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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
Entstehung
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a c e

* Accmsius, (Wilhelmus) ein Juriste, welcher an. r»;?.berühmt gewesen, und einige Qudliones geschrieben hat. Kamg.

Acedlay, siehe Arredlay.

* Aceglio, Acellium, ein flecken im Hertzogthum Mayland,am Lago Maggiore , nicht weit von der kleinen stadt Aronia ge-legen. Univ. Lex.

* Acelle, oder Auricella, eine berühmte hole in der Graf-schafft Burgund . Alles wasser, so tropfcn-wcise von dem oberntheil herunter fällt, verwandelt sich in stein, und formiret alsodurch die lange der zeit verschiedene figuren von ftulen, grab-mählern, thiercn und dergleichen. Davity , tom. V.

* Acelus, ein söhn des Herculis, den er mit der Halide,der Omphales sclavin, gezeüget. Von ihm sost Acela eine stadtin Lycien ihren nahmen bekommen haben. Natal. com. vu.

I > p. 69a.

* Acema, oder, wie andere wollen, Cema, ist der näh-me desjenigen theils der Alp-gebürgen, welcher gemeiniglichMorue Camelione gcnennet wird; der Var-fluß, welcherFranckreich von Italien scheidet, nimmet allda seinen Ursprung.

Vlin. üb. III. c.

Acemum, siehe Achemum.

* Acencheres, eine tochtcr Ori Königs in Egypten, regiertenach ihres vatters tob, zwölf jähr und einen mvnat, und starbim 1628. jähr vor Christi geburt, indem ; 086. jähr kerioä.Julian. Ihr öruder Äthotis oder Rathotis, folgte ihro in der re-gierung nach, und regierte 9. jähr; und auf diesen fvlgeten wie-derum zween Acencheres, deren ein jeder zwölf jähr und etlichemonat regierte. Es ist aber lcyder auf diese so alte Historiewenig oder gar nicht zu fussen,in deine sich viele widersprechungendarinnen antreffen lassen. Manetbo dt. ä Joscpho ; Afrkan.contr. Appian. cic. ab Eusebio. UJserius. Siehe hicvvn weiterin Acherres.

Acephali, eine art von kctzern, welche ihren nahmen daherbekommen, daß sie kein Haupt unter sich gehabt, und weder demPatriarchen Johanni zu Antiochien,noch Cyrillo zu Alcxandrien,haben anhangen wollen. Sie vermischten mitEutyche die bey-den naturen rn Christo, und wurden deswegen von dem Lonciliozu Chalccdonien im V. feculo verdammt. Liberat, in breviar.c. 9. Leone, de Sectis act. ;. Baron.

t Acephali, waren irrgeister, welche kein Haupt unter sicherkannten, und dessentwegen von dem Griechischen Wortalso genannt wurden. Einige haben in dem, nach demLoncilio zuEphesus mit dem PapstSixto III. entstandenen streit,diejenigen Acephalos geheissen, welche weder Johanni dem'Patriarch zu Antiochia , noch Cyrillo dem Patriarch zu Alexan-dria anhangen wollten. Die eigentlich sogenannte Acephaliaber sind die, welche in dem 482. jähr entstanden sind, und denenirrthummen petri Mongi Bischoffs zu Alexcindria gefolgethaben. Sie haben ihne aber verlassen, weilen er sich gestellet,als wollte er dem bey ihnen so verhaßten Loncilio Chalcedoneniisich unterwerffen. Ihre lehre wäre die lehre Eutychts, so indem Loncilio Lhalcedonenll Ware verdammet worden. , Libe-ratusvx brev. c. 9. Lernt, de Sect. act. 9. Baronius , in an-nal. &c.

* Acephali, dieser nähme ward auch denen Llericis gege-ben, welche in anschung der visciplinL EcclsüassicX, sich denenBifthöffen, unter welche sie gehöreten, nicht unterwerffen woll-ten. Man nennete auch Acephalos die klöster und Capitul,welche nicht von der jurisdiction der Bischöfen abhiengen.Es hat aber dieses nahmens halber, Godofredus Abt vonVendome in dem XU. feculo folgende antwort ertheilet:wir sind keines weqs Acephali, weilen wir ChristumIEsum, und nach rhme den Papst zum Haupt haben.

* Acephali; In denen gesätzen Königs Henrici I. in Engel-land, wird dieser nähme denenjcnigen beygelegt, welche,weilen sie keine liegende güther besassen, weder von dem König,noch von Baronen, noch von andern Herren als lchenträgerabhiengen. Du Caxge , gloffar. Latinit.

* Acepsimas, ein alter Anachoret in dem Bißthum Cyr,in Syrien . Er lebte 60. jähr lang in einer zcüe ohne mit je-manden zu reden. Man brachte ihine linsen und wasser, wel-che er durch eine schrege öffnung in der mauer empfienge, ohnedaß man ihne sehen konnte. AIs er einsmals des nachts sichwegen gewissen angelegenheiten aus seiner zelle begeben hatte,ward ein schäfer seiner gewahr, und weilen er ihne für einenwvlf ansähe, wollte er steine nach ihme werffen; allein er em-pfände zur stund, daß sein arm und seine fchlcidrr erstarrele.Zu einer andern zeit stiege ein mann auf einen bäum um durchdie öffnung, durch welche der einsiedler das tages-licht em-

sienge, in die zelle zu sehen und zu erfahren was Acepsimasarinnen schaffe. Er erlahmete aber an der hclfte seines lei-des , und ward nicht ehendcr gesund bis er den bäum hatteabhauen lassen. Als Acepsimas seinen tod vorgesehen, öffneteer seine zelle fünfzig tag vorher, und liesse sich von jedermannfthen. Sein Bischoff käme auch dahin, und ordnete ihne zumPriester, welches der kläusencr annahine, weilen er nur nochwenige tage zu leben hatte. Tbeodoretus in Philotheo.

* Acepsimas, ein Bifchoffin Persten, welchem schon in derjugend die prophezcyung wurde» daß er ein Märtyrer werdensollte, wie denn solches auch in seine erfüllung gekommen.Denn Konig Sapores in Persien ergriff ihn an. nebst-;,andernBischoffen, einemWeih-Bischoff,;. Priestern,-.via.

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conis, 251. andern Geistlichen, und 16000. Christen, undließ selbige auf unterschiedliche art todten, Acepsimas aber insbesondere, wurde nebst Josephs und Aithala, gesteiniget. Ihrgedächtnis wird den 22. april begangen. Sozomenus , 11. ir.

Universal-Lexicon,

* Aceratos, ein Priester zu Delphis, welcher allein mit 60.bürgern in dieser stadt bliebe, als die armee Terxis in diesek-bige einzöge, im jähr von erschaffung der weit;z-4. oder 48--.jähr vor Christi geburt. Alle übrige bürgere hatten währenderbelagerung die flucht ergriffen. Aceratos wäre auch der erstewelcher in acht nähme, daß die geheiligten waffen an der thüredes tempels waren, ohne daß man sie dahin getragen hatte.

Herodot. üb. VIII.

* Acerbus, (Aemilius) ein Jtaliäner von Bergamo , starbim jähr 1625. und hatte vier bucher tzuseltionum Logicarumgeschrieben. Georg. Math. Kanig , bibüoth. vet. & nov.

* Acerbus, (P.) ein Italiänischer Poet von Mantua , wel-cher verschiedene getichte verfertiget hat, so ziemlich hoch ge-halten worden. Greg. Leti , Itälia regnante.

* Acerbus, (Franciscus) ein Italiänischer Jesuit, vonNocera gebürtig. Er träte an. 1624. in dem 18. jähr seinesalters in den orden ein. Nebst einem scharfsinnigen geist, be-sässe er auch eine grosse gelehrtheit. Er lehrete vier jähr langdie Humaniora , und hielte zween Lurtus Philosophie , den ein-ten zu Aquilo in Abruzzo , und den andern zu Neapolis. Indieser letzter» stadt hat er auch zwey jähr lang die TheologiamMoralem und neun jähr lang die 8clrolassicam gelehret. Beyseinen ernstlichen studiis, unterliesse er doch nicht sich mit de-nen Humanioribus zu erquicken. In dem jähr IÜ66. liesseer zu Neapolis Lateinische verfe in 4. drucken, unter dem titul rffigro corpori a Musa sulatium ; und tm jähr 167;, gab erauch in 4. heraus Polypodium Apollineum. SotweL script.Sog. jes.

* Acere, ACERA, ein flecken im Hertzogthum Mayland, imgebiethe von Pavia . Xlniversal-l.extcon.

stehe Acherontta.

Acerno oder Acierno, lat. Acemum, eine kleine stadt indem Königreiche Neapolis m^Prindpato dtra , mit einem Biß-thum , so unter Salerno gehörig. L. Albert du Val. Mir&usin not. Epise.

* Acernus, (Sebastian) ein Polnischer Bürgermeister undStadt-Richter zu Cracau, war an. i$;i. gcbohren , und ein sovortreflicher Lateinischer Poet, daß man ihn nur den Sarma-tischen Ovidium zu nennen pflegte, weil er seine werfe gleich-sam aus dem steareif mit gar besonderer fertigkeit zss machenvermochte. Er starb an. i sog. in einem Hospital, darein ihneseine verschwenderische frau gebracht. Die erzehlung von derSusanna hat er in einem schönen Lateinischen getichte, inglei-chcn auch Victoriam Oeorum , darüber er 10. jähr lang zuge-bracht, beschrieben; in Polnischer spräche aber das gctichtAlarliipinm Jude oder de vario fraudum & avaritie genereverfertiget. Ghilini theatro. StaravolJ'em ,in hecatontade,p. I2s.

* Aceronia, eine bedientin der Agrippinä, die sie bey sichhatte, als ihr von ihrem söhne dem Nerone des lebens endedurch den einfall des fchiffcs, darauf sie sich befände, zugedachtwar. Weil aber dieses nicht recht von statten gieng, also,daß ihnen vor dieses mal weiter nichts widerfuhr, ohne nur,daß die schiffs-dccke auf sie beyde fiel, rüste die Aceronia, daßman doch des Kaysers mutter sollte zu hülffe kommen. Aberdieses brachte ihr den tod, weil die fache eben auf der Kay-serlichen Mutter ihr verderben abgemuntzet war, und man al-so vollends auf die Aceroniam los schlug, weil man in ihrerperson die Agrippinam zu todten vermeynte; welche letztere dochaber eben auch nicht gantz schadlos vor dieses mal weg kam.Tadeus, ann. XIV. 5. 6. Siehe Nero (Domitius.)

Acerra oder Ccrra, eine stadt in der Neapolitanischen pro-vintz sserra di Lavoro , liegt an dem fluß Glanio, und hat einBißthum, welches unter das Ertz-Bißrhum Neapolis gehöret.Hannibal hat diese stadt zerstöret. Strato. Uvius. Virgii. üb.II. georg. Siliur , üb. VIII. Appian. Alex. de bell. civ. üb. I.

* Acerra , eine stadt übern Po, gelegen, welche heutiges ta-ges noch da seyn, und Gherrä heissen soll. Celiarius, not. 0 .

A- T. I 947- Cluverius, Ital. antiq. I. 4.

'* ÄLLRR A-Man ist einige zeit angestanden,ob ACERRA beydenen alten ein kleiner altar ober aber ein gefäß gewesen seyc;Mein die alten marmora zeigen klar, daß es ein gcfaß gewe-sen, auf deme man den weyrauch der opfern verbrannte.Man stellete die Acerram auch zu denen füssen derer todten , soläng sie an der thüre des Hauses stunden. VirgHius , üb. V.jEneü. v. 745. zeiget, daß die reichen denen falschen gottcrnqanye gefässe voll weyrauchs opferten: Et plena supplex va.neratur Acerrä. und Hvratius sagt. 8- üb. III. Quid velincfiores , & Acerra thuris, plena miraris. Da hingegen die ar-m , nach anssag des Luccani, sich mit neigung des leides,und werfung einiger körner weyrauchs in das auf dem altarbrennende feuer, dir fache richtig macheten. Rosin. antiq.

Rom. Hof man.

Aces, ein fluß in Asten, entspringt aus dem gebürge, und be-netzt die länder der Chorasmier, Hyrcanier, Parthen, Saramgier und Tomanier. Herodot. üb. in.

* Acesamenä, eine stadt Macedoniens, welche ihren nah-men von dem Könige Acefamcno bekommen. Stepbanus.

§4 *Ace-

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