da I. üb. X. Brantnme , Capit. etrangers torn.II. Wallon , vie deJean dAutriche. Bay.e.

*BlumbIacher, oder vluemblacher, (Christoph Andreas)schrieb de Jute emphyteutico; de Jute vitalitio & de JutePrecaria;, vulgo vom erb-recht, leib-geding und frey-stift-recht,Saltzburg l66i. in 12. de Tutelis, ib. 1668. in 8. Comm. inCaroli V. Constit. criminales , ib. 1670. in 4. de Retractu gen.tilitio & conventionali, ib. 167;. in 8. de Servitutibus prne-dialibus & realibus, ib. eod. in 4. Htndreich.

* Blumenau, ein ort in Ungarn , unweit Preßburg , welchendie Türcken an. i 66 j. in brand steckten. Zeilers Hungar. perStiib. p. 797-

* Blumenaw, oder Blumenau, ein Fürstlich-Calenber-gisches Amt-haus, zur lincken der Owe oder Aue, unferne da-von , wo sie in die Leine kommt, ein feldweges weit von derstadt Wunstorp, und zwey von Hannover . Zwischen diesemBlumenau und Hannover auf dem halben Wege an der land-strasse stehet des Köntgl. Dänischen General-Lieutenants überdie cavallerie, Johann Michael von Obentraut, grabmahlvon werck-stucken, auf welchem angezeiget wird, daß er an sel-bigem orte in einem harten gefechte den 2;. octobr. an. 1625.geblieben sey. Schneiders befchreibung des alten Sachsen-landes , p. 269. leg. Zeilers Reichs-Geogr. X. p. 1429.

Bwmeneck, ein uraltes schloß und Herrschafft im Wallgow,unweit Fcldkirch gelegen, wird mit unter der Graffchafft Bre-

gentz begriffen. Sie hatte sonst eigene Herren, die von Blu.meneck, nach denen es die Grafen von Werdenberg , hernachdie von Brandeis, und zuletzt die Grafen von Such beses-sen. Von diesen wurde an. die gantze Herrschafft andas kloster Weingarten um 190000. gülden verkauffet; jetzoaber besitzt sie der Abt zu Ottenbeuren. Zäi. topogr. Suev.Itnbof. notit. Pr. Imp.

Blumeneck, Blumeck, eine Freyherrliche familie, wel-che sich aus dem Wallgow in Elsaß , und von dar in Oester­ reich begeben, und deren ftamm-haus das vorher gedachte schloßBlumeneck ist. Dietrich ist an. 948. zu Costnitz, Johann an.iogo. zu Augspurg, und Wolfgang an. 1169. zu Zürich aufdem thurnier erschienen. Dietrich, Kayserl. Oberster, hat sichan. 1499. wider die Schwerer wohl verhalten. Christoph lebteum das jähr 1630. und ließ unterschiedliche söhne nach sich, vondenen nur ein einziger, nahmens Frantz, das geschlecht sortge-pstantzet hat. Bucei. stemm. P. 111 . Spangenb. Adelst). P.il. p. 22;.

Blumenstein, ein schloß und beygelegenes dorf in demBernerischen Oberland, unten am Stockhorn im Land-Ge-richt Sefftiaen gelegen. Das schloß ist zerstört. Es war vorzeiten das stamm-haus der Edlen von Blumenstein , von wel-chen es an die Freyherren von Raren gekommen. FreyherrPeter von Raren aus Wallis hat es an. 1)48. der stadt Bernverkauffet. Es ist allda ein bad, dessen wasser ab eisen und Vi-triol fliesset, und die leinwand gantz roth machet. Stettin . P.I. p. 67. Wagner, histor. nat. Helv. p. 109. *

Blumenthal , oder plomenthal, ist 1.) eine den Teut-schen Ordens-Rittern zugehörige Commenda, so zur BalleyFrancken gerechnet wird, sonst aber in das Bißthum Augspurg,und das Bayerische pfleg-amt Aichach gehöret. Auf dem daselbstbefindlichen schloß residirt ein Commenthur. 2.) Ein kloster re-gulirtcr Chor-Herren im Bißthum Augspurg und dem Bayeri-schen gerichle Weilheim, nicht weit von dieser stadt an dem Äin-mer-stuß gelegen. Es ist von Lanfrido, Walramo und Eilan-do dreyen Gräflichen brüdern von Antorff, oder, wie andere sa-gen , von Hertzog Thaßilone 11. nebst dem frauen-kloster gestiftetworden. Nachdem aber die Hunnen solche verwüstet, hat Kay-ser Heinrichs schwester Gisela ein einziges kloster wieder er-bauet. An. 1414. ist es abgebrannt, aber noch an. 141;. vondem Probst desto schöner wieder aufgebauet, so daß es vor einesvon den besten gebäuden paßtrcn kan. Lhur-Bayern , p. 206.

Blumenthal, eine adeliche und nunmehro Freyherrlicheauch theils Gräfliche familie, soll an. 926. in die Marck Bran-denburg gekommen seyn, nachdem man die Wenden darausvertrieben. Bremmenberg von Blumenthal wird unter diejeni-ge Ritter gezehlet, welche an. 1492. der belagerung von Braun­ schweig mit beygewohnt. Unter andern ist George, welcher an.1990. verstorben, merckwürdig : Erwarb an. 1920. von demCapitul zu Havelbera zum Bischoff erwehlet, es gieng aber die-se wähl wieder zurück, weil der Chursürst zu Brandenburg sich dawider setzte. Hierauf erhielt er an. 1924. die Bißthüm-Mer Ratzeburg und Lebus , hatte aber an. 1928. das Unglück,daß seine residentz Fürstenwalde , über einen streit, welchen ermit einem von Birckholtz hatte, geplündert ward. An. 1699.war Joachim Friedrich , Freyherr von Blumenthal, Chnr-Branbenburgischer geheimer Rath und Statthalter in demFurstenthum Halberstadt . An. 1689. gieng Christoph Caspar ,Graf von Blumenthal, Chur - Brandenburgischer würcklichcrgeheimer und Staats-Rath, Abgesandter zu Regenspurg undCommenthur zu Supplinburg, mit tobe ab. In dem XVll.fe.culo hat sich dieies geschlecht auch in dem Fürstenthum Oppclnm Schlesien niedergelassen ; wie denn an. 1684. Joachim Al-brecht, Freyherr von Blumenthal, selbiger Stände Deputirteran dem Kayserlichen Hofe geweftn. Es ist auch ein schloß, nah-mens Blumenthal, in Graubündten , unweit Jlantz gelegen,davon sich eine alte adeliche familie schreibet, aus welcher an.1712. Johann Adalricus Cantzler in Graubündten gewesen.Angeli Marck. thron. Cbytr. Saxon. Eucä Schles thron. Gu-Ieri Rhat. thron.

* Blumenthal , ein vornehmes schloß und flecken im Hertzog «thum Bremen , zur lincken eines flüßleins, welches unterhalbVegejack in die Weser lauft, nebst einem austräglichen amt zurrechten dieses flüßleins, zwey weilen unter der stadt Bremen ,unter deren jurisdiction es stehet, gelegen. Das amt wirddurch einen Drosten oder Amtmann, welcher allezeit einRathsherr ist, administriret, von welchem aber die appel-lationes an den Rath der stadt Bremen ergehen. Schneldcrsbefchreibung des alten Sachscnlandcs, pag. 282. 286. & 309.Iunckers anleitung zur mittlern Geogr. 11 . 19. p. 993.

Blunt, (Carolus) Baron von Monljoy und Graf von De.vonshire in Engelland. Er stammte her von Walker Blunt,welchen der König Eduardus IV. zu der würde eines Baronsvon Montioy erhoben hatte. Er succcdirte darinnen seinem äl-testen bruder , Wilhelm, welcher a». 1994. mit tode adgicng,und ihm mehr schulden als vermögen hinterließ. Doch leinegute Mine und seine gelchicklichkeit brachten zuwege, daß ihm dieKönigin Elisabeth so viel gab, daß er bey Hofe leben konnte.Einsmals that er es in einem ring-rcnnen dem Grafen von Es-ser zuvor, weswegen ihm die Königin den preis, welcher in einemzierlich gearbeiteten güldenen gefäß bestund, zuschickte. Weildeswegen der Graf verdrießliche reden hören lassen, nenrlich

daß

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