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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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,u Bern auf. Nun hatte sie zwar das glück, daß der Printzvon Oranien, Wilhelmus von Nassau, der den gründ zu derRepudlick Holland geleget, sich an. i; 8 ). den 12. apr. mitihr vermählte; aber auch das ungluck, daß derselbe an. 1584.im jul. zu Delft von einem Meuchelmörder erschossen wurde,nachdem sie ihm Henricum Fridericum gebohren. Weil siebenden streitigkeiten, so zwischen den sogenannten Gomaristen undArminianern entstunden, sich gegen die letzter» mehr als ge-gen die ersten geneigt erzeigte, und in den verdacht kam, alsob sie zu sehr auf die Französische seile hienge, muste sie aller-hand Verdruß, und einsmals, da sie nach Franckreich reisenwollte, von dem pödel zu Delft viel schwach ausstehen. , Sieertrug aber alles mit der grösten gelassenheit, riethe beständigzum frieden, mahnte den Printz Mauritium von Oranien vonallen Neuerungen ab, und suchte, wiewol vergebens, dem Ol-denbarnevcld das leben zu retten. Endlich gesegnete sie an. i 6 ro.das zeitliche, und wurde zu Delft begraben. Sie war eine wohl-gedildete, tugendhaffte, verständige und sehr gutthatige Dame.Anselme, hist. geneal. tom. VII. p. i$?. Aubery, memoir. deHollande. Er ant, hist. de la reform. des Pais-Bas.

Colimento, (Rainaldus von) ein Cardinal, war entspros-sen aus einem Gräflichen geschlecht in der Neapolitanischenlandschafft Abruzzo, und hatte seinen zunahmen von einerdaselbst gelegenen und seiner familie zuständigen kleinen stadt.Nachdem er von jugend auf unter den ordens-lenthen zu Mon-te Caßino sich befunden, und sowol durch seine gelehrsamkeit,als durch seinen gottseligen Wandel, vor andern einen sonderba-ren rühm erlangt, erwehlte man ihn zum Abt des gemeldtenklosters. Weil aber nicht nur ein theil der Mönche ihre stim-men Rainaldo aus Tuscien gegeben hatten, sondern auch einer,nahmens Guidobaldns, von dem Kayser Lothario II. zum Abternennet ward, so kam Colimento nicht eher, als den iz. nov.an. n; 8. nachdem die zwey andern gewichen, zu dem ruhigenbesitz der gedachten würde, welche bald hernach JnnocentinsII. mit dem Cardinals-purpnr vermehrte. Die zwey Königevon Sicilien, Rogerius II. und Wilhelnuis I. thaten, aus haßgegen ihn, seinem kloster und denen darzu gehörigen lände-reyen mit brennen, rauben und andern gewaltthätigkeiten unbe-schreiblichen schaden. Doch endlich ließ der letzte sich auf bes-sere gedancken bringen, und die Mönche nebst ihrem Abt inihr verlohrnes eigenthum wieder einsetzen, worzu er noch un-terschiedliche ansehnliche geschencke that, mit welchen auch derKönig Ludovicus VII. von Franckreich, seine gewogenheit zuerkennen gab. Im übrigen bauele dieser Colimento eine kleinestadt in der Grafschafft Penna, welche Sän Martino nelle Sa-line genennet worden, und schrieb das leben des Bischoffs St. Severi , nebst andern kleinen wercken. Er starb den r;. jul.an. 116;. Petrus Diaconus hat ihm das vierte buch der Caßi-nensischen Historie dedicirt. Ciaccan. Oldoin. Ugbelli. Panvin.Aubery. M. Ant. Scipio, elog. Abb. Caslinens. Cbran. Caßn.

Coltn, siehe Rottn.

Coltnee , (Simon von) der sich im Latein LolinRvm nann-te , ein berühmter Französischer buchdrucker in dem XVI. fe.culo. Das jähr seiner geburt und sein geschlecht ist unbekannt.An. izro. heurathete er deS ältern Henrici Stephani Wittwe,und man hält davor, daß er erst bey demselben die druckereygelernet. Anfänglich druckte er mit Stephani schriften, aber»ach der zeit legte er sich weit bessere zu. Er soll in Franck-reich das cursiv zuerst eingeführet, und gantze bücher damit ge-druckt haben, wie man denn diese schrist so gar des Aldi seiner,der doch erfinder davon ist, vorziehen will. Er hat in allenFacultäten viel bücher gedruckt, aber wenig Griechische; dienian aber in dieser spräche von ihm hat, sind ungemein cor-rect und sauber. Mit dem drucke des Griechischen terts vondem Neuen Testament soll er nicht gar zu wohl umgegangenseyn, und sonderlich den bekannten vers, drey sind, die dazeugen, ausgelassen haben. Das getvöhnliche zeichen seinesdrucks war nebst andern als dem Französischen und Uni-versitäts-wapen ein bäum mit den anfangs-buchstaben seinesnahmens und mit caninichen, wodurch er auf seinen nahmenColines, Coniis, sein absehen gehabt. Man hält davor, daßer um das jähr r?47. gestorben. Seine tochter ward an denHerrn Chaudier vermählt. Maittaire, hist. typograph.

Colins, eine Freyherrliche familie in Brabant, welche ausFlandern herstammet, und von Pctro Colins hergeleitet wird,der von dem Könige Philippo IV. in Spanien zu wichtigencommißionen employiret, und zum Ritter geschlagen worden.Sein söhn Anton, Königlicher Spanischer Präsident in Ar-tois und geheimer Rath, hat unter andern wichtigen Verrich-tungen die executton des Pyrenäischen friedens zu stände brin-gen helffcn. Sein söhn Philipp Frautz Colins, KöniglicherSpanischer Rath und Requetenmeister in dem grossen Conseilzu Mecheln , hat an. 1691. den Freyherrlichen character aufseine familie gebracht. LereHion de tautet les Terres du Bra-bant, p. ai.

COLISiEUM , oder COLOSSiEUM , ein Amphitheatrumzu Rom , welches von dem Kayser Vespasiano erbauet, unddeswegen GolofTaum genennet wurde, weit es nahe bey einemdem Kayser Neroni gewiedmeten Golostb war. Die form die-ses gebäudes ist oval, und die bau-kunst daran höchst wunder-bar, inmassen bey nahe 100000, zuschauer auf den steinernen

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bäncken oder treppen, so nach der art dieser gebäuden von un-ten herauf bis zu einer grossen höhe übereinander gesetzet wa,ren, und rings herum giengen , hiemit den schau-platz, wel-cher unten auf dem ebenen boden war, einfasseten, gantz de-quemlich sitzen konnten. Allhicr hat man den H. Ignatiumden wilden thieren vorgeworffen. Als der Kayser Titus dasAmphitheatrum einweyhete, ließ er mehr als 4000. thiere vonunterschiedlicher gattung hierinnen vorzeigen, und durch diegewöhnliche gefechte theils der thieren wider einander, theilsmit menschen todten. Die Gothen haben diesem gebäude gros-sen schaben gethan, und gehet es noch je mehr und mehr ein,wie denn der gröste theil davon noch erst in den heftigen erdbe,den von an. 170;. eingefallen ist. Seb. Serlio . Lipfius, de am.phitheatro. Donat. Nardin. s-f alii, in descr. urb. Rom . DuFreßte, in gloffar. *

* Co« , t eine der westlichen insuln in Schottland , von derzweyten grosse. Sie liegt der insul Mul nord-west, und ist 8 .bis 10. meilen lang, und 4. breit. Sie hat verschiedene an.sehnliche dache, welche an salmen reich sind, auch ist ein seedarinnen, wo es aalen und forellen in grosser menge giebt.Auch werden auf den küsten dieser insul grössere balchen alsauf andern kusten gefangen; sonsten ist sie noch sehr reich anfrucht und vieh-weiden. Der eigenthums-herr dieser insul istvon dem geschlechte Maklean. Estat of Great Brittain, in TheTimes of Georg. II. tom. II.

4 Cottado, (Ludovicus) war im XVI. steculo Docstor undProfessor Medicinse zu Valentin in Spanien . Er hat überGa!eni buch de Offibus commentirt, Valentin 1555. in 8.und aus Hippocratis und Galeni schriften eine Ifagogen Me-dicam, ib. 1561. in 8. de Indicationibus üb. I. ib. 157a. in8 . rc. geschrieben. Ant. biblioth. Hitp.

CoUanfct, eine von den Westernischen insuln, 4. weilen>on der insul Ila abendwärts gelegen, ist aber von keiner son-derlichen grosse, und gehöret zum Königreich Schottland.

Collao, siehe Caüao.

Collatia, war eine stadt in der ersten region von Italien ,bey dem fluß Anio, (heutiges tagesTeverone) an derTibur-tinischen straffe, nicht weit von den grentzen der landschafft derSabiner, welche von den Albanern soll gebauet worden seyn.Der Römische König Tarquinius Superbus , soll sie von neuemin einen guten stand gesetzt haben, und weil solches ( collataa populo pecuma ) durch das von dem volck zusammen gelegtegelb geschehen, so ist davon der nähme Collatia entstanden.Der keuschen Lucretiä gemahl, Tarquinius , war von hieraus ge,bürtig, und führte deswegen auch den zunahmen Gollatinus.Zu des Kaysers Tiberii zeiten ist dieser ort ein blosser fleckengewesen, und nachgehends ist er vollends dergestalt eingegangen,daß man nicht einmal anjetzo recht weiß, wo er gestanden. Ei-nige meynen, daß der kleine ort Cervara , unweit Subiaco ,an der stelle des alten Collatia stehe. Eines von den thoren derstadt Rom ist daher Porca Gollatina genennet worden, und heif-set anjetzo Porta Pineiana. Virg. JEn. lib. VI. v, 77;. Liv. Üb.I. c. 57. z8. Cic. orat. I. contra Rull. Strabo , üb. V. Plin.üb. III. c. ;. Sil. Ital. lib. VIII. v. 360. Baribal. Mart. Georg.Fahrte. & alii, in descr. urb. Rom . Baudrand. Llayd. *

Collatina, war bey den Heydnischen Römern der nähmeeiner absonderlichen götti» ,· welcher die aufsicht über die Hügelbeygelegt ward, wie die göttin der thälern Vaüonia hiesse.Aug. de civ. Dei üb. IV. c. *

Collatius, (Petrus Apollonius) ist zu ende des XV. fecu-li Priester zu Novara gewesen, hat ein Lateinisches getichtevon der zerstörung Jerusalem geschrieben, welches in der bi-bliotheca Patrum des Margarin de la Bigne stehet, und istvon vielen grundgelehrten leuthen, als Josephs Scaligero, Ca-saubono, Fr. Jurcto, Christoph. Colero, Menrsio, Savaro-ne, Bulengero vor einen alten author gehalten, oder doch alSein solcher citirt worden, wiewol schon Julius Cäsar Scali-ger, der zwar auch die zeit, darinn dieser mann gelebt, nichteigentlich wußte, ihn unter die scribenten des XV. und zu an-sang des XVI. sieculi gesetzet hatte. Jul. C*s. Scaliger, Poet.üb. VI. Vojs, de Poet. Latin. Bartbim, ad Claud. & Stat. Dau-miut, in epist. ad Reines. Bayle. *

(solle, eine kleine stadt in dem Florentinischen, mit einemBißthum unter Florentz gehörig. Sie liegt auf einem Hügel,davon sie den nahmen hat, in dem thal Elza, der von demfluffe dieses nahmens benennet wird, 14. oder 15. meilen vonSiena .

Colle oder Lotto, Lull» und Lullus , eine stadt in Afri.ca im Königreich Tunis am Mittelländischen meere, welche miteinem bequemen Hafen versehen ist, und einen meer-busen glei-ches nahmens hat. Sie liegt gegen die grentzen des König-reichs Bugia zu, nahe bey dem flusse Suffcamar zwischen Hip-pona und Bugia.

Lotte oder Lott r, der unter dem nahmen Hippolytus a Col-üduVdekannt utHar Pauli Colli söhn, von Alessaudria della Pa-glia gebürtig, welcher, nachdem er die Reformirte religion ange-nommen , sein vatterland verließ, und sich nach Graubündten,von dar aber nach Zürich begeben; an welchem letztem orteihm sein söhn Hippolytus gebohren wurde. Nachdem dieserim Schweitzer-Iand und Italien auferzogen worden, brachte

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