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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Baega, Almeria , Gnadix und viel andere unter seine botmäs-sigkeit brachte, auch zu ausgange des jahrs 149°. den KönigAbohardil nöthigte, ihin alles abzutreten» bis auf etliche lände-reyen, welche ungefehr iooco. ducaten jährlich einbringenmöchten. Doch er behielt dieselben nur eine kurtze zeit, undbegab sich nach deren verlauf in Africam. Mit dem Boabdi-les hieß es nunmehro, daß er als kein Vasall des Castiliani-schen Königs das gebieth von Granada ruhig besitzen sollte. Al-lein sowol er, als seine Unterthanen, merckten beyzeiten, daßFerdinandus Cathoücus ihren gantzlichen Untergang suchte.Indem sie nun demselben durch die waffen vorzukommen sichbemüheten, gaben sie dem erwehnten Könige einen scheinbarenprätext, die stadt Granada zu belagern. Nach einer hartnä-ckigten gegenwehr muste dieser wichtige ort den 2z. nov. an.149*. capituliren, und zu anfange des folgenden iahrs unter-warf sich der König Boabdiles seinem überwinder. Dersel-be gab ihm das that Purchena, in dem Königreich Murcia ge-legen, nebst gewissen einkünften, wovon er als eine privat-per-son leben sollte. Es stund ihm aber diese Veränderung so schlechtan, daß er bald hernach mit den seinigen in Africam gteng,allwo er auch gestorben. Nach ihm verjagte Ferdinandus ausdie hundert und siebenzig tausend Mohrifche familien , damitsich diese leuthe wider Spanien nicht so leicht mehr regen, oderan die wiederaufrtchtnng ihrer alten herrschafft gedencken könn-ten. Mariana, hist. dfisp. Üb. XXIII. XXIV. XXV. Fasans,rer. Hisp. chron. Carol. Verard. hiit. expugn. regni Granada . *

* Boagrio , jst ein regen - dach Griechenlands , welcherdeswegen zu bewundern ist, weil er zu gewissen zeitcn beyna-hem auströcknek, zu zeiten aber so groß aufschwellet, daß erzwey weilen in der breite hat. Er befindet sich an den gren-tzen Thessaliens und Achaiä , und ergeußt sich in den Golsovon Zeitou , der abendlichen spitze der insul von Negropontgegenüber. Maty, Dict.

Boaltz , ein flecken im Veltlin, in welchem an. *619. eineEvangelische kirche gebaliet worden, woraus unter den Catholi-schen eine aufruhr und der bekannte Veltliner-inord erfolget ist.*

Boamundus, siehe Doemundus.

Boas , einer von den vor-eltern des Meßiä nach dem fleisch,heurathete die Moabitin Ruth , und zeugte mit rhr Obed, dengroß-vatter Davids. Ruth. IV.

Boa Vista , eine von den saltz-insuln, die unter Portugallstehe», ist etwan 20. meileu groß rmd sehr bergicht. Das per.

* Boaystvan, oder Boiftuan, (Petrus ) mit dein zunah-men Launoy, ein gelehrter und beliebter Redner in Franckreich,aus Nantes gebürtig, starb an. i; 66. zu Paris . Er hat leIheatre du Monde, Paris l;;8> Leiden 1576. i;88. Antwer-pen 159;. Cöln 1609. Histoires prodigienses in VI. tomis ,Paris 1561. 1566. 1598. in 8. Histoires de» periiicutions ,Paris 1572. in 8. lHistoire de CheÜdonius; les Amants for-tunes; de la Paix & de la Guerre ; de lEglise militante;des Pierres pretieuses ; de lExcellence & dignite de lhom-me, geschrieben, und nebst andern büchern Augustinum de Givi.täte Oei in das Französische übersetzt. La Croix du Maine ,bibl. Franc. Hendreich.

Bobadilla, (Nicolaus) ein Spanier , einer von den neunersten gehülffen Jqnatii Lojolä , war von gutem verstände,dabey verwegen und eiferig vor die Catholische religion. AlSer sich an. 1548. an dem Hofe Caroli V. befand, widersetzteer sich dem Interim mit solcher Heftigkeit, daß der Kayser be-fahl, ihn wieder nach Italien zz> schicken, da denn Bobadillasich einbildete, daß er am Römischen Hofe wohl würde aufge-nommen werden; es schlug ihm aber fehl, und Jgnatius woll-te ihn gleichfalls nicht mehr in seinen Convent einnehmen.

Maimbourg , hist. du Lutheran .

Bobba, (Marcus Antonius ) gebürtig von Casal, waraus einem ansehnlichen hause, und ein söhn Alberti. Nach,dem er seine studien vollendet hatte, wurde er Rathsherr zuTurin , und konnte sich in alle geschäffte sehr wohl finden.Emanuel Philibert , Hertzog von Savoyen, zog ihn in gehei-men staats-affairen zu rath , und nachdem er ihin verschiede-ne Beneficia verschafft, brachte er ihm auch bey Paulo IV. an.1557. das Bißthum zu Aosta zuwege. Hernach befand er sichan. 1562. aus dem Goncili» zu Trident als Abgesandter vonSavoyen, worauf ihn Pius IV. auf eben dieses Hertzogs Vor-schrift an. 156z. zum Cardinal - Priester mit dem titul St.Sylvestri machte. Er starb zu Rom den 17. mark. an. 157;.Unter den Carminibus illustrium Poetarum Italorum , welcheMatthäus Toscanus zusammen heraus gegeben , befinden sicheinige Lateinische getichte |uon ihm , ingleichen hat man einerede, so er aus dein Concilio zu Trident gehalten. De la cbieza ,in hist. chron. Episc. Pedem. Ugheßus , Ital. sacr. tom. IV.Sammarthani Gallia, tom. II. Petrameßarim. Mir aus. Thuu-nts». TeiJJier , &c.

Bobbio , Bobio, Bobi, lat. Bobium, eine stadt im Hertzog-thum Mayland, an dem fluß Trebia , mit einem Bißthum unterGenna gehörig. Es ist daselbst eine Abtey, welche durch denH. Columdanum gestiftet worden, und die der stadt den ansanggegeben hat. Sie ist die haupt-stadt eines gebieths , welchesgleichfalls Bobbio genennet wird, und muß mit der GrafschafftBobbio , die an den grentzen von Provence liegt, und dem Her-tzoge von Savoyen zugehoret, nicht verwechselt werden.

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Bobenhausen, eine kleine stadt nebst einem schloß in derWetterau , an dem fluß Gernsprentz 4. meilen vvn Hanau gele-gen, und dem Grafen zu Hanau als ein Böhmisch lehn gehörig.

Bobenhausen, eine adeliche familie an dem Rhein , derenstamm-haus der zuvor gedachte ort ist. Friedrich war an. 1246.bekannt. An. 1595. starb zu Cronweissenburg Heinrich, Groß-meister des Teutschen ordens, welchen Gryphius Henricum vonBodenhansen nennet. Gegen ausgana des XVII. fec. lebte nochHeinrich Ludwig, Fürstlicher Darmstadtischer Cammer- Rath,wie auch Ober-Forst-und Jägermeister; nach dessen erfolgte,»tode erhielt sein söhn die Ober-Forstmeister-charge, und hinter-ließ unterschiedliche erden. Wilhelm Ernst , Hofmeister zuWeilburg , hatte 2. söhne, Philipp Ernsten, Hofmeister an demFürsil. Hofe zu Darmstadt , und Georg Ludwigen auf Oppach ,welche beyderseits ihr geschlecht fortgepflantzet. Humb. vonRhein . Adel tab. 7. Gryphius , Ritter-orden, p. 85.

Bober, ein fluß in Nieder-Schlesien , welcher den Schatzlarin dem Fürstenthum Schweidnitz an den Böhmischen grentzenentspringt, und sich bey Crossen mit der Oder vereiniget.

* Bober , oder Bobersberg, ist eine kleine stadt oder gu-ter flecken des Königreichs Böhmen in dem Hertzogthum Cros-sen in Nieder-Schlesien, an den grentzen der Laußnitz auf ei-nem berg, an dessen fuß der fluß Beder fleußt, und zwey Mei-len oberhalb dem fluß Crosse gelegen.

* Boberitzsch , ein kleiner fluß im Ertz-gebürgischen kreise,im lande Meiffen, welcher im dorfe Reichenau, unweit derstadt Frauenstein entspringet, und nachdem er bey den dörfernKlein-Ober-und Nieder - Boberitzsch , welche nach ihm be-nennet, vorbey gegangen, auch die Sohr, Colmnitz und einigeandere kleine bäche eingenommen, unter Reinsderg und Bi-berstejn in die Freydergische Mulde fliesset. Knautb. prodr.Misn. p. 12,

* Bobianus, oder de Bobio, (Hubert) ein JCtus und Pro.feffor zu Vercelli , von dem eigentlich nicht bekannt ist, wenner gelebet habe, schrieb de Ordine judiciorum; Proceffus ju-diciarii üb. I. Quaestiones .& Determinationes Juris , welcheim Tr. Tr. tom. VII. p. 5. stehen : de Patria Potestate. Hend-reich. Panciroßus, II. 31. Gravina, orig. Jur. Civ. p. 109.

Bobilla, siehe Austregilda.

* Bobius, (Beldomandus) ein JCtus und verschmitzterAdvocat auch vortreflicher Redner zu Padua um die mitte desXIII. fseculi, wurde einst von dem Abt zu St. Justinä da-selbst, Galbertino Musato, ersuchet, seinem kloster wider den da-sigen Stadt-Magistrat zu dienen, welcher demselben aus neid,daß die Geistlichkeit die besten grund-stücke besaß, das Wassergenommen, und darauf bey lebens-strafe verboten hatte, daßniemand dißfalls der Mönche wegen von der restitulion etivasan und vorbringen sollte. Damit nun Bobius, welcher diefache auszuführen angenommen, nicht straffällig erkannt wer-den möchte, sicng er in öffentlicher Raths - vcrfammlung erstan, ihren sonderbaren religions-eifer, so gegen GOtt als gegendie Heiligen der stadt Padua , und vornemlich derselben Schutz-Patronen, darunter auch die v. Justinä, heraus zu streichen,mit dem beyfügen, daß durch deren hülffe die stadt von vieleraugenscheinlicher gefahr mehr als einmal befreyet worden;hierauf recommendirte er die genaueste conscrvation aller de-rerselben weltlichm güther und gerechtigkeiten , und führte zu-gleich obermeldte Justinam als redend und bittend ein, daßihr, die sich um die stadt so verdient gemacht, das unrechtmäßi-ger weise entzogene Wasser wieder gegeben werden möchte. Wel-ches alles , ohne daß der Mönche mit einem wort wäre ge,dacht worden, mit grosser wohlredenheit beschahe, daß alsobaldder einmükhige schluß erfolgte, dem kloster das abgeschnitteneWasser Wieder zukommen zu lassen. Scardeon. de dar. Patav.p. »8-

* Bobs, oder Boboni, (Nicolaus) ein Cardinal, war einVetter des Papsts Cölestini III. welcher ihn zu unterschiedli-chen fachen brauchte. Er dienete auch dem heiligen stuhl un-ter Innocentio III. und starb unter der Päpstlichen regierung,welche von dem jähr *198. bis in das jähr 1216. währete.Ciacmius , in elog. Card.

* Bobs , (Hugo oder Hugutio ) war ein aus einer adelr-chen stmllie von Rom entsprossener Cardinal, wie auch einerder berühmtesten Rechtsgelehrten seiner zeit, wie man solchesan den gelehrten vecistonen , so er über die allerschwerestenMaterien des Juris Canonici an tag gegeben hat, ersehen kan.In dem jähr 1191. machte ihn der Papst Cölestinus III. zumCardinal , und wurde ihm von Innocentio III. das amt diedie mörder des Bischoffs von Würtzburg Conradi, welche sichauf Rom begeben hatten, um allda die absolution und büß ih-res Verbrechens zu empfahen, in der deicht anzuhören. Erauferlegte ihnen, sie sollten auf einem öffentlichen platz zu Rom eine kirchen - büß ablegen, verböte ihnen, sich ihrer waffen zubedienen, gefärbte kleider zu tragen, den öffentlichen spielenbeyzuwohnen, oder sich zum zweyten mal zu verhcurathen. Erauferlegte ihnen ferners, da sie in der ersten stadt Teukschlandswurden angelangt seyn, in die Haupt-kirche, den strick an demhals, baarsuß, und in dem Hemd zu gehen, wie auch ruthendahin zu tragen, damit sie von den Canonicis in gegenwartdes volcks damit gepeitschet wurden. Dieser Prälat starb in