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an. 1672. wohnte er dem Holländischen feldzug bey, an. 1676.bis zu welcher zeit er in kriegs - diensten fortgefahren , machteihn Ludwig XIV. zu seinem General-Lieutenant , an. -682. zumGouverneur über die stadt und eitadelle Tournay. Endlichgesegnete er dieses zeitliche den ;i. may an. 169;.
* Colbert, (Johannes Baptist«) Herr zu St. Pouangeund Villacerf, hat eine andere linie der Coldertischen familregemacht. Er war der zweyte söhn Ondart- Colberts, Herrnzu Pouange, und Königlichen Secretarii, und Frauen MariaFouret, der Erb - Frauen zu Villacerf. Er wurde nach undnach Königlicher Staats - und hernach Cabinets - und gehei-mer Rath, und Intendant de Justice in Lothringen , und starbden 20. april an. 166;.
* Eolbert, (Franc. Gilb.) Marquis von St. Pouange,Secretarius des Finanz-wesens bey der Königin Maria Theresia von Oesterreich, hernach Königlicher Cabinets - Secretariuu;an. >701. wurde er Commenthur und Groß - Schatzmeister derKöniglichen vrden, und starb den 2;. octob. 1706. Er hat sichvermählet mit Maria de Bcrthemet, einer tochter LaurentiiBerthemet, aus welcher ehe er einen einzigen söhn, FranciscumGilbrrtum Colbert, gezeuget, dessen titul waren, Marquisde Pouange, Seigneur de Chabanois, Feld-Marschall derKöniglichen armeen, rc. Er starb an. 1719. An. 1702. wurdedieser mit Angelica von Eftoubleau, einer einzigen tochterFrancisci des Grafen von Svurdis, Ritters der Königlichenerden, getrauet, daraus ein söhn entsprossen, dem man beyseiner taufe an. 170;. auch den nahmen Franciscus Gilbertusbeygeleget hat.
C<>Ithester, lat. Colonia, Colcestria , Camodulanum undCamulodunum, der vornehmste ort in der provintz Esser, liegtauf einem Hügel an der sud-seite des flusses Cvlne, ctwan 6.weilen von der gegend, da er ins meer fället. Es ist eine sehralte stadt, die, wie einige scribenten berichten, von dem Bri-tannischen Könige Coilo A. C. 124. erbauet worden. Die ein-wohner geben vor, daß allhier des ersten Christlichen Königs,Kaysers und Kayserin, nemlich Lucii, Constantini und Helenaaeblirts-ort gewesen, welches aber Cambdenus aus NicephoroCallisto widerleget. Im übrigen ist es noch bis auf den heutigentag eine schöne, grosse und volckreiche stadt, so mit einer altenmauer, worauf wacht-thürne sind, umgeben ist, und noch überdiß ostwärts ein alt castell hat. Innerhalb der stadt-mauren sind8. kirch-spiele, ausser den beyden in den Vorstädten. Das vor-nehmste gewerbe, welches allhier getrieben wird, bestehet inVerfertigung allerhand tücher, boye und seidenen zeugen. Diebelagerung, welche dieser ort an. 1648. ausgestanden, machetihn in der Historie berühmt, inmassen er der letzte platz war, wo-hin die Königlichen ihre zuflucht nahmen, in welchem sie auch solange ausdaureten, bis sie durch Hunger zur Übergabe gezwungenWurden. Cambdtni deicr. Anglias, &c.
Coldingen, Roldingen,ist eine Iütlandische stadt, nebsteiner vesten citadelle, hart an den grentzen von Schlcßwich, beyeinem arm des meers, welcher von dem kleinen Bell in dasland hinein gehet, und der Mittelfahrt - Sund genennet wird,gelegen. Von allen Pferden, wie auch von dem rindvieh , soman aus dem lande führet, muß daselbst ein zoll entrichtet wer-den. Zeilers befchr. Dänem.
Coldingham, eine kleine stadt im mittägigen Schottland ,nicht weit von der ste-küsten, und ;. weilen von Barwick entle-gen , ist der Haupt-ort in der Grafschafft Mercia.
itolditz, eine kleine stadt und Amt in dem Leipziger kreisein Meissen , zwischen Grimme und Rochlitz an der Mulda gele-gen , deren nähme in der Wendischen spräche einen sinstern waldbedeuten soll, sintemal dieser ort mit dicken Wäldern umgebenist. Es hat vor diesem derselbe seine eigene Herren gehabt, undist an. i;97. von Wilhelm», Marggrafcnin Meissen, erkauftworden, welcher auch das schloß daselbst erweitert und renovi-ret hat. Als selbiges durch eine feuers-brunst in die asche gele-get wurde, hat der Churfürst Ernestus solches wiederum garprächtig erbauen lassen, sich auch meistens daselbst aufgehalten,und ist an. 1486. auf demselbigcn gestorben. Die ChurfürstenAugustus und Christianns I. haben solches um ein mercklichesverbessert, und hat der letztere auch einen thier-garten daselbstangeleget, dessen ringmauer von ; 6 u. ellen ist. Ingleichenhat dessen aemahlin Sophia solches Amt und stadt zu dero wit-thum und leib-gedinge bekommen. Im übrigen hat dieser ortim kriege viel erlitten. Insonderheit haben dieHußiten an. 14z-,.allhier gar viel denckmahle ihrer grausamkeit hinterlassen. An.164;. im mertz ist sie von den Schweden gantz ausgeplündertworden. Aibini Meißn. land-chronick. Peccenß. theatr . Saxon.P. II. p. 18· & p. III. p. Ii6. DrejJ'eri städte-buch. Zeileri top.Sax. sup. p.;s. Mulleri annal. Sax.
* Colditz , (Grafen und Herren von) ein uraltes adelichesgeschlechke, indem Fridericus Graf von Cvlditz an. 9z;. in demvom Kayser Henrico Aucupe zu Magdeburg gehaltenen turniermitgewesen, zu welchem niemand als turnier-mäßige Personen,die ihre gewöhnliche ahnen erweisen konnten, gelassen wurde.Andreas, Graf von Cvlditz, wohnte an. 968. dem turnier Kay-sers Ottonis I. zu Mersebürg bey. Antonius, Graf von Cvlditz,
Mi' 996. bey dem zu Braunschweig von Hertzog Lu-dolph Pfaltzgrafen zu Sachsen angestellten turnier ein. Io-hannes, Herr von Cvlditz, bekam an. m$. von Kayser Hen-nco V. die Burggrafschaffl Leißnig, und war an. 1,19. beydem turnier zu Gottingen, allein an. 1120. nahm ihm Viper-tus der altere Leißnig wieder. Hierauf erhielt Bruno von Kay-ssr Hennco V. an. 1124. nach Vwerti des ältern tode die Graf-schafft Pleissen , und Kayser Lotharius II. gab ihm an. n,6.die Burggrafschafft Leißnig dazu, nachdem Henricus, Vipertides altern söhn, mit tode abgegangen war. Sein söhn Ortwi.nus starb an einer auf der jagd von einem wilden schweln em-pfangenen wunde ohne erben, und die Grafen von Cvlditz erbtenseine güther. An. 11?2. flvrirte Radebodus , Graf zu Pleissen,Leißnig und Cvlditz; dieser verkaufte Friderico Barbarossa: an.im 6. seineGrafschafften und ämter vor zoo. marcksilbers, undbekam über dieses dafür die Vogtey Bamberg nebst einem stückeland oberhalb des Meißner-landes, an die Römische Vogtey,und Chemnitzer - Pflege stossend, wo jetzo Penick steht. Seinsöhn Henricus I. wurde an. 1160. Burggraf zu Leißnig, welchewürde auch seine nachkommen besassen, welche unter Leißnig,(Burggrafen von) nachzusehen. Thammius, chron. Coldic.ap. Mencken. script. rer. Saxon. tom. II. p. 667. 668. Leubericatal. Com. Sax. ibid. tom. III. p. 18;$. seqq.
* COLDUI, COLDAVI, COLDULI , oder COLDITII,war eine nation der Hermionen, welche zwischen der Saale undElbe in dem heutigen Meissen wohnten, und ist es nicht unwahr-scheinlich , daß Cvlditz ihnen gehöret, und von ihnen den nah-men bekommen habe. Strabo , VII. p. 44;. Tbammii chron.Coldic. ap. Mencken. script. rer. Saxon. tom. II. p. 66;. IhrFürst hatte seine residentz an einem erhabenen orte, bey demzusammenfluß der Mulda ; vielleicht auf dem Haynberae, oderder steinklippe, worauf das Colditzische schloß gebauet ist. Da-selbst hatte auch dieses volck einen hayn, worinnen sie ihren gö-tzen-dienst verrichteten, indem ein ewig fener daselbst von einemnahe dabey wohnenden götzen-priester unterhalten wurde, wor-ein das volck allerhand holtz und brennende Materien warf,mit gröster ehrerbietung um das fener trat, und achtnng ga-ben , ob sie in demselben ein zeichen sehen könnten, daß das ge,bat erhört worden, oder nicht. Zu gleicher zeit gaben sie demPriester geschencke zur Unterhaltung des feuers, welcher ihnendie sich im feuer hervor thuende zeichen erklärte. Tbamm. 1 . c.p. 664. In der mitte des V. feculi nahmen die Wenden diesegegenden ein, daher der nähme der Colduorum erloschen ist.Tbamm. 1 . c. p. 664. seq. Aibini Meißner, land-chron. IV. p. 46.
* Coldweü, ( Johannes) Bischvff zu Salisbury in En-gelland, hatte zu Cambridge studirt, war Medicina: Doctor,und darauf Decanus ju Röchester worden, als er an. 1591.obgedachte Bischoffs-würde erlangte. Er ist der erste beweibteBischoff von Salisbury gewesen, und im oct. an. 1596, gestor-ben. Gochvin. de Episc. Angl. P. I. p. 411.
* Cole, (Henr.) gebürtig aus der insul Wight, war bey-des in der Theologie und den Rechten Doctor, und hielt esbald mit den Reformirten, bald mit den Catholicken. Letztlichwurde er, weil er sich vor die letzter» erklärte, unter der Köni-gin Elisabeth regierung gefangen gesetzt, und starb an. i;?-.im decemb. Man hat von ihn,, nebst andern fachen, eineLei-chen-rede auf den Ertz-Bischoff Cranmer. Wood.
* (solebrook, ein Engelländischer marckt-flecken in derGrasschafft Buckingham, wo die gegend Stok genennet wird,an dem flusse Coln, und 18. Englische weilen von London ge,legen. DiHion. Angl.
* (toleman, (Eduard) ein in der Historie des XVII. feculibekannter Engelländer, soll eines Geistlichen söhn gewesen seyn,der bald in seiner jugend geleqenheit gehabt an die Jesuiten zu kommen, unter denen er sich lange zeit aufgehalten, undsich bey ihnen nicht allein die geschicklichkeit in allerhand spra-chen zu reden und zu schreiben, sondern auch vornemlich ei-ne grosse stärcke in den streitigkeiten über die religionS-ar-tickul, zuwege gebracht. Dadurch ward er auch bey denbeyden Beicht-vättern des Königs in Franckreich Ludovici XIV.nemlich dem P. Ferner und dem P. la Chaise, bekannt, die sichseiner als eines manns, der ihrer Societät sehr ergeben, über-diß kühn und verwegen , und wie ihm schuld gegeben wird, be.reit war, vor geld alles, was von ihm verlangt ward, zu un-ternehme» , zu einführung der Catholischcn religion in Engel-land und zu verschiedenen andern absichten des Französischen Hofs in diesem Reich gebrauchten. Er ließ sich auch inson-derheit das erste mit grossem eifer angelegen seyn, und beredeteunterschiedene Protestanten die Catholische religion anzunehmen,verfuhr aber dabey so unbedachtsam, daß der Hertzog von Jorckihn an. 1676. auf des Königs befehl aus der Hcrtzogin dienste,bey welcher er Secretarius war, wegschaffen muste. Man be-diente sich aber seiner gleichwol noch in diesem jähre zu den ge-heimen Unterhandlungen mit dem Päpstlichen Internunciozu Brüssel, , die zwar fruchtlos abliefen, dem Coleman aberein ansehnlich stück geld einbrachten. Von dieser zeit a» wollteer vor das Haupt der Catholischon partey in Engelland ange-sehen seyn, und suchte durch hülffe des Französischen Hofs,nach dessen absichten er in allen stücken handelte, nunmehr öf-fentlich derselben aufnehmen in diesem Reiche zu befördern. An.1678. ward er von Tito Oates und andern angeklagt, daß er
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