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gewollt, unter verstellten entzuckungen, dem häufig anwesendenvolcke vorgesagt; seit dem sie sich unter die Nonnen begeben/habe sie einen gewissen Canonicum von Canterbury , nahmensBocking, zu ihrem gewiffens-direkkor angenommen , und mitdemselben heimlich Unzucht getrieben; ein mann gleichfalls vonCanterbury, nahmens Hanckhurst, habe einen brief mit gülde-nen buchstaben geschrieben ihr zugestellet/ von dem sie hernachvorgegeben, es sey ihr derselbe von der heiligen Maria Magdale-na aus dem Himmel eingehändigt worden, wie sie denn auch,wann sie in einer errichteten entzückung gelegen, öfters vorgege-ben, daß sie eine gantze himmlische Harmonie hörte, und daß ihralsdenu die wissenschafft zukünftiger dinge ertheilt würde; eingewisser Mönch, nahmens Diering, habe zu gleicher zeit ein buchvon den offenbarungen und prophezeyungen dieser Nonne aussgesetzt, und unter die leuthe gebracht, (welches buch hernach aufscharfe Verordnungen unterdrückt wurde.) Der zweck allerjetzt angeführten betrügereyen sey dieser gewesen, daß durch eineallgemeine empörung des volcks der Kömg Henrieus VIII. genö-thigt würde, seine neue gemahlin, Annam Boleniam, von sichzu flössen, und Catharinam von Aragonien wieder aufzuneh-nie», das gantze werck aber sey von dem anhange dieser zuletztgenannten Königin, wo nicht angegeben und getrieben, dochzum wenigsten unter der Hand befördert worden. So viel istgewiß, daß durch einen ausspruch des Parlements sowol Elisa-beth Barthon , als die ovgedachten Master, Bvcking und Die-ring , ingleichen drey andere, nahmens Rich, Risby, und Goldzum tode, die andern aber, so mit schuldig waren, zu einer geld-strafe und willkührigen gefangnis verurtheilt wurden, welchesurtheil man auch einen monat hernach an. 1354. würcklich voll-zog, woben ^. 'th Barthon den begangenen betrug öffentlichbekennest · um bezeugung einer sonderbar,, reue starb.Das allerwunderdarste bey der Historie dieser falschen prvphetinist dieses, daß sehr viel grosse und verständige leuthe sich eine zeitlang durch sie einnehmen lassen, unter welchen sich Warham,Ertz-Bischoff von Canterbury, Fischer, Bischoff von Rochester,und der berühmte Cantzler, Thomas Morus, befunden;wie denn auch die zwey letzter,, ausdrücklich wegen des mit ihrgepflogenen brief-wechsels von dem Könige eine schriftliche Ver-gebung sich ausgebäten und erhalten. Herbert. Burnet. LeGrand, dans sa defense pour Sanderus. De Larrey, hist. d’An-glet. tom. l. p. 304.
* Bartilius, (Laurentius) ein Iesuite, von Tornau gebür-tig , hat die Philosophie und Theologie gelehrt, und ist Retterdes Collegii zu Vilna und Pttltawa, wie auch Provincial inLitthauen gewesen. Erstarb zu Smolensko an. 16;5. den 8.aug. in seinem 66 . jähre, und liesse Officia de S. MichaeleArchangelo ; Modum recitandi coronam B. Virginis ; Modumrite confitendi & commünicandi; Alphabetum spirituale;Remedia contra Luxuriam ; Officium probi pueri und PraxinQttmium Virtutum stUUOCi) im manuscript. Alegambe, bibl.Soc Jesu.
Bartke, ein fluß in Vor-Pommern, welcher aus etlichenkleinen seen unweit Stralsund feinen Ursprung nimmt, undbey der stadt Barth in einen kleinen meer-busen der Ost-see lauft.
* Bartoletus, (Fabritius) wurde nicht, wie Linden, Man,get, Goelicke, Douglas u. a. sagen, an. 1588. sondern an.i? 86. den 26. aug. zu Bologna gebvhren. Im jähr 1613. er-hielte er den Doctor-grab in der Artzney-kunst, und zugleichdas amt, die Dialectic auf dem Bolognesischen Oymnasto zulehren. An. 1616. wurde ihm nebst Virgilio Blanco anbe-fohlen , über die wund-artzncy und zergltederungs-kunst zu le-sen. Im jähr ,6,8. wurde er nach Pisa zum Professor derAnatomie beruffe». Nachdcin er aber innert jahres-frist da-mit fertig worden; kehrte er wieder nach Bologna zurück, woer an. 1620. die ordentliche Profession der practischen Artzney,kunst, und das folgende jähr darauf eine ansehnliche zulage zuseiner besoldung erhielt. Als der Hertzog von Mantua undMontferrat, Ferdinand Gonzaga , eine Universität zu Man tua anzulegen beschlösse; so wurde Bartoletus an. 1626. alserster Lehrer der Medicin und Anatomie dahin berussen. Wiehoch ihn seine landes-leuthe gehalten haben, sieht man daraus,daß sie ihm auch abwesend die stelle und besoldung gelassen,die er zu Bologna gehabt. Zu Mantua blieb er bis an. 1630.da die stadt belagert, und die pest darinnen war. Dieser zuentgehen, wollte er sich wieder nach Bologna begeben, starbaber unterwegens zu Lendinaria. Dieses geschahe, nicht imaugstm. wie Ghilinus behauptet; sondern nach aussage desLendinarischen todten-registers, den 30, mertz 1630. in dem 44.jähr seines alters. Seine schriften sind: Methodus in Dys-pnoeam , seu de Respirationibus, libb. V. Encyclopa:dia Her-metico-Dogmatica ; Pradectio aulpicalis Methodi demon-strativ® AnatomicEe prscognitorum; Anatomica huinani Mi-crocosnii descriptio per dieses dispoiita ; und ein Werck de Hy-drope pulmonum. Er soll ferner ein grosses anatomijcheswerck, mit stguren,■ aus licht gestellct haben, welches aberungewiß. Job. Bapt. Vaitnnus , de vit. & script. F. Bartoleti,&c. Gelehrte Zeitungen.
* Bartolini, (Bernardus) ein söhn Bartholvmäi Bartoli,n,, war em Dommicancr-Mönch aus Florentz gebürtig, leb-te vor dem ansang der buchdruckerey , und konnte die Hebräi schen und Griechischen bücher gar accurat abschreiben, wiedarvon em Psalterium Giscuin von seiner Hand verfertiget, in
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der Bibliotheca Medicea daselbst befindlich ist. Die Charaderes darinnen kommen einiger Massen denen Hebräischen dem
Echard , script. O. P. tom. 1. p. 722. *
Bartoloccius, (Julius) de Celleno beygenannt, weil erzu Celleno in Tofcanien an. 1613. gebvhren. Er trat an iüirin den Cistercienser -orden, und bekam den nahmen Julius aAnastasia. Die Hebräische spräche und Philologie ließ er sichvon jugcnd aufdermasscn angelegen seyn, daß er darinnen eine»„gemeine wissenschafft erlangte. Er war von an. ,szi. «„IN die 36. jähr Professor Lingua Hebraicx Und Rabbinicte ttttGollegio Neophytorum & Transmarinorum zu RvM ; ScriptorHebraicus in der Vaticanifchen bidltotheck, und Abt S.Bemar.di resorm. Listete. ord. und 8. 8ebastiani ad Catacumbas. Erstarb an. 1687. den 1. nvv. am schlage, und hinterließ unter vie-len gelehrten schülern D. Car. Joseph. Jmbvnali, der seinerbibliotheca: magnie Rabbinicie , die bisher NUk aus ;. volumbestand, die zwey letztern hinzu fügte, und sie also zur vollstämdigkeit brachte. Witte, biogr. Imbmati tom. V. bibl. HebrWolßi bibl. Hebr.
Bartolus, einer der berühmtesten Rechtsgelehrten, war zuSassoferrato , einer stadt in Umbrien , gebvhren. Nachdem erunter Cimo, Jaeobo Butrigario und andern den gründ derRechtsgelehrfamkeit geleget, hielt er sich zu Bononien auf, underlangte die Vottor-würde im 21. jähre seines alters. Hieraufkam er nach Todi, von da aber nach Pifa, und wurde beyßtzerim Gerichte daselbst. Weil er aber mit gar zu grosser schärfeverfuhr, und die leuthe aus geringen Ursachen, auch gar einige,die man vor unschuldig hielt, zum tode vcrurtheilte, wurde erbey dem volcke verhaßt; daher er sich aufs land begab, und vierjähr die ssudia mit grossem fleisse trieb. Im 2z. jähre seines al-ters wurde er nach Pifa zu einer Prosessione Juris berußen,giengvon bannen nach Perugia , und lehrte daselbst mit ungcmememrühme. Ausser dem sagt man, daß er auch zu Padua und B°-nonien gelehrt habe. Der Kayser Carolus IV. machte ihn zu sei-nem Rath, und erlaubte ihm, das Böhmische wapen zu führen.Er starb ohne kinder zu Perugia an. 1359. den 13. jul. im 46.jähre seines alters. Wiewol, was die zeit seines todes und seinalter anlanget, die auctores nicht einerley meynung sind. Tfu
tbent. de scr. eccl. Volaterr. antrop. Jovius , elog. Lanceüottus,vita Bartoli. Fcerßer. hist. Jur. Gravina.
Bartolus , (Daniel) war an. 1608. zu Ferrara gebvhren,und trat an. 1623 . in die Soc. Jesu. Nachdem er 4. jähr Pros.Rhetorices, und hierauf 12. jähr Prediger in den vornehmstenItaliänischen städten gewesen, ward er Rettor des Collegii urRom . Er hat die Historie des Jesuiter-ordens in Italiänischerspräche, wie auch einige andere tractate heraus gegeben, undist zu anfange des XVli. feculi gestorben. Sotyvel, bibl. Jes.
* Bartolus, (Benedietus) der 34. Bischoff zu Lacedvgna,war eines Sicilianifchen Patricii söhn ; er gelangte den ir.sept. an. 1672. zu obiger würde, und erzeigte sich wie gegendie armen besonders hülffreich, also gegen jederman überausfreundlich. Es widerfuhr ihm an.1682. das unglück, daß ervon einer starcken bände strassen-räuber gefangen genommen,und in denen Wäldern unter starcker wache verwahrlich gehalten!wurde. Sie wollten kein löse-geld annehmen, allein der Marg-grafvon Carpi, damaliger Venetianischer Vice-König, machteihn nach verlauf eines monats mit gewalt wieder frey. Er hatvon der zeit an nicht wieder nach Lacedvgna kehren wollen, son-dern solches Bißthum mit dem zu Belcastro den 18. sept. an.1684. vertauschet, wo er aber eine kurtze zeit gesessen, indem erzu ende des jahrs 1683. gestorben. Ugbeü. Ital. sacr. tom. VI.p. 842. IX. p. 497·
Barton, (Andreas le) siehe Breton.
* Barton, ist ein flecken oder kleine stadt Engellands, andem ausfluß des flusses Humber, in der Grafschafft Lincoln,neun meilen von der stadt dieses nahmens, auf der nordsseitengelegen. Fiel. Angloii. Maty, Diction.
* Bartsch, ein kleiner fluß in Schlesien, welcher in Groß-Polen entspringet, und durch das stadtgen Militsch läuft, undsich im Fürstcnthum Glogau in die Oder ergeußt. Er ist wegenseiner wohlschmeckenden hechte sehr berühmt. Univ. Lexic .
* Bartsch, ein berühmtes und vornehmes schloß in Nieder»Ungarn , nicht weit von Babotsch. Es wurde an. 1710. denenrebellen abgenoinmcn. Univ. Lexic .
* Bartschius, (Frid.) ein Iesuite von Braunsberg. Ertrat an. 1372. in solchen erden, lehrte hernach zu Wien dieGriechische spräche, und zu Braunsberg und Posen TheologiamCasuisticam worauf er Rector derer Collegiorum zu Brauns berg und Vilna , Prmpositus provincialis in Polen und Likthau-cn, Iloistor Theologie unb Beicht -vattcr bey demKöliigein Po-len, Sigzsmundv III. worden. Er starb an. 16-29. den 21. nov.in seinem 60. jähre, nachdem er unter dem nahmen FrideriuBrußi, Theologi , eine refutationem orationis Andreas Volam ;Speculum Jesuitarum contra van. Cramerum; Commentariosin Evangelia Dominicalia; wie glich ohne vvrsetzUNg seines nah-mens Thesaurum ipiricualem rerum ad Societatem Jesu perti-nentium, und Thesaurum precum geschrieben. Alegambe. Sta-rovoil'· ius. de script. Pol. p. 73 ·
* Bartschius, (Jac.) ein Straßburgsscher voctor Aledic!.NL , und hlathernaturn Professor extraordinarius, aus Laubengebürtig, ist an. 16ZZ. gestorben, und Hat gefchrieban^le-