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Noth- und Hülfs-Büchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim : Für Junge und Alte beschrieben
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Reinlichkeit und frische Luft ist furs Vieh/ wie fürdie Menschen ein Gcsundhcitsmittel. Auch die Schweinegedeihen nicht in einem unreinen und feuchten Stalle.Streue fleißig/ miste fleißig aus/ striegle und reibe alleMorgen die Ochst» und Kühe/ wir Pferde; öffne täglichden Stall eine Slui.de/ damit frische Luft hineinkommtRanchrc mit Eßig oder Wachhowerbeercn, wenn stinkendeDünste darinnen sind. Jeder Dtal! muß oben Luftlöcherhaben/ wo die Dünste hinaus ziehen können.

Füttre dein Vieh reichlich mit gutem Futter und zurechter Zeit. Was du ihm nicht giebst/ kann es nichtwieder geben. Ader schütte ihm nicht alles auf einmahlvor. Jedes Futter theile bey Pferden und Kühen in )gleiche Theile. Beym rtrn Theil des Morgen-Futterswird gestriegelt und geputzt/ und beym zten werden dirKühe gemolken die Pferde angeschirret. Je reiner dar! Fut-ter und die Krippe und Trog ist/ desto besser.

Damit dein Vieh/ wenn die Heu - und Grummet-Erndtcverunglückt/ nicht in Hungersnoth gcrathc/ so verlaß dichnicht allein aus die Wiesen: sondern baue dabey / wie Wil-helm Denker, auch viel und vielerlei gute Futterkräuterund Gemüse, um allenfalls davon dein Vieh zu erhalten.Setze dich mit der Fütterung in Verrath, wie mit demGclraidc, und halte nicht mehr Vieh, als du recht tüchtigausfüttern kannst. Wenn du viel Futter hast, so fütteredoch nicht mehr, als wenn du nur eben genug hast. Denndie Menge macht das Vieh nicht gedeihen: sondern diegute Ordnung und Pflege. In trocknen Sommern, wowenig Gras wächst, hat es desto mehr Nahrungskraft,und du kannst davon dem Wehe ohne Schaden wenigergeben. Sieht es um die Heu - Erndte schlecht aus: so rechnenicht auf das unsichere Grummet. Besäe geschwind einStück Brachfeld mit gemischtem Futter. In zwey Mo°narcn dient dieß schon zur grünen Fütterung, und dasStück wird darum keine schlechtere Winterfrucht geben,weil es die Wurzeln des Gemisches düngen. Säe Jodan-nis - Rorn, wozu man insgemein Roggen nimmt, zu Endedes Junius auf ein fettes gut zubereitetes Feld. Ist die-ses etwa über eine Viertel-Elle gewachsen, so mähe es zurFütterung ab, und im Herbst noch einmahl. Die Korn-

Cc 4 Erndte