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Neu-vermehrtes historisch- und geographisches allgemeines Lexicon ... : In welchem das Leben und die Thaten der Patriarchen, Propheten, Apostel, Vätter der ersten Kirchen, Päbsten, Cardinälen, Bischöffen, Prälaten, vornehmer Gelehrten und Künstlern, nebst denen so genannten Ketzern; Wie nicht weniger derer Kayser, Könige, Chur- und Fürsten, Grafen, grosser Herren, berühmter Kriegs-Helden und Staats-Ministern; ... Und endlichen Die Beschreibung der Kayserthümern, Königreiche, Fürstenthümern, freyer Ständen, Landschafften, Insuln, Städten, Schlösser, Klöster, Gebürgen, Meeren, Seen, Flüssen, und so fortan; .. Dißmahlen von neuem mit Fleiß gantz übersehen
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welcher sich unter dem Vorsitz ermeldten Professor Brückn»-durch öffentliches disputiren de 8criptura 8. hervor that, wur-de aber an. i6;6. von bannen durch die pest vertrieben. Imjähr i6;8. sollte er mit einigen jungen Herren aufUniversitä.ten gehen , es blieb aber bey derselben privat-informatjon, daßer also auf gar keine hohe schule kam. Denn an. 1640.bekam er eine andere insormation, dabey er zugleich die Pfar-re Friefenhausen ein halb jähr lang mit predigen versehen mu-ffe. Es wurde ihm zwar solche nachgehenbs völlig angetragen,er schlug sie aber ab, unter dem vorwand, annoch auf Uni-versitäten zu gehen. Allein an. 164;. muffe er eine predigtzu Wetzhausen ablegen , und erhielt darauf die vocation zudasiger Pfarre, die er jedoch nicht eher als auf einrathen desSchweinfurter-Minitterü angenommen, weil er sich barzu nichtgeschickt genug erachtete. Nach r. jähren ward er Pastor zuManan, Bettenburg und Eichelsdorff, und nach 9. und einviertel lahren Diaconus zu Schalckau und Bachfeld , an wel-chem letzter« orte er früh nach 4. uhr winters - und sommers-zell die gottesdienste verrichten muffe, damit er um 9. uhrwieder in Schalckau seyn, und das heilige Abendmahl admi-nistriren helffen konnte. Endlich ward er von da an. 1676.nach Bedhctm beruffen, wo er bis an sein ende geblieben,welches an. 1695. erfolget, als er sein 8;. jähr im leben unddas ss. im Ministerio erreichet. Sein söhn, Johann Leon-hard Rosenfeld, gewesener Pfarrer zu Lißberg , wurde ihmzwar subffituirl, er ffarb aber noch vor dem vatter. Großsens Jubel-Priester-Historie, ?. 11 . p. 1722.

* Rosenfeld , (Johann Wolfgang) ein berühmter Staats,mann in der andern helfte des 17. iahrhunderts, war gehei-mer Raths-Präsident zu Zeitz , und gab unter dem nahmenRelfendso eine schrift de summa Principum GerrnanicorurnPorestate an. 1669. in 12. heraus, darwider unter andernSchurtzfleisch unter dem nahmen Huno von Hunenfeld brevesanimadveriiones in Relfendso Heroniontanum geschrieben,und P. Tullii Hierani Anti-Relsendso Libelli de summaPrincipum Germanicorum Potestate Calumniae oppolitus proLigurio Schadaeo, an. 1670. in 12. ans licht kommen. Manhält ihn auch vor den Verfasser der schrift, welche unter demnahmen Vendici ä Justiniano mit dem titulr Ratio GorporisJuris reconcinnandi subrogata aetcrnitatis ope&c. 16Ö9. in 12.ans licht getreten, wie beym Plaeeiv Pseudonym, num. 2796.zu ersehen, welcher eine epiffel von Leibnitzen zu mehrerm be-weis anführet. Dahlmanns schauplatz der masquirlen unddemafquirten Gelehrten.

* Ivosenfeld , ein Würtembergisches ffädtlein in dem oberntheil dieses Hertzogthums, zwischen der obern und niedern Graf-schafft Hohenberg, unweit Balingen , welches an. 1274. mitmauren umgeben worden, und vor zeiten Hochbergisch gewesen.Hernach ist es an die Hertzoge von Teck gelanget,und soll endlichan. 1 3 17. von Hertzog Conrad und Ludwig zu Teck durch kaufan Gras Eberharden zu Würtemderg gekommen seyn; wie-wol Crusius sagt Paralip. c. 24. es sey von Würtemdergselbst erbauet worden. An. 163s. hat es der Kayser nebst Lüst-lingen und Balingen dem Grafen Heinrich von Schlick ge-schenckt, der es aber nach dem Westphällschen friedens-schlussewieder an Würtemderg abtreten müssen, würtemb. Epbe«merides, p. 148. Vor diesem hat sich auch eine adeliche fa-milie von Rosenfeld geschrieben, wovon Werner an. 148;. ge,lebet, und Wolf an. 1487. mit Graf Eberhard von Wur-temderg auf dem Reichs.tage zu Nürnberg gewesen. Crußiannal. p. III. üb. VIII. c. 18. ai. Selbige ist in dem XVI. fec.ausgestorben. /dem, p. III. üb. XI. c. 2. Paralip. e. 21. M.SteinvpHg. manuser.

Nosenhahn, (Schering) Freyherr zu Jhalaburgh,Reichs-Rath in Schweden und Oder - Statthalter zu Stockholm ,wohnte anfänglich den Münsterifchen friedens - tractaten imnahmen der Königin Christina bey, und ward hierauf an. 1643.von derselben an den Französischen Hof abgeschickt. Nach sei.ner zurückkunft ward er an. i6so. zum Reichs-Rath und Oder-Statthalter von Stockholm ernennet, und muste das jähr dar-auf nach Teutschland gehen, wo er wegen der stadt Bremen einige Verrichtungen hatte. An. i6s 2. ward er nach Salviitobe als Haupt der Königlichen Gesandtschafft zu den sriedens-tractaten mit Polen nach Lübeck gesendet, und in eben demsel-ben jähre in den Freyherrn-stand erhoben. Nachdem er hieraufwegen seiner Königin in Teutschland unterschiedene Verrichtun-gen abgewartet, kam er nach Schweden zurück, und that an.i6s 4. auf dem Reichs-tage zu Upsal die proposition, als die Kö-nigin die regierung abtreten wollte. Der König Carl Gustavfertigte ihn darauf noch in diesem jähre wieder nach Teutschlandab, wo er die Huldigung von Bremen und Verben einnahm, undsodann noch eine zeitlang als gevollmächtigter Gesandte in die-sem Reiche verharrete. Bey dem Coppcnhagener frieden an.lüüo. war er gleichfalls Königlicher Deputirter, und starb end-lich nach seiner Wiederkunft in Schweden an. 16 63.

Zxosenheim, ein im Bißthum Freysingen und dem Rent-Amt München an dem Jnn gegen Tvrol zu gelegener Bayeri-scher marckt-flecken, welcher ein eigenes Land-Gericht hat, wirdwegen seiner guten nahrung von dem Tyrolischen weinchandelund der soltz-niederlaqe vor die schmaltz-grube von Bayern ge-halten. Das Churfurstliche schloß, so eine halbe stunde davonliegt, war vor diesem ein paß nach Tvrol. Das Capuciner-klo-ffer, so ein kaufmann an. 1607. erbauen lassen, und die Pfarr-

kkrche zeigen, daß es den bürgern an Mitteln nicht ermangelnmüsse. Adivr. p. in. p. S29. Cdur-Bayern, p. 317.

ROSENOBLES , siehe NOBLE.

* Kosenfleitt, ein altes Rechdergisches schloß in Schwaben auf dem Albuch, unweit Heudach, unter welchem unterir.dische gänge und hölen waren. Ctußi annal. P. II. üb. XlLc. 1. Paralip. 1. 12.

* )>osenthal, oder Rosendale, ein Amt oder kleine Herr.schafft im Holländischen Brabant in der nachdarschafft Arn,heim in Geldern , gehöret den erben König Wilhelms in En-gestand.

* )>c»senthal, eine kleine stadt und schloß im BischvffthumHildesheim am Heimer-wald, unter das Amt Peina gehörig.Das jus Patronatus über Roseuthal hat der Bischoff zu Hil­ desheim . Lauensteino Hildesheim, P. II. p. 347·

* )>osenthal, Rosdal, oder Roftndal, eine kleine stadtund Amt in Oder-Hessen , nach Cassel gehörig, vormals ge.hörte es noch dem ehemaligen kloster Hayna. Jetzv wirddieses Amt durch einen sonderlich dazu verordneten Schnitzenverwaltet, und begreift unter sich die dorfschafflen Battcnhau.sen, Todtenhausen, Hadenderg, Hirtenrode, Herbelhauftn,Grnsen, Sehten, Bockendorff, Monhausen, Remmershau,sen, Lehnhausen, Odernholtzhausen und Niedernholtzhau-

" ^osentyal, ein feiner marckt-flecken im Bechiner kreise inBöhmen , allwo an. 1704. ein schön silber-bergwerck erfundenworden, dessen gold dem Cremnitzer gleich seyn soll.

* Z^osenthal, ein flecken in Nieder-Hessen zu dem antheilder Landgrafen von Hessen-Cassel gehörig.

* Z^osenthal, ein schönes lnst.fchloß im Holländischen Gel-dern in der Velau, den erben des verstorbenen König Wil.helmS in Engelland gehörig.

* Nosenthal, ein Königlich-Preußisches lust-haus, eine Mei-le von Berlin , in der Mittel-Marck Brandenburg, wo sichdie Königliche Herrschafft zu divertiren pfleget. Es liegt selbi.ges in einer annehmlichen, theils von natur, theils auchdurch kunst gemachten Wildnis, wobey schöne und mit grünenwänden und deeten treflich ausgezierte gärten sind.

* Nosenthal, ein ort in dem Görlitzischen kreise des Marg,grafthums Ober-Lausitz. Wabsts hist. nachr. beS Churf.Sachs. bcyl. p. 129.

* ^osenthal, ein dorf im Budißinischen kreise des Marg-grafthums Ober-Lausitz unter das kloster Marienstern gehörig,wabsts hist- nachr. des Churf. Sachs. beyl. p. 118.

* I>osenthal, ein dorf in dem Thüringer -kreise des Chur-fürstenthums Sachsen, in dem Fürstenlhum Querfurt , unterdas Amt Dahme gehörig, wabsts bist. nachr. des Churf.Sachs. beyl. p. s8.

* )>osenthal, eine gegend in Nieder-Kärndten, längst demDrau-fluffe, nahe bey Clagcnfurt.

* )^osenthal, eine angenehme gegend und holtzung beyLeipzig , gleich einem lustreichen baum-und thier-garten, welchevon der Elster, Pieisse und Luppa umflossen wird. Des nah-mens findet sich auch eine um Pirna .

* 7 vosenweiler, ein ort in dem untern Elsaß zwischen derMoter und S>orn, welchen der General von Rosen erbauet,und nach seinem nahmen genennet hat. Ichtersheim, El-saßische topographie, P. I. p. 20.

Koseo, oder Roseus, (Mambrin) ein Italiänischer scri,bent aus dem XVI. steculo. Er hat an. 1349. InstitutionemPrincipis Christiani edirt, und in Italiänischer spräche einecontinuation von Ivan. Tarcagnotä Historie der weit bis an.1S71. verfertiget. Ausser dem hat er einen tractat von derkriegs-kunst ins Italiänische übersetzet, den man sonst Guiliel-mo de Bellai zuschreibet, und noch eine Historie des KönigreichsNeapel zusammen getragen. In seiner fortsetzung des Tarca-gnota ist lauter eifer und Parteylichkeit gegen die Protestanten,und was die nomina propria anbetrift, eine unendliche anzahlvon fehler«. Bayle.

Noses, lat. Rhoda oder Rhodopoüs , eine stadt in Catalo-nien. Sowol die stadt als der Hafen werden schon von denRömischen scribenten in beschreibung des zweyten Punischenkrieges vermeldet. Die einwohner wurden Rbodenses geheif-sen , wie solches eine annoch zu Roses befindliche alte stein-schrift belehret. Nach dem aber muß der ort ziemlich einge-gangen seyn, weil nach verschiedenen scribenten zu ansang desXVI. foculi nur eine Abley neben wenig Häusern allda soll ge-standen haben, bis Carvlus V. eine kleine stadt und vestung aufeiner ebene ;s- klaftern von dem meere erbauen ließ. Sie hatalso gegen mittag das Mittelländische meer. gegen abend die flä-che von Lampourdan und eine see, gegen morgen aber und gegenMitternacht die Pyrenäische gebürqe. Ihre bevestigung beste-het aus fünf mit quader-stücken ausgefütterten bastionen. AIsan. i64v.gantz Catalonien sich vor Franckreich erklärte, bliebdas einige Rvfts in Spanischer devotion. Du Pleßis-Pralin be.lagerte es an. 164s. und machte sich nach s7. tagen, von eröf.nung der trenscheen an gerechnet, davon meister, welches ihmden Marschall - stad zuwege brachte. Die Spanier, welchewährender innerlicher unruye in Franckreich fast gantzCataloniens bemächtigten, bloquirten an. lösr. Roses gantze 9.

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