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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Hugo de Semtemore, ein in dem gantzen Komgreich sehr be-lebter mann, der Königin behülflich waren; also war es der-selben leicht der Rosamundä meister zu werden, und diese Neben-buhlerin aus dem wege zu räumen, ja ihre mache noch weiterszu treiben, und dem König, an dessen gegen-liebe sie nun ver-zweifelt hatte, auch nach Rosamunda tod weit aussehende Hän-del zu stiften , wie in dem artickul Henricus II. kan weitläufi-ger nachgesehen werden. Tirell nimmt in acht, die Englischengeschicht-schreiber verjchweigen, daß Eleonora der Rosamundäsey hadhafft worden , so daß diejenigen, welche behaupten, siehabe derselben mit gift vergeben, nicht mehr gründ haben. Inalten Britttschen reimen wird obiger Historie gedacht, und schei-net Brompton p. 1151. sie daraus entlehnet zu haben. Dochist gewiß , daß Rosamunda der Königin eifersucht nicht langeüberlebet hat, ob es schon nicht wahr ist, daß ihr tod an.1173. gewiß erfolget sey, und die weise ihres todes auch nichtso gar wohl ausgemachet ist. Brompton sagt , nachdem derKönig Heinrich seine gemahlin Eleonoram in das gefängnis ge-than , sey er ein ehebrechcr geworden , und habe Rosamun-dam auf seinen leib gehalten , worinnen er sich selbst in et-was widerspricht. Rosamunda ward in einer kirche begra-ben , die zu dem klostcr Golston ohnfern Oxford gehörete; woein epiciiphium zu ihrem rühm gesehen wird , welches Brom-pton hergiebet, und also lautet:

Hic jacet in Tumba Rosa mundi, non Rosa munda ,

Non redolet, sed ölet, qiue redolere solet.

Welches der Englische Poet Speed also übersetzet hat.

This Tomb doth here enclosc, The worlds most BeauteousRos,

Rose passxng Sweet ere while, now Nought But odour vile.Rapin Thoyras , hist.of Engel.

* Llifton, eine alte Baronie in der Engelländischen Graf-schafft Nottingham , welche vor ungefehr 6oo.jahren eine familiedieses nahmens besessen. Von derselben wurde der Ritter JervisClifton an. 1608. unter dem titul Baron Clifton von Leigh-ton Bromswold in das Parlement genommen, und hinterließeine einzige tochter, Catharinam 1 welche Esme Stuart, Ba-ron von Aubigny, heurathete. Dieser wurde von Jacobo 1 .an. 1619. den 7. jan. zum Baron Clifton und Grafen vonMarch gemacht, erbte auch von seinem bruder Carolo den ti-tul eines Hcrtzogs von Richmond und Lennor, und starb ohnemännliche erben. Seine tochter, Carharina, Baronesse vonClifton, verehelichte sich mit Henrico, Lord Jbrican, HenriciVII. Grafen von Thomond , ältestem söhne, und gebühr ihmeine tochter, so gleichfalls Catharina hieß, und Eduardo Hyde,Grafen von Clarendon , beygeleget wurde. Dieser hinterließTheresiam Hyde, Baronesse von Clifton, welche sich mit Johan-ne Bligh, nachmaligem Grafen von Darnley , vermählte, undan. 1722. den 3°, jul. das zeitliche gesegnete. The imh comp.p. 143·

CLIM ACUS , (Johannes) von dem titul seines buches, da-von jetzt gleich, also benennet, weil Llimax eine treppe heißt,auch in Latein aus gleicher Ursache Scalarius > wofür Trithemius unrecht Scholasticus setzet, war Abt auf dem berge Sinai, undwird vor einen der berühmtesten anführcr derjenigen gehalten,welche sich der irdischen geschaffte entziehen, um desto besserauf das himmlische zu dencken. Johannes, Abt von Rait,nennet ihn einen enget, einen vatter der vätter, und einen vor-trcflichen lehrcr der lehrer. Er hat geschrieben die aus 30. stu-fen bestehende heilige treppe, welche ein Niederländer, nahmensJßelt, in das Lateinische übergesetzet, ingleichen einen brief anden Seelen-Hirten. Er ist gestorben an. 609. Oudin meynet,es wäre noch ein anderer Joh. Climacus gewesen, so die gcschich-ten der Heiligen, Barlaam und Josaphat, beschrieben , welchebeym Surio auf den 27. nov. auch hinden an den werckenJohannis vamasceni und noch anderwärts gedruckt worden.

Ciw. Du Pin. Oudin. Olear. &c. *

* Klimax, ein gebürge, dessen Plutarchus gedencket, in demleben Alcxandri. Strabo sagt in seinem, XI V. buch , es seyenohnfern der stadt Phaselis der meer - küste nach etliche engepässe, durch welche Alexander seine armer geführet habe. Erthut hinzu, es liege an dem Pamphylischen meer, ja es gehein das meer hinaus, und lasse einen so engen weg zwischender see und seinem fusse, baß er, bey nur etwas wildem meere,von den wellen gäntzlich bedecket werde, wann aber das meerstille sey, könne dieser fuß-pfad trocknes fusses durchwandeltwerden. Alexander M. sey mit seiner armer eben winters-zeitdahin gekommen, und habe des ablauffcs des Wassers nichtgewärtig seyn wollen, sondern sey, obngeachtct die wege unsicht-bar und aller orten mit wasser bedecket gewesen, seinem gutenglück vertrauend, durchmarschirt, und auch glücklich davongekommen, seine soldaten aber haben den gantzen tag bis anden bauch im Wasser gehen müssen. Die bemeldte stadt lagin Lycia , also auch das gebürge Climax. Lycia aber hcis-set nun Aldinclli. In dem XIV. buch thut Strabo eines an-dern berges, auch Climax genennet, Meldung. Er setzet ihnaber in Cölesyriam bey den städten Byblos und Berytus, ohn-fern den flüssen Adonis und Lycus. Berytus aber liegt nichtso gar ferne von dem fluß Orontes , welcher nahe bey demberge, Libanon und Paradiso entspringet. Ob nun dieses zweyberge oder von Slrabone sind confundiret worden, ist mirunbewußt. Seiner meynung nach liegen sie an zwey von ein-

ander wett entfernten orten. Hingegen scheinet doch eine Ver-wirrung bey ihm zu seyn, dann in Lycia auch ein fluß ist, wel-lh^rLycus heisset; so ziehet auch Strabo den Homerum an,welcher dle Lycrer und Solymer zu zweyerley völckern machet;andre aber behaupten, die Lycier seyen ehedessen Solymer qe-nennet worden, und aus Creta dahin gekommen , und hernachvon Lyco des Pandlvnts söhn Lycier geheißen worden. Wannnun das wort Solymos grosse verwandtschafft mit Salem oderHierosolyma hat, und nach Taciti bericht üb. V. histor. c . i.die Juden auch aus Creta sollen gekommen seyn, welche mey-nung er zwar widerleget, aber auch Homerum anziehet, der sieSolymos nennet, so mochten wol diese zwey berge nur einberg gewesen, und also von Slrabone confundirt worden seyn,ober wenigstens die Solymer, die er in Klein-Asien setzet, nurein eingebildetes volck seyn, um so mehr Strabo in seinemXVI. buch von den Juden und Most bessern bericht als andregehabt, und was er in dem XIII. und XIV. buch von den So-lymern gesagt, scheinet vergessen zu haben.

* (klimbebes, ein Africanisches Königreich, welchem dasland Angola gegen norden liegt; gegen morgen ist es von demReiche Monomotapa durch den fluß Bagamadiri unterschieden,und gegen mittag sind der fluß Bravagul und das Mvnd-ge-bürge seine grentzen, welche bey dem Tropico Capricomi liegen.Gegen Westen hat es das Aethiopische meer von dem Lapo Re-gn, an bis qn den ausfluß des Bravaguls, und ist also densee-küsten nach 3. grad und 15. Minuten lang. Es heissetsonsten auch das land Mataman, welches der titul ist , den diedasigen Könige führen. Der Landes-Fürst beherrschet es sehrunumgeschräncket. Den see-charten nach findet man vieleHerren, welche sich auch den Königlichen titul beylegen, obihr land schon sehr klein und arm ist. Das land selbsten istvoll sandes, und die Häfen an der see sind in schlechtem stände,und werden wenig besuchet. Doch ist es ziemlich fruchtbar, undseine gebürge führen metall und etwas crystall. Unter dem 21.22. und 23. grad latitudinis meridionalis, bis 150. ja 200. m(i>len in die see hinein , wächset ein gewisses schilf in dem meer,welches die Spanischen schiffer Sargoffa genennet haben, wor-aus die see-fahrer einiger Massen erkennen mögen , wie wettsie von dem Äfricanischen gestade entfernet sind; die Holländerhaben auf'dicscm meer noch eine andre anmerckung gemachet,woraus sie die entfernung der schiffe von dem lande merckenkönnen, wann sie der Mouetter gewahr werden. Es sind die-ses eine gattung vögel, welche am äussersten theile der flügelnschwartze flecken haben. Sie nennen dieselben in Holländischerspräche "Witte-Mowen, und bey diesen vögeln sind sie noch ge-wisser die entfernung der schiffe von der küste zu schliessen,als bey obgemeldtem schilfe, dieweil sie sich uiemal über 15.oder 20. meilen von dem ufer des meers zu wagen pflegen.

De la Croix , relation de lAfrique tom. IV. Thomas Corneille ,Dict. Geogr.

(tlincchamp, (Gervasius Giancolet de) ein Cardinal, warein Franzose, gebürtig aus der provintz du Maine, und Atchi.diaconus von Paris . Er machte mit dem Simon de Monpice,Schatzmeister von St. Martin zu Tours , freundschafft, wel-cher , als er unter dem nahmen Martini II. Papst wurde, ihnan. i2gi. zum Cardinal ernennetc. Er starb an. 1287. an derpest zu Rom . Du ebene. Fr 'rion. Aubery.

(tling, ein Bayerisches Pfleg - gericht im Bißthum Saltz-burg, nicht weit von Wasserburg in einer feinen gegend gele-gen, stehet unter dem Rent-amt Burckhausen. Chur -Sayern,p- -63.

* ( 5 lmg, (Conrad) ein Franciscaner-Mönch, war von Nord­ hausen gebürtig, und nahm zu Erfurt an. 1320. in der Theo-logie den titul eines Doctoria an. Als nun hierauf die lehre Lu-theri an diesem ort so grossen beyfall erlangte, daß der Römifch-Calholische gottesdienst fast in keiner kirche in der stadt mehrgeübet wurde, war er der einzige, so annoch in der grossen Ho-spital-kirche denselbigen hielt; daher diejenigen irrig, welche ihnnrit unter die ersten Lutherischen Lehrer in Erfurt gesetzet. Erließ auch hernach von diesem seinem eifer nichts nach, undstarb als Guardian seines klosters und Dom-Prediger den 10.martii an. 1336. Er hat nicht wider das Interim geschrieben,sondern seine schriften sind eigentlich folgende: de Seaga-te Conscientise Catholicoruni in rebus fidei; Confutatio Men-daciorum ä Lutheranis adveruis librum lmperii, scu Interimeditorum ; Loci communes Theologie, pro Ecclesia Catholi-ca , und Summa Doctrinae Christians Catholics. Motschnian-ni Erfordia litterata.

(klingen, ein städtlein, nebst einem schloß und amte, andem wasser Holbe in Thüringen , eine mciie von Sondershau-sen gelegen, und dem Fürsten zu Schwartzburg zuständig.Olear. synt. rer. Thür. tom. I. p. 49. Gregorii jetzt florirendesThüringen , I. p. 170. Tromsd.

(klingen , (von) ein uraltes Freyherrliches geschlecht, soehemals in grossem ansehen, und am Rhein säßhafft gewesen.Von dessen angchörigen wurden verschiedene klösier und andereörter gestiftet und besessen, als Alten-Cttngen im Thurgöw, Ho-hen-Clingen oberhalb Stein; die stadt CItngnau an der Aar;das klösterlein Syon gleich unterhalb derselbigen ; das klostcrKalchern Cistercienscr-okdens im Thurgöw, und Clingcnihalin der mindern stadt Basel . An. 1200. lebte Heinrich Abt zuSt. Gallen . An. 1274. Walther, war der stsster des jctzt-er-

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