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Noth- und Hülfs-Büchlein für Bauersleute oder lehrreiche Freuden- und Trauer-Geschichte des Dorfs Mildheim : Für Junge und Alte beschrieben
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Ab», fieng nun der nächste in der Reihe, Namens mlmirau

Friedrich Retter, an: daß der gute Herr da nicht etwa denkt, es Mh m! ^

gienge uns Bauersleuten so nach Wunsche, wie Euch, Ehrt. Man» gein

ftoph! Ich weiß ein ander Lied zu singen; nun kommt das Er- seyd nicm c

zahlen an mich. Mein Vater hinterließ mir anderthalb Hu- Euch All

fen Land, und meine Frau brachte eine Hufe mit, daß wir le- Er,>»"»>

den konnten, wie Freyherr». Nun wars bey meinem Schwie- kn stinc» A

gervater, dem alten Schulzen Tobias, Gott hab ihn selig l im-. Wie»»

mer hoch her gegangen, und seine Kinder waren gewaltig vor- taMc cs'

nehm gewöhnt. Da mußte immer was gute s zu essen und zu dcr Mc,

trinken seyn, und immer die schönsten Mützen, Wämser und a», und irr

Röcke aufdemLeibe. McineFtecke war hübsch von Gesicht, und bcnsagtt er-

das Weibsen gieng mir um den Bart herum, ich hätt ihr das erdn die ül

Herz aus dem Leibe weg gegeben. Da durfte nun keine neue len Wch

Mode aufkommen. Flecke mußte sie zuerst im Dorfe haben. Die wci! <<c M

Pastors Töchter hatten nicht so schmuckere Pantoffeln und MS«

Zwickelstrümpfe wie sie. Aber wegen des verwünschten Ick kch»,

Staats und des Wohllebens gieng in der Wirthschaft alles kuMidürl

drunter und drüber, und ehe zwölf Jahr ins Land kamen, KäM«

steckte ich in Schulden bis über die Ohren. Ich sah nun mM»,«»

wohl, daß das Ding nicht mehr so fort gehen könnte, wenn kaM W

ich nicht von Haus und Hof gejagt seyn wollte. Ich stellte 6usei«M

dieses meiner Frau vor, und sie ließ sichs auch gefallen, daß ck dcinc Lcl

wir fleißiger und sparsamer wurden: aber es war zu spät; krr sM hai

der Schulden waren schon zu viel. Wenn ich einen Wagen I« mch.Frucht zu Markte fuhr: so wars vorgcgessen Brod. Da DiMihecc

nahmen mir die Krämer das Geld bald wieder ab, und ich kam, und d>

brachte selten einen Thaler mit nach Hause. Das gute Es- iMkhcr, u

sen und Trinken konnte sich die Frau bey alle dem nicht ab. ich, soll >,ocl>

gewöhnen, ob ich gleich alle Tage predigte: Gutschmecke, und, ein w

macht Bettelsäcke. Zuletzt kam sie gar auf den vermale, chaisauch,u

heyten Kaffee und schleckerte dann und wann ein Töpfchen Mscn, Nun

voll hinter meinem Rücken. Ich mochte mirs also noch so ich dcr Lchul

sauer werden lassen: wir kamen auf keinen grünen Zweig. iicic Chrisioe

Da war nichts als Sorgen und Borgen. Die Mahnleute ckn an dcr

kamen nicht vor der Thür weg, und ich war so thöricht, hgcnM W

Laß ich oft neue Schulden machte, um die Zinsen von den lcgi, und M

alten zu bezahlen. So mußte alles den Krebsgang gehen das Laus üdc

und ich konnte nichts bessers erwarten, als von Haus und BttiW W

Hof zu kommen. Endlich vor vier Jahren nahm mir der «ch gcrn ar^

stebe Gott die Frau weg, und nun dachte ich, es würde gar Ndchcn

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