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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Anconitanischef Marck, tngleichen zum Gouverneur zu Fan».Er starb zu Florentz an. i^y.Franciscus Accolti von Arezzo ,lebte um das jähr 1469. und war anfangs zu Siena , nachge-hends aber zu Ferrara Profestbr , von so subtilem verstände, daßman ihn Principem subtilitatum CJCrtCtttlCt hat. Er Musik desCardinat -Hutes entbehren, weil chn der Papst seinen schulernnicht entziehen wollte, dagegen ihm dennoch seine Verdienste denAdel, grossen reichthum und einen unsterblichen nahmen erwor-ben haben.Er hat unterschiedene schone wercke geschrieben.Fran-ciscus, Bischoffzu Ancona, ein bruder des Cardinals Benedicti,ließ viel proben eines vortreflichen geistes von sich spüren; starbaber in seinen jungen jähren an der pest. Benedictus Accolti,wäre ein söhn des letzt-ermeldten Cardinals Accolti. Aus gefaß-tem abscheu wider das leben und die art zu regieren der Päpsten,dabey aber allem ansehen nach einige verruckung des Verstandesmit eingelauffen, begäbe er sich erstlich nach Genf , und zöge überetwas zeit wieder nach Rom . Da ihnc aber zugleich die armuthdruckte, und die Verwirrung seines gehirns zunähme, fassete erer den nicht minder boshaften als unsinnigen anschlag dendamaligen Papst Pium IV. umzubringen, und solches zwar inder sowol sich selbs als seinen mit-conspiranten gemachten thö-richten Hoffnung, wo dreser einmal todt wäre, so wurde einanderer an seine stell kommen,welcher den nahmen des englischenPapfts führen, die kirche von allen irrthümern reinigen, und seinansehen und gemalt durch die gantze weit ausbreiten wurde.Seine gleich ihme beydes an dem deutet und in dem gehirne kran-cke mit-gescllen waren sein vetter Petrus Accolti, Anton Grafvon Canossa , der Ritter Pellicione, Prospero ä'Ettore, undThaddeo Manfrcdi. An verheissungen mangelte es nicht, obwo-len diefelbige nicht minder alber waren, als der anschlag selbst.Der Graf von Canossa sollte Pavie haben, Manfredi Cremona,Pellicione Aquileja,Prosper ä'Ettore auf die $000. ducaten jähr-liche einkünften. Den streich zu thlin nähme dieser BenedictusAccolti, zustunt dem Pellicione auf sich; allein da sie ein und dasandere mal dazu gelegenheit hatten, und dem Papst nahe ge-nug an den leib kamen, fehletc es ihnen an muht. BenedictusAccolti wollte es ersetzen, und gedachte den Pabst in einer bey ih-me habenden audientz zu todten; aber eben dadurch,daß er gar zuheftig und oft darum anhielt, verurjachte er bey dem Papst ei-nen argwohn, als der ihme ohne dcme wegen feinem vormali-gen auftnlhalt in Genf gram wäre, und nichts gutes zutrauete,so daß er, nachdeme über das »och einige andere anzciguizgcndazu gekommen waren,samt seinen consorten bey nacht ergriffen,gefoltert, und da sie ihr vorhaben gestanden, zu verdienter strafgezogen worden an. 1564. Thuan. hist. Üb. XXXVI. Bembut& Sadoletus, in epist. Nardr, in hist. Fiorcnt. Rubel hist. Raven.Vghell. Ital. Fakr.de Intel. lit. Aubery, hist des Card. Vqjßut,de hist. Lat. &c. *

* Accolti (Bernhardus) Ware ein söhn Benedicti Accol-ti , des Staats- 8 eeretarii zu Florentz und Laurä Federighi.Der ungemeine verstand Bernhardt Accolti, die menge feiner mistsenschafften, und die fürtreflichkeit ferner getichten, erwarbenihm den nahmen lUnico, oder des Unvergleichlichen. Ebendiese seine herrlichen eigenschafften erhielten ihrne einen sitz beydenen Academids zu Urbino . Leo X . Römischer Papst lind einrechter Msecenas, bezeugte eine so grosse Hochachtung für dieausnehmende Verdienste des Bernhardt Accolti, daß er denselbengroßmüthiger weise im jähr 1520. zum Fürsten von Nepi ernen-nete; welches gewißlich ein seltenes schicksal ist für einen Poe-ten. Obwolen nun Accolti sich in einen so hohen stand erha-ben sahe, so unterliesse er seine gelehrten arbeiten dennoch nicht,sondern setzte dieselben rnit neuem etfer fort. Ludovico Ariostiund Balthasar Castiglione, reden vor» ihme mit sonderbarem lob.Er hat verschiedene dinge geschrieben. In den jähren 1519. undrss;. ward eine sammlung seiner getichten zu Venedig gedruckt.Es liegt noch »»gedruckt ein geticht über die freygcbigkeitPapst Leonis X. Es hat Accolti die grabschrift des berühmtenPoeten Scraphino ä'Aquila, welcher an. 1500. gestorben, infolgenden drey versen verfasset:

Qui giace Serafin. Parrirti or puoi:

Sol d'aver visto il Sasso ehe lo Serra,

AiTai fei debitor a gli occhi tuoi.

Baldajsare Castiglione , Istoria de Fiorentini Scritt. Polio 1723.Englischer Baylt.

* Accoltius (Franc.Forzoni) würden 10. aug. 1674.zuFlorentz gedohren, und starb an. 170g. den 22. oct. Seine wis-senschafft wäre groß in .füre, ausser welcher er sich noch durchschone Italiänifche getichte gczeiact, welches ihin einen platz inder Academie zu Rom verschaffte. Vste degli Arcadi da Crest-

eimbeni.

* Accomba, Hypania, eine stadt in Morea, in der provintzBelvedere, so ehemals Elis geheissen worden. Sie liegt an dem- Diagon, welcher zwey stund unter Accomba in den fluß Or-fea sich ergiesset. Baudrand.

Accon, siehe Acre.

* Accorambonus, (Hieronymus ) ist zu Padua stledieingeProfestor gewesen, und hat izz6. florirt,auch einen tractatvon der Milch, inglcichm de Picuira, de Putredine und andersmehr geschrieben, auch zween söhne, Fabium und Felicem hin-tcrlasien, von welchen die folgende artickul handeln, jacobuim,bibl. Umbr. Kernig. bibJ.

* Accorambonus, (Fabius) des Hieronymi söhn , warAuditor Rolle, und starb zu Rom den 14. jun. an.15,9. Er hat

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unterschiedene repetitiones und commentarios über einige titu!in vigestis geschrieben. Jacobill. bibl. Umbr.

* Accorambonus, (Felix) war ebenfalls ein söhn Hiero-nymi , und hiemit des vorigen bruder. Er hat über den gantzenAristotelern eommenriret, und an. 1590. zu Rom einen tractatvon der Ebbe und Fluch in druck gehen lassen, auch über denGalenum de temperamentis, anmerckungen geschrieben. Jact-bill. bibl. Umbr. Kanig.

ACCORDS , (Stephanus Tabouret Seigneurdes) warParlements-Advocat zu Dijon , und hernach Königlicher Advo-cat in deröailliage und Cantzley gedachter stadt.Er ist an.1z49.ge-bvhren, und hat Sonnette, Bigarrures , les Touches und anderepoetische wercke geschrieben, die wol gar ingenieus, aber nachder mode der damaligen zeiten mit unzüchtigen gedanckcn ange-füllet sind. Sein beynahme, Herr des Aeevrds, ist seine eigenephantasey, und ein angenommener nähme. Bayie.

* ACCUBITA, die Polster, woraufdie gäste bey denen Rö-mern zu tische lagen. Es waren dieselben öfters von grossemwerth, weich und mit haasen-haaren ausgestopft. Lamprid.Heliog. c. 19. Sie lagen ein wenig niedriger als der tisch, alsodaß die gaste aufstehen mustcn, wann sie sich speisen aus derschüssel holen wollten. Athen . Xlll. Blaut. Most. III. 167. Siekamen an statt derer Trieliniorum auf bey denen Römern. Sal-mas. in Lampr. Heliog. c. 19.

* ACCUBITALIA, waren die decken, welche auf die Accu-bsta geleget wurden. Casaub. in Lamprid. Heliog. c. 19. Salmas.in Tertull. de Pall. c. 5. Stuckius , antiq. conviv. II. J4. Manhat dieselben nicht mit denen Mantelibus zu confundiren, wel-ches einige Gelehrte gethan haben. Denn die Mantelia warendas tisch - geräthe, Accubitalia aber das beth-geräthe. Manpflegte dergleichen in Cypern zu verfertigen, welche bey den altenin hohem werth waren. Trcb. Pollio, in Claud. cap. 4. &Not. Casaub. & Salmas.

* ACCUBITOR, ist derjenige, so über die knechte gesetztwar, welche in dem schlaf-gemach und. Es hatte derselbe auchden cammer-diener und Wachter unter ferner aufsicht und difpoil-tion. Codinus. Buleng. de Imp. Rom. VIII. 2;.

* Accursia, eine Jtaliänerin,des bemhmten Glossatoris, undJure-Consuki grcmctfci Accursii gelehrte tochter. Diese hat einesolche wissenschafft in der .furisprudentz gehabt, baß sie nicht nurdenen Studiosis privat-collegia|b«tübcr gehalten, sondern selbigeauch öffentlich von dem catheder zu Bononien gelchrct. Panci-rollus, Tiraquellus und Albertcus gedencken ihrer in schriften,wie auch Dahlmann in seinem schau-platz der masquirten unddemasquirlcn gelehrten, p. 1$.

)lccursius, von Florentz, einer von den gelehrtesten Juristen,ist der erste gewesen, welcher über das gantze Recht seine glossenheraus gegeben,womit er sich auch in solche antorität gcsetzet hat,daß ihn Cinus den abgott der Advocaten betitelt. Er' ist zu Bono-nien an. 1229. im 78. jähr seines alters verstorben. Sein söhn,Franciscus Accurflus,Professor der Rechte zu Bononien, undKönigs Richardi in Engelland Rath, hat über die 4. bücher derInstitutionum Juris gloßirt, und ein buch von rechts-sragen, nebstandern tractaten geichricben, und ist zu Bononien an. 1279. ge-storben. Sein anderer söhn, Cervot Accursius, hat gleich-falls glossen über das Römische Recht geschrieben, welchezwar denen, die sein vatter gemacht, beygefüget sind, aberbey weitem nicht hoch geschätzet werden. Trithem. Ficbard.in vit. JCtor. Genebrard. in enron . Pancirol. de clar leg. in-terp. üb. II. c. 29. Bumaldi bibl. Bonon. p. 71. Alberti descr.Ital. Forsteri hist. Jur. Civ. Hendrcicb. Bayie.

Accursius , (Mari-Angelus) gebürtig von Aquila in demNeapolitanischen, stund bey Carolo V. in grossen gnaden, undhielt sich an dessen Hofe zz. jähr auf. Er hat sich sowol durchfeinen fleiß, als durch seine reifen in den mitternächtigen provin-tzen eine grosse wissenschafft zuwege gebracht, auch viel schriftenhinterlasten: als Uiatribas über den Ausonium, Solinum undOvidium. Er hat gleichfalls den Marcellinum mit z. bücher»,die in den vorhergehenden editionen nicht zu finden, herausgegeben, auch ist er der erste gewesen, der die briefe des Caßio-dori, nebst dem buch von der seele, an das licht gestcllet. Fer-ner hat er gefchrlebeu Dialogum Ofco, Volfco, Romanaque elo-quentia interlocutoribus, ludis Romanis actum; stell' lnventi-one della stampa, &c. Spera, de nobilt. prof. gramm. f. 499.Mast'onio orig. stell Aquila f. izz. Toppi bibl. Napolet. Bartb.in Statium , tom. II. & III. Bayie.

* Accursius , oder Accurtius, ein fthüler des Heil. Fran,cisci, wurde, ob er wol nur ein Laye, nebst Besardo de Car-bio, Petro ä St. Gcminiano, Ädjuto und Victore an. 1219.nach Manritanien Christuin daselbst zu verkündigen gcschickct,welches aber eben die «rsach ihres todes war. Dann da wur-den sie zu Mesquita gefangen genommen, nach Marocco ge-schickt, und als sie nicht darzu konnten gebracht werden, rhrpredigen einzustellen, ja noch darzu wunder thaten, elendiglichgcgcisselt, mit siedendem öl und eßig begossen, aber dabcv voneinein himmlischen lichte umgeben. Endlich zerspaltete man ih-nen die köpfe, hackte die leider in stücken, warf sie also aufdas selb. Ihre reliquicn sollen hierauf nach Coimbra ftyn ge-bracht worden, allwo sie noch, und in etlichen andern Por-tugiesifchcn und Spanischen städten sollen vorhanden und ive-

en der vielen wunder, so durch sie geschehen seyn sollen, sehrerühmt seyn. Ihre feyer fällt auf den 16. jan. Vniv.

* Accur-