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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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worden , welches unter des Königs Francisci II. regierung,an. i; 6 o. tn dem maymonat, daselbst wider die Reformirtenergangen/ und daher seinen nahmen bekommen. Ttuan. Kill.üb. XXV.

Komooc/ eine ehemalige stadt in Preussen/ in verland-schafft Natangen, welche von einem Italiänischen volcke , dasin Preussen und Litthauen einen einfall gethan , erbauet / undnach der stadt Rom also genennet worden. Sie ist sehr be-rühmt wegen der grossen eiche/ unter welcher die Preussen ihrengötzen geopfert. Es war dieselbe 6. eilen dicke/ oben sehr breitund so dichte/baß weder schnee noch regen hindurch dringenkonnte; sie soll auch/ wie man sagt, in dem Winter sowol als indem sommer grün geblieben seyn. Die Preussen glaubten durch-gehends.daß derjenige,welcher etliche blälter davon an dem halsetrüge/ vielem Unglück dadurch entgehen könnte. Einige mey,New es habe der Polnische König Boleslaus Lkrobri, an. 1014.beydes die stadt und eiche, samt den drey vornehmsten götzenverbrannt; da hingegen andere vorgeben , daß sie noch zu denreiten des Teutschen ordens gestanden/ und von einigen heimlichwäre angebätel, auf des Bischoffs Iohannis I. in Ermelandansuchen aber von dem Ordens-Meistcr abgeschafft / und daskloster der heil. Dreyfaltigkeit auf dessen stelle gebauet worden.Hartknochs Preuß. hist. k.l.p. 117. feg. Frehertu , invitaJoh. 1 . Episcopi Warmienßs.

* Kompouts , ober Rombouts, (Rumvld) ein gelehrterReformlrler Prediger zu Leiden , war des Cocceji schüler,wie aus seinen schritten erhellet. Sein predigen kam ihm et-was sauer an, müssen er die predigten von wort zu wort mu-ste auswendig lernen, und solches im hin,und wiedergeben;sv/ daß man wohl sagen kan, er habe um jegliche predigt müs.sen zwey bis drey meile» lanffen. Er lehrte privatim die Theo-logie / schrieb: Eine Erklärung der Berg-Predigt Christi,Matlh. V. VI. und VII. Leiden 1639. in 4. ingleichen der 8.folgenden capitul Matthäi, ibid. 1692. in 4. und starb an.1692. den i*. aprii m seinen besten jähren. Lenthems Hol-läNdilcher klrcheN-UNd schulen-staal. Nova litterar. Germ,

Hontrob , war vor zeilen ein blosses gemäuer im HeßischenAinte Aßseld , welches Landgraf Ludewiq der ältere zu Hes­ sen an. 1578. ju einem feinen schloß und >agd haus gemacht/und mit liefen grüben versehen. Es ist um und um mit gros-sen Wildnissen umschlossen , und wird wegen der wildbahnöfters von dem Landgrafen besucht. Der thal ist mit der stadt-freyheil begäbet. Es ist auch von dem orte ein berühmtes ade«liches geschlecht dieses nahmens bekannt, winckelmannsbefchr. HeffenlanbS, p. 198.

* Homuctlb , oder Romualdo , (Peter von St.) sieheGmuedaud (Petrus.)

!>omualdus / der stifter und erste Abt des sogenannten Ca-maldulenser-ordenö , war von Ravenna gebürtig, und starb an.1027. »m 120. jähre seines alters, nachdem er 100. jähr «n einemeinsamen leben und in dem diensteGOrtes zugebracht hatte.Petr, Damtan. mips. vita. Baron tut, in annal .

Zxomualdus, Ertz-Bifchoff von Salerno , lebte zu ende desXII. lsecuii. Er schrieb eine chronicke / darin» er von dem ,was sich von ansang der weit bis an. 1177. zugetragen, berichterstattet. Romualdus war einer von den Abgesandten/ dienach Venedig geschickt wurden, um einige Mittel vorzuschlagen/wodurch die zwischen dem Papst Alexandra und dem KayserFridenco Barbarossa entstandene streitigkeilen aufgehoben wer-den könnten.

* Koniuleuö , oder Romuläus , (Bartholomäus ) ein

RechtSgelehrter von Florentz gebürtig, wurde in der mittendes 16. jahrhunderts Professor der Rechten zu Jngolstadt, undschrieb : I.) Tractat. de Homicidio ad sui Defensionem, Jn-golstadt 1569. 2.) de Legatis & Fideicommissis, Llch 1602,in 8. ?·) de Jure accrefcendi, Jngolstadt 1569, in 4. 4 )de acquirenda vel amittenda Poüeilione; z.) de TestatorumPrEEceptis prohibentibus Bona alienari extra Familiam, Dil­ lingen in 4. 6.) de Constituto poiTessorio ; 7.) de Defensio -ne contra Vim illatam ; 8 ) de Mora in Obligationibus;

9,) Compendium Constituti possessorii; 10.) Repetitiones;11.) Comm. in leg. nento poteß, de Legat. Jngolstadt 1559.in fol. Llch 1602. in 8. 12. ) Comment, in leg. fciendum ,Dig.de Verkomm Obligatione, ibid. 1552. in fol. Hyde tbibl. Bodlejana.

* Komulpfyus / wurde zu anfange des siebenden jahrhun«derts von dem Australischen Könige Theodoberto II. in derqualität eines Gouverneurs / oder nach damaligem Kilo , ei-nes Grafcns oder Richters, nach Alemannien geschickt. Die-ser Romnlphus brachte/ wie einige vorgeben/ die gegend, wel,che heutiges tages das Breißgau genennet wird , eigenthüm-lich an sich / und nennte solches revier zum unterscheide deSübrigen landes/ sein Habenlhum/ das ist so viel als sein eigen,thum/ woraus die Lateiner das wort Avendum gemacht,und also die Grafschafft auf Lateinisch Comitatnm Avendigenennet haben. Das schloß in dieser Grafschafft nann.te er HabenthumS-berg, woraus nachgehends der nähme Habs.bürg entstanden. Andere erzehlen dieses von Otberto I. vbwoleines so wenig gründ hat, als das andere. (Siehe Habsburg .)Weil aber Romarms , des Romulphi söhn, ins kloster gegan-gen war, so soll der folgende König in Austrasien ClotariuS

dieses Habenlhum oder Grafschafft dem folgenden GouverneurodnGrafen in Alemannien , Sigeberto, gegeben haben.

_ Ho»ml u 8 , der erste König der stadt Rom , war Remi bin«derl Sftnr Mutter war Rhea Sylvia , Numitoris lochtet'.Dieser Numtlor war der rechtmäßige König von Alda, allemsem bruder Amulms hatte ihn von dem throne gestossen, welcherauch Rheam, desselben lochtet, unter die Vestaüschen jung«frauen that. Diese wurde hernach von dem gott Marke, wieman vorgiebt, oder vielmehr von einem bewafneten manneschwanger, und brachte zwillinge zur weit. Amulius/ welcherfür feinen bruder keinen stamm noch erben sehen wollte, liegdiese beyde bruder in die Tiber werffen , welche hierauf einewolsin, wie man vorgiebt, oder vielmehr eine unzüchtige weidö.per,vn, welche art weiber von den Römern lupse oder wölsin.neu genennet wurden, säugete, nachdem sie deren mann, desKönigs schäfer Faustulus, an dieses flusses ufer gefunden halte.Man sagt, baß sie in dem 15. jähre ihres alters, das fest, welchesman Lopercaüa ju nennen pflegte, und Evander aus Arcadiendahin gebracht, gcfeyrek; bey selbiger gelegenheit aber, da sienackend und unbewafnrt herum liefen, wäre Remus von ge-wissen räubern, mit welchen sie in feindschafft stunden, gefan-gen, und dem Amulio überantwortet worden. Weil aber ebenNumitor, der unwissend des Romuli und Remi groß-valterwar, sich über der beyden brüder vorgegangene raubereyenzu beschweren halle, lieferte ihm Amulius den Remum aus,und fehlete es wenig, daß ihn nicht Numitor zur strafe löbtenließ. Allein indem entdeckte Faustulus dem Romulo seme undseines bruderS Herkunft, wovon zu gleicher zeit auch Numitorerstlich einige muthmassung fassete, und bald hernach gewisssen bericht empfieng. Worauf unverzüglich ein anschlag widerAmulmm gemacht, solcher in seinem pallast erschlagen, Nu»mitor hingegen wieder auf den thron gcsetzct wurde. Nacheiniger zeit, nemlich in dem 750. jähre vor Christi geburC er»daueken oder erweiterten sie d>e stadt Rom , die von Romuloden nahmen bekommen. Dieser umnngete selbige mit einerschlechten mauer und graben, worüber Remus höllisch sprang,welches ihm aber sein leben kostete. Mittlerweile machte Ro.muluö (eine neue stadt zu einer freystadt, um einwohner dahinzu ziehen; und, weil sie keine wekds,pcrfonen hatten , behielt erdie lochcer der Sadiner und anderer benachbarten, welchevorhin den Römern die heurath abgeschlagen hatten, als sieauf ei» fest dahin kamen. Diese gewallthäligkeit verursachteunterschiedliche kriege, welche glücklich gcendiget, und zugleichdie Sadiner unter ihrem Könige Tatiüö mit m das stadt-rechlaufgenommen, deren Alliirle aber unterdrücket wurden. NachTatli tobe, welchen die Laurentiner wegen einiger von den sei-nen empfangenen unbilligkeit in ihrer stadt Lavinium getödtethatten, herrschte Romulus wieder allein, und schlug die Fi-denates und Vejentes, von denen er war angegriffen worden,tapfer aus dem selbe. Nach gcendigten kriegen suchte Romu-lus sich hierauf noch vester zu setzen, bildete dem vvlck ein, alsthat er alles nach göttlichem böfehl, und verrichtete deswegenalles bey dem gotlesdlenste selbst, was sonstcn den Priestern ge,horte; stiftete über disfes ein Ralhö-Collegium, und theilte dasgantze vvlck in drey zünste ein, machte überhaupt gute gefetze,und handhabte die gerechtigkeit ohne ansehen der person. Dochhierdurch, und weil er sich am meisten um des gemeinen volcksgunst bewarb , machte er sich bey den Ralhsherren verhaßt, d.eihn bey entstandenem ungewitter auö dem wege räumten, dasvvlck aber zu stillen vorgaben, der gott Mars halte ihn in denHimmel geholel, und mit unter die göltet versetzet. Tu- Livius ,lib. 1 . Kitt. Florus , Dionyßus Halicamajj', Veliejus PatercuMS.Eutrop. &C.

* Homulus, des Kaysers Magnentll Feldherr, zeigte sei.ne tapferkell besonders in dem kriege des Magnentii mit Con-stantio, des Kaysers Constantini des grossen söhne; wurdeaber um das jähr 352, in dem treffen von Menelao , der Ar-menischen bogenschützen befehlshader (welcher aus seinem bo,gen drey pfeue zugleich schiessen konnte, und zwar mit lölchergewlßheik, daß es ihm selten fehlte, drey Personen damit zubeschädigen) tödtlich verwundet; worauf er alsobald durch diefeinde zu dem gedachten Menelao durchdrunge, und ihnebenfalls mit seinem degen erlegte, und mit sich ui den tob nahm.

* Ixonay, Ronsen, oder Rensen, lat. Rotknacum oderRkodenacurn, die Haupt-stadt in der Dechaney gleiches nah-mens in Bradant, 2. meilen von Oudenarde und 4. von Ger-harbsberg gelegen. Im jähr 128?. kaufte sie der Graf vonFlan,der« und Namur , Guido von Dampierre , dem Beneblellner.Abt von St. Cornelius zu Ninove ab, oder vielmehr nur dieeine helfte dieser stadt, welche der Kayser Ludwig an ermeld-te Abley verschencket hatte , indem die andere helfte daö Ca-pitul der Canonicomm ebenfalls aus Kayserlicher freygebig«kett besaß. Miraus, supplem. diplomat. P. II. c. 114. Imjähr 1289. trat ermeldler Graf solchen theil seinem drittensöhne ab, von dem es nach und nach an verschiedene Herren,und endlich vom Grafen von St. Amonr an den Fürsten , vonNassau-Siegengekommen, welcher an. 16;8. einen sehr schonenpallast, der keinem dergleichen in gantz Bradant etwas nachgre»bet, allda von gründ aus neu aufführen ließ. hat biejerort sonderlich viele feuers.drünste ausgestanden. Im jähr1478. ward selbiger von der Französischen garnison zu Dor-nick in brand gesteckt, und im iahr19. brannten ?««« hau-