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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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bob boc

dem tchr irio. Ciaamim , chron. Hirsaug. Aubery , hist.des Cardinaux.

* BOBUKES, sind völcker des mittäglichen Americä in dergegend Terra? Firm®, welche in dem Gubernament von Vene­ zuela , dem see von Maracaibo gegen mittag wohnen. Maty,Dictionnaire .

* Lobus, (Hieron. Vitalis de) ein Edelmann aus Bo­ logna , war erst Consistorial - Advocal und Lanonicus an derPeters-kirche zu Rom , wurde hernach den 26. may an. 1580.Bischoff zu Camerino. An. 1582. bezähmte er die einwohnerzu Picena, und über die zu Ascoli sprach er recht. An. 1584.schickte ihn Gregorius XIII. an den Polnischen Hof, den Car,dinal Bolognettiim, zeitherigen Legaten allda, abzulösen. NachGregorii tobe kehrte er wieder »ach seinem Bischoffthnm , hieltdrev 8ynodns, und gerieth endlich mit seinem Capitul in streit,darüber er einen theil seines erworbenen ruhms und dabey diegunst der bürgerlchafft verlohr. Er starb, nachdem er die Ca-thedral - kirche eingeweyhet, den 26. jan. an. 1596. im 54.jähr seines alters, und wurde das folgende jähr nebst demlrichnam deö Cardinals Palevlti in seine geburts-stadt Bologna abgeführet. Cartbarnu , in syll. Advoc. Consiit. p. 82. Ga-leot tm , de illustr. Bonon. P. I. p. ;6. Ughellm , ltal. sacr.tom. I. p. 567.

* Boca, oder Bocalbalbec, ist eine gegend der Asiatischen Türckev, in Syrien zwischen den bergen des Libanus und An-tilibanus gelegen. Man siehet allda die stadt Balbec, welcheihro den nahmen giebet, wie auch Damascus. Diese gegendist Cölesyrien oder der Alten Syria Lava. Maty, Dict.

Boeaccio, (Johannes) war zu Certaldo in Toscanien an.izir. gebohrcn. Sein vattcr, der ein armer dauer war, hieltihn zur Handlung, n»d schickte ihn mit einem Florentinischenkanfmann nach Paris , allwo er seinem Herrn ü. jähr treulichdiente. Weil er aber endlich dieser profeßion überdrüßigward, bekam er den abschied , worauf er nach hause reisete,und sich gantz und gar den studien wiedmete. Er muste sichanfangs auf das Jus Canonicum legen , allein da er fast 6.jähr damit zugebracht, gefiel ihm die Poesie besser, wiewol erdie Rechte nicht gar liegen ließ , als bis sein vatter gestorbenwar. Denn da legte er sich hauptsächlich auf die lesung derPoeten, hörte unter andern den Petrarcham, und verkauftesei» väterliches gnth, damit er die ausgaben destreitcn könnte.Hieraus ließ er den Homerum in die Lateinische spräche über,teilen , und brachte es dahin, daß Leontius Pylatus von Thes-salonich zu Florentz Professor wurde, um den Homerum zuerklären. Diese Repudlick ertheilte ihm das bürger-recht, undbediente sich seiner in unterschiedenen geschafften , insonderheitdie zurückkunft des Petrarchä zu befördern : doch konnte erdenselben nicht dazu bringen , und ließ sich hingegen selbst vonPetrarcha bereden, wegen der innerlichen faciiönen Florentz zuverlassen ; da er denn in Italien herum zog, und sich endlichan dem Neapolitanischen Hose eine geraume zeit aufhielt ,weil er sich in des Königs Roberti natürliche tochter verliebethatte. Nachdem er auch eine zeitlang in Sicilien von der Kö-nigin Johanna viel gnade genossen hatte , kehrte er wiedernach Florentz, und da es ihm aufs neue daselbst nicht gefal-len wollte, nach Certaldo , allwo er sich durch gar zu fleißi-ges siudiren eine kranckheit zuzog, welche ihn an. 1175. weg-nahm. Ausser der Poesie hat er auch andere studien getrie-ben , und unter andern die Bibel zu durchlesen vorgehabt,worinnen er aber, weil er damals schon ziemlich alt war,nicht weit gekommen. Die liebe zur freyheit bewog ihn,daß er sich in keine öffentliche dedienung, noch in den ehestandeinließ, ungeachtet er sehr verliebt war. Er hinterließ einennatürlichen söhn. Seine schriften sind : Hillorix Rom. com-endium ; Genealogia Deorum; de Montibus, Silvis, Fonti-us, Lacubus, Fluminibns, Stagnis, Paludibus & Maribus,welche mit Jacodi Micylli anmerckungen an. 19)2. zu Basel gedruckt worden ; de Illustrium Virorum & Focminarum casi-bus ; de bene vel malefactis Mulierum clararum ; lustige undernsthaffte aetichte, welche man mehrentheilS in die Italiäni-sche, Französische und andere sprachen übersetzt hat. Vornem-lich hat er sich durch ein buch voll allerhand lustiger, abergrossen theils allzugarstiger contes oder erzehlungen meist vonliebes-hänbeln bekannt gemacht, unter dem titul vecameron,weilen sie, in gesprächen von zehen tagen sollten vorgebrachtworden seyn, die gewisse Cavaliers und Damen von Florentz,als sie sich wegen der grossen pest aus der stadt auf das landbegeben, zu ihrem zeit - vertreib sollten gehalten haben. Aberneben dem , daß sich auf solche pest-zcit viel ein anders ge-schicket hätte, so giebet auch Bocaccio anlas, von den sitten sei-ner zeit gar übel zu muthmassen , da er dergleichen schändli-che dinge vor adelichem frauenzimmer so gar «»gescheut vor-bringen machet. Sonst ist der Italiänische itylus dieses man.nes unvergleichlich, und zeiget er in der art eine fach vorzu.bringen, und deren eine gestalt zu gebe», einen gantz unqeniei-nen geist. In dem Lateinischen hingegen schreibet er garschlecht, sowol was die Worte, als was den tour betriff; undhat man oft mühe zu glauben , daß die Italiänische und La-teinische schriften des Bocaccio aus eines manns feder geflos-sen. BaJJano, vie de Boccace. Bocciantius, de script. Florent.Volaterranm & Maffaut, in chron. Jovim, elog. c. 6. Gef-»ernt. Voj/lus. Hendreich. Bayle. *s>>stvr. Lexicon II. Theil.

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* Bocaneara, (Matthias de) ein Spanischer Jesuite auSSt. Angelo, Parb an. 1668. Er hat in Spanischer sprächegeschrieben : Iter Ducis Escalone, Mexico 1640. in 4. undHistoriam actus Inquifitionis Mexican®, ib. 1692. auch vielepredigten edirt. Hendnich.

* Bocangel, (Nicolaus) ein Spanischer Medicus, im an-fange des , 7. jahrhunderls zu Madrid gebohren, aber voneinem Genueser gezeuget. Er war Leib-Medicvs bey dem,nige Philippo III. ingleichen bey der Kaystrin Maria , Maxi-miliani II. wittwe, und schrieb sowol in Lateinischer als Spa-nischer spräche : de Febribus Morbisque malignis & Peftilen-tia, earumque causis, praservatione & curatione. Anton. bibl.Hiip.

* Bocarro, (Antvnius) ein Portugies, folgte dem Diegovon Conto in dem amt eines ersten Indianischen Historien-schreibers nach ; er continuirte die Indianische Historie von demjähr rön. allwo Conto geblieben war, machte daraus dieXIII. decadem, welche bey dem jähr 1619. endigte. Dieseswerck ist nicht gedruckt , man findet es aber in unterschiedli-chen bibliothecken. Mem. de Port.

* Bocarro France;, (Manuel) gebürtig von Lisabona ,wurde in dem XVII. fec. für einen der gelehrtesten Astrono-morum seiner zeit gehalten, und versicheret man , er seye zugleicher zeit ein berühmter Ärtzt und vortreflicher Poet gewesen.In dem jähr 1624. ließ er zu Lisabona eine Lateinische abge«kürtzte Historie von dem Königreich Portugall drucken ; in demjähr 1626. machte man zu Rom einen tractat bekannt, dessenPortugiesischer titul : Luz Peqnena, Lunar e estellifera daMonarchia Luzitana. Er gab auch indem jähr isly. überden in dem novembr. an. 161Y. erschienenen comet-stern an.merckungen an tag. Mem. de Port.

Boccalim, (Trajanus) gebürtig von Rom , war einesbaumeisters söhn, und lebte zu ansang des XVII. feculi. Erlegte sich auf die studien, und war sonderlich zu Verfertigungsatyrischer schriften geneigt, davon er sich das erempel des Fran-co, welcher um eben der urstiche willen zu Rom war aufge-hänget worden, keineswegs abschrecken ließ. Er wurde vonden Academien in Italien sehr gerne angenommen, undwar bey den Gelehrten nngemein beliebt , wie ihm denndie Cardinäle Borghese und Cajetani öffentlich den rücken hiel-ten, und viel gutes thaten. Nachdem seine Raguagli di Par,nasso , und Secretaria di Apollo , welches letztere eine fortse.tzung des erstern ist, mit grossem beyfall aufgenommen, und inunterschiedene sprachen übersetzt worden, schcuete er sich nicht,in einem buche, Pierra del Paragone poiitico, die Crvn Spanienanzugreiffen. Denn er entdeckte darinnen nicht nur ihre schwä,che, und schlug einige mittet vor, derselben noch übrige kräss-te zu brechen ; sondern schrieb auch sehr frey von den Spa.Nischen anschlügen wider Italien , und von der in NeapoliSund anderswo verübten tyranney. Er flöhe hierauf nach Ve­ nedig , in Hoffnung daselbst vor den Nachstellungen seiner fein.de sicher zu seyn, schrieb daselbst seine Discursus politicos inTacitum , und kam bey den vornehmsten leuthen in ansehen.Allein einsmals traten 4. Personen vor tage in seine cammer,und gaben ihm mit kleinen säcken, die von fand angefüllet wa-ren, so viel schlüge, daß er halb todt und sprachlos liegen blieb.Die Jtaliäner nennen solches Faccheggiare , und wird dadurcheines menschen gantzer leib mit blut unterronnen; so daß er ent-weder daran sterben muß , weil gemeiniglich der kalte branddazu schlägt; oder er kau nicht ohne unsägliche schmertzen ge.ncstn, weil man aller orten stücke fleisch wegschneiden muß,um das geronnene blut abzuzapfen, und dem kalten brand zuwehren. Er hat über einige örter in dem Kirchen-Staat diejuriSdiction gehabt, solche aber sehr schlecht verwaltet. Ery-tbraut, pinac. I. c. 49. pinac. III. c. 99. Crajj'o, elog. Toi-Itus, append. ad Valer. de infql. litter. Bayle. *

* Boccatiis, (Verginius de) ein Römischer JCtus von Ci-coli aus dem Neapolitanischen, lebte im anfange des 17. jähr,Hunderts, und schrieb : de Interdicto uti poisidetis , wobeysich zugleich Qusstio de Censibus super Constit. Pii V. Marti-ni & Calixti befindet, Macerata 1971. Cöln i982.1987. in 8.Rom 1990. 4. Franckf. 1696. 4. de Societate officiorum ;de Pactis ac Promillionibiis , Rvm 16x0. in 4. Toppii bibl.Napol. Hendreicb.

Bocchar, König in Mauritanien, ward von Masinissa zwarinständig um hnlff angeniffen, um seines valters Reich, so ihmnach dem tod seines ältern bruders sohns Capsulä von rechts,wegen zugefallen, in besitz zu nehmen, und dessen gewaltthätigeinnhaber Laccumacem und Mezetulum, von denen auch Capsu»la in einer schlacht war getödtet worden, zu verjagen. AberBocchar war durch alles bitten zu mehrerm nicht zu bewe.gen, als daß er den Masinissam , so eben damals auS Hispa.nie» kam, bis an die grentzcn des von ihm prätendirtenReichs durch vier tausend reuter sicher begleitete, hernach aberließ er dene seine fachen allein ausführen. Mehrcrs ist vondiesem König nicht bekannt; dann daß Svlinus an einem orlsagt, die Balearische insuln hätten einein gewissen Könige Boü.chor oder Bocchar zugehöret, ist ohne zweifel geirret. Liv. lib.XXIX. c. 50. Salntas. in Soiin. c. 2;. *

* Bochi, (Francesco) war ein gelehrter Florentiner, wel-cher zu ende des 16. jahrhunderts gelebet, und verschiedenes

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