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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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tzung an. 165F. ans licht gestellet; undHottinger in dem XV.üeculo seinerk irchen-historie grosse stucke davon ins Latein über-setzet : beyde aber werden billig beschuldiget, daß vieles daran er-mangle. In der bibliotheck zu Leiden findet man unter den"Wamerianis libris p. 319. ein mamiscript: Cemniseus llistor.Achmed. fil. Mochammed. &c. genannt, vermittelst dessen vieledunckele ort Ebn Arabschä könnten erläutert werden. NebenTimurs Historie hat er auch geschrieben ein anderes werck, wel-ches er genannt, Speculum Doctrinse, in Versen bestehend, dessener hin und wieder Meldung thut, als p. z 8- er starb an. Heg.854. oder an. Chr. 1431- *

Achmed Ebn Zin Alabedin, ein Persischer Edelmann aus

t isvahan, lebte in dem vorigen Lculo, und schriebe wider diehristliche religion zum behufdcr Mochammeoanifchen ein sehrscharffes und wohl ausgearbeitetes buch, welches diesen anlashatte. Acbar der Groß-Mogol in Indien bezeugte aus staats-nrsachen einiges Wohlgefallen gegen die Christliche religion, undschrieb deshalben an. 1*9?. an den damaligen Portugiesischen Vice-Roi in Indien Mathias de Albuqueraue, daß er ihmmöchte einige Priester an seinen Hof zu Agra schicken. Hieraufwurden die Jesuiten Hieronymus Lavier, ReÄor des Colie^ii zuGoa, Emanuel Pigneiro und Benedictus de Kois nach Agragesandt, und von dem Mogol sehr freundlich empfangen. Eswurde auch eine Christliche kirche erbauet, und mit schönen Pri-vilegien versehen, welche nach dem an. 1604. erfolgten tod Ac-bars von dessen Nachfolger allesamt bestätigt wurden. AufAc-bars befehle hat Lavier 2. bücher in Persischer sprach heraus ge-geben ; das erste war die fabelhafte Historia Jesu Christi von L.de Dieu mit einer Lateinischen Übersetzung und Noten zu Leiden16,9. in den druck gegeben. Das andere war genannt Spiegelder Wahrheit, in sich haltend eine defension der Christlichen re-ligion wider die Mochammedaner. So bald biß werck dem Ach-med in die Hände gerathemsetzte er dagegen sein buch, von ihmegenannt Zerbrecher des Spiegels, darinnen er das werck desJesuiten auf eine erschreckliche weise durchzöge, sonderlich weil eran statt der lehre Christi allerhand aberglauben und abgöttereylehrete. Das Collegium de propaganda fide zu Rom wurdedadurch in grossen alarm gebracht, und verordnete alsobald 2.Männer, welche dem Persianer antworten sollten, erstlich Bona-venturam Malvasiam einen Franciscaner von Bononia, welcheran. 1628. seine antwort unter dem titul: Dilucidatio speculi ve-rum monstrantis , ans licht stellte: hernach Phil. Quadagno-lum gleichfalls einen Franciscaner, welcher eine Apologiam proChristiana Religione sowol in Latein an. 16; I. als in Arabischersprach 1637. publiciret, welche diesem Perser zu begegnen inOrient gesandt, und unter die Mochamedaner ausgestreuetworden. *

Achmet I. Türckischer Kayser, folgte seinem vatter Maho-met III. an. 1603. in der reaierung, als er kaum 13. jähr altwar. Anfangs bezeigte er sich sanftinüchig, ließ auch seinen ei-nigen bruder, wider die gewohnheit der Ottomannischen Prin-tzen, leben, und war zufrieden, daß er in ein Mahometanischeskloster gestossen wurde. Der Persische König bediente sich beydesselben jungen jähren der gelegenheit, und nahm ihm Taurisund Erzerum wieder hinweg. Achmet schickte wider ihn denBassa Cigala, welcher aber nichts ausrichtete, und dahero beyseiner ruckkunft strangulirt wurde. Folglich brachte Achmet,durch hülffe des Botskay, Siebenbürgen , Wallachey und Mol-bau wieder unter sich, nahm auch des Bethlen Gabors parteywider den Bathori an. Als er sich aufallen enden angegriffensahe, brachte er 4. armem auf die deine, ncmlich 3. gegen diePerser, Polen und Cosacken, und eine zu einhohlung des tri-buts aus Egypten ; halte aber mit keiner einzigen glück, undstarb den 1;. nov. an. 1617. Er hielt sehr auf einen grossenstaat und kostbare gebäude, welches auch die grosse mosquee aufdem Ätmeidan und renn-platz zu Constantinopel zeiget: dieselbeließ er aufbauen, ob er gleich keine neue conqueten gemacht, undkehrete sich weder an die gewohnheit, noch an des Mufti cinre-

ben. Contin. Cbalcoctmdyl. Vanel. bist. des Turcs. Grelot. vo-

yage. Ludolfs fchau-bühne rc.

Achmet II. ein Türckischer Kayser, war ein söhn des KaysersIbrahim, welcher an. 1648. durch die Janitscharen strangulirtward. In währender regicrung seiner beyden altern bruder,Mahomet IV. und «solymanni III. muste er beständig gefangensitzen. Nachdem aber der erste von diesen beyden an. 1687. ab-gefetzt worden, und der letzte an. 1691 . den 22. jun. mit todeabgegangen, zog man ihn, ungeachtet Mahomet der IV. nochlebte, aus dem gefängnis Herfür,und setzte ihn auf den Ottoman,nischen thron. Seine Unterthanen waren mit seinem regimentnoch ziemlich wohl zufrieden, indem die Christen, so lang er sel-biges führte, keinen sonderlichen Vortheil erhielten, ausser, daß siean. 1692. die vestung Groß-Waradein, und an. 1693. Ieno, in-gleichen Giula, eroberten. Hingegen musten die Venetianer an.1692. von Canca, und die Kayserlichen an. 1693. von Grie,chifch-Wcissenbnrq unverrichteler fachen abziehen; so siel auchdie vestung Garabusa auf der insul Candia in der Türcken Hän-de. Er starb den 17. jan. oder, wie andere schreiben, den 6.febr. an. 1695. an der Wassersucht, und bekam zeim NachfolgerMustapham II. einen söhn seines ältesten bruders Mahomet IV.welcher zu anfange des jahrs 1693. gestorben war. Eine Sul-tanin aus Circaßien hatte ihm 3. jähr vor seinem tode 2. söhne,nahmms Ibrahim und Selim, als zwillingc, aebohren.

* Ackmet III. ein Türckischer Kayser, aebohren an. 1670.war ein söhn des an. 1037. abgesetzten Kaysers Mahomets IV.Als sein bruder Mnstavha II. zu ansang des ftpt. an. 1703. in ei-

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nein aufstand stmer Kayserl. würde beraubet wurde, ward eran dessen stelle auf den Kayserlichen thron erhoben, darauf erden 17. septembris zu Constantinopel seinen einzug hielte, undsogleich die Romisch-Catholischen , welche aus antrieb des letz-ten Mufti waren gefangen gesetzet worden, wieder in freyhenbringen ließ. Obschon nun gleich zu ansang seiner regierungdas Türckische Reich hin und wieder durch innerliche empörun-gen sehr beunruhiget wurde, so erhielt sich doch Achmet da-mals auf dem Ottomannischen thron ; Der gefährliche auf-stand , den die Araber erreget hatten, ward von dem Baffa zuDamasco mit zuziehung des Bassa zu Jerusalem glücklich,wiewol nicht chne grosse muhe, aedämpfet ; als auch an.1706. eine grosse conspiration angesponnen worden, krasst de-ren der Janitscharen Aga und einige Bassen den Kayser Ach-met absetzen, den Groß - Vezier erwürgen, und des entsetztenKaysers Mustapha söhn Ibrahim auf den thron erheben woll-ten , so ward diese conspiration noch in reiten entdecket, dar-auf dann vier Bassen nebst dem Janitscharen Aga erwürget,und noch viele andere mitintereßirte durch des henckers Handhingerichtet wurden. Mit allen Christlichen Potentaten lebteAchmet eine geraume zeit in dem frieden, und obschon sowoldie Ungarische Malcontenten , als auch der Französische Ab-gesandte zu Constantinopel ihr äusserstes thaten ihn zu bewe-gen , daß er sich die Ungarischen Unruhen zu nutz machen undmit dem Römischen Kayser brechen mochte, so wollte er dochdiesen zumuthungen kein gehör geben, sondern blieb bey dementschluß, den Carlowitzischen frieden unverbrüchlich zu halten.Über die Armenischen Christen aber ließ er zu ansang des 1708.jahrs in seinem gantzen Reich eine schwere verfolgung ergehen,in welcher der Armenier Patriarch enthauptet, alle seine an-hanger vertilget, und die gantze Armenische kirche dermassenbedränget wurde, daß viele glieder derselben die Christliche re-ligion verliessen, und hingegen die Mahometanische annahmen;jedoch hatten die Armenier selbsten anlas zu dieser verfolgunggegeben , dieweil sich viele von ihnen dem gehorsam des Rö-mischen Stuhls unterworffen, auch ihr Patriarch selber sich zuder Römisch - Catholischen religion bekennet hatte, dardurchdenn die Lurcken wider sie aufgebracht worden, als welchenicht gestatten wollen, daß die Römisch-Catholische religion inihren landen sich allzuviel ausbreite. In dem folgenden jährtrüge sich die denckwurdige und bey der Nachwelt fast unglaub-liche begebenheit zu, daß ein Christlicher Potentat, nemlich derKonig in Schweden , nach der unglücklichen schlacht bey Pul-tawa nicht nur in dem Türckischen gebieth seine sicherheit undbey dem Gross- Sultan schütz und hulffe suchte, sondern auchgar bey der Türckischen grentz - vestung Bender fein lager auf-schlüge , und sich entschlösse, bis sich die conjnncturcn verän-dern wurden, ,allda beständig zu verbleiben, darauf diefer auf,enthalt des Königs in der Turckey so seltsame Veränderungennach sich zöge, daß innert vier jähren fünf Groß - Veziers,zween Mufti und der Tartar Chan ihrer würden entsetzet wur-den. Anfangs meynte man nicht anders, als daß es'alsbaldzu einer ruprur mit Moscau kommen würde, als welches vonden Schwedischen Abgeordneten innständigst begehret ward,allein der Moscowitische Abgesandte Tolstoy wüste das interesseseines Principalen bey dem Groß - Vezier und andern vorneh-men Türckischen Ministern mit Versprechungen und geschenckcndermassen wohl zu befördern, daß die «schwedische zumuthun-gen verworffen, und hingegen der an. 1699. zu Carlowitz zwi-schen Moscau und der Ottomannischen Pforte getroffene waf-fen-stillstand im jan. 1710. durch ein solennes Instrument wie-der erneuert, und auf 30. jähre, von an. 1699. an zu rechnen,verlängert worden. Es währte aber nicht lang, so begunntcndie fachen ein gantz anderes ansehen zu gewinnen , dann alsinzwischen ein neuer Groß-Dezier das steur-ruder des regimentsin die Hände bekam, auch über diß der Tartar Chan, welchersich nebst dem Groß - Vezier der Schweden nachdrücklich an-nahm , sich selbsten nach Constantinopel begab, und dein Groß,Sultan persönlich allerhand Vorstellungen wider Moscau thäte,so liesse endlich der Sultan Achmet noch in diesem jähr den20. nov. dein Czaarn von Rußland den krieg ankündcn, undseinen Abgesandten Tolstoy in das gefängnis der sieben thür-nen setzen. Die angeführten Ursachen des kriegs waren unterandern: Daß die Russen hinter dem Schwartzen meer unter-schiedene neue vcstungen auf Türckischem gründ und boden an.

Ö et, und demnach einige Schwedische trouppen bis in dirdau hinein verfolget, und also den ansang zu den feindsc-ligkeiten gemacht hatten. Der Rußische Czaar Petrus I. wel-chem mit diesem krieg keines wegs gedienel >var, dieweil ereben in selbigem jähr glückliche progressen gegen die Schweden machte, ließ zwar im jan. 1711. aus St. Petersburg ein ei-genhändiges schreiben an den Groß-Sultan abgehen, darinnener sich unter andern auch darzu erbot, daß er dem König inSchweden einen freyen durchzug durch sein land gestatten wol-le , jedoch war dieses nicht zulänglich den krieg abzuwenden,daher beyde armem alsbald auf einander los giengen, im ju-lio am flusse Pruth an beyden feiten des ufers einander gegen-über zu stehen kamen, und endlich in ein drcytäqigcs treffenmiteinander gcricthcn ; den 19. jul. griffen die Türcken, wel-che von dem Groß - Vezier Mehemet Bassa commandirt wur,den , das Moscowitische lager gantz spät aus den abend mitgrosser hitz an, konnten aber wegen' einbrechender nacht nichtviel ausrichten; des folgenden tags erneuerten sie den angriff,funden aber unglaublichen widerstand, und dauerte das gefcchtden gantzen tag hindurch, bis die nacht demselben wieder cm

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