crälius zwey söhne bey, Matthiam und Iohannem , davon je-ner Theol. DoÄor, Rector zu Paris und Präge , hernach desKaysers Ruperti Cantzler, und endlich Bischoff zu Dorms ge-wesen. Er ist an. 1410. gestorben , und hat nebst dem rühmeiner grossen gelehrsamkeit viele schriften hinterlassen, diein dem klostcr Franckenthal sollen aufbehalten werdem VonIohannis nachkommen war Reinhard um das jähr 1460. Kö-niglicher Französischer Oberster, und George Fürstlicher Pom-merischer Land-Rath. Von des letztem sohne» fforirte Joachim Ernst in dem 30. jährigen kriege als Kayserlicher General, vonwelchem ein besonderer artickul folget. Matthias war um dasjähr 1652. Chur-Brandenburgischer geheimer Rath, Hinter-Pommerischer Hof-Gerichts-Präsident und Abgesandter an demKayferlichen Hofe. Laurentius George, Chur-Brandenburgi-scher Staats-Minister, hat mitten in dem XVII. feculo unter-schiedliche Gesandtschafften an dem Kayferlichen, Engelländi-schen, Französischen, Schwedischen, Polnischen und andernHöfen verrichtet. Lorentz Christoph, Chur-Brandenburaischergeheimer Rath, gieng an. 1679. nach Hamburg / um die daselbstentstandene innerliche unruhe mit beyzulegen. Ernst war an.»690. Chur-Brandenburaischer geheimer Rath, Hinter-Pommc-rischer Hof-Gerichts-Präsident und Comthur zu Wittersheim .
In Schlesien auf dem Hause Arnsdorff im SchweidnitzischenFürstenthum , wie auch in dem Fürstenthum Schwartzburg inThüringen , floriret auch ein adeliches geschlecht, welches sich vonRrakau schreibet, in dem wapen aber von jenem unterschiedenist. Micra/n Pommerl. lib. VI. Hartknochs Preilf. x. 452.Lucä Schlesifche chron. Müller, annal. Sax.
Cracow, (Joachim Ernst von) ein berühmter KayserlicherGeneral, war aus dem vorhergedachten geschlechte an. 1601.gebohren. Da er erwachsen, begab er,sich in Bogislai, Her-tzogö von Pommern dienste, da er anfänglich eine compagniezu fusse führte, und Commendant zu Greiffenhagemzwurdc,welchen ort er an. 1630. an den Kayferlichen GenerattTorqua-to Conti übergeben muste. Als im selbigen jähre der Königvon Schweden Gustavus Adolphus anlangte, begab er sich indessen dienste, und wurde Obrist -Lieutenant zu Pferde. Woraufer dieses Königs glücklichen prvgressen mit beywohnte, insonder-heit der schlacht bey Leipzig , da er mit *00. Pferden den erstenangriff that. An. 1631. half er die stadt Windsheim einnehmen,und nachdem er darauf Oberster worden, agirte er mit seinemregimentein Schlesien , und ruinirte den 22. dec. an. 1633. einKayserlich regiment, welches unter dem Grafen von Buchbeimstand. An. 1634. befand er sich unter dem Schwedischen Gene.ral Bannier, und wohnte der belagerung und eroberuna derstadt Franckfurt an der Oder mit bey, wurde auch daselbst denry. may gefährlich an dem halse bleßirct. Hierauf als an. \ 6? s.der Pragische friedens-schluß zwischen dem Kayser und Cyur-Sachsen erfolgte, muste er Halle in Sachsen , darinnen erlag,weil der Churfürst von Sachsen darauf losgieng, quittiren,doch ließ er die Moritzburg besetzt. Ehe es aber zwischen Sach sen und Schweden zur öffentlichen ruptur kam, und man selbigedurch gütliche tractaten vermeiden wollte, wurde dieser Oberstevon Cracow nebst andern drey mal von Sch>vedischer feite anden Churfürsten von Sachsen geschickt, wiewol dennoch sichdiese tractaten zerschlugen. Im übrigen als der GeneralBannier merckte, daß einige seiner Officirer und soldaten nichtwohl zufrieden waren , schickte er etliche regimenter nach derWeser, worunter nebst dem General-Maior Speerreuter sichauch der Oberste von Cracow befand. Da dann zwar die übri-gen die Schwedischen dienste verliessen, Cracow aber begabsich nebst dem Obersten Debitz nach dem Reichs-Cantzler Oxcn-stirn, und versicherte denselben seiner treue; brachte eS auchdahin, daß fein regiment beständig blieb, obgleich solches schonwillens war, auf einratben des Oberst-Lieutenants , sich inBraunschweigische und Luneburgische dienste zu begeben, wor-auf er sich wiederum mit dem General Bannier conjungir-te, und an. 16;6. in dem lager bey Halle und Magdeburg befand. Als aber damals die Schwedischen Officirer wiede-rum einige an den Reichs-Cantzler Oxenstirn abschicken woll-ten , empfand solches Bannier sehr übel, und ließ unter an-dern diesen Obersten Cracow sehr hart darüber an. Woraufer sich zwar noch in demselbtgen jähre in der schlacht bey Witt-stock mit befand, auch daselbst verwundet wurde, aber balddarnach seine bestallung resignirte, und eine zeitlang ohne dienstelebte, bis er von dem Kayser Ferdinando III. als General -Wacht-meister an. 1S43. angenommen worden. Er warb auch eini-ge völcker zu Kayferlichen diensten, und machte einen anschlug,die stadt Olmütz in Mähren durch gewisse correspondentz denSchweden zu entreiffen ; zu welcher zeit er sich unter der armeedes General Gallas in Böhmen und Mähren befand. An.1643. ward er mit einem absonderlichen corpo nach Schlesien commandiret, da er durch Polen in Hinter-Pvmmern einencinsall that, undsich endlich bey Belgard fetzte. Dieprogref-scn zu verhindern, kam der Schwedische General Königsmarcknach Pommern , der nicht allein alles verlohrne wieder eroberte,sondern auch den Cracow mit Verlust sich wieder zurücke zu zie,hen nöthigte. Diesen unglücklichen ausgang wollte er einigenfeiner Officirer bcymesseu, welche im gegentheil ihm wiederumdie schuld gaben; dannenhero sein credit bey dem Kayserli-chen Hofe anfieng zu fallen, so, daß er dadurch bewogen wur-de, die kriegs-dienste nieder zu legen. Er begab sich also nach
Dantzlg, woselbst er an. 164z. verstorben. Man sagt, daß ersich mit einer ftauens-person bürgerlichen stanbes, Emerentiagenannt, vermahlet habe. Pufendorff. rer. Suec. lib. XV.j. 20. Theatrum Europ. &c. A.
Cracow, (George) auf Schönfeld, Chur -Sachsischer Cantz-Icr, war an. 1325. zu Stettin gebohren. Nachdem er zu Wit-tenberg und Franckfurt an der Oder seine studia absolviret, er-hielt er an. 1348. auf der Universität zu Grypswalde die Pro.feist on in der Griechischen spräche und in der Mathematic. Infolgendem jähre bekam er die stelle eines Professoris Eloquenti*zu Wittenberg , und ward darauf an diesem orte Confistorii As-sessor , Doctor und Professor Juris , wie auch Advvcat bey demH,of-Gerichte, zugleich nahm er an dem Pommerischen, An-hältischen, Mannsfeldischen und andern Höfen die Raths-bestal,lung an. Hierauf berief ihn der Churfürst Augusius nach Dreß-den, und machte ihn erstlich zu seinem Hof-Rath, nachgehendsaber an. i?6?. zu seinem geheimen Rath und Cantzler. Er ließin den wichtigsten staats-geschäfften und Gefandschafften seinegesthicklichkeit sehen, wie er denn an. 1337. nachWormszudemreligions-gespräch, an. 1319. auf den Reichs-tag nach Aug-spurg, an. 1360. aufden Depukations-tag nach Speyer , an.i zör. an den Chur-Brandenburgischen Hof, an. 1564. nach Ro stock auf den Deputations-tag und an. 1571. nach Präge, umbey dem Kayser die Böhmische lehen wegen einiger MeißnischenHerrschafften im nahmen des Churfürsten zu einpfangen, abge-schicket worden. An. 1361. befand er sich auch aufdem Conventder zu Naumburg versammleten Protcstirenden Stände als Ge-vollmächtigter von dem Chur -Hause Sachsen , allwo er im nah-men der gantzen Versammlung den von Papst Pio IV. abgeord-neten Gesandten , unter denen der nachmalige Cardinal Com-mendoni war, in einer wohl-gesetzten Lateinischen rede nach-drücklich antwortete. Allein er siel endlich in den verdacht, alswenn er mit Peucero und etlichen Leipziger und Wittenbergi -schen Theologis unter einer decke gelegen, und die Reformirtklehre in Sachsen einzuführen gesuchet; dahero er an. 1574. aufdas schloß Pleissenburg zu Leipzig in gesangliche hasst gebrachtwurde. Man saget, er habe sich durch ein messcr entleiben wol-len , damit er nicht bekennen dürfte; so viel ist gewiß, daß erziemlicher Massen gefoltert worden, aufPeucerum und anderebekennet, und endlich den rü. mart. 1375. aufdem stroh elen-diglich sein leben beschlossen. Es wird von ihm gerühmet, daßer vieler sprachen kundig und ein guter Redner gewesen. Mansagt auch, daß als der Churfürst an. 1572. die landes-constitu-tiones verfertigen lassen , er ein grosses dazu beygetragen, undinsonderheit verursachet, daß in vielen Jacobi Thomingii, eineSLeipziger Rechtsgelchrten, den er sehr werth hielt, meynungenUnd Vorschläge angenommen worden. Yeuctri hilf. carcerum.Gratiam vita Comm. lib. II. c. Schneidert chron. Lips.Mülleri annal. pag. 168. Thomaßus, in not. ad Kulpisii disCde autoritate legum.
Cracow, siehe Rrakow.
Cracus, ein gewisser abgott bey den Egyptiern, welchem siegesaltzene dinge zu opfern pflegten. c«i. Rhedig. üb. XXII.
Cracus , ein Slavischer Fürst, der dem zug des Czechi undLecht stach Böhmen und Polen beygewohnel, und einem vonbeyden, oder beyden nach einander in der regierung succediret.Die Böhmische und Polnische scribenten sind hierinn nicht einig,indem jede partey denselben nebst seinem söhne Cracg 1 t>.ihrer na-tion zueignet. Weil man in der zeit Czechi und Lechi ungewißist, so kan man auch ihre jähre nicht genau jagen, indem diescribenten dieselbe von 34z. bis 700. unterschiedlich setzen. Mi-
chov. chron. l’olon. lib. I. c. 3. 6. Cromer. lib. I. Heugebauer.Hagec. chron. Bohem. p. 4. Stransky , rep. Bohem. c. 8· p. 361.Baihin, epit. lib. I. c. 10. p. 82. Misctü, lib. VII. fest. I. c. 2. 3.
Cradoek, (Samuel) ein Englischer Prediger von Presby-terianischer kirche, lebte in dem XVII. saiculo. Er war Bacca-laureus in der Theologie; legte die fundamente seiner studicn inCambridge , allwo er in Emanuelis Collegio ein Fellow oderMitglied gewesen, und ward hernach Minister in Nort Cadbury,da er ein schönes einkommen von 300. pfund sterling genossen,welches er aber bey absetzung der Presbyterianisch gesinnten an.1662. quittiren muste. Es ward ihm aber dieser schade baldwieder ersetzt, als ihn ein reicher vetter zum erben seiner grossengüther einsetzte. Diese Vorsehung GOttes pflegte er jederzeitmit danckbarem gemüthe zu erkennen , und nahm deshalben^useinem Symbolo an : Nec ingratus nec inutilis videar vixifle.Nach diesem kam er in Snffolk, und predigte daselbst einer Ver-sammlung , alle sonntag zwey mal, doch ohne besoldung;lehrte auch junge Edelleuthe allerhand nützliche wissenschafften.Anno eklich und achtzig lebte er noch, und war Prediger in Her-fordshire. Von ihm hat man in Englischer spräche viel schritten,als : Harmonie der IV. Evangelien, fol. iS68. Apostolische Hi-storie, fol. 1672. Historie des Alken Testaments, fol. 1683.Knowledge and Practice, 410 mit einem supplement. Ausle-gung der Offenbarung Iohannis, 8vo an. 1S9S. Calamy ,Account of ejected Ministe. *
Crafftheim, (Johannes Crato von) siehe Crato .
Cragius, (Nicolaus) oder Rragius, war zu Ryven inJütlanb gebohren, und wurde an. 1377. Rector der stadt-fchulezu Coppenhagev, an. 1592. aber Doctor Juris und Professor der
Gyechi,