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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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VII. Gisalbertus, ein Nathsherr, Nuncius und beschützerder (labt Bergamo , laut einem Instrument von an. 129;. wardauch Conservator Pacis genennet in einem instrumenk von an.i;oy. Sein söhn war: ^ a . .

VIII Galeazzus, wie solches aus einem öffentlichen Instru-ment, so an. -;;9. errichtet worden, abzunehmen ist. Sein

^IX lapigliata, ward 8 . R. F. Capitaneus Generalis, wiesolches aus einem in dem jähr 157°. errichteten instrument,und aus denen zu Bologna an. 1674. gedruckten Rclationibusdes Duca de Linda pag. 595. erscheinet. Es ist auch dieserLapigliata an. 1,71. als Ambaffador nach Bologna gesandtworden, um allda der leich-degängnis Papsts Urdani V. bey-zuwohnen , wie solches in denen Faiti delle Glorie di Bolognazu ersehen ist. Seine söhne waren Guardino, von dem her-nach ; und Guidvttv , wie solches aus einem instrument vonan. 1406. erhellet. Guidotto, war laut sage des gleichen in-struments ein vatter pauli, zugenannt Pohd, dessen söhnewaren Antonius und BartholOMauS, Capitaneus Genera-II«, laut Instrument von an. 1469.

X. Guardino, war Podestä zu Ravenna und Peruggia,wie auch Gapitaneo von Alexandria an. x;92. Das erstereerhellet aus dem Theatro Achillis de Mozzo, das letztere aberaus der chronick Castello Castelli, wie auch aus P. Donati Calvi Campidoglio de Guerrieri. Er hinterliesse 4. söhne , Testino,von dem hernach, Dondaccio, Iohannem und paulum,welche sämtlich Herren der vestung Trezzo, und bürger zuMayland waren, und den titul Magnifici und Potenti führ-ten, wie solches aus verschiedenen instrumenten von an. 1,92.und 1406. wie auch aus der universal - chronick Jac. PhilippiEremitani erhellet. Ihr bürger - recht zu Mayland wird aus

fol. 101. ad 9. aug. an. 14x0. des Libri Registri Litterarum,Privilegiorum & Provisionum Civitatis Mediolani erwiese».Die Historie, so Petrus Spino beschrieben, zeuget auch vonverschiedenen.

XI. Testino, war Podestä zu Bergamo , in abwesenheitPandolfi Malatesta, wie aus Michaelis Älberti Garrariensis zuehren Bartholomäi Colevni gehaltener lob-rede, welche PetrusSpino anführet, zu ersehen ist. Sein hinterlassener söhnhiesse:

XII. Guardino. Er hatte das burger-recht zu Venedig er-langet , wie solches aus einem Hertzoglichen diplomate von dem19. jul. an. 1428. zu erweisen ist. Sein söhn war:

XIII. Phöbus, dessen in einem instrument von an. 1497.gedacht wird. Sein söhn war:

XIV. Guardino, wie solches aus einem in dem jähr 1527.errichteten instrument erweislich ist. Er hinterließ einen söhn:dessen nahmen war:

XV. Phöbus. Es wird seiner in zweyen instrumenten ge-dacht von den jähren 1*67. und 1592. und hat er einen söhn hin-terlassen , dessen nähme war:

XVI. Guardino. Dieser ward Graf und Feudatarius vonSolza , wie solches für ihn und seine männliche Nachkömm-linge von dem Venetianischen Rath ihm den 9-dec. an. 1656.vergünstiget, und darüber ein Hertzogliches diploma zugestelletworden. Nbrigens hatte ihn an. 1624. der Hertzog von Vene­ dig zu beschütznng der grentzen gegen dem Mayländischen undVeltelin ernennet; und an. x6;o. ward derjenige theil desBer-gamaskischen gebieths, so Ifola genennet wird, aus anlas derpest seiner aüfsicht anvertrauet. Sein hinterlassener söhnwar:

XVII. Phöbus, Graf, wie solches aus dessen an. 1644. er-richteten ehe-pacten, und einem andern instrument von dem jähr2674. erhellet. Er hinterließ einen söhn nahmens :

xviil. Alexander, wie aus dieses seinen an. 1694. verfaß,ten Pactis matrimonialibus, wie auch aus seinem an. 1712.gemachten testament zu ersehen. Er und seine erben und Nach-kömmlinge in infinitnm sind den 21. may an. 1692. lautsol. 22.des in der cantzley der stadt Brescia befindlichen Libri Provisio-num zu bürgern dieser stadt angenoinmen worden. Seinesöhne find Graf Franctscus, von dem hernach, und GrafPhöbus.

XIX. Franctscus, Graf, besitzet heut zu tage die hohe stelleeines Abbate oder Deputato di Mese der stadt Bergamo . Esist dieses die ansehnlichste charge, welche die stadt ertheilen kan,und zu deren niemand gelanget, als solche Personen, welchenebst hoher geburt auch mit grossen Verdiensten sich hervorthun. Diejenige, so sie besitzen, haben unmittelbar den rangnach den vortreflichen Repräsentanten und dem Gubernatornin kriegs-sachen. Die stadt-bücher von Bergamo zeigen, daßschon viele von den vor - eltern Grafen Francisci zu besagterhohen ehren-steüe gelanget sind. Er hat einen söhn, dessen näh-me ist:

XX. Alexander, welcher denn. jul. an. 1718. an das lichtdieser welk ist gebohren worden.

Nebst diesen bishero von vatter auf söhn erzehlten und in ge-rader linie angeführten, sind auch berühmt gewesen folgendecollateral-anverwandle aus dem Gräilichen Hause Coleom:

Sozzo oder Socinus Loleoni, welcher m dem jähr 1221.durch seine Vermittelung den wichtigen streit, so zwischen denEdlen und dem gemeinen volck zu Piacenza entstanden war,beygeleget und gestillet hat. Er ward an. 1222. zum Podestävon Cremona geniacht, wie aus F. Umberti Cronica dell ori-

gme di Piacenza , und Antonii Campo Historie von Cremona zu ersehen ist. Albericus Rosciate, ein Mus von Bergamo ,und Petrus Spmo zeugen auch, daß Kayser Fridericus II. durchem diploma, zu dessen ende folgende Worte stehen: Datum incastris apud Sutherum 1224. Kalend. Decemb. Indictione no-na , diesem Sozzo Coleom und seinen nachkommenden in inst-nmim als ein rechtmäßiges «ehe» zugestanden und ertheilet ha-be das recht, alle in der stadt Bergamo und derselben gebiethezur. appellatio» erwachsende rechts-händel zu entscheiden, unddarüber zu sprechen.

villano Loleoni , war Gonsoie di Giustizia an. 1196.

Alberto Loleoni, befasse das gleiche amt an. 12;;.

Sozzo Loleoni , war Subdelegatus Imperii an 1290.

Trusardino Loleoni, war Obrister über ein Brescianischesregiment an. i;i8.

Ifinardus Loleoni, hat an. x;;z. die statuten der stadtBergamo gefammlet, nachdem er an. x;;x. indem jenneralsGesandter naher Brescia gegangen war, um allda die schlüsselvon Bergamo Jvhanni, König von Böhmen und Polen , >vieauch Grafen von Lurenburg zu übergeben. In dem folgendenmonat febr. kam dieser König selbst nach Bergamo , und wardvon Jsnardo Colevni dahin begleitet, wie aus P. Calvi Campi-doglio zu ersehen ist.

Sozzi Loleoni , war Podestä von Mantua .

Trusardo Loleoni, war Podestä zu Lodi an. 1270.

Albertus Carpiglione Loleoni, wohnte als Gesandterder stadt Bergamo der general - Versammlung bey, welche vonden Mayländern, denen von Pavia , Piacenza , Genua undandern Italiänischen Machten an. 1267. zu Rom ist gehaltenworden, um ein bündnis wider ihre feinde und zu gunsten derkirche zu errichten. Bemardinus Corio. P. Donat. Calvi .

Dondaccio Loleoni, ward an. 1,09. von der stadt Ber­ gamo naher Caravaggio gesandt, um dem König von Franck-reich die schlüssel von Bergamo zu überreichen, und von chmzu erhallen, daß er dieser stadt mit der Plünderung verschonenmochte.

Hieronymus Loleoni, war an. x?xz. aus der zahl der-jenigen xz. bürger, welchen die stadt Bergamo die regierungaustruge, als sie von niemanden dependirte, und ihre völligefreyheit hatte. An. x;x;. ward Ioh. Petrus Colevni zu ebendiesem amt ernennet.

Ioh. Antonius Loleoni, ward an. 15x6. an Kayser Ma-ximilianum naher Rivolta abgesandt, um dem Kayser die schlüs,sel der stadt Bergamo zu überbringen, und in derselben nah,men den huldigungs-eyd abzulegen, weil sie sich durch dieothdazu gezwungen sahe. Da aber die stadt Bergamo in ebendiesem jähr ihre freyheit wieder erlangte, ward dieser Ioh.Ant. Coleoni zu ihrem Gubernatorn erwehlet.

Benedictus Loleoni, war ein tapferer kriegs - mann indem XV. feculo, und unter andern wichtigen diensten , die erder Republick Venedig geleistet hat, ist er auch mit Bartholv-mäo d'Este wider den Türckischen Kayser Bajazet in Moreagezogen, und führte das commando in der einnähme der ve-stung Ministra, die ehemals Sparta hieß. Er starb allda mitdem degen in der saust, und nachdem er seinen zweck schonerreichet hatte.

Bernhardus und Thomas Loleoni, waren berühmteKriegs-Helden, welche viele jähre in Griechenland wider dieTürcken gefochten, und dieselben öfters geschlagen haben, de-hero sie gemeiniglich die Griechen zugenannt wurden. Nachder Hand haben die Mayländer sie zu ihren Generalen gemacht,und ihnen das commando über ihre trouppen aufgetragen, dasie denn die rebelten von Como und andern aufrührischcn städteazu paaren getrieben und bezwungen haben.

Ioh. Antonius Loleoni, hat sich sonderlich in dem see-treffen bey Cursolari an. 1171. hervorgethan, daß er als Haupt-mann der galeere der stadt Bergamo dahin war gesmdtworden.

Alexander Loleoni, gleichfalls ein erfahrner kriegs-mann,hat den Venetianern redlich gcdienet, und viele helden-thaten ineiner schlacht wider die Türcken verrichtet, dahero er gleichsamals ein anderer Bartholomäus Coleoni ist geachtet, und auchgemeiniglich also genennet worden.

Mauritius Coleoni, war ein Cölestiner-Mönch, und hatdas Breviarium und die Hymnos dieses ordens verbessert, undward an. 1 z8;. in der Adtey di S. Spirito di Murone zum Ge-neralen seines ordens erwehlet.

Endlich ist auch zu bemercken, daß das geschlecht der Coleonilaut einem diplomate vvm 6. may an. 1461. welches der Her,tzvg von Venedig ertheilet hat, das privilegium genieße, daßalle diejenigen aus diesem geschlecht, welche etwa» aus Man-gel genügsamer Mitteln auf den dörfern wohnen, nichts dc-stoweniger als verdürgerte Edelleuthe zu Bergamo sollen ange-sehen werden. Es hat die Republick Venedig durch dieses pri-vilegium einiger Massen die von dem Hause Coleoni ihro geleisteteviele und wichtige dienste belohnen wolle».

t Coleoni , (Bartholomäus) ward gebohren an. 14°°.und ist einer der tapfersten und glücklichsten Helden von Europa gewesen. In seiner kindheit ist er durch hülffe und list seiner Mut-ter aus dem castell Trezzo enckommen, allwo er samt ihro vonseinen vier vettern, Johanne, Paulo, Dondaccio und TestinoColeoni, welche, um allein in besitzung dieses castells und dazu

gehöri-