und wie Samuel Klar? in seiner Prosodia Arabica zeiget, dasmaß der Versen, welches wir pedes oder fülle nennen, kunstma,-sia gelehret hat. Betreffend die Accenms der Hebräern, so ha-ben dieielben theils etwas, so ihnen mit denen Griechischen Ac-centibus gemein ist, theils aber auch etwas, so der Hebräischen sprach allein eigen ist. Sie haben mit denen Griechischen Ac-centibus gemein, daß sie andeuten, wo die stimine muffe erhabenoder aber erniedriget werden, dahero auch ein geübter Jude,wann er in dem Hebräischen text der Bibel liefet, ehender singetals liefet, weilen er seine stimme nach denen Accentibus neigetund einrichtet. Dasjenige, so die Hebräische Accentus eigenhaben, bestehet darinnen, daß sie auch zugleich die stelle der com-matum , der Puncten und anderer in andern sprachen üblichenabtheilungs-zeichen vertreten, und folglich die gantze rede in be-queme und nöthige theile und periodos eintheilen. Nebst denenin diesem artickul angeführten scridenteu, können hievon auchnachgesehen werden Rieb. Simon , hist. crit. de I’ Anden Tes-tament. Montfuucon , Paläographia Graca.
* ACCKNTCJS ECCLÜSIAS FICI, so ehedcffen in der Ar-che bey absingung der Prophetisch-Epistol-und Evangelischenlectionen nach Veranlassung der grammaticalischcn distinctionenrichtig in acht genoininen werden musten. Es lvaren derensieben, als Accentus i) Immutabilis , wenn die letzte sylbe einesWorts weder erhöhet noch erniedriget wurde. 2) Aledius, weitnman die letzte sylbe um eine terz , und 5) Gravis, wenn man sieum eine quint tiefer jung. 4) Acutus , wenn etliche sylben vonder letztem zwar eine rerz tiefer, die letzte aber in ihren vorigenthon wiederum gesetzet wurde. 3) Moderatus , wenn etlichesylben von der letzten um eine sceund zwar erhöhet, die letzte aberin ihren vorigen thon wiederum gesetzet wurde. 6) Interroga-tiva , dieser elevirte die frag-werse vorkoinmcnde redens-artcnam ende um eine scennd , und der 7.) brachte die letzte sylbenach und nach herunter in die qaart , so daß etliche vorherge-hende gradatim in selbige descendiren musten. Viel. Mart.Heinrici Myrti Ramumpro docentibus, pos. 5.
Acceptüs, ein Bifchoff in Friaul , zu ende des IV. soculi.Er klagte sich selbst wegen einiger begangenen übelthaten an,nur zu verhindern, daß man ihn nicht zum Bifchoffmachenmöchte, wogegen aber das Goncilium zu Valence an. ; 74. einengewissen eanonem setzte. Baron. Pagi, in crit.
fAcceptus, ein Bifchoff in Friaul , zu ende des IV. feculi.Es soll heissen : Zu Frcjus in Provence , nicht in Friaul ,welches ein fehler ist. Auch kan man eben nicht gewiß sagen,daß er Bifchoff gewesen. Andere nennen ihn nur einen Geist-lichen, welcher sich selbst verschidedener übelthaten schuldig erklä-ret, obwol er vielleicht unschuldig wäre; nur dainit er nicht zumBifchoff oder Priester gemacht wurde. Da andere sich eben die-ses mittels bedieneten, wurde dem Gondlio zu Valence inFranckrcich anlas gegeben A. C. 174. einen eanonem hierüberzu machen, dessen innhalt wäre: Daß derjenige, welcher sichfälschlich angeben wurde, sollte als schuldig angesehen, und alsein solcher gestraft werden. Es >nuß vor zeiten eine andere be-wandnis mit den Bißthummern gehabt haben, als heutiges ta-ges, sonst wäre ein solcher eanon nicht nöthig gewesen. Pagi
critica. Baronius ad A. C. 3 74.
Accia, oder Acci, eine stadt auf der insul Eorsica mit einemBißthum, so dem Ertz-Bijchoffzu Genua unterwürffig. Sieist sehr ruiniret, und das Bißthum dem zu Mariana einverleibetworden.
Accia, oder Acci, siehe Guadip.
Accia, Acria, oder Atia, eine tochter M. Actii Balbi undder Juliä, Julii Eajaris schwester. Sie ward an E. Octavi-um verheurathet, weicher mit ihr den Kayser Augustum gezeu-gek hat. Sie starb A. R. 71 r. als ihr söhn das erste mal Bür-germeister war. Sueton. in Aug. Phon. 43 . Appian. iib. III.
,t Accia, Actia, oder Atia. Diesem Art. ist noch beyzu-fügen : Als sie sich einsmals an dem,fest des Apollo in dessentempel tragen lassen, schliefe sie, da die übrigen weiber schliefen,auch ein. Da soll nun ein brach zu ihr gekrochen seyn, deraber bald wieder fortgegangen. Nachdeme sie nun aufgewacht,habe sie sich gewaschen und gereiniget, als hätte sie bey ihremmann geschlafen. Sie habe aber alsbald einen flecken an ihremleibe, welcher einen brachen vorgestellet, wahrgenommen, undsich daraufder öffentlichen bäder enthalten. Da nun Augustus nach ro. monaten von ihro gebohren worden, haben ihn vielefür desApollo söhn gehalten. Aug. 94. Dio. 49 . Appian. in.
* Acciaan, ein Mahomctanischer Fürst und Sultan vonAntiochia, kam an. 1079. zur regicrung und gab sich viele mühe,die stadt Antiochia grösser zu machen, und dermassen zu broesti-gen, daß ihr die Christen, welche damalen unter Gottfried von Bouillon ins gelobte land kamen, nichts anhaben könnten. Demohngeachtet, wurde sie von denselbigen an. 1097. belagert, unddurch hulffe eines gewissen Pyrrhi überrumpelt. Acciaan nahmzwar hierauf m falschec klcidung die flucht, und verbarg sich ineiner gecmgen Hütte, wurde aber bald entdeckt und umgebracht.
Bajtiertcus, gesta Dei per Francos. Wilb Tyr. 4. 5.
Acciaioli, eine alte edle Florentinische familie, aus der vielberühmte und vornehme ieuthe entsprossen. Sie hatCorin-then, Theben und Athen beherrschet. Aus dieser familie istauch gewesen Nicolaus Acciaioli, so den 6. jul. an 1630. zu Flo-rentz gebohren, an. 1669. Cardinal, und an. 171;. vecanus die-ses Gollegii worden, und den 23. ftbr. 1719. gestorben. Ga.murini kam. di Toscan. e d'Umbr. *
Histor. Lexicm l. Theil.
Acciaioli, (Angelus) ein Flvrentmer aus der jetzt gemeldtenfamilie, war Cardinal mit dein titul St. Laurentii in Darna-sco, und stund bey Urbano IV. und Bvnssacio IX. in grossem an-sehen. Dieser letztere schickte ihn als seinen Legaten nach Nea-polis, um des Königs Ladislai trouppcn wider die Franzosen zucommandtren. Er ward zum Regenten scldigm Königreichs,und zum Vormund des jungen Ladislai, so dainals 16. jähr altwar, bestellet, welchen er zu Gacta den 1. jun. an. 1390. crön-te, auch nach Ungarn begleitete, als er sich selbiges Königreichwieder einzunehmen vorgenommen harte. Nach seiner zuruck-kunft ließ er sich die verglcichung der Ursincr mit dem Papst sehrangelegen seyn, und brachte solche zu einem glücklichen ende.Er wohnte auch der wähl Jnnocentil VII. bey, und starb baldhernach zu Pisa den 12. jun. an. 1407, ünuphr. ciacon. inütb.VI. Ugbell. in Archiepisc. Flor. Aubery , hist. des Card.
Acciaioli, (Donatus) ebenfalls ein Florentiner, ist durchseine wissenschafften und andere mcriten jehr berühmt-, und inseinem vatterlande zu öffentlichen Verrichtungen oft gebrauchtworden. Er war ein difcipul Johannts Argyropolt, und hateinige lebens-beschreibungcn des Plutarchi aus dem Griechischenübersetzet, wie auch eine lcbens - beschretbung Caroli AI. nebstandern schriften verfertiget. Er starb an. 147;. zu Mayland,als er nach Franckreich gehen, und succurs wider den Papst Six-
tumiv. suchen wollte. Voliuerrun in anthropol. Er asm. inCi-cer. Vojf. üb.III. c. g. de hist. Lat. Jovius. Albert, ltal. Hend-reich ssse.
Er war ein sehr gelehrter mann, und hätte es in den studiennoch weiter brmgen können, wenn man ihn nicht in öffentlichenaffairen gebrauchet, und seine schlvache leibes-constitution ihinein länger leben gegönnet hätte. Er ist an. 14-8. gebohren, undan. 147;. verstorben. Man bat seinen corper von Maylandnach Florentz gebracht, und in dem Carthauser-kloster begraben,da ihm Christoph Landinus die leichen - rede gehalten, AngelusPolitianus aber die grabschrift gemacht hat. Sonderlich ist ervon allem eigennutz dermassen entfernet gewesen, daß man seinetöchter, wie wohl ehe dem Aristides widerfahren, aus dem ge-meinen kästen ausgesteuret hat. Bayie.
Acciajoli, (Reinerus) Hertzog zu Athen , bemächtigtesich dieser stadt, nachdem er die Aragonrcr, so selbige eingenom-men , daraus getrieben. Weil er mit seiner gemahlin Euboiskeine männliche erben hatte, so vermachte er die stadt und dasland Athen der Rehublick Venedig , und Bootien mit der stadtTheben seinem natürlichen söhn Antonio, aber dieser machte sichauch von Athen meister, und hatte Nerium zum Nachfolger,demselben succedirte Antvnius, ein vatter Francisci, welchemletzter» der Türckische Kayser Mahomet II. an. 1455. Athen wie-der abdrunge. Cbalcocondyl. Iib. IX. FaneUi Atene Attica.
Acciajoli, (Zenobius) von Florentz gebürtig, trat in denDominicaner-orden, und war unter Leone X . Bibliothecarius in Vatican . Er hat Eusebii buch wider den Hieroclem, desTheodoreti de Gra carum astectionum curatione, und des Olym-piodori über den Prediger Salomonis aus der Griechischen indie Lateinische spräche übersetzet, und soll an. 1320. gestorbenseyn; andere sagen, er habe bis an. 1537. gelebet. Altamura ,in bibl. ord. Priedic. Bayie.
* Acciajoli, (Magdalena Salvetti) war eine gelehrte Flo-rentinerin, und hat 2. tomos Italiänischer getichte hinterlassen.Sie ist im jähr 1610. verstorben. Du Maine , bibl. de France.
* Acciaioli, (Johannes) ein vortrcfllcher Philosophus undTheologus zu Florentz, welcher um das jähr 1564. gelebet, daer von der Akademie zu ihrem mitglied erwehlet worden. Warin den sprachen ungemein erfahren, und so beliebt, daß manin allen Anditoriis an den wänden die Worte, vivat excellensJoh. Acciajolus , angeschrieben fände. Eiotit. litt. deir Acad.
plorcntin.
* Acciajoli , (Vincentius) ein Historicus, hat an. 197a.den stam-baum von seiner familie heraus gegeben, und ist 1572.zu Florentz verstorben. Notit. litt. dell’ Acad. Florentin.
* Acciaioli / (Nicolaus) ward aus obiger ihrem geschlechtden 10. julii 1630. zu Florentz gebohren, und thäte sich hernachzu Rom durch seine tugend und verstand so hervor, daß er vondem Papst vor andern zu denen erledigten stellen befördert ward.Er wäre Clericus und Auditor Camerse Apoitolic® , und Lega-tus zu Ferrara . Clemens IX. gäbe ihm den Cardinals-Hut den29. »00.1669. Erstürbe als Ilecanus des Collegii Apostolici,den 23. febr. 1719. in dem 89. jähr seines alters , und in dem 30.jähr der Cardinais-würde. Er liegt zu Rom in der kirche 8t. .so.bann. Florent. begraben. Die Cardinalc achteten ihne sämtlichsehr hoch, welches unter anderm auch aus der mercklichen anzah!stimmen, so er zu dem Päpstlichen stuhl in zweyen Condavibusgehabt , erhellet. Hißoire des Cardmaux d'a prefent.
Acciaiuoli, (Nicolaus) ein berühinter General itt dem XIV.feculo Y mt von Florentz gebürtig, und wegen seiner tapferkeitbey dem König Roberto von Neapolis in solchen, ansehen, daß erihn seinem enckel, Ludovico von Tarento, zugab, als er den-selben nach Morea abschickte, um die daselbst entstandene unruhezu stillen; da er denn sich auch so rühmlich verhielt, daß ibinein groß stück landes in Achaja eigenthümlich übergeben ward.Nachdem obgedachtcr Ludovicus von Tarento durch seine ge-mahlin Johännam König von Neapolis worden, machte erdiesen Acciaiuoli zum Groy-Seneschall desselbenKönigreichs,auchhernach, als Ludovicus AI. König von Ungarn solches Reicheingenommen, zu seinein General wider diesen gefährlichenF 2 feind.