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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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«kommen, beweisen wollen, und des Grafen eigener söhn hatgewiß davor gehallen, daß sein vatter , und zwar vermuthlichvon einem Französischen Cammer-Dicner, den er im gefängnisbey sich gehabt, und den man nach der Hand nicht weiter ge-sehen , hingerichtet worden. Hingegen hat des Grafen hinter-lassene wittib und bruder bezeuget, daß sie allen den dißfalls aufden Hof geworfenen verdacht ungegrundet, und hingegen diemuthmassung, daß sich der Graf selbst um das leben gebracht,sicherer gefunden , zumal derselbe den selbst - mord allezeit alseine erlaubte fache angesehen, und die, so solchen begangen,vertheidigt gehabt. Es war übrigens der Graf von Essex einredlicher, verständiger, beredter und hertzhaffter mann, undein grosser feint) der Catholischen reliaion. Von seinem bruder,H enrico Lord Cape! ok Tewskbury ist gleichfalls bekannt, daßer sich den adsichten des Hofs in unterdruckung der Prote-stanten widersetzt, und im Parlement heftig vor die exclusions-bill gearbeitet, auch deswegen die geheiine Raths - wurde ver-rohren. Kapitj, hist. dAnglet . IX hur riet, hüt. des dernier.revolut. dAnglet . Nouveaux memoires de Tempie.

* Capel, (Richard ) ein Engelländischer Theologus, ge.bohren zu Glocester an. i;86. war Prediger zu Estingthon, ver-fügte sich hernach auf ein land-guth, Pitchcomb genannt, undstarb an. »6;6. den 21. sept. Er hat in Englischer spräche vonden fündlichen Versuchungen, wie auch einige predigten geschrie-ben. Sein söhn, Daniel, war erst Prediger an unterschiede,nen orten, wurde aber, weil er die Englische Liturgie nicht an,nehmen wollte, abgesetzt, worauf er in der Medicin zu practi-ciren anfieng, und endlich um das ,ahr 1679. starb. Er hatTentamen Medicum de Variolis geschrieben. Wood.

* Capel, (Wilh.) ein sehr gelehrter und beredter Medicuszu Paris , stockte um das jähr 1584. schrieb einige bücher , gabdie Memoites derer Herren von Bella») heraus , und übersetzteMachiavelli Principem ins Französische. L.a Croix du Marne.

(sapelan, ein gebürge, zwölf tagereisen von Siren, derHaupt - stadt des Königreichs Pegu, in der halb - insul von In­ dien , jenseit des Golfo von Bengala. Es ist daselbst eine stein-grube, die eine grosse menge rudincn, gelbe topasier, blaueund schwache saphire, Hyacinthe, amethisten und andere cdel-gesteine ausgiebet. Taverniers reife - befchrelbung.

Eapell, ein Chur - Trierifches städllein am Rhein, , ein we-nig oberhalb Coblentz gelegen, aüwo noch verschiedene überblei-bungen von Römischen gebäuden zu sehen sind. Wie denn eini-

S >e dafür halten, daß es der Alten Vicus Ambiatinus, des Kay-ers Caligulä geburts - ort gewesen sey. ciuver. German. ant.

(Lapell, ( Algernon) Graf von Essex, Vicomte de Mal-ban , Baron von Hadham, war an. 1670. gebohren. Seinvatter hieß Arthur Capell , Baron von Hadham , welcher an.1661. zum Grafen von Essex, und an. 1672. zum Lord-Lieute-nant in Inland gemacht, hernach aber an. 1633. wegen einerihm aufbürdeten conspiration gefangen, und bald darauf indem gefängnis den 2;. jun. mit abgeschnittener gurgel todt ge-funden worden. Siehe Essex. Die Mutter war Elisabeth, desGrafen von Norlhumberland, Algernon Percy, tochter. Al-gernon war erstlich Oberster und Brigadier über ein regimentdragoner, ward hernach Siegel-Bewahrer der Grafschafft Hert-ford, und Connestable auf dem Tower zu Londen . An. 169,.vermählte er sich mit Maria, Williams Bentings, Grafenvon Portland , tochter, mit welcher er einen söhn und zweytöchter gezeuget. Er starb den 21. jan. 1710. und hat ihmgedachter söhn succedirct. Einleitung zur heutigen Histo-rie, tom. 11. p. 3019. *

(tapella, (Galeazius) sonst Galeazius Flavius Capragenannt, war zu Mayland an. 1487. gebohren, und brachtees in seinem studiren so weit, daß er vor einen der gelehrtestenmänner seiner zeit gehalten wurde. Er kam dahero bald beyFranc. Sforzia II. damaligen Hertzog von Mayland, in grossegnade, der ihn zum Secretario des Raths daselbst machte,und ihn als Abgesandten an die Vcnetianer schickte. Als Kay-ser Carl der V. Mayland eingenommen hatte, bestätigte erdenselben in seiner Secrctariat - stelle, und brauchte ihn gleich-falls zu verschiedenen Gesimdtschafften, wodurch er sich auchbey dem Kayser sehr in gnaden fetzte. Dabey schrieb er vieles,sowol in Lateinischer als Italiänischer spräche , davon abernicht mehr als folgende schriften ans licht kommen sind : Dell'Eccellenza e dignita delle Donne ; de Bello Mufliano Über,und de Rebus gestis pro restitutione Francisci II. Mediol.t Ducis, da er in acht büchern die Historie des krieges zwischenCarl dem V. und Francisco l. von an. 1,21. bis 15,0. be-schreibet. Er starb zu Mayland an. 15,7. in einem aller vonfünfzig jähren, und ward in die kirche der Servilen begraben,da seme grab-schrift befindlich. Ghilini theatrum. Freberitheatrum.

Capella, (Martianus Mineus Felix ) war gebürtig vonMadaura, wie Caßiodorus bezeuget, wiewol er sich selbst aneinem orte einen Alumnum der stadt Elissä nennet, daher mansthliessct, daß er zu Carthago müsse auferzogen seyn. Er hatzu Rom geschrieben, wie es sehr wahrscheinlich ist, und zwarzu den zelten des Kaysers Leonis Ihraeis, da er denn schonziemlich bey »ahren gewesen, wiewol ihn Voßius etwas jüngermacht. Er wird mit unter die Proconsulares gezehlet, und warein mann von ziemlicher gelehrsamkcit. In seiner harken schreib-Histor. Lexicon u. Theil.

art verräth eb sich, daß er ein Africaner sey, auch hat er versteingemischet, welcher art zu schreiben hernach Boethius gefvl«get. Seine 8atyra bestehet aus neun buchern, davon die bey-den erster» de dluptüs Philologie & Mercurii tractiren , in de»übrigen aber findet man einen kurtzen unterricht und lobfpruchder freyen künste , als der GraMmariee, Dialecticae, RhetoricatjGeometrie, Astrolog! ae , Arithmeticse und Harmonie«. Esist dieses buch zum öftern aufgeleget worden , doch ist die edi«tion Hugonis Grotii, welche er im vierzehcnden jähre seinesalters heraus gegeben, die beste. Voßus , de Hist . Lat. lib. III.de scient. Mathem. & de Poet. Latin. Fabriciust in biblio-theca Latina.

* Tapella, ein berühmter Redner, lebte in dem II. fkculo,und war einer von denen, so der Kayser M. Aurei. AntoninusPbilosopbns für die auferzichung seines Printzcn Commodtausersehcn haue, welcher aber von seines vatters und der lehr-meistern guter Vorsorge wenig nutzen schaffte. Lampridm^ in

Commodo.

* (tapella , (Andr.) ein Spanier von Valenkia, war ersteine zeitlang in der Societät der Jesuiten , und während dessenPcenitentiarius Apostolicus zu Rom , nahm aber hernach, »IMstrenger zu leben, den Carthäuser-orden an. 1569. an. DerKönig in Spanien , Philippus II. brauchte ihn wegen seinesexemplarischen lebens hin und wieder klöster zu visitiren, undden eingerissenen Unordnungen abzuhelffen, machte ihn auchendlich, nachdem er unterschiedenen klöstern vorgestanden, zumBischoff von Urgel in Catalonien . Er starb den 12. ftpt. an-1610. und ließ r Gomment. in Jeremiam; und in Spanischerspräche Exercitia Ppiritualia; Colloquium interius cum Chxi-fto &c. Antonius , bibl. Hispan.

* Capellari, (Michael) ein Italiänischer Poet im XVII.saeculo , gebohren zu Belluno , übte sich zu Padua in der Iu-risprudentz und Theologie, besonders aber der Ticht-kunst, gienzdarauf nach Rom , woselbst er ein ansehnliches geistliches Le-neficium erhielte, und von dem Kayser Leopolds zum Baron,von dem Konig Ludovico XIV. in Franckreich zum Ritter, undvon der Königin Christina zu ihrem 8eeretario gemacht wur-de. Er schlug die Professionem Humaniorum zu Padua , unddie Bischöfliche »vürde zu Feltri und Belluno sreywillig aus,und lebte vor sich, bis er an. 1706. den 19. sebr. zu Padua im 86. jähr seines alters starb. Seine getichte sind zu Padua an. 1697. in 8. heraus gekommen, unter welchen eines unterdem titul: Christinas seu Christina illustrata, zum lob erwehn-ter Königin verfertiget ist, und auch besonders zu Venedig 170-,.in 4. gedruckt worden. Papadopoli hist. Gymn. Pat. II. Cineüibibl. volant. Giornale de Letterati dItalia, tom.XXVIII. extr.Gel. Zeit. 1718. p. 114· seqq.

la Kapelle, eine kleine bevestigte stadt in der Picardie, undzwar »n derjenigen gcgend, so Tierache genennct wird, gegendie Hennegauischen grentzen zu, ungefehr eine meile von demsiusse Oyse. Es ist diese vestung im XVI. feculo erbauet, umdie Niederländer dadurch zu verhindern, daß sie nicht in die Pi-cardie einfallen möchten. Die Spanier nahmen sie an. 1636.weg, das nächstfolgende jähr aber wurde sie von dem Cardinalde la Valette wieder erobert, und sonst auch noch mehrmalsverlohrcn und wieder eingenommen.

* Gapelle, des Königs in Engelland. Dieser Monarchhat eine Capelle in seinem pallast zu St. James, oder St. Ja«cob, über welche ein Dechant gesetzt ist. Dieser hat sie nach be-lieben zu besorgen, und hat darinnen niemand als den Königüber sich, denn desselben pallast von aller geistlichen und welt-lichen (ausgenommen des Königs) gerichtbarkeit bcfreyet ist.Man haltet täglich dreymal gebät darinnen, und neben denbesondern fest - tagen wird sonntags zweymal darin« gepredigt.Der Dechant ist insgemein ein Bischoff, und erwehlt selbstendie, so bey dieser Capelle einige bedienung haben, als da sind,der Unter-Dechant, zwölf Geistliche, welche der ordnung nachdorten predigen, und den übrigen gottesdienst versehen, unddann zwanzig Canter und zwölf Chor-knaben der kirchen - musicbeyzuwohnen. Einer, obgemeldter z»völf Geistlichen ist ins be-sondere den Höflingen gewiedmet, welche des Königs Haus-be-diente sind. Dieser m» ihnen täglich das gebät hallen, die, sounter ihnen kranck sind,besuchen, sie zum Abendmahl bereiten rc.deswegen nennen ihn etliche den Beicht - vatter des KöniglichenHauses. Die tüchtigsten unter den fängern müssen die Chor-knabe»» in der music belehren, und z»vey darunter sind die Or-ganisten der Capelle. Des sonntags, da der König in seiner or-dens-kleidung, oder wenigstens mit dein Hosenband zu erscheinenpflegt, werden die menschen-stnnmen »nit einer instrumental-mu-fic begleitet. Die opfer-tage fi»»d 1. der Weyhnachts-tag, Ostern,Pfingsten und aller Heiligen, da der König das Beiant (das istein gvldst»»ck, so von Byzantzden nahmen herhat, wo es zuerst geschlagen ivorden) opfert, welches ihm der Groß-Ceremo-nienincister oder ein andrer, so das recht hat, den weissen stab zutragen, darreichet. 2. An dem neuen Jahrs - und auf dreyKönigen-tag opfert der König, in drey besondern beuteln, gold,wcyhrauch und Myrrhen. 3. Auf Lichtmeß , den Oster-donncr«stag, St. Johann, St. Michael rc. aber nichts als golir^ Dietage, an welch»» der König seinen orden von dem blauen Hoscn-ba,»d trägt, und nicht opfert, sind die feste und sonntage dieWeyhnachten durch,und sein qeburtS-tag,w»e auch der Mathias-

Nn, Oster«