t»cm tod ihres manns sich in das Carmeliter-kloster AmienS begeben, und allda den nahmen Schwester Maria von dermenschwerdrlng angenommen hat. Die tochler aber ward einge-kleidet den i?. herbstmvnat i6o>. in dem kloster der Carmelite -rinnen in der St. Iacobs-vorstadt zu Paris , und legte ihr ge-lübd ab den iz. mcrtz 1607. Imjahrisi;. ward sie in dasCarmeltterinnen-klostcr zu Tours geschickt, um solchem alsSuppriorin vorzustehen, und drey jähr hernach ward sie in ge-aenwart des berühmten Herrn Berulli zur Priorin dieses klo-sters erwehlet. Fünf jähr hernach, nemlich im jähr 1620.ward sie naher Bourdeaux gesandt, um die in dasigcm Carmeli-tcrinncn-kloster aus anlas der von denen Carmeliter -Mönchenüber solches angemaßten direction entstandene unruhe beyzule-gen. Sie erlitte zwey jähr lang allda viele Verfolgring, undward endlich auf eine gewaltthätige weise von dar vertrieben,welches alles sie mit sonderbarer großmüthigkeit und gedult er-trüge. Von Bourdeaux begäbe sie sich naher Taintes, und indem Heumonat des jahrs 1624. ward sie zur Priorin der Carme-literinnen in derChapon-straffc zu Paris , erwehlet. Sie liesse al-sobald den garten dicsts klosters mit mauren umgeben, undbrachte die übrige angefangene gebäude zum stand. Im jähr1631. gäbe sie diese stelle auf, und im jähr 1644. trachteten ihrefeinde sie aus diesem kloster zu entfernen,und sie in eine provintzzu versenden, vorgebende, es wären ihre offenbarungen, derensie sich rühmele, nichts als ein eitler betrug, und hätten ihrescheinbarsten thaten immer nur fleischliche abnchten. Im jähriö?o. ward sie aber wiederum zur Priorin eben dieses klosterserwehlet, und starb an der Wassersucht an. 1 660. ihres alters 70.jähr, 10. monal und 20. tage. Sie hatte über 5 6.jähr in demkloster-leben zugebracht. Gleichwie Herr du Val Doctor undProfessor in der Sorbonne ihrer Mutter leben beschrieben hatte,so ist auch der tochter lebcns-lanffumständlich beschrieben wor-den durch Herrn Trouson äs LKeneviere , welcher ehemals vonseilen der Cron Franckreich in Nordischen negotiationen ist ge-brauchet worden. Dieser lebcns-lauss ist an. 1690. zu Paris in8. gedruckt worden. Obwolen der Urheber desselben vieles er-zchlet von einer art eines prophetischen geistes, welchen Marga-rcth Acarie solle gehabt, und vermittelst desselben verschiedene zu-künftige dinge vorher gejagt haben, als zum erempel, daß sie demHerrn von Gondy, Generalen der Französischen galeeren ver-bündet habe, er wurde einstens in die Congregacionem des Ora-torii treten und den priesrerlichen orden empfangen; und demCardinal von Richelieu , es würde Ludov. XIII. die stadt la Rö-chelte ohnfehlbar einnehmen; obwolen man auch vorgiebt, siehabe durch die blosse bctastung, und durch Worte, kranckheitengeheilet, so hat er, der urheber ihrer ledens-geschicht, doch ihr lobhauvtjachlich gegründet aufihr beständiges wachen, fasten, undbäten, sowol als auf die beständige und genaue beobachtung derihrv obliegenden pflichten. Journal des Savans 1*690. tom.XVIII. p. 338.
Acarnanien, eine landschafft in Epiro gegen morgen, andem fluß Achelous, allwo es überaus gute und starcke pftrdegiebt. Die einwohner dieses landes haben allezeit mit ihrennachbarn, den Aetoliern streit gehabt, sind auch wegen ihres wol-lüstigen und geilen lebcns im rtiff gewesen, dahero das sprüch-wort procellus Acarnanius entstanden seyn soll. Thucyd. üb.II. ftruÄslJib. X. Erafin. chil. 2. cent. 3. n. 69.
Diese landschafft sollen zu erst die Taphier und Teleboer be-wohnet haben, welche von des Amphitruons söhne Cephalussind unter das loch gebracht worden. Nach dem andern The-banischen kriege soll Alcmäon,der söhn des Ainvhiaraus,und Ki-omedes diese länder bezwungen haben,da der letztere Aetolien, dererstere aber Acarnanien behalten, und dieser zwar dem lande dennahmen von seinem söhne Acarnan gegeben. Als der Trojani-sche krieg angieng, ersuchte man auch diese beyde Fürsten , daß siedem zuge beywohnen möchten, und Diomedes ließ sich die fachegefallen, Alcmäon aber blieb zu Hause. Dieses half den Acar-naniern viele hundert jähre hernach bey den Römern, als sie derEpirotifchen hülffe wider die Aetolier nicht traueten, und solcheanderwerts, und zwar bey den Römern, als vermeynten Troja-nischen descendcnten suchten, welche denn nach Iustini berichtüb. XXVIII. L. 1. den Aetoliern untersagten, die Acarnanier zubeunruhigen, weil sie die einigen unter den Griechm gewesenwären,welche wider die Trojaner keine hülffe geleistet hätten.Soschlechte Ursachen müssen gelten, wenn ein mächtiges volck sichgerne in des andern Händel mischen will. Wiewol als ihrefreyheit von den Römern selbst ackräncket wurde, haben sie sol-che nebst den Aetoliern,mit denen sie dessentwegen einen bund ge-schlossen hatten, lange zeit vertheidiget. Die prächtige kleidiingdes,Acarnanischen franenzimmers ist bey andern völckern zumspruchworl worden, wie denn Apollonius bey dem Philostratoden Alheniensischen Damen vorwirft, daß sie sich so putzten, daßes die Acarnanischen nicht ärger machen könnten. Bayle.
Acarnas und Amphoterus, 2. brüder, söhne des Alcmäonund der Alphesibää,, erwürgten ihrer mutter brüder, um den todihres vatters zu rächen, welchen diese ermordet hatten. Thu-
* Acasabastlan, ein grosser stecken der provintz Honduras inNord-America, und zwar in der Audientia Vera Paz. Er liegtan einem überaus fischreichen ffusse, 30. kleine Meilen von Gua-timala, und befindet sich daselbst ein Spanischer Corregidor alsReqenle, welcher auch über die benachbarten dörfer bis an dennächsten meer-busen Dolce zu befehlen hat. Es giebt in dieserHistor. Lexico» 1. Theil.
gegend viel Vieh, auch Cacao, und andere fpecereycnsins beson-dere aber melonen von ungemeiner grösse und schönheit. Mar-
tiniere.
Acaste, eine der Najadischen Nymphen, eine tochter Oceaneund der Thetis . Hesiod. in theogon.
Acastus, ein söhn des Königs Pelias in Thessalien, einervon den berühmtesten jägern seiner zeit, er war heftig in die He-lea verliebt, und aus rachgierigem gemüthc, daß er ihrer nichtgeniesscn können, wollte er sie in der wüste den wilden thierenaufopfern; sie wurde aber von dem Chiron erlöset. Omd.
üb. VIII. metamorph. Apoll. üb. III. Val. Flaccus ß'c.
* Acathartus, ein grosser meer-busen in dem Arabischenmeere, gegen Egypten zu. Strabo , geogr. XVI.
* Acathiftus, hieß in der Griechischen kirchen ein hvmnus,weil das volck die gantze nacht durch des sonnabends der vierteilWoche in der fasten sich nicht niedersetzen durfte. Derselbe wur-de zu ehren der Heil. Jungfrau Maria abgesungen, weil sie diestadt Constantinopel dreymal wider die feinde beschützet. Gret-jerus ad Codinum de Offic. Aul. C. P. c.i2. p. 238. Baillet, desfetes mobiles. Rituale Gracorum.
* ACATHOLICI, heissen diejenige unter den Christen, sosich zur Evangelischen religion bekennen, welche also dadurchvon denen sogenannten Catholischcn unterscheiden werden.Dann die Catholifche sehen auf einen äusserlichen allgemeinenHaussen. Die Acatholici oder Evangeliti aber auf die hierund dar in der weit zerstreute gläubige, und die innerliche ge-meinde der kirchen. Weil nun die Evangelische es nicht vertra-gen wollen, daß die der Römischen kirchen zugethane Christensich allein Catholisch heissen: Vielmehr diese dafür halten, daßihnen solcher nähme deswegen vornemlich zukomme, weil ihrelehre eigentlich Apostolisch-Catholisch heissen könnte, so nehmendieselbe solchen nahmen nicht weniger an. Und wird unter de-nen Römiscy-Catholischen und Evangelisch-Catholischen ein un-terscheid gemachet, und derselbe durch den religions-frieden inTeutschland bewahret. Universal-Lexicon.
* Acatui, ist der nähme eines gewissen Americanischenvolcks, welches in demjenigen theil Amcricä wohnet, welcherNeu-Engelland genennet wird. Moreri .
Acaxium, Acari, eine stadt in der provintz Farima, auf derinsul Iapon in Asia; liegt von der Haupt-stadt Mcaco 23. Mei-len. Briet.
Acaxutta, ein haftn indem mitternächtigen America, inMexico oder Neu-Spanien,an dem grossen vüd-meer gelegen,?,weilen von St. Salvador.
* Acborg, eine stadt auf der insul Gothland im Baltischen
Meer. Universal-Lexicon.
Acca, oder Acca Laurentia, eine stau des Faustuli, der ü-ber des Königs Numitors heerden bestellet war.Sie hat den Ro-mulum und Remum, so an die Tyber hingeworffen worden, ge-langet. Die Römer scherten ihr zu ehren im dec. ein fest, Lau-rentalia genannt. Ovid. lib. II. fast. l’lutarch. in llomul. Var-ro, de ling. Lat. Scalig. in Varr.
* Acca, oder nach einiger meynuna Arca,ein frauenzimmeraus Griechenland , welches in der Medicin sehr wohl erfahrengewesen, und sonderbare mittet und artzneyen wider den gift ge-habt haben solle. Macrobius .
* Accabicontichitä, ein volck in Mauritanien, nicht weitvon dem berge Atlas wohnhafft. Sie haben ihren nahmen vonAccabiconteichos, einer von den Carthaginensern bey den soge-nannten Lolumnis Herculis erbauten stadt. Stepbanus.
* Accad, eine stadt; siehe Achad.
Accadia , eine Americanische provintz in Neu-Franckreich,welche eine grosse halb-insul machet. Die Engelländer nahmensie den Franzosen , die sich derselben zu erst bemächtiget, undnennten sie Neu-Schottland ; allein durch den zu Breda an.1667. geschlossenen frieden kam sie wieder unter Französische bot-mäßigkeit. Der beste haftn darinnen ist Port-Royal. Ihre ein,wohner heissen Souriquois.
st Accadia. Diese grosse halb-insul in dem nördlichen A>ne-rica liegt an den küsten des meers von Canada , zwischen diesemmeer und dem fluß St. Laurentii. Die vornehmsten orte dar-innen sind Annapolis , ehemals Port-Roi'al genannt, Touquechet,la Heve , Paspay , Port - Rossignol, Macomode , Martin-go und Mifcou. An. 1690. wurde Port-Roi'al , der Haupt-ortdieses landes, von dem Engelländischen Ritter William Phips mit 700. mann angegriffen, und nach einem widerstand von 2.bis 3. tagen erobert, darauf er sich auch Meister vom gantzenland machte. An. 1710. wurde diese halb-insul von den Engel-ländern unter dem Obersten Nichvlson wieder erobert, und indem Utrechtischen friedens-schluß ihnen völlig überlassen.Accalus, siehe Lalus.
%ccav&i ein Africauifch Königreich in Guinea , auf der feiteder gold-bergwercke, aber in dem lande, wo Accara die Haupt-stadt ist, nach Dappcrs und anderer bericht.^
Accaraig,oder Accarig, eine stadt in Süd-America,bey demfluß Parana . Sie wird auch von der geburt der JungfrauMaria benennet.
2 lccarist, (Franciscus) ein fürnehmer Rechtsgelehrtcr, gebür-tig von Ancona . Sein vatter, Camillus, ließ ihn zu Siena ßudiren, da er dann so zunahm, daß er bald mit grossem rühm
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