Vieh, daß ich komme. Mein kleiner Brauner macht mir ei-nen Kratzfuß, wie ein Tanzmeister. Run wird angeschirrtund dazu gepfiffen: Wach auf mein Her; und singe! Dasingt die liebe Suse im Kuhstalle auch,dazu. Die Hünevgackern darein, der Hahn kräht , die Kälber blocken, da istlauter Leben. Nun gchts ins Feld: da singt mir die Lercheentgegen, oder die Wachtel schlägt den Takt zur Arbeit, undweil der Braune das Seinige ordentlich gekriegt hat, sozieht er den Pflug, daß es eine Lust ist. Da guck ich dennso manchmal an den blauen Himmel, und denke an denlieben Gott, der alles so schön eingerichtet hat, daß alleThiere und Menschen leben und sich freuen können, und daßimmer eins dem andern hilft; und was ich sonst so hin undher denke. So verschwindet mir die Arbeit unter den Hän-den. Dann läutets Mittag: da gchts links um nach derKrippe und nach der Schüssel. Da steht meine Suse schonfix und fertig, die Arme in die Seite gestellt, in der Küchen«thür. Da giebcs einen tüchtigen Schmatz. Die Kleinenklettern an mir hinan und wollen auch ihren «schmatz ha-ben. Der Tisch ist gedeckt, und alles so rein und sauber,als wenns geleckt wäre. Knecht und Magd find auch beyder Hand. Nun schmeckt der Milchbrey oder das Sauer-kraut, wie Marzipan: wenn die vielen Hände alle nach derSchüssel langen und lauter freundliche Gesichte rund herumsind. Herr l dem gnädigen Fürsten müßt's gut schmecken,wenn er mit uns aße. Auf den Abend gehts dann wiederso, und wenn Kinder und Gesinde Gott gedankct haben undschlafen gegangen sind: da wird noch ein Viertelstündchenmit meiner Suse geheimer Rath gehalten, und alles über-legt , was den andern Tag geschehen soll. Und da muß ichgestehen, daß meine Suse oft den besten Rath weiß. Sogehts alle Tage, die Gott werden läßt; nur einen dieß, denandern das. Was meint er nun, junger Herr! Mit welchenvon den Stadtleuten soll ich wohl tauschen? Vom Höchstenbis zum Niedrigsten? — „ Mit keinem, antwortete ich ihm»Es sollte Mühe kosten, einen zu finden, der so zufriedenwäre, als er, mein lieber Christoph! Und, was mir nochbesonders dabey gefällt, Er ist auch nicht hochmüthig aussein Glück: sondern begegnet jedermann freundlich und er-kennt alles für einen Segen deS lieben Gottes. Dabeybleib er!
Aber