Waldenburg, hat im XVI. feculo vieles von seinem leben zu.sammen getragen, so aber nach der zeit nicht zum Vorschein ge-kommen. Mtcr&l. Pommerland lib. III.
. Die folgendenHertzoge dieses nahmens siehe unter Pommern .
Barnim XI. (andere nennen ihn den X. weil sie seinen jungverstorbenen bruder auslassen) Bogislai X. söhn , führte nachseines vatters tode an. 1929. die regierung eine Zeitlang mit sei-nem ältern bruder Georgio gemeinschafftlich, und fand gleichanfangs unterschiedene schwierigkeiten. Einige städte weigertensich ihm zu huldigen, ehe die zölle zu Wolgast gemindert worden,welche man doch mit gelindigkeit gewann. Unter den Luthera-nern hatten sich auch einige unruhige köpfe eingeschlichen, wel-che nach art des Thomä Müntzers die bilder stürmten, und an-dern unfug anrichteten, diese wurden mit ihrem Haupt 0 .Amando fortgeschafft, die bilder restituiret, im übrigen aberden Predigern die freyheit gelassen, Lutheri meynungen vorzu-tragen. Der Churfürst von Brandenburg forderte den braut-schatz wieder, den Margaretha , Bogislai X. erste gemahlin,bekommen hatte, weil dieselbe undeerbt gestorben war. Eswurde erstlich auf dem Reichs-tage zu Speyer , nachgehends zuPrag und Regenfpurq vergebens hierüber tractirt; endlich kames an. 1529. sonderlich durch Vermittelung Hertzog Heinrichsvon Braunschweig zu dein Griinnitzischen vergleich, wodurchdiese und andere streitigkeiten aus dem gründe gehoben worden.Der innhalt ist in Churfürst Ioachimi I. leben 'zu stehen. Mitden Polen gab es auch zu thun, weil unsern beyden Hertzogenihrer mutter braut-schatz vorenthalten wurde, unter dem vor-wand , daß von ihnen Lauenburg und Bütow der Crone vor-behalten würden. Doch ehe der Grimnitzische vergleich zumstände kam, ist durch eine persönliche zusammenkunft KönigsSigismundi und Hertzogs Georgen verglichen worden , daßgegen 14000. Ungarische gülden, welche dieHertzoge an gedach-tem braut-schatze schwinden liessen, sie die beyden orte, beycrönung eines neuen Königs , durch eine Gesandtschafft als einPolnisch lehen recognosciren , doch die briefe darüber ihnen oh-ne entgeld abgefolget werden sollten. Was bisher erzehlet wor-den , ist zwar im nahmen beyder Hertzoge, doch meistens durchden ältern bruder Georgen geschehen/ Dieser ist aber an. 19 9 1.gestorben, nachdem beyde brüder das mhr vorher mit grossensolenniläten die lehn zu Augspurg persönlich empfangen, aberauch in einig Mißverständnis wegen der theilung des landes ge-rathen waren. Hertzog Georg hinterließ einen söhn Philippum,der an dem Heidelbergischen Hof erzogen war. Ehe dieser inPommern kam, ließ Hertzog Barnim die busch-reuter und ade-liche strassen-räuber sieißig aufsuchen und zur strafe ziehen. NachPhilippi ankunft ward die theilung des landes vorgenommen ,worinnen unserm Barnim durch das loos Stettin und Hinter-Pommern , gleichwie Philippo Wolgast, Rügen und Vor-Pommern auf acht jähre zugefallen , nach welcher acht jähreversiieffung das loos wiederholet worden , und eben so ausge-fallen , nachdem vorher Hertzog Barnim einige stücke von Hin-ter-Pommern zu dem andern theil schlagen lassen. Das Jusiatronatus über das Stift Cammin und dergleichen rechte, wieauch die meisten zölle sind gemein gelassen worden. An. 1994.wurde auf dem land-tage zu Treptou an der Rega die Lutheri-sche religion öffentlich eingeführt, im folgenden jähre eine Ar-chen - und schul - Visitation durch D. Johann Bugenhagen an-gestellt , auch eine neue kirchen-ordnung pubiicirt, und alsBischoff Erasmus zu Cammin ,, den die Stralsunder und ei-nige von der Ritterschafft unterstützten, damit nicht zufriedenseyn wollte, hat man das kirchen-regiment drey Supermtenden-len zu Stettin , Wolgast und Stolpe aufgetragen. An. 1941.wurde das Gymnasium zu Stettin angelegt. Mir erstgedach-tem Bischoff Erasmo hatten beyde Hertzoge auch sonst zu thun,indem er ein immediater Rcichs-Stand zu seyn prätendirte,dessen er sich jedoch kurtz vor seinem ende begab. Als feine stellesollte ersetzt werden, konnten sich beyde Hertzoge wegen des ge-meinschafftlichen Juris Patronatus lange nicht vereinigen, undwurde bey dieser gelegenheit an. 1 949. die Verordnung gemacht,' daß ins künftige die beyden Hertzoge deni Capitul die freyheitlassen sollten, aus den von ihnen vorgeschlagenen Candidatiseinen zu erwehlen. Als unterdessen der Schmalkaldifche bundgemacht wurde , hatte sich zwar der Hertzog Barnim nebst fei-nem vetter Philippo anfangs auch darein begeben , als sie abervon demselben keine hülffe wider Dänemarck erhalten konnten,auch sonsten nicht mit allem verfahren einiger bundes-genosse»zufrieden waren, traten sie wieder ab , und contribuirten vonan. 1541. an nichts weder mit rath noch that dazu , doch schick-ten sie an. 1547. Churfürst Johann Friedrichen, der HertzogsPhilippi schwager war, 3000. reutet zu hülffe, hierüber aberverfielen sie in die gröste Ungnade des Kaysers, und würdenvielleicht, wenn dessen Waffen in Westphalen und Lüneburg solchen fortgang, wie es sich anfangs anließ, ferner gehabt hät-ten , ein hartes auszustehen gehabt haben, indem Hertzog Al brecht von Mecklenburg würcklich befehlicht war, Pommern zuüberziehen. Nachdem sich aber das blat gewendet, ließ sich derKarger desto ehe durch Vermittlung des Polnischen Königs Si-gismundi dahin disponiren, daß nach geschehener abbitte, undcrlegung 126000. gülden die Hertzoge an. 1549. wiederzu gnaden angenommen wurden. Zugleich wurde auchdie eremtivn des Stifts Cammin von der Reichs-immedietätbestätiget. In eben diesem jähre wurden auch einige irrun-
gen zwischen dem Iohanniter-Heermeister zu Sonneburg, wieauch dessen Comther zu Wildenbruch beygelegt, so daß beyde siebaufs neue zu der gewöhnlichen erd - Huldigung, lehen - undRaths-pflicht verstanden. Darauf saß unter diesem Hertzoge,bey fast allgemeiner unruhe Teutschlandes, Pommern in ziem-licher ruhe. Als an. 1560. Hertzog Philipp starb, nahm Hcvtzog Barnim die vormundschafft über dessen söhne auf jict/machte darauf mit beytretung der jungen Fürsten allerhand kir-chen-ordnungen, legte auch drey Lonsiüoria zuSteltiwGreyphs-walde und Colberg an , womit man an. 1969. zu siande gekom-men. In diesem zahre wurden auch die erb-verträge mir Bran denburg zu Prentzlau erneuert. Auch hatten unsere Hertzogebey dem unvermutheten durchzug Hertzog Erichs aus Bräun-schweig, als derselbe in eben diesem jähre 156;. wider HcrtzoqAlbrecht in Preussen losgieng , wahrgenommen , wie gut eswäre, wenn man in solchem fall nicht zu eines andern willenseyn durfte; deswegen so bald im folgenden jähr allerhand hier-zu dienliche anstaltrn gemacht, wozu von der landschaffi einegedoppelte caffa zu Stettin , nachgehends zu Stargard und An-klam angelegt worden. An. 1569. trat endlich Hertzog Bar-nim sein bey 50. jähren löblich geführtes regiment nebst landund leuthen ohne zwang und bey gutem verstand , weil er selbstkeinen söhn hatte, an feine Wolgastische vettern ab, behieltsich aber doch die ober-aufsicht des gantzen landes, und seine re-sidentz Stettin nebst etlichen andern orten, davon er seinenFürstlichen unterhalt haben konnte, nebst der jurisdictivn überdieselben vor. Er starb an. 157;. in seinem 72. jähr ausservon ihm zierlich erbauten Oderburg, und hinterließ, ohncracb-tet er das land mit keiner ungewöhnlichen schatzung bcschwchrt,doch eine ansehnliche baarschafft. Mit ihm «st gleichsam dasglück von Pommern abgestorben, indem sowol das Sletlinifcheland wenig glück mehr gehabt, als auch bald nach ihm dasgantze Pommerische geschlecht ausgestorben. Mkr*i. in Pom-merl. üb. III. P. II. Sltidan. de statu relig. lib. VIII, EramersArchen - chronick. Cbytrxus , in chron. Sax. lib. XIV. f. 414.Seckendorjs. Lutheran. lib. I. §. 94. & 168. lib. 111 . §. 5. ?i.9 9. &c. Spernr. in syll. &c.
Barnim XII. Hertzog in Pommern , war ein söhn Philip-pi und Mariä, des Churfürsten Johannis zu Sachsen tvchler.Er war an. 1949. den 19. febr. gedohren, und verlvhr seinenvatter an. 19 60. In diesem jähre begab er sich auf die Univcrß-tätGreyphswalde,und wurde daselbst Rector , nach diesem gienzer mit seinem bruder, dem Hertzog Ernst Ludwig, auf die Uni versität Wittenberg , kehrte an. 1967. wieder nach Pommern ,und trat eine reise nach Franckreich und Engelland an. Als an.1969. sein vetter, Hertzog Barnim XI. bey seinem leben diesämtlichen Pommerischen lande unter seines bruders söhne ver-theilen ließ, bekam dieser Hertzog das amt Rügenwalde undBütow, wiewol das letzte erst nach seines vettern, Hertzog Bor-nims XI. tobe an. 1979. dahero er währender zeit sich zu Stet tin bey seinem bruder, Hertzog Johann Friedrichen , aufhiell.Er nähme daraufseine residentz zu Rügenwalde , und gleng an.1979. mit Churfürst Johann George von Brandenburg nachRegenspurg, um der wähl Rudolphi zum Römischen Königemit beyzuwohnen, da er denn von dem Churfürstlichen Colkgionebst Joachim Friedrichen, Hertzoge zu Lignitz und Brieg, anRudolphum geschickt wurde, die geschehene wähl demselben;»hinterbringen. An. 1976. wurde er von dem Römischen Reichzu einer Gesandtschafft nach Moscau verordnet, welches aberdurch den tod Maximiliani II. verhindert wurde. An. 160°.starb sein bruder Johann Friedrich , worauf er die landes-re-gieruug des Fürstlichen antheils zu Stettin übernahm , wohneer auch feine residentz verlegte, und zwar vermöge der crbwer-träge, durch welche nicht ftinem ältern bruder, Hertzog Bv-gislao, sondern ihm solche regierung zukam. Er cnepfieng de-rowegen an. 1601. die erb-huldigung,und hielt im oct.einen land-tag,wegen der schulden,so fein bruder,JohannFricdrich,gemachtund die landfchafft zu bezahlen über sich genommen halle. Dastestament aber feines brtiders , worinnen Friedrichswaldc undandere örter veräussert waren, wollte er nicht erfüllen, ausge-nommen die stücke,die mit seinem willen waren verschrieben wor-den. Er hatte auch einige streitigkeiten mit dem adelicken ge-schlechte der Borcken, welche sich auf eine alte freyheit beriefen,daß sie die eydes-pflicht nicht abzulegen pflegten, so ihnen aberBarnim nicht zugestehen wollte. An. 1602. trat er vermöge dercrd-verträge seinem bruder, Hertzog Casimiro, die amlcr Au-genwalde und Bütow ab, und da er eine grosse Veränderungan seinem Hofe und in fernem lande vorhatte, starb er den 6.sept. 1609. Seine gemahlin war Anna Maria, Churfürst Jo-hann Georgens zu Brandenburg tochter, mit welcher er aberkeine erben gezeuget. Cramers Pommer. chron. t'inut.
Spen. £ 5 ')C.
* Barnitza, ein vestes und auf einem hohen berge gelegenesschloß in Ober-Ungarn , welches die Kayserlichen an. 1709. vondenen rebellen erobert haben. Universal. Lexicon.
* Barnstable, Barnaftabula , ist ein flecken in der Gras'schafft Devon an dem fluß Taw, drey Meilen von ftinem ein-gang in dm canal von Bristol, allwo er einen guten Hasen hak,gelegen. Er hat stimm und sitz in dem Parlcment. >Di(ft.
* Barnstorff, (Bernhardus V ward an. 1649. zu Rostock gebohren, und hat an. 1664. zu Witteyberg, und an. 1666. zu