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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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Natura & viribu« geschrieben, bekannt und berühmt gemacht hat.Job. Guil. Janut, in vitn.Claud.Sincer. vita JCtor. tom. 111. p. i.

Beyer im Hof, eine von den vornehmsten adelichen familienin der Schweitz , welche sich sonst von Tönqen genennet. Hein-rich Bcyer lebte an.izao. und nennte sich zuerst von seiner präch-tigen wohnung in Schafhausen, im Hof. Er war ein älter-vat-tcr i.)Iohannis 1 . Abts zu Allerheiligen in L)chafhausen,der an.1442.gestorben.r.)Iohannis Il.der um das jähr i494.Aurasicen-sischer Bischofs genennet wird. ) Burcardi, eines RathsberrnjuSchafhausen. Dieses letztern enckel, Bernardinus, Schultheiß u. Reichs-Vogt daselbst, hinterließ Bernardinum, Administrato-ren des Stifts Costnitz, und Johannem Leopoldum, der sich we-gen der von seiner vatter-stadt angenommenen Reformirten reli-gion zu Lucern niedergelassen. Johannes Leopoldus der jüngere,ein enckel des letztgedachtcn, ist bey dem Hertzoqe von Lothringen Obrister über die Schweitzerische besatzung, wie auch Castellan zu Hohen-Tübtngcn gewestn, und hat unterschiedliche söhne ge-zeuget. Bucelin. stemmat. *

Bever von Flach und Haßlach , ein adeliches geschlecht zuSchafhausen in der Schweitz , von welchem Johannes an demjetztgedachten orte an. 15;;. als Bürgermeister verstorben, undunter andern Heinrichen nachgelassen, welcher Reichs-Vogt zuSchafhausen worden. Bucelin.

* Beyer, (Daniel) von Breßlau gebürtig, gab an. 1672.einen tractat de Jure Masculorum heraus, erhielt im folgen-den jähre zu Jena die voctor-würde , und hielt seine Inaugural-Disputation über den L. ei £,W,c, 9. fF. de L. Rhodia de jactu,schrieb auch Justinianum controversum & non controversumcum Strauchii Judicio ? Lips. 1679.4.

Beyerland, ein stuck von Sud-Holland , nicht weit von derinful Goeree, welches in 4. theile, als Out-Nieu-Suyd-undGroot-Suyd-Beyerland abgesondert wird. Der vornehmste ortdarinnen ist das dorf Oud-Beyerland, an der Maas gelegen.

Beyersdorff, ein altes schloß, grosser marckflecken und ober-amt in Francken an der Pegnitz,zwischen Forchheim und Erlang,dem Marggrafen von Bareulh gehörig. Vor zeiten hat es demgeschlechte von Aurach zugestanden, welche diesen ort an.1981.andie Burggrafen von Nürnberg verkauft. Kayser Carolus IV. hatan. 1999. demselben die marckt-gerechtigkeit verliehen, und eincent-gericht hier aufzurichten verordnet. Paftorü Franc. red.

Beymelburg, siehe Boineburg.

* Beys, (Aegidius) ein berühmter Parisischer buchdrucker inder mitte des XVI. soculi , war der erste, der nach dem exempetderer, so des bekannten Petri Rami schriften gedruckt hatten, inseiner druckerey das lange j. und das spitze v. als consonantes ge-braucht hat, um sie von denen vocalibu8 i und u zu unterschei-den. Petrus Ramus war der erfinder von diesem unterscheid, u.fieng in seiner Lateinischen qrammatick an, sich desselben zu bedie-nen an. 1997. Aegidius Beys führe diesem exempel nach,und ge-brauchte diese Ramistifthe consonantes in der an. 1984. von ihmgedruckten ausgäbe des Cornmentarii in Epistolas Horatii , wel-cherClaudium Mignot zum urheber hat.Beys starb zu Paris den19. april izyz.Er hatteMaqdalenam,eine tochterdes berühmtenblichdruckers Plantini von Antwerpen,zur ehe gehabt. P.,/>,//» ,dissertat. für 1 j & I v confonnes.Z.« CaiVe, hilt. de Pimprimerie.

* Beys, ( Carolus de ) ein Französischer Poet, welcher zu derzeit des Scarron, Colletet , Gilben rc. gelebt hat, und von denGelehrten seiner zeit sehr geachtet worden. Er bat verschiedenecomödien, als : Celine, ou les freres rivaux; les Foux illustres ;LH6pital des foux; Le Jalouxsans sujet;LAmant liberal, nebflnoch einigen andern qetichten geschrieben. Scarron machet keinbedencken, den Beys mit dem Malherbe zu vergleichen. Mau-

point, biblioth. des Theatres.

* Beyschlag, (Friedrich Jacob) Pfarrer zu Halle in Schwa­ ben , ein in der Litteratur sehr geübter mann, ward an gemeldlemort den 17. jan. 1700. gebohren. Den gründ seines stubirens hater auf dem dortigen Gymnaiio mit grossem ffeiß gelegt. In dem19. jähr feines alters begab er sich auf die Universität zu Altorff,blieb daselbst sechs jähr, und hörte die berühmtesten Lehrer derGotlsqelehrtheit und Weltweisheit, disputirte fleißig, und hielteine ossentliche hernach gedruckte rede, von den exempeln solcherPersonen,die vom tobe erwecket worden, aus der profan-historie.Unterdessen gab er allerley anmerckungen aus der Historie, unterdem nahmen Irenaei Bibliophili heraus. An.1729.that er eine ge-lehrte reise durch einige provintzen Teutschlands. Am ende dessel-bigen jahrs ward er von dem Magistrat feiner geburts-stadt zumAdjuncto des Gymnasii, vermöge welches amts er zu Hause nurdiejenigen, welche sich auf Academien zu begeben gedachten, zube-reiten muste; wie auch zum ausserordentlichen Catecheten an derHaupt-kirche bestellet. Im jähr 1794. kam er würcklich ins Pre-dig-amt, indem er zum Pfarrer an der H. Geist-kirche im Hospi-tal erwehlet wurde. Er starb an einem steck-fluß den 21. jul.iyzF.Seine schriften, welche von vielen hoch geschähet werden, sindtheils in Heumanni Poecile , und Act. Philos. Hasaei bibl. Brem.Wie auch denen Actis Erud. Lips. und andern büchern zerstreuet.Absonderlich aber hat er heraus gegeben: Syllogen vanorum

S ufculorum tom. II. 8. Versuch einer vollständigen lebens-be-:eibung Joh. Brentii des ältern, davon aber nur der erstetheil von an.1499. bis 1922.1» 4to heraus gekommen; Historischeerläuterung, ob der Reichs-abschied von an. 9. in Teutscherspräche abgefaßt worden; Collectio Epistolarum de Epocha Lin»gnae Germanien in Constitutionibus Imperii publicis ; endlichContinuata Collectio harum Epistolarum. (Fsetten gelehrtesEuropa , zweyter theil. AH. Hißonco-Eccleßajika , tom. IV.

bey bez 979

* Beyzovi, ein Peruanischer scribent, war ein Ladi oderRichter, und nannte sich Rasiraddin Addaüah Binomar Albei-zovi. Er starb in dem jähr der gnade 1299. in dem 699. jährder Hegira . Sein buch, so er in Persischer sprach geschrieben^ist betitelt Nizam Attavarikh , und bedeutet die Ordnungder chronologischen Historien. Er handelt von den meistenOber-Herren Asiens , und insonderheit von den allen Mogoliern.Dieses buch befindet sich in der Königlich-Französischen diblio-theck, n. 191;. Historie von Genghizcan, 9. $29.

Beza, (Theodorus de Beze) wurde zu Vezelai in Bourgo«gne den 24. iun. an. 1919. gebohren. Sein vatter hieß Petrus deBeza, welcher svwol als seine mutter aus adelichem geschlechtwar. So bald er ein wenig erwachsen, nahm ihn seines vatternbruder Nicolaus, Parlements-Rath zu Paris , zu sich, und ließihn auferziehen; schickte ihn auch an. 1928. nach Orleans , sichMelchior Wolmars, so ein Teutscher war, und daselbst die ju-gend in Humanioribus unterrichtete, zu bedienen, da denn Be»za 7. jähr bey demselbigen blieb, und nicht allein in seinen studiissehr zunahm, sondern auch in erkännrnis der Protestantischen lehre den gründ legte. Nach diesem gieng er nach Orleans , dieRechtsgelehrsamkeit daselbst zu studiren, wiewol er eine weit grvsi-sere zunetgung hatte, Griechische und Lateinische scribenten zulesen und verse zu machen; in welchen letztern er so glücklich war,daß er gar bald in ziemliches ansehen kam. Er wurde darauf an.1999. Licentiatus Juris , und begab sich nachgehendö nach Pa­ ris , woselbst ihm sein anderer Vetter, so Abt von Froidmont war,seine Abtey, welche 19000. pfund einkünfte hatte, abtreten woll-te ; wie er denn auch schon mit zwey andern Beneficiis versehenwar, die bis auf sieben hundert ducaten ertragen mochten. Die-ses hielt ihn ab,sich zu der Reformirten kirche zu bekennen,worzuihn doch eine heimliche Heurath, die er mit diesem beding getrof-fen , daß er, wenn es die gelegenheit geben würde, selbige öf-fentlich wollte kund machen lassen, heimlich antrieb. Indeß über-fiel ihn eine gefährliche kranckheit, wodurch er bewogen wurde,sowol die bekennuna zur Reformirten kirche, als auch die declara-tion seiner ehe zu bewerckstelligen. Er begab sich also mit seinerfrau nach Genf,woselbst er den 24.oct.an.i948.anlangte, ».baldhierauf nach Tübingen zu Melchior Wolmarn reiste. An. 1949,wurde er zu Lausanne Professor der Griechischen spräche, nach9. jähren aber kehrte er wieder nach Genf , und wurde daselbstPrediger. In wahrender zeit, da er sich zu Lausanne aufhielt,gab er unterschiedene schriften heraus, als eine Tragi-comoediamin Französischer spräche von Abrahams opfer, welche hernachins Lateinische übersetzet worden ; inaleichen einen tractatde Haneticis ä Magistratu puniendis, welchen er Castalioni, derunter dem nahmen Martinus Bellius verborgen war, entgegengesetzt, u. a. m. Er that auch eine reise nach Teutschland, ehe erseine Profession niederlegte, und zwar als Deputirter, bey eini-gen Prvtestirenden Fürsten anzuhalten, daß sie die besreyung ei-niger Reformirten, jo in Franckreich ins gesangnis geworffenwaren, befördern mochten, wiewol Beza selbst eine andere Ur-sache anführet, nemlich eine interceßion vor die Piemontesischenthäler, so damals unter Franckreich stunden, zuwege zu bringen.Auf dieser reise hatte er gelegenheit, sich mit Philippo Melanch-thone zu Franckfurt zu unterreden. Da er sich nun an. 1999.zuGenf vest gesetzt, hielt er es insonderheit mit Calvino,und wur-de in kurtzen dessen college,sowol bey der kirche als bey derAcade-mie.Er wurde auch nicht lange hernach auf anstiften einiger vor-nehmenHerren inFranckreich nach Ncrac zu dem Könige vonNa-varra geschickt, einen versuch zu thun, ob er ihn zur Reformirtenreligion bringen könnte. Aufdessen verlangen, und mit bewlüi-gung des Raths zu Genf,wohnte er dem Colloguio zu Pvißi mitbey, und ließ seine gelehrsamkeit und geschicklichkeit zur genügespüren. Doch ist bekannt, was die ausdruckungen, so er ge-braucht, daß der Leib Christi , wo es allein von dem ort die fragwäre, so weit von dem H. Abendmahl entfernet wäre als derhöchste Himmel von der erden, für grossen lärmen unter denenPäpstischen Bischöffen erwecket habe. Wiewol sie sich in derthat mehr also gestellet, um das gejpräch, vor dem ihnen jeweilengrauete, wo möglich abzubrechen, als daß sie in der that dadurchgeärgeret worden; Massen sie ja die meynung der Reformirtenlängst gewußt, und Beza dagegen die geistliche uud facrament-liche gegenwart des leibs und bluts Christi in dieser H. Hand-lung mit den klarsten Worten bekannt und vorgestellet hatte.Die Königin Catharina de Mebicis verlangte, daß er in Franck-reich bleiben sollte, worauf er öfters bey der Königin von Na-varra, bey dem Printzen von Conde, und in den Vorstädten zuParis predigte. Als einige Reformirte zu Vaßi niedergemachtworden,schickte man Bczam, sich deswegen bey dem Könige zubeklagen, und in dem innerlichen kriege, der darauf erfolgte, be-hielt ihn der Printz von Conde bey sich, wie er sich denn auch beyder schlacht bey Dreux , als ein Prediger mit befand. Als derPrintz von Conde gefangen worden,hielt er sich bey dem Admiralvon Coliqni auf, und kehrte nach geschlossenem frieden an. 196;.wieder nach Genf . An. 1968. that er .eine röise nach Vezelai inFranckreich seiner privat-angeleqenheiten halben, und wollte zu-gleich seine schwester, die eine Nonne war, bereden,die Catholischereligion zu verlassen, konnte aber bey derselbigen nichts ausrich-ten. Hingegen halte sich sein bruder vom vatter Nicolas de Be-ze, Bailli oder Landvogt von Vezelai,schon vorher bis an sein en-de bey ihme zu Genf ausgehalten, und durch eben dieses seinesbruders tode ward Theod. Beza zu dieser reise veranlasset, weilener sowol dessen hinterlassenes gurh zu retten, als auch von dem

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