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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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bischer linie; als sie aber des Hertzogs Philippi von Burgund andie Hertzoge zu Sachsen abgeschickte Gesandten aufgefangen,und hieyer in Verwahrung gebracht hatten, ward es in gedach-tem jähr erobert. Es war auch ehemals allhier cm berühmtesCistercienscr-Zkonnen-kloster, welches an. 1202. von BurggrafDietrichen zu Kirchberg gestiftet, bey der religions - anderungaber secularisirt worden. FabricH orig. Sax. p. 725. seq. Gregonijetzt stör. Thüring. Beyeri geog. Jen.

Capellekti , werden bey den Venetianern die trouppen sowolvon der insanterie, als von der leichten reuterey genennet, welchesie von ihren Unterthanen in Sclavonien, Albanien , Dalmatien und der Morlachey zusammen bringen, und wegen der absonder-lichen treu, fo dieselben allezeit gegen die Republick, vornemlichaber wider den Türcken, sehen lasten, so hoch schätzen,'daß sie ihrebeste Plätze aufdem vesren lande damit besetzen, auch beständigr. compagnien fuß - volck davon zu Venedig haben, welchen siedie bewachung des Hertzoglichen pallastes und des Platzes vonSt.Marco anvertrauen. Amelot , hist. du Gouv. de Venisep. 66. 67.Samt Didier , ville & Rep. de Venise p. 266. *

* Capellettus , (Benedictus) ein Patritius aus Rieti , undHerr von Belvedere, Freyherr!, standest, war J. U. Doctor, unddabey Magister Theologie, gab hernach bey dem Legaten vonAvignon einen General-Auditeur ab, und advocirre nach diesemzu Rom,worauf er an. 1659. Ertz-Bifchoff zu Siponto , und an.1670. Inquisitor zuNeapolis ward.Er resignirte seinErtz-Bischöff-zich amt an. 167;. freywillig. Ugbel/us,ltd. sacr. tom.Vll. p.864.

Capelltanus , des Römischen Kaysers Maximini Landvogtin Mauritanien, zu ende des III. ssculi. Er fiel die beydenGordianos , den vatter und söhn, mit krieg an , welche sichmit des Römischen Raths bewilligung zu Kayfern hatten decla-riren lasten. Der söhn wurde im 46. jähre seines alterst in derschlachl umgebracht, und der vatter tödlete sich aus kummer.

Capitolinus , in Gordiano.

Capello, eine von den allen familien, welche unter die No-biii von Venedig gehören. Sie hat unterschiedene Procuratoresvon Sän Marco , Generals und andere berühmte männer her-vor gebracht. Die Procuratores sind Marinus / erwehlt an.126;. Johannes an. 1486. Antonius an. 152;. Paulus an.1524. Andreas an. 1557. und Vincentius an. i;;8.Diefer letzte-re gelangte zu solcher würde an des Hertzogs Petri Lando stakt.Der Senat ließ ihm zu ehren eine stakue zu pferde zu Santa Ma-ria Formosa aufrichten, allwo er begraben liegt. Sein epita-phium meldet, daß er dreymal General - Capitai» zur see gewe-sen ; daß er die kriegs - disciplin auf der flotte wieder in denschwang gebracht; daß er Barbarossam, den General der Ot-tomannischen armade, bey Prevefa eingeschlossen gehabt, unddaß er eine vollkommene victorie über ihn hätte erlangen kön-nen , wenn der Christen unglückseliges schicksal es nicht verhin-dert , (das ist, wenn der Printz Dort«, General von den spa­ nischen galeeren, seine schuldigkeit gleichfalls hätte in acht neh-men wollen.) Dieser Vincentius war ein söhn Nicolai Capello,welcher gleichergestalt General - Capitain zur see, und zwar indem kriege wider den Türckischen Kayser Bajazeth 11. war; daer denn das Königreich Cypern, welches derselbe einzunehmentrachtete, glücklich erhielt. An. 158°. ward Hieronymus Capellogebraucht, einige differentien» so zwischen dem Hertzoge Wil-helms von Mantua und denen von Verona entstanden waren, zuentscheiden. An. 1645. ward Johannes Capello zum Procuratorvon Sän Marco, und zum General-Capitain erwehlt. Der Groß-Hertzog von Florentz, Franciscus, nachdem ihm an. 1578. seineerste gemahlin Johanna, eine tochter des Kaysers Ferdinandi I.gestorben war, heurathete an. 157?. Blancam Capello, welcherdie Republick damals die ehre anthat, sie zu ihrer tochter, undalso den gedachten Groß-Hertzog zu ihrem fchwieger-sohn, anzu-nehmen , welcher aber mit ihr keine kinder gezeugt. Die Capelli-sche familie besitzt unter andern eine mit sehr vielen kostbarkeiten,und beydes von der natur und von der kunst hervor gebrachtenmerckwürdjgen dingen angefüllete raritäten-kammer. Amelot dela Houjjdye, hist. du Gouvern. de Venise, p. 24. 10 ;. ;o8. S57·

* Capello , (Clemens) ein Dominicaner aus Brescia , be-saß eine grosse wissenschafft in der Theologie , und starb an.1716. Er hat Disquisttionem in niateria confraternitatum ge-schrieben , Cremvna 1716. in 4. und einen sehr gelehrten tractat,Scalam Jacobeam genannt ; nebst einem Responso ad quaefi-tum de Conceptione pafliva Corporis Christi im manuscripthinterlassen. Ecbard , script. 0 . P. tom. II. p. 792.

Capellus, (Rudvlphus) war an. i6;4. zu Hamburg ge-bohren. Nachdem er daselbst guten gründ zu seinem studiren ge-legt hatte, gieng er an. 1652. nach Wittenberg , und weil er einherrliches gedächtnis hatte, legte er sich sonderlich auf die Litte-ratur und Historie, trieb aber zugleich die Theologie, und giengdas folgende jähr nach Giessen, da er sich fleißig im disputirenübte. Hierauf begab er sich wieder nach hause, und wurde an.1660. Pros. Eloquentite , reisete aber noch selbiges jähr nachGiessen, und wurde Doctor Theologie. Als an. 167;. dasGymnasium eine neue einrichtung erhielt, und vier neue Pro-feisores bekam, wurde er Professor Historiarum und Gixcx Lin-gua; , welches amt er bis an sein ende verwaltet. Er starb an.1684. am hitzigen fiebcr, als er eben an einer schrift vvm CreutzChristi drucken ließ. Sonst hak er heraus gegeben: Erfahrungund Vorstellung des Norden ; Cavii Tabulas Scriptorum Eccle-fiafticorum;. Nuinophylacium Liidcrianum; Syntagma Lectio.

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num Bibliothecarium; Exqlamationem de B. Luthero , ejus-que divino Reformationis opere , und verschiedene andre.Seine Byzantina sind erst nach seinem tobe heraus gekommen.Ott» elogia Theologorum siec. XVI. & XVII.

Capellus, siehe Lappellus.

Capeluche, ein scharftichter zu Paris , war an. 1418. dasHaupt einiger aufruhrischen, und als die innerlichen streuigkei.ten in Franckreich zwischen Armagnac und Burgund im schwän-ge waren, hielt er es mit dem Hertzoge von Burglmd. Erwurde aber nichts destoweniger auf befthl dieses Hertzogs ent-hauptet , weil er sich unterstanden, mit dem Hertzoge sich garzu gemein zu machen, und desselben Hand zu berühren. Juve.nalis de Urjmis hist. du Roi Charles VI.

* Caper , Freybeuter, Comisfahrer, Armateur, heißteiner, welcher ein schiff, das wohl besegelt ist, zum krieg aus.rüstet, mit erhaltener eommißion auf die feindlichen schiffe kreu-tzet, damit er dieselben wegnehmen, auch aus neutralen schiffencontrebande - waaren, die dem feinde zugebracht werden sollen,aufheben lasse. Die capers sind des kriegs - rechts theilhaffrig,auch ist zwischen ihnen und den see - räubern ein grosser unter-scheid , als welche letztere durch eigenmächtiges unternehmen sichaufdas see-kreutzen legen, auch deswegen, wenn man sie ertap-pet , aufgehangen werden, wittenberg , vom recht der Caper,Dantzig 1711. in 4.

* Caper, (Flavius) ein alter Lateinischer Grammaticus , ijatde Orthographia ; de Verbis dubiis geschrieben, welche werck-gen in Putschn Grammaticis antiquis stehen. Fabric. bibl. Lat.

Capernaum oder Capharnaum, eine von den 10. städtcnim Jüdischen lande, war eine berühmte Handels - stadt am uftrdes Jordans gelegen, an dem mitternächtlichen ende des ftes Ty-berias, im stamme Naphthali; welche aber dadurch noch weitmehr berühmt worden, weil Christus selbige zu seiner Wohnstadterwehlet, und viel herrliche wunderwercke daselbst verrichtet hat,weswegen er ihr auch zur strafe ihres Unglaubens ein schweresgericht drohete. Unter andern ist St. Matthäus, welcher einzöllner daselbst war, zum Apostel-amte allhier derussen worden.Nicht weit davon westwärts lieget ein berg, monsChristi genannt,weil nemltch unser Heyland daselbst öfters soll gelehrt haben, undauch allda nach seiner auferstehung seinenJüngernPetro,Thomä,Nathanael, Jacobo und Johanni erschienen seyn. Heutiges tagesist Capernaum gantz verwüstet, nachdem sie SolymaNn einge-äschert hat, und wird von einigen familien der Mohren bewoh-net, welche von den Pilgrimen, die diesen ort besehen wollen, gelbfordern. Mattb. IV. & IX. Mure. 11. Job. XXI. &c. Bun.tng.itin. Scr. &c.

* Caperole, (Petrus ) ein Mönch von der Observantz, der sichdurch seine predigten grossen rühm erworben; er hat im XV. ste.culo gelebet, und ist in dem Venetianischcn gebieth gebohrenworden, und zu Brescia in den Franciscaner - ordeu eingetreten.Als der krieg zwischen den Venetianern und Mayländern erklä-ret worden, erzeigte sich Caperole parteyisch, welches ihm einengrossen haß von feiten seiner untergebenen zuzöge, welche ihndeswegen übel hielten: dann sie waren meistcntheils Maylander.Ersuchte sich dessentwegen, mit beyhülffe einiger freunden, wel-che mit ihm in dem gleichem fall gewesen, zu rächen, und hieltesich jenen zu trotz an die Conventualen. Allein er erzurnete da-durch besagter seiner untergebenen Superioren nur um so vielmehr, diese machten der widerspenstigen anschläge zu nichts, zer-theilten sie in die ärmsten kloster,und die von dem VenetiansschenStaat am entferntesten waren; diß war nun eme galtung Ver-weisung in das elend für Caperole, aber es gab ihm zu gleicherzeit gelegenheit, seinen verschmitzten verstand, und barmit be-gleitete Hartnäckigkeit, an den tag zu geben. Dann er fanddurch list Mittel aus , die meisten klöster in dem Mayländischcndurch Uneinigkeit hinter einander zu hetzen, um sie unter den ge-horsam der Conventualen zubringen. Dieses geschahe an. 1472.die trennung dieser klöster kam zu einem grossen proceß. DasCapitul der Observantz zu Neapolis wollte sie auseinander setze»,unb den frieden stiften, deswegen richteten sie zu Brescia einenVicariat auf : Allein , obschon die andern Mönche daraufhinsich verstehen wollten, wieder unter die Observantz zu treten, sowollte doch Caperole nicht, weigerte sich dessen östentlich, undgedachte seine feinde auf das höchste zu treiben, und brachte eszu dem ende so weit, daß der Papst einen Congregations - Vica-riat aufrichtete, welcher nach Caperoli nahmen der Eaperolani-sche genennet wurde, und unter dem gehorsiun der Conventua-len stunde. Der eifer, welchen Caperole blicken liesse, alle undjede aus der Observantz in diese Vicariats - Congregation aufzu-nehmen , welche sich nur angaben, verursachte neue Verwirrun-gen , und er muste auch deswegen von dem Papst einige bczüchti-gungen anhören, welches aber dessen ohngeacht nicht verhinder-te , daß ihm nicht fünfjähr hernach, an. 1480. das klöster Vel-letri gegeben worden. Der General des ordens , welcher ihnlieb hatte, wie auch die Venetianer, unterstützten ihn, dann dies«letztern sich beständig deförchlelen, es möchten die Mayländischevorgesetzten der klöster in ihrem lande irgend eine Unordnung an-richten. Da aber Caperole kurtz darauf gestorben, so begnügtesich die Republick, daß man ihr anböte , aus der Congregationder Caperolanern eine von der Mayländischen Observantz abge-sonderte Congregation zu machen, so daß der nähme diesesMönchen nicht viel langer als er lebte, bekannt und von einigemwichtigen Nachruhm geblieben. Luc. Wudtng. annal. Miner.

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