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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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und zwar auf dem dazwischen eingefaßten, und mit fand dickbestreuten boden, so man deswegen Arenam nennte, fechtenmeisten, und wurden entweder ihrer übelthaten wegen dazuverdammt, oder thaten es, ein stück geld zu erlangen. Siewurden aus der urfach , wie billig , für infam, d. i. aller eh-ren unwürdig gehalten. Die zeit, m deren diese dem volck solchesschauspiel geben musten, wäre der morgen; da hingegen dieübrige Gladiatores erst nachmittag gegen einander fochten,welche man auch gemeiniglich lieber sahe als diese. Einigewagten sich so gar ohne Waffen an die thiere, sonderlich an dielöwen; denen sie alsdann entweder durch gefchwindigkeit aus-wichen, oder ihnen ein kleid auf den köpf würfen; oder ihnendas maul schnell zuzuhalten , oder gar die Hand in den rächenhinunter zu stossen wüsten, so daß sich ihre wüth legen wü-ste. Viele trieben sie auch mit feuer von sich weg. Zu zeitensahe man so gar weiber, die sich zu diesen thier - gefechten ver-stunden. Die Athenicnfer sollen diese gewohnheit zu erst auf-gebracht haben; obschon es in der that noch nicht klar ge-nug , ob die Übelthäler, so sie den thieren vorgeworffen, auchMit Waffen versehen gewesen. Lucian. in Toxan. BuUng. devenat. CasaHus, de Rom. splend. *

* Bestius, (Wilhelm) wäre zu Amersfort im augstm. an.i68;. gebohren, an welchem ort sein vatter damals Predigergewesen. Er gebrauchte sich in den schönen studien des Unter-richts P. Burmanni, in den Rechten aber Johannis vanMuyden und Cornclii van Eck. Den 7. octobr. an. 1704.erlangte er in Utrecht den voctor-hut mit großem lob. Erschrieb aus diesem anlas eine Dissertation de quibusdam Con-jecturis in Jure Civili, und diente eine zeitlang als Advvcat.Er wurde aber an. 1713. nach Harderwick, die Rechte zu lehrenberuffen. Allein als er dieses mit vielem beyfall kaum drey jäh-re verrichtet, starb er den 23. augstm. an. 1719. Er hat fernerausgegeben: Dissertatio de Ratione emendandi Leges, Utrecht 1707. 8. welches büchlein der bekannte von Ludewig hoch ge-halten. Als Christfried Wächtler in den Actis Lips. einige an-merckungen darüber gemacht, ließ Bestius eben denselben sei-ne beantwortungen einrücken. Oratio de Lqnitate Jinis Ro-main , illiusque studii jucunditate; Oratio de Pactorum &Contractuum secundum Jus Gentium & Romanohim natura& sequitate. Cafp. Burmanni Traject. eruditum. AH. erud.Lips. an. 1708. & 1710.

* Befton, eine vornehme stadt in Persien , auf einem sehrfruchtbaren boden gelegen. Ihre läge ist unter dem 79. gr.13. min. iong. und 37. gr. 20. min. ladt. Eaverniero Pers.reis. III. 13. p. 149.

Beta, ein fluß in Süd-America, in der provintz Paria, er-giesset sich in den fluß Orenoque , der auch Paria und Aviaparigenennet wird.

Betancos, eine stadt in Gallicien , am fluß Mandeu, ost-wärts der stadt Corunna gegen über gelegen.

Betancour, ein Französischer Edelmann, siehe Bethen -court.

BETASII, oder VETASII, waren volcker in den Nieder­ landen , welche zwischen der Scheide und Maas wohneten,und sowol einen grossen theil von der Graffchafft Namur, alsauch die gegend, wo jetzo Gemblours und Perweys in Bra-bant liegen, besassen. Tatitm , bist. IV. 36.66. ihm. IV., 7.Gruterus, inscr. p. 320. n. 9. Cluverius muthmasset, daß diesesvolck vielleicht vorhero Aduatiei geheißen , weil Cäsar de bell.Gast. II. 19. die Aduatieos als Nachbarn der Eburoner undNervier beschreibet, so ebenfalls Plin. und Tacitus II. cc. dieBetasios beschreiben. Celiarius , notit. orb. ant. II. 3. §. 166.Iunckers anleit. zur mittl. Geogr. II. i. p. 78.

Betau, Betuwe, lat. Betavia , Tetrarchia Neomagensis,ein theil von dem Holländischen Geldern an der Maas , wel-cher gegen osten an Eleve, gegen süden an Brabant , gegenWesten an Holland , und gegen norden an Utrecht grentzet. Erbestehet aus 3. gebiethen, nemlich der Betau in besonderm ver-stände , Tiellerward, t'Ryk oder das Reich Nimegen, Maes-wael und Bommelward.

Betelfaczvy , eine Handels - stadt im Reich Arabien, 3.weilen vom Rothen meer gegen Moka, unter deren Gouverneursie apch gehört. Sie ist nicht bevestigt, und wird allein durchein castell bedeckt, so einen musquetcn-schuß davon liegt. Andiesem orte wird fast aller Arabische caffee eingekauft, und in dieTürckey verführt. Nouveau cöiage de lArabie.

Betete, ein kleiner ort in der Spanischen provintz Estrema-dura, gehört dem Hause Cardenas, welches davon den Marq-gräffichen citul führet. *

Bethabara,, ein ort im Jüdischen lande, in dem stammeRüben, an der östlichen feite des Jordans, allwo eine berühm-te überfahrt über diesen fluß war. St. Johannes der Täufer that allhier sein bekänntnis gegen die abgeschickten von Jerusa­ lem , und taufte eine grosse inenge volcks. Job. I.

Bethanien, ein flecken im stamm Benjamin, 13. feldwegsoder fast eure Halde Teutsche weile von Jerusalem an dem ölbcr-gc, in welchem Maria und Martha wohnten, derer ihr bruder,Lazarus , von Christo daselbst wieder auferweckt wurde. Eswar auch allda das Haus Simonis des aussätzigen, in welchemein weib cm glas mir ungefalschtem narden-wasser aus ChristiHaupt goß, als er zu tische saß. Es fuhr auch IEsuSin die-

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str gegend in gegenwart feiner jünger gen Himmel. Job. xi

Ma -c. XIV. Luc. XXIV.

Bethe!, eine stadt im Jüdischen lande, 2. weilen von Jeru­ salem gegen norden, hieß vormals Lus, d. i. eine Haselnuß oderHaselstrauch. Als aber Jacob daselbst im träum die Himmels-leiter gesehen, und GOtt ihn der zusage vom verheißenen saa-men erinnert, nennte er ihn Bethcl, 0. i. ein GOttes-hausEs hatte auch bereits 162. jähr vorher Abraham in dersel-ben gegend einen altar gebauet, und von dem nahmen desHErrn geprediget. Als aber nach langer zeit der König Je-robeam allhier ein gülden kalb wie auch einen götzen-altar auf-richten lassen, und grosse abgötterey daselbst getrieben wur-de , so haben es die Propheten Beth-aven, d. i. ein funden-haus genennet. Jvsias hat diesen götzen-altar zerbrochen. Va-tablus und etliche andere geben für, es wären 2. Bcthel gewe-sen , das eine im stamm Benjamin, nicht weit von Ai, dasandere im stamm Ephraim ; wenn aber solches seyn sollte,so wüsten sie bey Ai auf einer halben weile gelegen haben, wel-ches aber nicht glaublich scheinet. Gen. XII. xm. XXVIII,XXXV. 1. Reg. XII. 2. Reg. XXIII. Hofea IV. V. Hieronym.ad Hoseam. Vatablm. Torniell. A. M. 2114. n. 3. 2276. n. 6.Büntings itiner. script. p. 1.

Bethencourt , (Johann de) Baron von St. Martin leGaillard in der Graffchafft Eu, Herr von Grainville ia Tein-turiere, in dem lande Caux, wollte auf dem abendländischenOcean neue länder erfinden, und versetzte beshalben an. 1401.seine güther, Bethencourt und Grainville, an seinen vetter Ro-bert von Braquemont. Er entdeckte auch an. 1402. im jul. dieCanarischen insuln, und machte sich von etlichen meister. Weiler aber nicht starck genug war, alle unter sich zu bringen, gienger zu Henrico III. in Castilien , welcher ihm geld und lebens-mit-tel gab, und zugleich die souveraine herrschafft über diese insulnüberließ, doch mit dem bedinge, daß er ihm den eyd der treueabstatten muffe. Worauf auch Bethencourt den titul eines Kö-nigs angenommen, und zu seinen Nachfolgern gehabt Menal-dum oder Menaciot, seines bruders söhn, Pctrum Barbum,Ferdinandum Pernazza und Diego de Herrera. Er war alsoder erste unter den Christen , so die Canarischen insuln erobert:denn obgleich schon vor ihm einige see-fahrer hier angelandet,so ist es doch nur geschehen, auf einer oder der andern von die-sen insuln beute zu machen, gleichwie an. 1393. da die von Gui-puscoa und Andalusien die insul Lancelote plünderten. Hiero-nymus Surita sagt, Henricus 111 . in Castilien habe an. 1401.Roberto von Braquemont, welcher ihm in den kriegen widerPortugall gedienet, und hernach an. 1417. Admiral von Franck-reich worden, erlaubnis gegeben, die Canarischen insuln ein-zunehmen, Braquemont aber habe solches seinem vetter Johan-ni von Bethencourt aufgetragen, welchem es die Königlichewittwe, Katharina, bestätiget, wie auch daß er den titul einesKönigs führen, und auf der insul Lancelote eine vestung bauenmöge, weil er sich der grossen insul Canaria nicht bemächtigenkönnen. Le Vernier\ decouverte des Canaries . Surita, in iti-ner. Antonin. Benzoni bild. novi mundi.

Bethesda, ein gewisser teich zu Jerusalem , welcher 3. hallenhatte, worinnen viele krancke warteten, bis das waffer durcheinen engel beweget wurde, da denn derjenige, so zuerst hineinstieg, gesund ward, daher dieser ort billig Kcthesda, d. i. einHaus der barmhertzigkeit genennet wird; wiewol nach anderermeynung dieses Wort so viel heist, als ein Haus des ausgiesscns.Es lag aber dieser teich bey dem fchaaf-hause, oder, wie anderedas Griechische Wort auslegen, bey dem schaaf-thor, dessen zwey-mal in dem buche Nehemia Meldung geschicht. Lightfoot willbehaupten, daß dieses thor gegen mittag gelegen fauch daß die-ser teich derjenige sey, welchen Josephus den teich Salomomsnennet, dessen wasser, wie er glaubet, durch einen canal zu dembrunnen Siloah , der sonst seiner meynung nach auch Gihonheist , und von bannen wiederum durch 2. canäle in 2. un-terschiedene teiche ist geleitet worden ; ferner, daß der unter-teich, Joh. 9. und Nehemiä 3. der teich Siloah genennet wer-de , und daß ihn der König Hiskias dahin geführct. Der obe-re teich werde auch sonst der alte teich, Esaiä 22. und von seinemerbauer der teich Salomonis genennet. Es scheinet aber, daßdiese fache noch mehr beweisthum erfordere. Johann. V. Ne-hem. 01 . XII. Joseph, de bello Jud. üb. V. c. 13. Listfo-t,harrn. Evang. p. 332. & in disquis. pnemiffa Joh. V. Witßus,miscell. sacr. tom. II. exerc. 11. §. 34. seq.

Bethhoron, ein nähme zweyer statte in Palästina, dereneine in dem stamm Benjamin, die andere im stamm Ephraim gelegen. Diese, welche man ihres bergichten lagers halberObcr-Bethhoron genennet, wurde von den Leviten bewohnet,und ist wegen der grossen schlacht, worinnen Judas Maccabaus den Nicanor, des Königs zu Syrien Feld-Hauptmann, aufshauvt erleget, sonderlich berühmt. 1. Maccab. VII.

Bethlehem ^ das ist ein brodt-haus, vormals Ephrata, d. i.fruchtbar, genannt, war ein städtgen oder flecken im stammJuda, daher es auch zum unterscheid des Bethlehems imstamm Sedulon, Bethlehem Juda, inglcichen die stadt Da-vids genennet ward. Es lag andcrthalbe Teutsche meile» vonJerusalem gegen mittag, und zwar aus einem mittelmäßig hohenberge, welcher mit Hügeln und thälern, die voller öl-und feigen,bäume und weinstöcke stunden, wie auch mit einem sehr fruchtbaren korn-lande umgeben war. Es waren auch viel berühmte

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