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jcmgeseye, welcher nach Valerii Maximi bericht in denen ver-samlungen der Poeten niemalen von seinem ort aufstehen wollte,so oft Julius Casar herein träte. Wann durch diesen JuliumCäsarem der erste Römische Kayser verstanden wird, so ist schwerzu begreiffen, wie dasjenige so gesagt worden, von dem altenPoeten Accio möge genoinmen werden; es kan aber dieses vonSexto Julio Casare , oder Caio Casare, den des Marn leuthegetodtet haben, zu verstehen seyn. Cicero in seinem ersten buchäe Legibus , redet mit grosser Verachtung von einem Accio , dereine Worte geschrieben hat. Es mag aber dieses nicht von un-serm Poeten gcmeynct seyn, welcher zwar auch Annales geschrie-ben hat, aber von Cicerone und andern immer mit sonderbaremlob gcnennet wird. Dahero dann einige auf die wahrscheinlichegedanckcn gerathen sind, es finde sich ein fehler in Ciceronis tcxt,und müsse für Accium , Macrum geschrieben werden. Es lebtezu gleicher zeit auch ein geübter Redner mit nahmen Accius , wi-der welchen Cicero den Cluentium beschützet hat. Er wäre vonPisauro , und deswegen hielten ihn einige für einen verwandtendes Poeten Accii , als von deme Hieronymus sagt, daß er genPisaurum sene geführet worden, als tue Römer eme neue pflantz-stadt allda angelegt. Cicero , in I. Philippica. De Oratore & deoptimo genere Orator. Nonius Marcellia. Varro. A. Gellius ,lib. X 11 L c. 2. Plinius , lib. XXXVII. e.';. Valer, Maximus,lib. Ili. c. 7. Petrus Crinitus , de Poetis Latin. c. 5. Voffhts ,de Poet. Lat. Giraldus, de hist. Poet. dial 8- Bayle, Dict.Crit.
Accius Tullius, siehe Actius Tullius.
* Accius , einer von den neuern Lateinischen Poeten, lebtean. i?oo. Er Übersetzte die Fabulas iEsopicas in eitlem Car-mine Elegiaco, und schrieb andere fachen mehr. Man sagt,daß er in seinen vcrsen niemals eliilones gesetzet habe, wiewolScaliger etliche angetroffen zu haben vorgiebehihm aber darbeydas lob eines geschickten Poeten nicht entziehet. Scaliger, Poetic.lib. VI. p. 719. Baillet, jugemens. c. 7. p. 9;.
* ACCLAMATIO , ein frölicheszuruffen, ein freuden-ge-schrey, welches in verschiedenen anlassen geschahe. Wann dieKaysere aus gelegenheit eines über die feinde erhaltenen sieges,dem Römischen volck geschencke austheilcten, so ermangeltesolches niemalen seine danckbarkeit durch ein mit vielen wün-schen erfülltes und frolockendes zuruffen zu bezeugen. Diesezuruffungen bestunden bald nur aus einem einigen wort, als:FELICITER ! oder in vielen, als:
Oi tibident, quidquid, Princeps Trajane mereris ,
Et rata perpetud , quae tribuere , velint!oder auch mit diesen Worten :
Augeat Imperium noilri Ducis, augeat annos !
Man kan hierüber Brissoniuin in seinem buch de formulis &c.nachsehen. Der Römische Rath gebrauchte gleichfalls solche zu-ruffungen gegen denen Kaysern, bald wann sie zum Reich gelan-gelen, bald aber auch zu bezeugung seiner danckbarkeit wegengenossenen Kayserlichcn sonderbaren gunsten, da dann derglei-chen acclamationes cntweders in die öffentlichen register einge-tragen , oder in ertz oder marmor gegraben wurden. Die Ver-götterung der Kaysern, oder die geschwinde wähl der obrigkeit-lichen stellen, geschahen etwan auch durch acclamationes , wieaus folgenden exempeln erhellet. Aurelius Victor erzehlet, daßdem Kayser Pertinaci nach seinem tod göttliche ehrbezeugungenzuerkannt worden, und daß der gantze Rath auf einmal durchein frohes zuruffen sich für ihne erkläret habe. Acclamatum eil;Pertinace imperante , securi viximus,, neminem timuimus ,Patri Pio, Patri Senatus , Patri bonorum omnium. TrebelliusPollio erzehlet die zuruffungen welche geschahen, da Valerianus zu einem Censore ernennet wurde : Acclamatum eil; Vale rianus in tota vita fuit Censor , prudens Senator, modestusSenator, amicus bonorum, Tyrannorum inimicus , hostis cri-minum , hostis vitiorum. Hunc Censorem omnes , hunc imi-tari volumus. Primus genere , nobilis sanguine, emendatusvitä , doctrinä clarus , moribus singularis , exemplum anti-quitatis. Ein gleiches geschahe bey der erwehlnng Kaysers Ta-citi. Dann da der erste ihne zum Kayser ausgeruffen hatte,stunde der gantze Rath auf und rüstete: Omnes, Omnes.Und da dieser alte greiS den schweren last der reaierung, mitvorschützung seines hohen alters, von sich ablehnen wollte,rüste man, das Haupt regiere, und nicht die füsse; man habeden gcist Taciti und nicht seinen leib erwehlet. Caput impe-rate , non pedes. Animum tuum , non corpus eligimus. Ta-cite Auguste, Dii te servent! Nichts Ware bey denen Römi-schen armem gemeiner, als daß die soldaren durch einen eins-maligen zuruff einen Kayser erwehlten, oder einen Generalenernenneten, ohne den besehl des Raths, oder das autheisten desRömischen volcks abzuwarten. Es geschahe ein solches bey dererwehlung Kaysers Prob,. Dann da die Obersten die soldatenermähnet hatten einen solchen Kayser zu erwehlen, welcher mittugmd begabt, probus wäre, entstünde auf einmal ein geschreyin der armee, welches Probum zum Kayser erklärete: ProbeImperator , Dii te servent ! Die acclamationes waren auch indenen öffentlichen schauspielen üblich, wann solche wohl gera-then,und dem volck angenehm waren; wie dann solches in einercomodie des Pacuvii, die dem Römischen volck vorgestellet ward,geschahe. Qui clamores saepe totä caveä exauditi sunt in M.Pacuvii nova fabula. Es haben aber die Römec'nicht nur ihreliebe, Hochachtung und Wohlgefallen, sondern auch ihren haßdurch öffentlichen rüst an den tag zu legen geivust, wie sie dannnach dem tod Kaysers Commodi gethan. Dann da hiesse es;
Histor. Uxkon 1. Theil.
Host! Patria» honores detrahantur: parricida, gladiator in fpo-liario lanietur. Die acclamationes waren auch in denen Con-ciliis Üblich, bald um dem Kayser langes leben zu wünschen,bald um ketzere einmüthig zu verdainmcn, oder auch um einevorgetragene meynung einhellig gut zu heisscn. Es finden sichdessen insonderheit erempel in dem Concilio Chalcedonenli, undin dem Tridentinischen Concilio, da die Patres, nachdeme ihnendie Acta vorgelesen worden, mit einem, Piacet , antwortete».Antiquitates Roman a.
Acco, ein alt närrisches und bey den Griechen beschriehencsweib, welches für dem fpiegel gesessen, und mit ihrem darinnenvorgestellten bildnis zu reden pflegen. Plutarchus meldet, daßmit diesem Worte Acco die mütter ihre kinder fürchten gemacht.
Plutarcb. de Stoic. repugn. Rhodigin lib. XVII. c. 2. Rayle.
* Acco, ein feind der Römer, welcher die Senoner zum ab-falle von denselben beredet, auch ihnen rathfchläge gegeben,wie sie ihre fachen einrichten sollten: Als aber Cäsar, ehe sie ihrvorhaben konnten ausführen, ihnen übern hals kam, krochen flezum creutze, und erhielten auch pardon. Acco aber muste die-ser fache wegen die verdiente strafe des todes über sich nehmen.
CaJhr , bell. Gall. VI. 4. 44.
* Ac-Loinlu,ist der nähme eines Turcomannischen qeschlcch-tes, welches in Asien geherrschet hat. Dieses Wort bedeutet einweissen Widder, weilen die Fürsten aus diesem gescblecht einsolchen in ihrem waven fuhren. Sie haben das kleinere Arme nien und Mesopotamien beherrschet, und sind auf das geschlcchtvom schwaryen Widder gefolget, welches man Cara-Coinluhiesse.
Der erste von dieser Dvnastie ist gewesen Thour Ali Beg.
Der zweyte Cutlu Beg, ein söhn des Thour Ali.
Der dritte, Cara Jlug Othman; er erhielte sein Reich, wei-len er sich Tamerlani unterwarft, und starb im jähr derHegira 809. und Christi 1406. er wäre ein söhn feines vor-fahren.
Der vierte, Hamza Beg, ein söhn des Cara Jlug, starb imjähr der Hegira 848. und Christi 7444.
Der fünfte, Gehanghir, ein nef des Hamza, starb imjähr der Hegira 87». und Christi 1467.
Der sechste, Hassan al-Thaovil, oder Hassan der lange. Die-ser ist der Usnncassan, oder Uzun-Hastan, des Gehanghirsbruder. Starb im jähr der Hegira 88 z. und Christs 1478.
Der siedende, Khalil Beg, ein söhn des Ufuncassan; starb imjähr der Hegira 884. und Christi 1479.
Der achte, Jacob Beg, ein bruder Khalils, und ein söhn U-suncassan, ward mit gift hingerichtet im jähr der Hegira896. und Christi 1490,
Der neunte, Maßih Beg, ein bruder Jacobs, oder nach an-dern Baisancor ein söhn Jacob Beg, einer von diesenzweyen, regierte nur ein jähr und acht monat.
Der zeyende, Rostam Mirza, ein groß-sohn Ufuncassan, re.gierte ohngefthr fünf und ein halbes jähr.
Der eilfte, Ahmed, ein söhn Ogurlu, und groß-sohn Usun-cassan, regierte ohngefthr ein jähr.
Der zwölfte, Alvend Mcrza, auch ein groß-sohn des Usuncas-.san, regierte auch nur ohngefthr ein jähr.
Der dreyzehende, Morad, ein söhn Jacob; Jsmael Soft,Konig in Perfien, beraubte ihn seines Reichs im jähr derHegira 914. und Christi iso 8 .
Die Türcken hciffen noch heutiges tages in ihrer spräche das klei-nere Armenien , Ac-Coinlu Jli, das ist, das land vom wcif-sen Widder; und die heutigen Griechen nennen die einwohneredieses landes : Asproprobatada.
Übrigens ist zu wissen, das der urhcber des Nighiaristan, diesezweyte Dynastie der Turcomamren, bey dem Hassan al-Thaovil,oder Ufuncassan zu zehlen anfailget, und die gantze ivahrungderselben auf 4°. oder 42. jähr erstrecken machet. Obwolen nuudiese rechnuna sehr unvollkommen und fthlbar, so hebet dennochauch Mirkond diese zweyte Dvnastie vom weissen Widder, vondem Uzun - Hassan oder Ufuncassan an, m dem jähr der Hegira
87z. D’ Herbtim.
Accollade, ein ritter-orden in Engelland, wird also genen-net, weil der König diejenigen, welche darein sollen aufgenom-men werden, umarmet, nachdeni er sie mit dem blossenstchwertüber die schultern, und also zu Rittern geschlagen. Vor zeltendurfften diese allein güldene sporen tragen, dannenhero sie auchequites aurati genennct worden. Sabnonet. hist. des troubl.d’Anglet . Jo. Sarisber. Tbom. Smith.
Accolti, ein altes adeliches geschlechte in Toscanien, welches-viel berühmte leuthe Herfür gebracht. Petrus , ein söhn Bcne-dicti vonArezzo, ( dessen buch de Praestantia virorum lui ;evi, an.1689. wie es scheint, zu Parma heraus gegeben worden) undder Laura Federica, war an. 14;; gebohren, und wurde vonJulio II. an. 15;2. zum Cardinal gemacht. Er war Bischoffzu Arras , zu Cremona und zu Cadix, bekam auch das Ertz-Biß-thum zu Ravenna . Er hat etliche tractate geschrieben, und istden ir. dec. an. izza. zu Rom gestorben. Benedictus, gicieh-falls Cardinal und ein enckel des vorigen , war zu Florcnv an.1497. gebohren, und nicht allein in den Rechten, sondern auchin der Lateinischen spräche dergestalt verfirt, daß man ihn denzweyten Cicero genennct. Leo X . gab ihm das Bißthum zu Ca-dix , Adrianus VI. conferirte ihm das zu Cremona , samt deinErtz-Bißthum zu Ravenna ; Cleniens VII. schenckrc ihin an.r;27. den Cardinalschut, und machte ihn zum Legaten von derF 3 Anconi,