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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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item brütet zum zanck unumgänglich genothiget wurde, die bö-sen Worte aber, welche er demsclblgen zu geben willens gewesen,noch bey sich behalten, so sollen sich selbige in seinem leibe inblut verwandelt haben, womit er sich hernachmals eine langezeit hat quälen müssen. Der 17. jan. wird zu seinem gedacht-

nis gefcyret. Universal-Lexicon.

)lchiUini, (Claudius ) von Bononien, Alexanders enckel,war in dem XVII. PTeido einer der berühmtesten mannet semerstatt. Er war ein grosser Philosophie , ein gelehrter Theologie,vorlreflicher Jurist, beredter Redner, guter Mathematicus , undsinnreicher Poet. Er lehrte die Rechte zu Bononien, Ferrara und Parma; that hernach eine reise nach Rom , und addreßtrtesich dgselbst an den Cardinal Ludovisio, den er auch nach Pie-mont begleitete, dahin er als Teg-ims gegangen war. Als die-ser Cardinal hernach unter dem nahmen Gregor,, XV. Papstworden, und den Achillini nicht beförderte, gieng er sehr miß-vergnügt von Rom , und erhielt von dem Hertzog von Parmaeine befoldung von 1500. thalern, daß er daselbst das Recht leh-ren sollte. Er hat einen band Lateinische briefe , und einen vonseinen Italiänischen versen heraus gegeben, und viel ehre da-durch erlanget. Er ist an. 1640. in dem 66. jähre seines altersgestorben. Erithreus pinacoth. Bumaldi hihi. Bon. Laut.Crajs. elog. dhuom. letter.

* Achillini, (JoH. Philotheus) war gebürtig von Bononien,und der jüngere bruder Alexandri Achillini, eines weit berühm-ten Phisosophi, der zu ansang des XVI. feculi gestorben; JoH.Philotheus lebte noch an. 1336. und war ein sehr guter freunddes Tyeophili Folengii, welcher seiner in seinen Macaronicis,die er unter dem nahmen Merlini Cocaye heraus gegeben, zumöftern Meldung gethan hat; Er war auch sechsten ein Poet,und hat man von ihm ein Italiänisch geticht unter dem titul,Viridario, welches er an. 1504. vollendet hat, und nun sehr rarist. Dieser titul, den er ihm gegeben, hat vermuthlich verursa-chet, daß ihm viele das berühmte werck, genannt so Songe duVergier, welches Melchior Goldastus dem ersten wmo seinerMonarchie des Römischen Reichs einverleibet hat, zugeschriebenhaben, da doch dieses werck auf beseht Caroli, V. Königs inFranckreich wider die Unternehmungen des Römischen Hofsverfertiget, und hiemit schon in dem XIV. feculo wiewol auchunter dem nahmen Johannis Philothei Achillini heraus gegebenworden. Wer aber der auchvr seye, der sich unter diesem nah-men verstecket hat, darüber ist man noch nicht einig; Von etli-chen wird dafür ausgegeben Carolus von Louviercs, von an-dern aber Johannes de Vertu, welcher unter König Carolo V.Staats- 8 eLrerarius gewesen seyn solle, wiederum von anderngedachten Königs Prsecepwr, Nicolaus d'Oresme, Bischoff zuLisieux ; und endlich wollen viele behaupten, daß unter demnahmen Achillini Philippus de Maisieres, Caroli V. Staats-Minister, verborgen seye, von welchen letztem aber des Maisie-res buch, genannt 8 onge du vieil Pelerin mit dem buch, genanntSonge du Vergier, confundiret wird. Siehe Maisieres.De la MmnoieJur les jugem. des Sgav. de Mr. Baillet , tom. VI.p. 301. &c. Moreri Suppl. Par.

* Achillinus, oder Acilenus, ein soldat unter Belisario,obersten Feld-Herrn Kaysers Justiniani, welcher, als die Nö-then die statt Rom bestürmten, die porte so Pinciana genennetwird, gank allein so tapfer vertheidigte, daß die feinde genöthi-get wurden abzuziehen.

Achillius, siehe Aquilius Severus.

* Achillius, ein Bischoff zu Larissa in Thessalien, stammelevon Christlichen eltern her, und wurde fleißig zu GOtkes Wortgehalten, wozu er auch grosse tust hatte; daher» er denn auchvor tüchtig zum Bißthume zu Larissa erkläret worden. ZuConstantini M. zeiten machte er sich, wie man vorgiebt, durchseine wunderwercke sehr berühmt, wodurch er denn auch den zu-nahmen Thaumaturgus , oder der wunderthätige, bekam ; Erhat auch dem Contilso zu Nicäa beygewohnet, und den Ariumverdammen helffen. In seiner Bischöfflichen statt ließ er vielekirchen aufbauen, und starb an. 510. Ihm zu ehren wird der

13. may gefeyret. Universal-Lexicon.

Achtmaas, ein söhn Zadocks, des Hohenpriesters, welcherseine treue dem Könige David erwiesen, als sich Absalom widerihn aufgelehnet. Ein andrer dieses nahmens war ein vatterder Achinva, welche der König Saul heurathete. i. Sam. XIV.2. Sam. XV. Joseph, lib. VII. c. 8.

Achimelech , oder Ahimelech, der 12. Jüdische Hohepriester

i u Davids Jetten, des Hohenvriesters Ahitob söhn, wird auchdnst Ahia genannt. Er ward aufSauls befehl mit 8;. an->ern Priestern getödtet, darum, daß er es mit David, dem er dieschau-brodt und das schwerdt Goliaths gegeben, zu halten schie-ne. i. Reg. XXII. Tomiell. ad an. 2959.

Achtmolus, siehe Anchemolus.

* Achinnas, ein König der Aethiopier, welcher um diezeitenPharamundi, ersten Fränckisthen Königes, gelebet, und3. jährregieret. Davity , deser. de lAfrique.

Achiocarus, oder Achiacarus, ein söhn des Anael, der einbruder des Tobiä war, soll an dem Hofe des Königs Asserhad-don in Assyrien in grossem ansehm gewcfen feyn. Durch ihnsoll Tobias erlaubnis erhalten haben, wieder nach Ninive zutchren. Salian. ad an. 5326.

Achior,ein Hauptmann derAmmonitcr,war erstlich ein Hep-de, und wurde aufbefthl des Holofernes, bey dem er den Ju-Histor. Lexicon I. Theil.

den das Wort geredet hatte, an einen bäum gebunden, und denkindern Israel übergeben, welche ihn aber los machten, undnach Bethulien führten, allwo er sich beschneiden ließ, und denJüdischen glauben annahm. Judith V. Salian. ad an. 3346.

* Achir, oder Achyr, eine stadt in der provintz Nieder-Vol-hynien in Polen . <2ie hat ein vestcs schloß, auf einem berge amflusse Worsklo, an den grentzen des Hertzogthums Worotin, denMoscowitern gehörig. Gmll. le Vajseur.

* Achiroe, das weib Stthonis, der ein söhn Martis undKonig in Thracien war. Sie zeugte mit ihme zwey töchtern,Pallenaam und Rhetäam. Die erste erbauete in Thracien einenach ihrem nahmen genannte stadt; die jüngere that ein gleichesin Troade. Hojsman. Lexic . Univ.

Achis, König zu Gath, zu welchem David zweymal flöhe,als er von Saul verfolget ward. Das erste mal zwar fand erbey ihm keinen aufenthalt, aber das andere mal erhielt er vondemselben die stadtZiklag. i. Reg. XXI. & XXVII. Tomiell. adan. 2975.

Achttob, ein söhn Arobs, und ein vatter des Ahimelech undZadock. Warum er nicht unter die Hohenpriester, welche nachEli bis auf die zeiten Salomonis gelebt, gezehlet wordm, un-tersucht Tomiell. ad an. 2940. 1. Reg. XXII.

Achitophel, oder Ahitophel, Davids geheimer Rath, beydem er in grossem ansehen stund ; er war aber treulos, und hieltes mit dem Absalom . Als nun sein anschlug, diesem das Kö-nigreich in die Hände zu spielen, fehl schlug, erhieng er sich selbst.2. Reg. XVI.

Aichivi, werden die Griechen bey den Poeten genennet, vonAchäo, Jovis söhne. Ifidor. orig. Horat. epist. üb. II.

* Achleuthen, ein schönes schloß in Ober-Oesterreich indem sogenannten Traunvtertheil, an dem fluß Crems auf ei-nem erhabenen ort gelegen. In dem siebenzehenden jahrhun-dert verkaufte es Philipp Rudolph von Grienthal an JohannMathias Castner von Sigmundslust, worauf es JohannErnst, Ertz-Bischoff zu Saltzbnrg an. 1692. käuflich an sichbrachte, und seinem geschlecht, den Grafen von Thun , als einMajorat hinterließ. Von Hoheneck beschreibung von Ober-Oesterreich, tom. II. p. 638.

* Achlum , oder Achtelum, ist das dritte dorf in dem rangunter den eilf dörfern des Franecker-quartiers, welches zwostund von Franecker in einer der fruchtbarsten gegenden vongantz Frießland liegt, und in den Versammlungen der Staatenvon Westergoe die zweyte stimme führet. Zu den zeiten desPapstthums gehörte es unter die Äecaney von Franecker, undhatte eine Pfarr-kirche, welche seit der Reformation zugleich mitder nahe dabey gelegenen kirche des dorfs Hitsum von einemPrediger bedienet wird. Schotan. beschreibung Frießl. zwischendem Vlie und Lauwers.

* Achlum , ein kloster Lanonsoonim regularium in dem dorfdieses nahmens, wurde gestiftet von dem Abt und den klofter-leuthen zu Ludingakerke, so an dem canal zwischen Harlingen und Franecker gelegen wäre, und war also eine Filial gedachterAbtey, also daß der beschreiber der stiftungen und alterthümmernin Frießland sich gröblich irret, wann er vorgiebt, daß das klosterzu Ludingakerke seye in das dorf Achlum versetzet worden, dadoch Winsemius in seiner Frießländtschen chronick pag. 137.ausdrücklich sagt, daß aus dem kloster Ludingakerke die Probstey-en und convent zu Augerne, Achlum, Schildwert und Oogeklo»ster hergekommen seyen,welchesischotanus in seiner beschreibungvonFrießland zwischen demÄlie und dem Lauwers dem pag.212.wie auch in seiner Frießländischen Historie pag. 366. noch meh-rers bekräftiget, da er erzehlet, wie das kloster Ludingakerke vondenen von Franecker, das kloster zu Achlum aber an. 1372. vonGeorgio Schenck und Theodorico von Bronchorst zerstöret wor-den. Nieder!. Uxk.

Achmed Ebn Arabscha, ein berühmter Arabischer IllKon-eie , florirte zu anfang des XV. lsoeuli: Soll aus Syrien undzwar von Damas gebürtig seyn; er hatte viel gereiset, unddurch seine geschicklichkeit sich bey hohen Personen in grossesansehen gesetzet. Nichts aber vermehrte seinen rühm mehr alsseine Historie von den geschichten Timur oder Tamerlans , zu des,sm zeiten er gelebet. Was er darinnen erzehlet, hat er theilsselbst gesehen, theils von glaubwürdigen Personen in kundschafftgebracht. Durchgehends läßt er einen grossen haß wider Ti­ mur verspüren, als worinnen er unterschieden von dem Per»stschen Historico , Scherefeddin Ali, welcher ebenfalls von desTimurs fachen geschrieben und denselben als einen tugendhafftenHerrn vorstellet; sie kommen aber in den Hauptsachen wohlübercin, und haben ungefehr zu einer zeit gelebet. ArabschiadeShat fein werck erst 35. jähr nach Timurs tod publiciret, ohnezweifcl aus furcht vor diesem Tyrannen. Es wird solches vorein muster der Arabischen wohlredenheit gehalten, und hat derauthor den grösten reichthum dieser sprach künstlich wissen hineinzu bringen. Jac. Golius, welcher es aufArabisch zu Leiden1636. hat drucken lassen, verhiesse auch seine verlion davon undnotas ; welches aber mentalen ans tag-licht kommen; undweilen er hievon als von einem sehr schweren unterfangen alsoredet, daß er dafür hält, es müsse dertenige, so diesen amhoremrecht verstehen wollte, den gipset des Arabischen ttudii erreichethaben, als wollen einige, wiewol ohne gründ ausgeben, Go-lius habe seine schon ausgearbeitete Lateinische version ins fetteraeworffen. P. Vattier hat hernach eine Französische uberse-

G tzung