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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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seist, rarer klugheit, und gantz ungemeiner modestie,'sreundlich-keit und lieblichkeit; aber eben diese allzugrosse niederträchtig,keil zusamt seinen leibs-beschwerden war die ursach, daß er zumbücher-schreiben keineswegs hat können gebracht werden , weiler sahe, was grosse Hoffnung die Gelehrten aller orten von sei-nen ungemcinen gaaben und erudition schöpfeten. Im druckfindet sich von ihm nichts, als eine präfatiou zu der Tiberiadeseines groß-vatters, edirr an. i6ü;. Unter seinen Manuskriptenhat er ein und ander stück von Rabbinischen Versionen, und cmgrosses supplement zu der Bibliotheca Rabbinica seiner Vorel-tern hinterlassen, so auf eine bevorstehende neue edition bereitetwar. Wegen eben dieser modestie konnte er niemals dazu be-redt werden, daß er eine theologische Profession angenommenhätte. Ihm folgete in der Profession feines bruders söhn Jo-hannes , von dem der folgende artickul handelt. Werensdßivita Joh. Jac. Buxtorfii. *

* Burtorff, (Johannes) der vierte dieses geschlechts, derdie ProfessionemLing. Hebr. in ohnunterbrochner folge bey derUniversität zu Basel versehen hat, ward gebohren den 8. ,en.»er an. 1663. Sein vatter war Johannes Burtorff, desRaths und Landvogt auf Varnspurg und Waldenburg , diemutier aber Dorothea Beckin, eine tochter Sebastian« Beck,88. Theol. Dost. und Pros. auch gewesenen Deputaten im nah-men der Universität von Basel auf den 8ynodmn zu Dor-drecht. Nachdem er an. isgo. den gradum Magistern erlan-get hatte, legre er sich nach dem exempel seiner Ahnen auf dieTheologiam und auf die Hebräische spräche, in welcher letztemer unter der anführung feines ohms Jacobi Burtorff gute pro-greffen machte. A». 168c. ist er pro Ministerio examinier, undan. 168?. von der verwittiblen Freyfrauen zu Strünckede inder Grafschafft Marck, zu ihrem Prediger beruffen worden, daer denn diesen beruf angenommen, und die ihm aufgetragenestelle bis auf den tod hochgedachter Freyfrauen , deren er auchdie leich-predigt gehalten, versehen. Hierauf that er eine reisein Holland , und besuchte die,dasigen Universitäten, wie auch diebey denselben gestandene berühmte ProfdTbres. An. 1694. kamer wieder in sein vatterland zurück, und ward ihm die Pfar.rey zu Aristorff anvertrauet. Nachdem er derselben y. jährvorgestanden, ist ihm aus absterben Jacobi Burtorff den 19.sept. an. 1704. die Professio Ling. Hebr. welche seine Ahnenseit an. i?9l. besessen hatten, aufgetragen worden, die er auch28. iahr mit bestem fleiß versehen hat. Er starb den 19. juniian. 17,2. seines alters 69. iahr und 5. monat, und hinterließzwey söhne: Augustum Johannen, V. D. M. Joh. Jaco-vum und eine tochter Dorotheam, die er mit Augusta Do-rothea Hummel erzeuget halte. Die von ihm verfertigtefchriften sind : rui'remp "1<DD five Catalecta Fhilologico-Theo-logica cum Mandssa F.pistolar. Virorum clarorum ad Joh. Bux-torfium Patrem & Filium ; Phraseologie Hebraicae fpecimen;Dissertationes varii argumend; Mufe errantes ; Etliche Leich-predtgten.

* Burtorff, (Gerlacus) ein von Kamen in Westphalengebürtiger berühmter Jurist und Staats-mann, war ein sbhnJoachimi Burtorff j. U. v. und bey verschiedenen Fürsten, wieauch bey den Grafen von Waldeck gewesenen Hof - Rathsund Cantzlern , der an. 1576. zu Basel eine disputation dePetitione Hnreditatis pro Giradu behauptet hatte. Nachdemnun stin söhn Gerlacus sich auch dem 8rudio Juris gewied-met, und es in demselben sehr weit gebracht, auch die Univer-sitäten in Teutschland, Franckreich, Italien , Engelland und Hol­ land mit gutem nutzen besuchet hatte, gieng er an. 1612. genBasel , um allda den Do<stors-grad anzunehmen. Die ursach,warum er diese Universität vor andern dazu erwehlcte, mag ei-nes theils gewesen seyn, weil, wie eben gemeldet worden, seinvatter auch 36. jähr zuvor allda den gradum empfangen hatte,anderstheils aber , weil seines vatters bruders fohn Johan-nes Buxtorff auf dieser Universität seit ungefehr 20. jähren alsProfessor Ling. Hebr. stunde. Er hat also den 9. dec. an.1612. die so gelehrte Difputadonem Historico - Juridicam inXVII. priora Auren CAROLIIV. Bullae capita zu Basel proGradu verfochten, und den darauf folgenden 10. dec. nebst Joh.Gevrgio Bechtio, von Dr. Joh. Gutio den DocstorS-grad öffent-lich empfangen. Seine wichtige, iind seither zu verschiedenenmalen in form eines tractats wiederum aufgelegte Difpuradoin Auream Bullam hat ihm einen solchen rühm erivorben,und eine so hohe achtung für seine fahigkeit und gelehrtheitzuwegen gebracht, daß die stadt Bremen ihn an. 1614. zu ih-rem Syndico ernannte, da er denn dieser berühmten stadt vielenützliche dienste geleistet hat. An. 1628. ward er von der-selben in wichtigen angelegenheiten an Kayser FerdinandumII. naher Prag abgesandt. Er erkranckete aber allda, und starbden 8. ienner in seinem besten alter. Sein erblaßter leichnamwurde den 27. eben dieses monats nach Bremen gebracht,und den ,1. in U. L. F.kirche mit grossen ehrbezeugungen be-graben.

Buynakatschshi, ein fluß in Georgien , etwan eine tag-reisevon der stadt Tarku abgelegen, dessen abgrund von einer uner-meßlichen tiefe ist. Die Moscowiter haben an. 1722. als sieden 17. jul. diesen fluß paßirt, eine enge alt-vatterische brückevon stein gebaut, wie auch den gründ einer ruinirten stadt da-selbst angetroffen. *

angois, eine kleine stadt in der provintz Berry gegeniftor. Lexkon 11. Theil»

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den grentzen von Touraine . Sie liegt an dem siuß Jndre,über welchen daselbst eine brücke gehet.

Buzenin, (Matthias Pstrokonsky de) Bischoff von Uladis-lavia und Reichs -Cantzler in Polen , war aus dem alten ge-schlechte Buzenin oder Buzensky , so von einem Böhmen , Po-tay genannt, St. Adelderli bruder, herstammen soll, an. 13,3.gebohren, und wurde, da er kaum ein halb jähr alt war, weiler einer todes-gefahr entkommen, dem geistlichen stände gewied-met. In dem vierten jähre seines alters nahm ihn sei» vetterHieronymus Buzensky, Reichs-Schatzmeister, zu sich, und schick-te ihn endlich auf die Academie zu Cracau ; da ihm immittelstder Kvnig Sigismunvus Augustus eine Probstey zuwege brach,te, welche er aber nicht annahm. Hierauf muste er nach Breß-lau und Colberg gehen, die Teutsche spräche zu erlernen, und alser von bannen nach einem jähr wieder zurück kam , hielt ersich an dem Hofe des Bischoffs zu Uladislavia, StanislaiKarnkowsky auf, und wurde von demselben nach Rom geschickt.Daselbst verfiel er in eine schwere kranckheit, gieng nach seinergenesung mit dem Polnischen Legato Petro Wolsky , Bischoffju Ploczko, wieder nach Polen , und verfügte sich zu seinem al-ten Herrn Karnkowsky, der inzwischen das Ertz-Bißkhum vonGnesen erlanget halte, und ihm ein Canonicat zu Gnesen nebstder Probstey zu Lowiz gab. Nach des Königs Stephani tobewurde er abgeordnet, den Schwedischen Printzen Sigismundum,welcher zum Könige in Polen erwehlet ward, einzuholen, derihn hierauf zu seinem 8 eoretado ernennete, und ihn dem Bi-schoffe zu Uladislavia, Hieronymo Rozdrazewsky zugab , wel-cher mit dem Kayscrlichcn und Oesterreichischen Abgesandtenfriede zu machen, abgeschicket worden. Er vertrat an. 1390. zuRom das amt eines Königlichen LegationS-8eererarii, und her-nach eines Cantzley - Dirsetoriz. Nach seiner zurückkunft thater mit dem Könige Sigismundo zwey reisen in Schweden ,allwo er wegen der religion nicht wenig gefahr ausgestanden ,und hierauf wurde ihm aufgetragen, zwischen dem Ertz - Bi-schoffe zu Gnesen und dem Bisthosse zu Cujavien einige wich-tige streitigkeiten zu schlichten, welches er auch glücklich vollzo-gen. Nach absterben Joh. Galozinsky wurde er Cron - Refe-rendarius, bald darnach Dom-Probst zu Gnesen , und daraufBischoff zu Premislaw, da ihm denn der Papst an. 1603. einecommißion wegen des Dominicaner-ordens zuschickte. Das fol-gende jähr wurde er des Königreichs Polen Vice-Cantzler, undthat dem Könige bey dem aufstande vieler Polnischen Herrengrosse dienste. An. 1606. wurde er gar Reichs-Cantzler, undnachdem er das Bißthuin zu Uladislavia von dem Könige er.langet, resignirte er an. 1609. das Rcichs-Cantzler-amt. Alser aber kaum sein neues Bißthum angetreten , überfiel ihnein hitziges lieber, daran er den 19. iun. an. 1609. in dem96. jähre seines alters starb. Lubiemky , in vita. Piasecius ,in chron.

Buzyges, ein berühmter bürger von Athen , soll daselbstdie erde mit ochsen zu bearbeiten erfunden haben; wovon erden nahmen bekommen. Es lässet sich aber aus Aufonioschlössen , daß ihn einige vor eine person mit dem Triptolemound Epimenide gehalten, als denen gleiches zugeschriebenwird. Eustathius nennet ihn ausdrücklich Epimeniden. Erwar es auch, dem Demophoon das wahre Palladium anver«trauete, welches er von Diomede bekommen hatte, es nachAthen zu dringen, da er hingegen den Agamemnon mit ei-nem falschen und nachgemachten bildnis der Pallas abspeisete.Hesycbius. Polyanus , lib. I. c. 3. Plin. lib. VII. c. 57. Au-fön. epist. 22. Eußatb. ad Iliad. II. *

Bpblis, stehe Biblis .

Bpbentschitz , eine stadt in Mähre» , zwey meilen vonBrinn, im Znaimer-kreis, dem Hause Lichtenstein gehörig, dereneinwohner an. 1423. von den Hußiten viel ausstehen müssen.Nahe hiebey liegt das berg - schloß Roschitz. Balbm. miscelLBoh. Tromsd.

Bpdgostt, fünften auch Bromberg genannt, eine stadtin der Woywodschafft Jnowlocz in Groß-Polen , woselbst an.1637. den 6. nov. die friedens - tractaten zwischen dem Köni-ge von Polen und dem Churfürsten zu Brandenburg vollzogenworden.

* Bpnäus , (Anton) ein gelehrter Theologns , ward zuUtrecht den 6. aug. an. 1654. gebohren. Der bekannte Grä-vius wurde sein lehrmeister , unter welchem er auch sehr zu,nahm. Die erste probe seiner qeschicklichkeit war eine schrift rSomnium genannt, bannn er Äpollinem als Richter über diestreitigkeiten der Gelehrten einführet. Nach diesem bediente ersich der Unterweisung Joh. Leusdenii in den Morgenländischensprachen; und legte sich endlich unter anführung FrancisciBurmanni auf die Gottsgelehrtheit. An. 1680. wurde er nachPiershill als Pfarrer beruffen, an. 1683. nach Naerden , undan. 1691. nach Deventer . Endlich ward er in eben dieser stadtProfessor der Gvttsgelehrheit und der Morgenländischen spra.chen. Er wurde hierauf zu Harderwyck Doctor Theologie.Doch genösse er diese ehre nicht lang , indem er den 8. nov.an. 1698. starb. Seine fchriften sind : de GaleeH Hebraio-rum; Christus crucifixus ; Explicatio Evangelien hi'storiae deNativitate J. C. Holländisch ssencott.

* Bpng, ein vornehmes geschlecht in Engelland, welches sichlange zeit in Wrotham inKent aufgehalten. Johannes Byng,

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