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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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feint». Hierauf nahm er die städte Neapolis,, Capua , nebstvielen andern ein, schlug des Ungarischen Königs armer ausdem felde, brachte gantz Apulien wieder unter seines Königsbotmäßigkeit, und nach geschlossenem frieden befreyete er dasland von den ftreiffereyen der abgedanckten soldaten. Nachmalszog er wider Fridericum von Aragonien , König von Sicilien,und eroberte Palermo , Syracusa , Trapano, nebst vielen an-dern örtern, muste aber wegen der Verfolgungen, welche Ludo-vicris von Tarento von einigen ständen des Königreichs Nea-volis, die ihn ordentlich belagert hielten, ausstund, zurückekommen; da er denn auch das glück hatte, diese aufrührer zuerlegen. Einige zeit hernach ließ er sich auf Innoeentii VI. ver-langen wider Barnabam Visconti gebrauchen, und half densel-ben aus Faenza , Forli und der Graffchaffr Bologna vertreiben,wovor ihn der Papst zum Gouverneur von Bologna und vongantz Romagna machte. Jmmittelst hatten die NeapolitanischeBaronen von neuen zu rebelliren angefangen; dannenhero eraoermal die Waffen wider sie zu führen ersticht ward, welches ermit solchem succeß that, daß die unruhe zu einem völligen endekam. Bald hernach ward er zu Neapoli kranck, und starb an.

13 6 in dem 5 6. jähre seines alters. A tbravdo Caprioli ritrattidi cento Capit. illustri, pag. 5 5. Giov.VtÜam historia Florentina.

* ACCIDENTALES, ist der nähme, welcher einer gewis-sen secte gegeben worden, welche man zum unterscheid der Sub-ilantialium also genannt. Und dabey wäre dieser nähme auchbürgern und bauren, sonderlich im Eislebischen bekannt. DieUrsache davon war diese: Einige gelehrte leuthe, deren HauptM. Fiacius lllyricus wäre, hielten die erb-sünde für ein selbst-ständiges böses Wesen in dem menschen, welches man in der H.Taufe austreiben müste, und diese wurden Substantiales genen-net. Andere, welche man Acddentales hiesse, verlachten die-ses , und hielten die erb-stinde für eine kranckheit oder gebrechenan seel und leib, zur strafe des falles Adams. Es meynen viele,dieses seye nur ein wort-streit. Allein andere glauben, es steckedarunter die lehre von bösen und guten geistern verborgen, un-ter welchen bey dem menschen ein immerwährender streit wäre,mithin es darauf ankäme, wer unter beyden die oberhand be-hielte. Es ist hievon vieles geschrieben worden. Die furnehm-ste anhänaer Flacii waren Christophorus Irenäus, CyriacusSpangenberglus, Martinus Wolfius,Paullus Reineccius, Joh.Günther, Joh. Friedr. Cölestinus, welcher zwar anfangs Fla-cio zuwider gewesen, aber nachgehends dessen vartey mit destogrösserer Heftigkeit genommen. Doch ist der streit nach dieserleuthen tod nach und nach verschwunden. C. E. ivämumni in.trod. in H. E. tom. II.

)lccilius, siehe Acilius.

Accipacio, (Nicolaus von ) war von Sorrento gebürtig.Nachdem er die vodor-würde in sture erlanget, wurde er Bi-schofs zu Tropea , worauf er das Ertz-Bißlhum zu Sorrento, undendlich das zu Eapua erhielt, und als er von dem Römischenstuhl in unterschiedlichen Verrichtungen war gebraucht worden,gab ihm Eugenius IV. an. 1419. den Cardinals-Hut. In derunruhe des Neapolitanischen Reichs hielt er es anfangs mit dem

« d'Anjou, hernach aber trat er aufdie partey des Königs)nsi. Er starb an. 1447. Ciaton. Ughell. Onupb. Aubery.Accius , ein Römischer Redner, welchen Cicero unter die be-rühmtesten Qratores seiner zeit setzet. Er hak auch diesen Ac-cium selbst zum Widerpart gehabt, und gegen ihn den Cluen-tium vertheidiget. Cicero , de Orat.

Accius, sonst Attius , (Lucius ) ein Lateinischer Poet undTragödien-schreiber. Er hat auch, wie etliche behaupten, co-mödien geschrieben, ingleichen Annales , welche von Macrobio ,Prisciano und andern angeführt werden. Er florirte gleich nachA. U. 600. wie dann Decimus Brutus, welcher A. U. 6i;.Bürgermeister zu Rom gewesen, und hernach die Lusitanier undGalläcier überwunden, ihn so hoch geschätzt, daß er die tempel,die er von der beute der feinde erbauen lassen, mit den getichten,welche Accius ihm zu ehren gemacht, ausgezieret. DerjenigeAccius, dessen Macrobius und Gellius gedencken, wird ohnegründ von diesem unterschieden. VaUr, m. üb. VIII. c. 15.Gell. üb. XIII. c. a. Macrob. üb. I. c. 7. Bayle. *t Accius , (Lucius ) ein Lateinischer Poet und Tragödien-schreiber, war eines freygelassenen söhn, und träte an das lichtdieser welk unter dem Bürgermeisterthum Hostilii Mancini undAtilii Serrani, in dem jähr 58;. seit erbauung der ftadt Rom ,und nach der berechnung Hieronymi, in dem 171. jähr vorChristi geburt. Es ist aber dieses geburts-jahr Accii nicht ohneschwierigkeit : Dann Cicero , welcher A. U. C. 647. gebohrenwäre, sagt in seinem Bruto, er habe öftere Unterredungen mitdem Poeten Lucio Accio , einem freund Decimi Bruti gehabt;anderstivo aber, nemlich in seiner ersten Philippica scheinet er zusagen, man habe 60. jähr nach dem tod Accii, in dem jähr, daCäsar erstoehen worden, und welches das 710. jähr 0. c. ge-wesen , eine tragödie des Accii gcspielet. Es ist wahrscheinlich,daß Cicero ftmfzehen bis zwantzig jähr alt gewesen, da er mitAccio umgegangen. Wann also dieser Poet im jähr U. C. ;zz.gebohren worden, wie Hieronymus meldet, so muß er über 8».jähr gelebt haben, welches nichts unmögliches ist. Wann aberandern theils von dem tod Accii bis auf den tod Cäsaris 60. jährverflossen sind, so folget, daß der Poet Accius in dem jähr U. C.650. gestorben seye, hiemit nur z. jähr nach Ciceronis geburt,und hätte also Cicero unmöglich können mit Accio umgegangenseyn. Diesen knoten kan man aber auflösen, wann man sagt,

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man muffe die 60. jähre, von welchen Cicero in feiner Philippicaredet, nicht so gar genau nehmen, als wann sie eben von dem todAccii an verflossen waren: Dann Cicero sagt dieses nicht deut-lich, sondern nur, daß in dem jähr, in deme Cäsar gestorben, einetragödie des Accii seye vorgestellet worden, zu der zeit derjeni-gen spielen , die Brutus geben sollte, und denen er aber nichtbeygewohnet habe, weilen er seit dem tod Cäsaris sich aus derstadt begeben hatte; Cicero sagt ferner, daß besagte tragödie sehrseye gelobet worden, dennoch aber haben die lob-sprüche mehraufBrulum als auf Accium gezielet; Die ursach, so er davongiebt, ist diese, daß es gar nicht wahrscheinlich seye, daß manAccium erst nach 60. jähren wurde gelobt haben, niii forte Acciotum plaudi & sexagdimo polt anno palmam dari putabatis,non Bruto. Es kan also dasjenige, was Cicero sagt, mit gu-tem fug aufdie zeit, in welcher Accius diese seine tragödie verfer-tiget und das erstemal vorstellen lassen, gezogen werden. Aufdiese weise kan Cicero und das geburts-jahr Accii z8z. II. L.welches Hieronymus angiebt, gantz leicht verglichen werden.Accius wird über 8°. jähr gelebet, und Cicero ihne in seinem15. oder 20. jähr gesehen haben.

Obwolen Accius jünger als Pacuvius gewestn, so hat er sichdennoch auch schon zu Pacuvii zelten bekannt gemacht; DannCicero sagt in feinem Bruto, daß Accius und Pacuvius in demgleichen jähr, ein jeder eine tragödie hätten vorstellen lassen, undzwar so wäre Pacuvius dazumalen 80. jähr alt gewesen. Esmuß also eine der ersten tragödie» Accii gewesen seyn, welche erverfasset,hat. Er führe vonchieser zeit an fort, die Römischeschau - buhne mit seinen tragödien zu bereichern, und arbeiteteinunerfort an denen herrlichsten Materien,welche jemals zu Athen waren vorgestellet worden, als da sind Andromacha, Andro-meda, Atreus , Cütemnestra, Medea , Meleager , Philocte-tes, Thebais, Troades &c. Varrv, Agellius und NvnniusMarcellus thun dieser stucken Meldung. Es hat jedennoch Acciusdie Materie seiner tragödien nicht immer von denen Griechen ent-lehnet, sondern auch Römische begebenheiten aufgeführet. SeinBrutus handelte von der ablegung feiner würde, welche Tarqui-nius gethan. Manutius glaubte, daß eben diese tragödie, welcheBrutus betitelt wurde, nach dem tod Cäsaris seye vorgestelletworden, allein aus dem zweyten und fünften brief des XVI.buchs der briefen Ciceronis an Attieum ist abzunehmen, daß diedamals vorgestellte tragödie, der Tcreu8 des Accii gewesen seye.Einige vermeynten, es habe Accius auch eomödien verfertiget; jaVoßius sagt, es nenne Varro deren zwo, nemlich Nuptia, undMercator. Allein es findet sich nichts dergleichen den Varrone;die alten haben sämtlich den Accium gerühmet als einen Poeten,der sich einig und allein auf die tragödie geleget hat: Horatius sagt gantz deutlich : Nil comis tragici mutat Lucilius Acci ? Ser-mon. üb. 1 . eclog. X. Accius hatte über diß noch Annales ge-schrieben , welche von Macrobio , Prisciano , Fefto und NonnioMarcello angezogen werden. Decimus Brutus, welcher imjähr 61;. II. 0 . Bürgermeister zu Rom gewesen, und im jähr623. über etliche L-panische volcker gesieget hat, trüge eine sogrosse neigung zu denen versen, welche Accius ihme zu ehren ge-machet hatte, daß er sie bey dsm eingang der temveln und an an-dern denckmahlen, welche aus der denen feinden abgenommenenbeute aufgebauet wurden, anschreiben liesse, wie Cicero proArchia Poeta uns lehret, und nach ihme Valerius Marimus.Die alten haben in denen getichten Accii etwas erhabenes gesun-den , und wann sie Accium mit Pacuvio verglichen, so haben siediesem die ehre einer sonderbaren gelehrtheit, jenem aber die er-- habenheit der schreib-art und der gedancken beygelegt. So dru-cket es Horatius aus, wann er sagt:

Ambigitur quoties uter utro fit prior, aufert

PACUVIUS doHi famam Senis , ACCIUS alt;.Quintilianus hat auf gleiche weise geurtheilct: diejenigen, sagter, welche von geistreichen schristen vernünftige urtheile fällenwollen, finden mehr trafst im Accio, und mehr gelehrtheit inPacuvio . Und wann dieje beyde nicht die reine und nette schreib-art der folgenden zeiten geführet haben, so ist die schuld nicht ih-nen , sondern denen zeiten, in welchen sie gelebt haben, zuzumes-sen ; es haben beyde sich durch die trafst der ausdruckungen,durchdie edlen Neigungen und durch die eigenschafften, mit denen sie diespielende Personen aufführen, hervorgethan. Agellius erzehlek,daß als Pacuvius sich in seinem alter gen Tarent begeben, habeAccius in seiner durchreise, da er in Asiam zöge, ihne besuchet,und da er ihme seinen Aneum gelesen, habe Pacuvius zwar vielerhabene und lieblich fliessende stellen darin» bewundert, andereaber als zu rohe und hart, getadelt. Accius erkannte diese män-gel, und nähme diese erklärung Pacuvii gar nicht übel auf, son-dern schmeichelte sich mit der Hoffnung, daß er durch diese deur.theilung Pacuvii in den stand gesetzet wäre, inskünftige diese un-vollkommenheiten zu meiden und vollkommenere dinge an daslicht zu bringen. 'Er sagte bey diesem anlas, es verhalte sich mitdem geist des menschen wie mit denen äpfeln, welche nichts tau-gen , wann sie nicht, ehe sie reif werden, auch hart und grünsind. Als Accius auf eine zeit befragt ward, warum er, da erdoch so herrliche tragödien schriebe, seine wohlredenheit nichtauch bey denen gerichten als fursprech hören liesse? antworteteer: In meinen tragödien rede ich was mir gefället; vor gerichtaber muste ich ein manches, das mir nicht gefallen würde, hörenmüssen. Obwolen Accius sehr klein von Person gewesen, so hater doch nach Plinii bericht, sich in dem tempel der Musen einesehr grosse bild-saule aufrichten lassen. P/m. üb. XXXIV. cap.;.Es ist übrigens ungewiß, ob der berühmte Poet Accms eben der-

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