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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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die Generalen von den orden , die Referendarü und andre der-gleichen , die ihren sitz in der Capelle haben. Wenn aber derPapst ohne seinen Päpstlichen Bischoffs - Hut zur Capelle geht,welches insgemein in den früh - messen, und in der sogenanntenheiligen woche geschiehet, so geht er gleich nach dein creutz inder mitte der ältesten Cardinalen, die andern obgemeldten aberfolgen ihm alsdann zwey und zwey nach, und denn kommender Römische Gouverneur, die Patriarchen, Ertz - Bischoffe,Bischöffe und die andern Prälaten, ein jeder nach seinem Vorsitz,gerade das gegentheil von der ordnung , deren wir droben mel-dung gethan haben , also, daß alsdenn die vornehmsten vorher-gehen , wie sie hingegen in grossen fcstivttätcn zu letzt kommen,welche gewohnheit schon seit langer zeit unter der RömischenGeistlichkeit eingeführet ist, daß nemlich die würdigsten undin den höchsten ehren stehenden den geringern nachfolgen.Wann man in die Pauliner-Capelle gekommen, so grusset manden Priester, welcher im amt stehet, die messe zu halten, wel-cher sich neben die Epistel stellet, und dem altar den rucken keh-ret ; und also gehet ei» jeder an seinen platz sein gebat kniendzu verrichten , und so dieses geschehen , stehen sie nach ihrer ge-legenheit wieder auf, und erwarten den Papst stehend. Ebenso geht es zu, wann sie in die St. Peters - kirche kommen , woman den Cardinal - Ertz - Priester grüsset, welcher vor seinemCapitnl bey dem chor-thore steht. Den sitz des RömischenHofes in der Päpstlichen Capelle zu sehen, ,st etwas schönesund prächtiges; wir wollen davon eine beschreibung machen,so viel es in dieser fache möglich ist. Der thron des Papstesist bey Petri cantzel in dem Vatican , dein grossen altar ge-gen über, und der gantze platz, so zwischen diesen beyden liegt,ist beyderseits mit einem höltzernen gerähm oder gegitter einge-schlossen, woran der länge nach grosse bäncke stehen, und

^ alfb dieser platz einem chor in den Französischen Cathe-kirchen qantz ähnlich. Zu beyden feiten des Papstes sitzendie Botschafftcr der gccrönten Häupter, die Printzen , so desPapstes anverwandte sind, und die sogenannten Thron - Prin-tzen. Auf den stufen siehet man die Bischöffe, so man Affi-itentes nennet, und zwischen ihnen den Groß - Meister des H.pallastes, benebst den Auditoren der Rom , und weiter drun-ten auf diesen stufen die Loniervatorcs Romanos, und denPrior der Quartier - Hauptleuthen. Und weil des Papststhron ein grosses erhöhetes gerüst ausmachet, welches den drit-ten theil des Platzes einnimmet , so zwischen demselben unddem altar gelegen , so hat man auf beyden feiten grosse bänckeaufgerichtet, die Cardinäle zu setzen; zur rechten des Papstssitzen die Cardinal-Bisthöffe, und zu feiner lincken die Cardinal-pisconi. Die fuß-schämel aller dieser Cardinälen dienen zumsitze ihren schweif-Wägern, Laudacarii genennt, welches Prie-ster in viol -färbigen rocken sind, und die auf dem Haupt ge-vierte schwartze kappen tragen. An dem fuß dieses gerüstessitzen die sogenannten Rekerendarii Signatura: und die obgemeld-ten Abbreviatores Parci majoris. Der platz , so zwischen demthron und dessen gantzen gerüst und dem vorgemeldten grossenaltar über bleibt, hat auch zu beyden feiten zwey doppelte bäncke,die erste wird von beyden feiten von den gegenwärtigen Ertz-Bischöffen und Bischöffen besessen, ingleichen auch von denPoenitentiariis von St. Peter , welche zu nächst dem altar aufder lincken feiten sitzen. Die Geheim - Cämmerer des Papsts,die Consistorial - Advocaten, und endlich die Capcllcn-beamtetesitzen an dem fuß dieser banck. Auf der andern und erstenbanck zur rechten Hand des Papstes, sitzen der Statthalter vonRom , die Auditoren der Cammern, der General - Schatzmei-ster , die Apostolischen Protonotarii , und die Cammer - Clerici.Weiter hier auf dieser banck sitzen die Generalen der Mönchen-vrden, die Gesandten von Bononia und Ferrara. Der Dia-conus des Evangeliums aber und die andern Geistlichen, welcheselbiges mal bey der messe im amt stehen, sitzen auf den stu-fen des grossen altars. Es ist ein büsset nahe bey dem gerüst,wo die Episteln liegen, worauf man alle kostbaren qefasse leget,die zum dienst des altars gewiedmet sind, und nächst darbeyist der eingang von der Schweitzer-garde, welche ihr Haupt-mann commandirt und draussen bewachet, der innere theil derporten aber ist mit den Päpstlichen schild - träger» besetzet, welcheroth gekleidet sind, und der Hertzog von Polt, als der Meisterund beschützer dieses heiligen vrts, hat das recht niemand hineinzu lassen, als die, welche ihren sitz in der Capelle haben. AllePrälaten und Geistliche, welche dazumalcn das amt haben,sitzen und sind bedeckt , die Layen aber stehen und sind mitentblöstem Haupt da. Wann man in Sixti Capelle officiret,wird einiges in erstgemeldtem abgeändert, denn allda der ortzu klein ist , und es nicht gäntzlich gleich seyn kan, deswegen»st dorten des Papsts stuhl nahe beym altar, auf der feiten, wodas Evangelium - buch lieget, und auf beyden feiten der mauerfind die bäncke vor die Cardinäle. Auf des Papstes seilen sinddie Cardinal - Bischöffe und Cardinal - Priester, auf der andernaber die Cardinal - Diaconi ; hinter diesen ist eine banck für denStatthalter von Rom , und für den Cammer-Auditor, wieauch für den General - Schatzmeister, und die Prnconotario«und Cammer - Llericos. Hinter dieser banck ist ein gang , wel-cher von der verborgenen thür des Vaticans in den König-lichen saal führet , und gegen der mauer eine andere banckfür die Ordens - Generalen und Rekerendarios. Wann derPapst selbsten das hohe amt versiehet, so sind die Abgesandtenund Thron - Printzen ihm zur feiten, wann er es aber nichtHtstar. Lmcrn IL Theil.

selbsten verstehet, so sind die zwey ersten Cardinal - Viacom dienächsten an ihm, die Abgesandte aber etwas entfernter. T»eandern Prälaten werden an dem fuß des Päpstlichen thronesgesellet, oder auch unten am altar, ein jeder je nach seiner wür-de, die porte aber wird eben so verwachet, wie mir droben vonSt. Peters - Capelle gemeldet haben. Nun kommen wir aufdasjenige, welches bey der Päpstlichen messe besonderlich vor-kommt , und wie es in den Capelle», wovon wir geredet ha-ben , gehalten wird. Wann jederman in der Päpstlichen Capelsle versammelt ist, so kommen die Cardinäle nach einander,bey dem Papst ihre ehrerbictigkeit zu bezeugen, hernach wirddie grosse messe mit allen gewöhnlichen ceremonien angefangen,und zwar ist in derselben verschiedenes anders, alS in denenandern, welche von den Cardinälen oder Prälaten gehaltenwerden. Zwey fachen werden immer jn acht genommen, wannder Papst selbsten das hohe amt versiehet; das erste ist, daß manzwey Evangclia singet, eines in Lateinischer das andre in Grie-chischer spräche, welches ohne zweifel seinen prätendirtcn öcu-menischen gemalt über die Orientalische und Occidentalische kir-che anzeiget: Das andre, so dieser Päpstlichen messe besonder,ist die Communion oder Haltung des Abendmahls, welches auffolgende weife geschiehet. Wann das Agnus Dei abgesungenist, so gehet der Papst sich auf seinen thron zu setzen, und all-weilen er dargegen geht, haltet sich der Cardinal - Diaconus,welcher auf das Evangelien - buch bestellet ist, an den feiten,da die Epistel ist, und haltet die Hände solcher Massen zusammen,daß er fowol den Papst, der zu seinem thron geht, als das Sa,crament auf dem altar sehen kan. Wann der Papst nun schonauf dem thron ist, gehet der Diaconus die geheiligte und miteinem tuch bedeckte Hostien aus dem kelch - decke! zu nehmen,und kehret sich gegen dem volck, hebet sie dreymal in die höhe(nemlich in der mitten des altars, und an beyden ecken dessel-ben ) und giebt sie alsdenn dem Unter - viacono , welcher siedem Papst bringet; unterdessen nimmt der nemliche Diaconusden kelch, worinnen der geweyhte wein ist, hebt ihn auch drey-mal empor, wie er mit der Hostien gethan hat, und bringt ihndem Papst, welcher alsdenn die zwey geweyhten gestalten an-bötet, und mit einer tiefen neigung bis über die helfte feinesleides verehret, alsdenn richtet er sich wieder gerab auf, undbleibet also aufrecht; indessen steigen der Diaconus und der Un-ter - Diaconus auf den Pävstlichen thron, und stellen sich nebenden Papst, einer zu feiner rechten der andre zur lincken. Als-denn nimmt der Papst die grosse Hostien und geniest dieselbe,und stecket sie stldsten in den mund , hernach giebt er zwey kleineoblaten oder Hostien dem Diacono und Unter - viacono , wel-che sie auf den knien annehmen, und dem Papst die Händeküssen , ehe sie dieselbe empfangen. Unterdessen haltet derDiaconus den kelch beständig in den Händen, bis der Cardinal-Bischoff, der Allilkens genennet, mit seinem prächtigen Prie-ster - mantel gezieret für den Päpstlichen thron trittet, woder Sacrista des Papsts ihm ein golden röhr darreichet, desseneines end er in den kelch tauchet, welchen der Diaconus nochin den Händen haltet, der Papst aber in der nemlichen zeit nim-met vas andre end in seine Hand, neiget sein Haupt in etwas,um den mund daran zu halten, trinckt also einen theil deSWeins daraus, und löst den andern theil dem Unter - Diaconoüber, welcher den kelch also abnimmet, und ihn wiedrum zudem altar trägt, allwo er aus dem nemlichen göldenen röhrwiedrum einen theil dessen , so der Papst in dem kelch übergelas-sen , aussaugct, und etliche tropfen dem viacono überlast unddarreichet, welcher denn diesen von mund aus, ohne sich desrohrs zli bedienen, gar austrincket. Endlich giesset man noch-mal etwas weins in den kelch , denselben sauber auszuwafchen,und das etwan von dem blut Christi übergebliebene gar nach-zuholen, welches er auch austrincket, und alsdenn den kelchmit einem reinignngs-tuch abtrocknet. Indessen giebt der Papstdem viacono allein den kuß des friedens , und reichet dasAbendmahl unter der gestalt des brodts den andern Cardi-nälen , Ambassadoren, Printzen und Prälaten, und zuweilenprivat - Personen, die es von feiner Hand zu empfangen verlan-gen tragen , alsdenn kehret er wieder zu dem altar, und hal-tet die messe fort bis zu ihrem ende mit den gewöhnlichen zier-lichkeiten, wie sie in dem Pomiücali enthalten, und von andernPriestern in andern messen auch in obacht genommen werden.Wann man nunmehro aus der Capelle gehen will, so reichet derCardinal - Ertz - Priester derjenigen Haupt - kirche, wo die messeist gehalten worden, dem Papst einen bentel von weissem bro-card dar, worinnen sich fünf lind zwanzig Julii (so ein altesgeld ist ) pro bene cantata missa befinden, und dieses sind dienemlichen Worte, deren man sich bedienet, wann man ihmden deutet überreichet; so bald aber der Papst denfeldenempfangen, so nimmt er ihn zwar an, behaltet ihn abernicht, sondern schenckt ihn großmüthig den gegenwärtige»Cardinälen, welche das Evangelium in dieser messe gesungenhaben, diese aber behalten es üuch nicht, und ichencken esihren Lauclatariis. « 'xeXu7r%xytAOfuvn; duxt cmstvVHW , Ilo>.u43a>Tetintt ! hx. arch-Xn, xai iyy.iQttMv Jk !Ahmn , tableau de la Cour de Roms &c. p. ;;6. &c.

Capellendorff, Rapelndorff, ein schloß und amt in Thu.ringen, eine mc,le von Jena , dem Hertzoge zu Sachsen - Wei­ mar gehörig. An. »4S3. besassen es die »on Vttzdum, Apol-

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