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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Griechischen (brache bey der Academie daselbst , wie auch Kö-nigs Christiani IV. iitstoriographus , und endlich an. 1602.Prsses des klosterS und der schule zu Sora. Allein er starbnoch selbiges jähr, und hinterließ verschiedene theils aus lichtgestellte, theils noch nicht gedruckte schriften, die sattsam vonseiner ungemeinen wissenschafft in der Historie und Griechischenspräche zeuge». Unter den erstern sind : de Republica La-cedajmoniorum ; Heraclidcs Ponticus de Politiis , Grasce &Latine ; Livii sententiose dicta ; Panegyricus Chriftiano IV.dictus. Wirte , diar. Barthnl. & Möller, de script. Dan.

t Man weiß nicht eigentlich wann er gebohrcn worden. Dochläßt sich muthmassen, daß solches zwischen 1545. und 155z. un-gefehr müsse geschehen seyn; dann im jähr 1,63. zog er aufdie Universität zu Wiltenberg, und nach achtjährigem aufent-halt, wurde er daselbst an. 1575. Magister. Im jähr 1578.verheurathete er sich daS erste mal. Nichts destoweniger rei-sete er ungefehr um an. 1584. aus seinem vatterland , undnahm auf einer auswärtigen Universität den titul eines Do-ctoris beyder Rechten an. Indessen soll sich seine ehefrau nichttreu gegen ihm aufgeführet haben ; weswegen er nach seinerzurückkunft an. i;88. sich von ihr scheiden lassen, und sie mitihren beyden söhnen aus dem Hause getrieben, die er hernach-mals auch nie für seine kinder hat erkennen wollen. Erverheurathete sich hierauf zum zweyten mal, und zeugte ver-schiedene kinder , von welchen ein söhn, Ivarus Cragius,Rcctor zu Slangendorp, und hernach Pfarrer auf einem dorfin Fühnen gewesen. Er selbst wurde an. 1597. zu einer Ge-sandtschafft an den König in Polen gebraucht, und im folgen-den jähre nach Engelland geschickt. Er gieng auch an. 1600.mit andern zu der verfammlung nach Emdden , und an. 1601.mit Henr. Ludio wiedrum nach Polen . Er hat in manufcripthinterlassen : ünnalium libroa VI. quibus res Danicse ab ex-cessu Regis Friderici I. ac deinde ä gloriosiff. Rege Chriftiano111 . geftce ad annum usque 1^0. enarrantur. Diese iahr--cher sind erst an. 1739. von dem Justitz-Rath und Prokeftbrder Griechischen spräche zu Coppenhagen, Ioh. Gramm, mitStephani Stephanii continuation, und einigen andern zuga-ben daselbst in folio heraus gegeben worden. Gelehrte Tei-lungen. Vita ab J. Grammio Annalibus praefixa.

* Crahowitz, ein städtlein in Croatien, welches im martioan. 1686. die garnison von St. Georgen nebst Obrist Machazüberrumpelt, völlig abgebrannt, und theils darinnen nieder,geinacht, theils gesanglich neben grosser beute eingezogen. ZeU

leri Hungar. per Stube/. II. p. 408.

Craiburg, ein marckt-flecken in Ober-Bayern im BißthumSaltzburg am Inn zwischen Au und Alten-Oettingen gelegen ,ist wohl gebauet und hat guten feld-bau, nebst einem schloß,und eigenen Pfleg-gerichte ins Rent-amt Äurckhausen gehörig.Chur -Sayern, p. 266.

Cratisheim, eine siadt in Francken, am flusse Iaxt, 4-weilen von Anfpach gelegen, und zum Marggrafthum An-spach gehörig, soll an. 1,90. von den Grafen von Leuchten-der« an die Burggrafen von Nürnberg um ;6ooo. güldenverkauft worden sey». Zeil. topogr. Franc.

Crailsheim , eine uralte adeliche nunmehro Freyherrlichefamüie in Francken , welche von einem gantz zerstörten schlossse in Francken den nahmen hat. Schon an. 718. soll einer vondiesem geschlechte im kriege vielen rühm erworben haben.Simon wohnte an. 12,5. zu Würtzburg, Caspar an. 1246.zu Schweinfurt , und Dietrich an. 1)62. zu Äamberg demlurniere bey. Werner ist an. iz?;. zu Schönthal und Hil-debrand an. 1486. zu Comberg Abt gewesen. An. 1620. und1664. l)aben einige in denen bey Präge und bey St. Gotthardin Ungarn gehaltenen schlachten ihre tapfcrkeit sehen lassen. An.1629. war Hans Philipp geheimer Rath bey dem Marggra-fen zu Anspäch; welche würde nebst der charge eines Ober-Voigts der residentz Anfpach , an. 1709. Carst von Crailsheim bekleidete; zu gleicher zeit lebte George Wolf, AnspachifcherRath und Ober-Amtmann zu Hvhentrndingen. Die beydenlegiern sind an. 1700. in den Freyherren-stand erhoben worden ,und an. 171;. den 2;. jnn. erhielten die 4. brüder, HannibalFriedrich, Julius Dietrich, Ioh. Albrecht und Wilhelm Frie­ drich das Kayserl.Baronat-diploma. Gpangenb. Adelsp. P. II.iLlittiCJS R. A. Part. spec. cont. III. p. 166.*

Crain, lat. Camiola , ist ein Hertzvgthum in Teutschland,welches dem Ertz-Hause Oesterreich zugehöret. Gegen Mitter­ nacht flösset es an Kärndten und Steyer, gegen mittag anIstrien (dessen meisten theil es auch in sich begreift) und anden Sinum flanaticum , sonst Golfo Carnero genannt, berühretauch an dieser feite Dalmatien und Liburnien; vom aufganggrmtzet es an Croatien und die Windifche Marck, und ge-gen abend stösset es an Friaul und einen kleinen strich desAdriatischen meers. Es wird in ;. theile, als das ober-unter-mitlel-innere und Histerreicher theil unterschieden. Die Haupt-stadt des gantzen landes ist Laybach , die übrigen städte sind,Craimdurg, Ratmansdorff, Stein, Gurckfeld, Landstraß,Rudolffswerth, Weichslburg, Gottfahne, Laaß, Möttling,Tfchernembl, Anlignana, Berfchezh, Biben, Castua, Gal-liniana, Laurana und Mitterdurg ; ferner sind darinnen ;6.märckte, 2;4. fchlösser und über 4000. dörfer. Die länge deslandes erstreckt sich auf ;o. und die breite auf 25. weilen. Dievornehmsten flüsse darinnen sind die Sau, Gurck, Culp, Lay-Histor. Lexiconll. Theil.

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dach, rc. ohne welche es auch noch andere denckwürdige wassser hat, darunter der Czircknitzer-see am bekanntesten. Des-gleichen finden sich auch darinnen sehr viele verwunderungs-würdige hölen, berge und andere seltenheiten der natur.Das land ist fruchtbar, ungeachtet der vielen gebürge, so dar-innen sind, und hat auch an vielen orten guten wein-wachs.Es finden sich daselbst eine ziemliche menge an einwohnern,welche arbeitsam und dauerhafftig sind , und ihre grentzen wi-der den Türcken zu verwahren sich angelegen seyn lassen.Vor allen zelten soll Crain nach und nach von den Iapidiern,Celten, Scythen, Carniern, Carnuten, Illyriern, Pan-nonicrn , Scordifcern , Tauriscern und Norieis , endlich vonden Römern, Wandalen, Langobarden, Wenden, Slaven oder Sclavoniern, Avaren, Hunnen und Francken seyn ein-genommen und bewohnet worden. Ietzo ist das gemeine volcknoch aus den Sclavoniern , der vornehmste Adel aber stam-met mehrentheils aus Teutschland her. Die Uskoken oder Wal-lachen , welche in dem mittlern theile von Crain wohnen, ha-ben sich um die helfte des XVI. soc. aus der Türckey hieher be-geben , und sind der Griechischen religion zugethan. Was dieRegenten dieses landeö betrift, so hat es unter der botmäßig-keit der obgedachten völcker gestanden, bis die Langobardensich davon meister gemacht, welche eigene Hertzoge über Friaulund Crain gesetzet. Es scheinet aber, daß ums jähr 7;;. alsder Hertzog Pemmo bey dem Könige Luitprando in Ungna-de gekommen, und seines Hertzogthums beraubet worden ,' dieCrainer sich der Longobarder ober-herrschafft gäntzlich ent-zogen , und unter dem Hertzoge Boruth in Kärndten begeben,welcher den schütz der Fränckischen Könige gefuchet, und zuVersicherung seiner treue seinen söhn Carastum und seines bru-dern söhn Chetimarum nach Bayern gefchicket; allwo sie- imChristlichen glauben unterrichtet worden. An. 7^1. wurdevon dem Könige Pipino an des verstorbenen Bornthi stelle desssen söhn Carastus zum Hertzog eingesetzt, welche würde er abernicht lange behielte, weil er an. 7; 4-starb; worauf Chetima-rus aus Bayern beruffen wurde, der den Priester Majoranummit sich nahm, und in Kärndten und Crain das Evangeliumpredigen ließ. Er starb aber um das jähr 770. und nach ihmhat Kaldungus regieret, von dessen eigentlichem tode man diezeit nicht weiß. Als hierauf Carolus M. nachdem er Thaßilo-nem in Bayern überwunden, diese länder unter seine botmässsigkeit gebracht, setzte er an. 788. Ericum zum Hertzog oderMarggrafen in Cram und Friaul ein, und als selbiger umge-kommen, an. $00. Cadeloch, einen Fränckischen Edelmann,welchem noch andere dergleichen Kayserliche Land-Voigte oderStatthalter gefolget, die zugleich meistentheils Hertzoge inKärndten gewesen, und es werden bis auf das jähr 1165. ih-rer zusammen 20. gezehlet, darunter der letztere Henrictis IV.an. 1-64. gestorben ; worauf der Kayser Fridericus I. Rarba-rossa Crain von Kärndten abgesondert, und es einem eigenenMarggrafen erblich gegeben, welchem einige andere gefolget,die man Marggrafen von Crainburg genennet. Sie sind aberunter Friderici II. regierung ausgesivrben, und Crain ist an.i2)i. von dem Kayser dem Hertzog Friedrich von Oesterreichverliehen, selbiges auch zu einem Hertzoqthum gemacht wor-den. Als aber der alte Oesterreichifche stamm an. 1246. mitdiesem Hertzog verloschen, war Ulricus III. Hertzog von Kärnd-ten , auch 'Herr in Crain, bis er an. 1269. gestorben, undOttocarum, König in Böhmen , seinen nahen vetter , zumerben eingesetzet. Darwider sich zwar Ulrici bruder PhitippuSopponirte; allein der König Ottocarus, welcher Friderici vonOesterreich schwester Margaretham geheurathet, behielt dieoberhand, und also kamen die Oesterreichifche länder nebstCrain unter Böhmische Ober-Herrschafft; darunter sie abernicht lange gestanden. Denn als an. 1278. Ottocarus vondem Kayser Rudolpho von Habspurg erschlagen worden, soward an. 1282. dieses Kayftrs söhn Albertus I. mit Oesterreich,Steyer und Crain belehnet; jedoch überließ dieser etwas da-von dem Hertzoge Meinhardt von Kärndten, welcher wie auchsein söhn Henricus, König von Böhmen , den titul eines Herrnüber Crain gefuhret, und würcklich darinnen regieret. Nach-dem aber Henricus an. i);i. ohne männliche erben mit todeabgangen, und seine länder dem Reiche anheim gefallen , be-lehnte der Kayser Ludovicus an. i);r. oder wie andere fttzen,an. i))4. die beyden Hertzoge von Oesterreich Albertum undOttonem, Kaysers Alberti jüngste söhne, mit Kärndten undCrain. Von welcher zeil an Crain beständig bey dem HauseOesterreich geblieben, und wird es nunmehro durch einenLands-Hauptmann regieret. Sckanleben , Camiola antiqua &nova. valvasors Crain. Fuggers ehren-spiegel. Megiferiannal. Carinthiae. Zeileri topogr. Carniolas > &c.

Crainburg, sonst auch von den einwohnern nur Craingenannt, ist^eine stadt in dem Hertzogthum Crain, und zwarun obertheit zwischen Laybach, Neumärcktl und Ratmansdorff.Sie liegt von dem erstern orte 4. Meilen zwischen dem Sau-und Kancker-siuß, welcher sich unter dieser stadt mit dem Sau-strom vermischet. Lazius hält Crainburg für der alten Iapi-dier Noviodunum; und ist es die erste bürg in Crain gewe-sen, woselbst die damaligen Landes-Fürsten residiret, welchesich daher Marggrafen von Crainburg genennet. An. 1262.gehörte dieser vrt Henrico II. Grafen von Ortenburg , welcherras schloß in der stadt Kiselstein genannt, erbauet. An.

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