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Noth- und Hülfs-Büchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim : Für Junge und Alte beschrieben
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verlieren kann, wenn die Schiffe untergehen, oder von Sceräu.Lern weggenommen werden; oder wenn die Leute, denen erWaaren auf Borg giebt, bankrut machen. Diese beständigeFurcht macht dem reichsten Handelsmann das Leben schwer:denn sie trifft oft genug ein,und man steht deren nicht wenig, wel.che heute wie Fürsten einher gehen, und morgen in den Schuld-thurm kriechen müssen. Es kann daher kein Kaufmann ver-gnügt leben, der bey seinen Geschäften blos nach Gewinn strebt:sondern nur derjenige kann im Glück und Unglück gutes Muthssey«, der immer jenes letzte Ziel vor Augen hat: daß ermder Welt Gutes stiften und immer besser werden soll.

Nürnberg . Ich habe nun, als ein Viehhändler verklei-det, in den Wirthshäusern umher aufdie HandwcrkSleutc, diesich da beym Bierkruge versammeln, Acht gehabt, und habe ausihren Gesprächen gemerkt, daß sie alle auch ihre Noth haben.Der Schuster klagte, daß das Leder immer theurer würde, undbie Leute immer weniger für die Schuhe geben wollten. DerSchneider klagte, daß er seinen Kundleutcn, besonders den Wei-bern und Mädchen, nichts zu Dank machen könnte, und wenn erseine Arbeit heim brächte, müßte er oft ohne Bezahlung abzie-hen. Auch schmeckte ihm wegen des beständigen Sitzcns dasBischen Essen nicht recht. Die Töpfer klagten über geschwolleneFüße und kurzen Athem, wegen der Feuchtigkeiten und desschmierigen Thons, mit dem sie Handthieren. Die Leineweberklagten über den ungesunden Staub von der Schlichte undvom Flachs: die Peruckenmacher über die stinkenden und un-sauber« Haare in denen sie herum wühlen müßten, und über denMehlstaub, den sie cinschluckcn; so auch die Steinhaucr über denSteinstaub.Zimmerleute,Zicgeldecker undMaurer beschwertensich darüber,daß sie ihrBischcnBrod mit täglicherLebensgefahrerwerben müßten. Und so hatten auch die übrigen etwas zu kla-gen : aber alle beschwerten sich darüber, daß, wenn einer sein Le-ben lang fleißig und ordentlich arbeite, so könne er doch selten soviel vor sich bringen, daß er im Alter, wenn es mit der Arbeitnicht mehr fort wollte, zu leben habe. Da müßte denn mancherehrliche Bürger und Meister, der sichs habe sauer werden lassen,noch Bcttelbrod essen, oder Noth leiden. Die Taglöhner sagten:sie könnten noch weniger für das Alter zurück legen; undtzme Krankheit oder ein Stcrbefall in der Familie, könnte

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